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Umfrage: Tiersnuff ja oder nein oder überhaupt?
Weg mit so einem Dreck! 38 71.70%
Ich esse Schnitzel und Burger, so what? 10 18.87%
Ist mir total latte! 4 7.55%
Es wird Zeit für Tiersnuff Cut Movies! 1 1.89%
Insgesamt: 53 Stimmen 100%
 
Zum Ende der Seite springen Tiersnuff 4 Bewertungen - Durchschnitt: 8,004 Bewertungen - Durchschnitt: 8,004 Bewertungen - Durchschnitt: 8,00
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The Baron
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Zitat:
Original von Lobo-mau
Zitat:
Original von Schergenbjørn
Die Darsteller sagen da allerdings etwas anderes. Insbesondere die sich im Wald übergebende Darstellerin -Francesca Ciardi, wenn ich mich nicht irre- ist da etwas anderer Meinung großes Grinsen
[quote]Die Ironie an der Sache ist ja, daß Deodato selber unter Beweis stellt, was er mit seinem Film kritisieren will: Daß Menschen der Sensationslust verfallen sind und (fast) alles tun, was nötig ist.


Genau das ist es ja, was an dem Film so fasziniert.


Und das ist in Wirklichkeit auch der Grund, warum der Kannibale von Rothenburg die Schlachtung seines Opfers mitgefilmt hat ... Der Mann ist überhaupt nicht verrückt, sondern ein großer Künstler! *hüstel*

Es fällt mir relativ leicht, den meisten dieser Filme aus dem Wege zu gehen, weil sie mich thematisch nicht die Bohne interessieren. Allerdings habe ich schon in meiner Kindheit die TARZAN-Filme von meiner Liste gestrichen, weil darin offensichtlich Tiere real über den Haufen geballert wurden. Und am liebsten hätte ich Naschy - sonst ein sehr netter Kerl - vor ein paar Jahren in München von der Bühne geschubst, als er freudestrahlend vom Abfackeln der Ratten in DIE STUNDE DER GRAUSAMEN LEICHEN sprach. Hoffentlich haben sie ihn da wirklich heftig gebissen ...

Ich sehe die Notwendigkeit, "human" (ein höchst zweischneidiges Wort) Tiere zu töten, um sie zu essen (und ich war auch ein paar Mal in Schlachthäusern - wenn auch nicht aus Blutgier oder Sensationslust). Ich sehe nicht die Notwendigkeit von Robbengemetzel für Pelze und finde Elefantenfüße als Papierkorb mehr als geschmacklos. Tiergemetzel als "Brot und Spiele"-Beitrag ist, bei allem Respekt, ziemlich degeneriert. Mark Twain hatte in The Mysterious Stranger schon ganz recht: Sadismus, Quälerei, Töten zum Spaß sind eben nicht "tierisch", sondern menschlich. Könnte ein glücklicher kleiner Planet sein ohne den Homo sapiens ...

Noch kurz zu den moralischen Maßstäben. Zum Glück hat die Menschheit dahingehend in den (relativ wenigen) Jahren ihrer Existenz eine geradezu faszinierende Wendigkeit und Flexibilität gezeigt. Bekannterweise ist alles erlaubt, wenn es nur von den entsprechenden Stellen/Staaten/Religionen sanktioniert wird, nicht?

__________________
"I swore then that they would never be rid of me!"
28.05.2006 13:30 The Baron ist offline E-Mail an The Baron senden Beiträge von The Baron suchen Nehmen Sie The Baron in Ihre Freundesliste auf
Lobo-mau
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Zitat:
Original von The Baron
Zitat:
Original von Lobo-mau
[quote]Original von Schergenbjørn
Die Darsteller sagen da allerdings etwas anderes. Insbesondere die sich im Wald übergebende Darstellerin -Francesca Ciardi, wenn ich mich nicht irre- ist da etwas anderer Meinung großes Grinsen
[quote]Die Ironie an der Sache ist ja, daß Deodato selber unter Beweis stellt, was er mit seinem Film kritisieren will: Daß Menschen der Sensationslust verfallen sind und (fast) alles tun, was nötig ist.


Genau das ist es ja, was an dem Film so fasziniert.


Zitat:
Und das ist in Wirklichkeit auch der Grund, warum der Kannibale von Rothenburg die Schlachtung seines Opfers mitgefilmt hat ... Der Mann ist überhaupt nicht verrückt, sondern ein großer Künstler! *hüstel*


Dass Deodato verrückt ist, steht für mich ausser Frage.
Dennoch entbehrt Cannibal Holocaust keineswegs der Definition der Kunst, schließlich hat Deodato nicht einfach mitgefilmt, sondern in Szene gesetzt und vor allem auch geschnitten. Nicht, dass ich behaupten würde, Deodato hätte nicht einfach mal "draufgehalten", was er sicherlich und mit voller Absicht getan hat, aber gerade das in Szene setzen seiner Greueltaten ist doch das, was den Film ausmacht.

Dass der Film nicht nur einfach kontrovers ist, sondern Grenzen setzt, ergab sich schon kurz nach Erscheinen des Werkes. Man mag ihn oder man mag ihn nicht.

Ich selber bin ein Verfechter des Tier- und Umweltschutzes und würde Deodato die gleichen Erfahrungen an den Hals wünschen, die er den Tieren zukommen liess. Dennoch finde ich den Film faszinierend.

Zitat:
Es fällt mir relativ leicht, den meisten dieser Filme aus dem Wege zu gehen, weil sie mich thematisch nicht die Bohne interessieren. Allerdings habe ich schon in meiner Kindheit die TARZAN-Filme von meiner Liste gestrichen, weil darin offensichtlich Tiere real über den Haufen geballert wurden. Und am liebsten hätte ich Naschy - sonst ein sehr netter Kerl - vor ein paar Jahren in München von der Bühne geschubst, als er freudestrahlend vom Abfackeln der Ratten in DIE STUNDE DER GRAUSAMEN LEICHEN sprach. Hoffentlich haben sie ihn da wirklich heftig gebissen ...


Nur mal aus Interesse: Die neue Anolis-DVD hast du dir aber trotzdem gekauft?

Zitat:
Noch kurz zu den moralischen Maßstäben. Zum Glück hat die Menschheit dahingehend in den (relativ wenigen) Jahren ihrer Existenz eine geradezu faszinierende Wendigkeit und Flexibilität gezeigt. Bekannterweise ist alles erlaubt, wenn es nur von den entsprechenden Stellen/Staaten/Religionen sanktioniert wird, nicht?


Ist mir eigentlich egal. Ich brauche niemanden, der mit etwas sanktioniert, um zu entscheiden, dass es mich fasziniert. Und sanktioniert ist der Film in Deutschland ja nun weiss Gott nicht, zumindest nicht auf die von dir gemeinte Art und Weise. großes Grinsen
28.05.2006 17:07 Lobo-mau ist offline Homepage von Lobo-mau Beiträge von Lobo-mau suchen Nehmen Sie Lobo-mau in Ihre Freundesliste auf
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Bei der MTV-Show Wildboyz (lief am Wochenende) wurde übrigens eine lebende Schlange aufgeschlitzt, um sie nach traditioneller (thailändischer?) Art zu zerlegen. Sinn der Sache: Steve-O und Chris Pontius konnten mal wieder etwas ekliges essen bzw. trinken (u.a. Blut und Galle), um dies wieder auzukotzen.
No animals were harmed during the making of this show, oder so ähnlich. Zunge raus
27.06.2006 23:02 StH2003 ist offline E-Mail an StH2003 senden Homepage von StH2003 Beiträge von StH2003 suchen Nehmen Sie StH2003 in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie StH2003 in Ihre Kontaktliste ein
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Zitat:
Original von StH2003
Bei der MTV-Show Wildboyz (lief am Wochenende) wurde übrigens eine lebende Schlange aufgeschlitzt, um sie nach traditioneller (thailändischer?) Art zu zerlegen. Sinn der Sache: Steve-O und Chris Pontius konnten mal wieder etwas ekliges essen bzw. trinken (u.a. Blut und Galle), um dies wieder auzukotzen.
No animals were harmed during the making of this show, oder so ähnlich. Zunge raus


das ist ja so abartig!!! böse
02.07.2006 23:16 melbone ist offline E-Mail an melbone senden Beiträge von melbone suchen Nehmen Sie melbone in Ihre Freundesliste auf
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Zitat:
Original von Lobo-mau

Zitat:
Noch kurz zu den moralischen Maßstäben. Zum Glück hat die Menschheit dahingehend in den (relativ wenigen) Jahren ihrer Existenz eine geradezu faszinierende Wendigkeit und Flexibilität gezeigt. Bekannterweise ist alles erlaubt, wenn es nur von den entsprechenden Stellen/Staaten/Religionen sanktioniert wird, nicht?


Ist mir eigentlich egal. Ich brauche niemanden, der mit etwas sanktioniert, um zu entscheiden, dass es mich fasziniert. Und sanktioniert ist der Film in Deutschland ja nun weiss Gott nicht, zumindest nicht auf die von dir gemeinte Art und Weise. großes Grinsen


Hallo Lobomau,

ich denke, der Baron hat dies in gänzlich anderen Kontext gemeint.

Denk einfach mal ein paar Jahrhunderte zurück. Wenn da jemand beobachtet worden wäre, wie er eine Katze (oder ein anderes Tier) auf die Art quält, wie Mandy es beschrieben hat, dann wäre er nicht wie heute auf Therapieurlaub in die Karibik geschickt worden, sondern hätte sich eine porentiefe Bräune durch das Dauerliegen auf einem Scheiterhaufen zugezogen.

Andererseits hat damals das Gros der Bevölkerung die Folterung und Ermordung von zig Menschen, deren Haarfarbe nicht ganz der damaligen Mode entsprach, dankend hingenommen - Brot und Spiele eben.

Und genauso wie man damals Ausreden (z.B. Hexerei) gefunden hat, um Leute zu foltern und zu töten, gibt es solche Vorwände auch heute. Sie kleiden sich nur in andere Gewänder. Oder warum geht die Bundesregierung nicht entschiedener gegen die Entscheidungsträger beim CIA vor, die einen Unschuldigen aufgrund eines fast (!!!) gleichlautenden Namen unmenschlichen Verhörsituationen aussetzen.

Folter und Mord ist heute so beliebt und aktuell wie schon lange nicht mehr. Shokumentaries finden in ihren Neuauflagen auf DVD reissenden Absatz, Rotten.com genießt höchstes Ansehen bei der Internet-Community around the Globe, Filme wie HOSTEL spielen mit genau dieser Thematik.

CH wurde nur einfach 30 Jahre zu früh gedreht. Heute würde er sich perfekt in die mit der Sensationsgier der Zuschauer spielende PR-Machinerie der Majors einreihen. Oder eben auch nicht. Denn er ist ganz klar zu intelligent für die rotten.com-Fraktion. Denn ganz ehrlich: Wenn Deodato nur die Exploitation-Schiene hätte bedienen wollen, also mal eben den schnellen Zaster verdienen, hätte er wie die Kollegen Lenzi und Mattei einfach nur auf die Kacke hauen bzw. im Gekröse manchen müssen. Auch ein LEBENDIG GEFRESSEN oder RACHE DER KANNIBALEN spielten ihr Geld wieder ein und erfahren seit gut 15 Jahren ständig Neu-Auflagen auf diversen Mdien in allen Herren Länder der Welt.

Aber glaubt hier wirklich jemand, daß es die 3 - 4 Tierrtötungen (das Wort Snuff will ich hierbei gar nicht erst benutzen) pro Film sind, die diese Machwerke den Stellenwert bei den Fans haben erreichen lassen. Wohl kaum, oder? Sie sind einfach nur Beiwerk. Puderzucker auf einen Kuchen, der eh schon aus (künstlichen) Blut und Eingeweide besteht. Verabscheuungswürdig? Klar! Moralisch verwerflich? Sicher! Heute wiederholbar? Wohl kaum!!

Und hier liegt auch der gravierende Unterschied zwischen diesen Filmen und z.B. der Pelzindustrie, mit ihren Robbenschlachtungen. Jedes bißchen kommerzielle Nichtbeachtung schädigt den Pelzhandel nachträglich und hat somit zukünftige Auswirkungen.

Der Kauf einer CH DVD wiederrum unterstützt keinen der ursprünglichen Filmemacher oder Produzenten (Deodato sieht meines Wisens nach keinen Pfennig von irgendwelchen Lizenzen, die an den worldsalesl gezahlt werden), noch wird er heutige Filmemacher dazu anregen, reale Tiertötungen in ihren Filmen einzubauen. Die Schmähung würde also hierbei einen Film treffen (und ich rede hier nur von CH), der selbst jedweden Sensationsjournalismus anprangert. Und dabei dummerweise in 3 - 4 Szenen über das Ziel hinausschießt.

Fazit: Diese Filme sind Geschichte und deren Nichtbeachtung wird nichts mehr ändern (auch an heutigen Produktionen nicht). Aber neue technische Möglichkeiten (wie z.B. das Internet) geben uns heutzutage die Möglichkeit um ein vielfaches aktiver und umfangreicher in die Geschehnisse einzugreifen. Filme werden so früh wie noch nie über das Netz beworben. Und können damit bei berechtigtem Interesse gebasht werden. Ob dies dann schon wieder zuviel der Aufmerksamkeit wäre, muß jeder für sich selbst entscheiden.

Viele Grüsse, Ivo

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"Wenn CRANK2 uncut rauskommt, ist er dann geschnitten?" Zitat Börsenbesucher
03.07.2006 02:47 Ivo Scheloske ist offline E-Mail an Ivo Scheloske senden Homepage von Ivo Scheloske Beiträge von Ivo Scheloske suchen Nehmen Sie Ivo Scheloske in Ihre Freundesliste auf
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Kleiner Einwurf


Ich möchte mich jetzt hier nicht als Verteidiger des Tier-Snuffs gerieren, natürlich finde ich das grausame Töten von Tieren für einen Film ekelhaft.
Aber abseits der subjektiven Gefühle sollte man sich einmal den historischen Zusammenhang anschauen: Es gibt nun einmal unleugbar einen engen Zusammenhang von Kultur und ritualisierten Tiertötungen. Bis in 19.Jahrhundert war es durchaus alltäglich, dass die so genannte Tierhatz und Theater neben einander stattfanden. Die Tierhatz des Burgtheaters war zeitweise populärer als das Theater selber. Die Zuschauer goutierten es, zuzusehen wie Tiere gegeneinander kämpften. Füchse wurden beim sogenannten "Fuchsprellen" an Bäume gebunden, gegen welche dann Stiere ihre Hörner stießen. So lange ist es also noch gar nicht her, dass "Tier-Snuff" zu den kulturellen Standards gehörte. Picassos Stierkampfbilder, Hemingways Elogen auf eben diesen "Sport" sind aus dem letzten Jahrhundert, Deodatos Filme nur ein paar Jahrzehnte danach entstanden. Selbst Jacques Cousteau manipulierte noch in den 60er und 70er Jahren Meerestiere so lange, bis sie sich vor seiner Kamera gegenseitig angriffen. Das ist gewiss nicht zu loben, relativiert aber sicherlich den Blick auf Deodato. Das Unrechtsbewußtsein für den Einsatz dieser Mittel war damals eben einfach noch nicht in der Form vorhanden, mit der wir heute damit umgehen.
Einwurf Ende.

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03.07.2006 11:56 Kugelchef ist offline E-Mail an Kugelchef senden Homepage von Kugelchef Beiträge von Kugelchef suchen Nehmen Sie Kugelchef in Ihre Freundesliste auf
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Zitat:
Original von Kugelchef
Das Unrechtsbewußtsein für den Einsatz dieser Mittel war damals eben einfach noch nicht in der Form vorhanden, mit der wir heute damit umgehen.


Abgesehen von einer gewissen latenten, "posthumen" Legitimierung, die dieser Aussage innewohnt - auch wenn du es wohl nicht so meinst - ist das ja trotzdem noch lange kein Grund, sich so etwas HEUTE anzuschauen. Für mich werden diese sinnlosen Verbrechen in CH, und das betone ich hier noch einmal, nicht verständlicher, in dem bloßen Wissen, dass zur damaligen Zeit ein limitiertes Unrechtsbewusstsein vorherrschte.

Um mich noch einmal abschließend zu dem Film zu äußern: Ja, CH hat mehr Substanz als andere Exploitaionkollegen, er setzt sich wesentlich subversiver mit der Thematik auseinander. Leider jedoch zerstört Deodato seinen Ansatz KOMPLETT durch eben den Einsatz unnötiger, pervers zelebrierter Tiertötungen, die eben nicht „sowieso geschehen wären“ (Schildkröte). Das alles ist insbesondere deshalb so lächerlich, da Deodato sich wohl eingebildet hat, eine scharf formulierte Medienkritik zu positionieren. Dass er die zivilisierten Menschen als letztlich wesentlich barbarischer als alle Eingeborenen dieser Erde entlarvt, mag der gute Ansatz des Films sein, Deodato hebt diesen jedoch völlig auf, ist er selbst letztlich doch nichts anderes mit seiner eigenen Kamera. Und wenn die Verfechter des Films gerade dies sogar als „genial“, weil auf einer Metaebene funktionierend, titulieren wollen, möchte ich anmerken, dass Deodato als handwerklich äußerst bescheidener Regisseur wohl nicht über so viel eigene Reflexion verfügt, dass ihm dies bewusst war und er es als „Kunstgriff“ vollzog. CH hätte der beste Beitrag zum Subgenre werden können, so ist er nichts weiter als ein auf Zelluloid gebannter, übersteigerter Größenwahn, ein trauriges Armutszeugnis von einem Film. Meine Meinung.

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03.07.2006 13:10 Mr. Vincent Vega ist offline E-Mail an Mr. Vincent Vega senden Homepage von Mr. Vincent Vega Beiträge von Mr. Vincent Vega suchen Nehmen Sie Mr. Vincent Vega in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie Mr. Vincent Vega in Ihre Kontaktliste ein
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Komisch, zuerst sagst du, daß CH mehr Substanz hat als andere "Exploitationkollegen", dann heißt es, er hätte der beste Beitrag zum Subgenre sein können. Ja, was denn nun? Schau dir mal die anderen Krampen an, denn im Vergleich zu denen ist CH der beste Film dieses Subgenres, "Tiersnuff" hin oder her.

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03.07.2006 13:33 Schergenbjørn ist offline E-Mail an Schergenbjørn senden Homepage von Schergenbjørn Beiträge von Schergenbjørn suchen Nehmen Sie Schergenbjørn in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie Schergenbjørn in Ihre Kontaktliste ein
Lobo-mau
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Original von Ivo Scheloske
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Original von Lobo-mau

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Noch kurz zu den moralischen Maßstäben. Zum Glück hat die Menschheit dahingehend in den (relativ wenigen) Jahren ihrer Existenz eine geradezu faszinierende Wendigkeit und Flexibilität gezeigt. Bekannterweise ist alles erlaubt, wenn es nur von den entsprechenden Stellen/Staaten/Religionen sanktioniert wird, nicht?


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Hallo Lobomau,

ich denke, der Baron hat dies in gänzlich anderen Kontext gemeint.

Denk einfach mal ein paar Jahrhunderte zurück. Wenn da jemand beobachtet worden wäre, wie er eine Katze (oder ein anderes Tier) auf die Art quält, wie Mandy es beschrieben hat, dann wäre er nicht wie heute auf Therapieurlaub in die Karibik geschickt worden, sondern hätte sich eine porentiefe Bräune durch das Dauerliegen auf einem Scheiterhaufen zugezogen.

Andererseits hat damals das Gros der Bevölkerung die Folterung und Ermordung von zig Menschen, deren Haarfarbe nicht ganz der damaligen Mode entsprach, dankend hingenommen - Brot und Spiele eben.

Und genauso wie man damals Ausreden (z.B. Hexerei) gefunden hat, um Leute zu foltern und zu töten, gibt es solche Vorwände auch heute. Sie kleiden sich nur in andere Gewänder. Oder warum geht die Bundesregierung nicht entschiedener gegen die Entscheidungsträger beim CIA vor, die einen Unschuldigen aufgrund eines fast (!!!) gleichlautenden Namen unmenschlichen Verhörsituationen aussetzen.

Folter und Mord ist heute so beliebt und aktuell wie schon lange nicht mehr. Shokumentaries finden in ihren Neuauflagen auf DVD reissenden Absatz, Rotten.com genießt höchstes Ansehen bei der Internet-Community around the Globe, Filme wie HOSTEL spielen mit genau dieser Thematik.

CH wurde nur einfach 30 Jahre zu früh gedreht. Heute würde er sich perfekt in die mit der Sensationsgier der Zuschauer spielende PR-Machinerie der Majors einreihen. Oder eben auch nicht. Denn er ist ganz klar zu intelligent für die rotten.com-Fraktion. Denn ganz ehrlich: Wenn Deodato nur die Exploitation-Schiene hätte bedienen wollen, also mal eben den schnellen Zaster verdienen, hätte er wie die Kollegen Lenzi und Mattei einfach nur auf die Kacke hauen bzw. im Gekröse manchen müssen. Auch ein LEBENDIG GEFRESSEN oder RACHE DER KANNIBALEN spielten ihr Geld wieder ein und erfahren seit gut 15 Jahren ständig Neu-Auflagen auf diversen Mdien in allen Herren Länder der Welt.

Aber glaubt hier wirklich jemand, daß es die 3 - 4 Tierrtötungen (das Wort Snuff will ich hierbei gar nicht erst benutzen) pro Film sind, die diese Machwerke den Stellenwert bei den Fans haben erreichen lassen. Wohl kaum, oder? Sie sind einfach nur Beiwerk. Puderzucker auf einen Kuchen, der eh schon aus (künstlichen) Blut und Eingeweide besteht. Verabscheuungswürdig? Klar! Moralisch verwerflich? Sicher! Heute wiederholbar? Wohl kaum!!

Und hier liegt auch der gravierende Unterschied zwischen diesen Filmen und z.B. der Pelzindustrie, mit ihren Robbenschlachtungen. Jedes bißchen kommerzielle Nichtbeachtung schädigt den Pelzhandel nachträglich und hat somit zukünftige Auswirkungen.

Der Kauf einer CH DVD wiederrum unterstützt keinen der ursprünglichen Filmemacher oder Produzenten (Deodato sieht meines Wisens nach keinen Pfennig von irgendwelchen Lizenzen, die an den worldsalesl gezahlt werden), noch wird er heutige Filmemacher dazu anregen, reale Tiertötungen in ihren Filmen einzubauen. Die Schmähung würde also hierbei einen Film treffen (und ich rede hier nur von CH), der selbst jedweden Sensationsjournalismus anprangert. Und dabei dummerweise in 3 - 4 Szenen über das Ziel hinausschießt.

Fazit: Diese Filme sind Geschichte und deren Nichtbeachtung wird nichts mehr ändern (auch an heutigen Produktionen nicht). Aber neue technische Möglichkeiten (wie z.B. das Internet) geben uns heutzutage die Möglichkeit um ein vielfaches aktiver und umfangreicher in die Geschehnisse einzugreifen. Filme werden so früh wie noch nie über das Netz beworben. Und können damit bei berechtigtem Interesse gebasht werden. Ob dies dann schon wieder zuviel der Aufmerksamkeit wäre, muß jeder für sich selbst entscheiden.

Viele Grüsse, Ivo


Ich gebe dir schon bei fast allen deiner Ausführungen recht. Und das meiste möchte ich auch gar nicht kommentieren, da ich es uneingeschränkt so stehen lassen würde, wie du es in dein Post gebannt hast.

Dennoch bin ich der Meinung, dass du zwar Recht hast, wenn du sagst, dass die im Film gezeigten Tiertötungen "Puderzucker auf einen Kuchen, der eh schon aus (künstlichen) Blut und Eingeweide besteht", sind. Genauso verabscheuungswürdig und moralisch verwerflich finde ich sie auch. Dennoch sehe ich in deren Inszenierung und dem Drumherum dieser Szenen einen weitaus größeren Einfluss auf den Film, als "einfach nur Beiwerk".
Den Ausdruck "Stärke des Films" möchte ich nicht verwenden, da man damit allgemeinhin etwas Positives verbindet. Aber nichtsdestotrotz halte ich sie für entscheidend.
Ohne die Tiertötungen wäre CH nicht CH, sondern ein "einfacher" Fortsetzer des Filmduells zwischen Lenzi und Deodato. Nein, CH sticht einfach heraus. Durch seine Grausamkeit, Brutalität und den vermeintlichen Realismus. Der Film ist keine Komödie und er soll die Gemüter auch nicht erfreuen. Er soll schocken und entsetzen - und genau das tut er, und zwar um Längen besser, als jeder andere Kannibalenreisser der italienischen Filmindustrie.

Dem Film heutzutage seine kritischen Aspekte abzusprechen, deutet meiner Meinung nach auf Naivität. Sicherlich darf jeder seine eigene Meinung zu einem Film bilden und sicherlich wirkt der Film auf den einen anders als auf den anderen. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass der Film ein Kind seiner Zeit war. Würde heutzutage jemand die kritischen Aspekte eines King Kong ebenso interpretieren wie in den 30er Jahren? Wohl kaum, wenn er nicht mit bedächte, aus welche Zeit der Film stammt. Würde man einem Godzilla die gleichen kritischen Aspekte zusprechen, bedächte man nicht seiner Zeit und Herkunft?

Nur eines steht in dieser Diskussion wirklich fest: Für die einen ist CH der größte Scheissdreck ever, für die anderen ein sensationeller Film, der den Kult, der um ihn gebildet wurde, wirklich verdient.
03.07.2006 17:46 Lobo-mau ist offline Homepage von Lobo-mau Beiträge von Lobo-mau suchen Nehmen Sie Lobo-mau in Ihre Freundesliste auf
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Original von Mr. Vincent Vega
Abgesehen von einer gewissen latenten, "posthumen" Legitimierung, die dieser Aussage innewohnt - auch wenn du es wohl nicht so meinst - ist das ja trotzdem noch lange kein Grund, sich so etwas HEUTE anzuschauen. Für mich werden diese sinnlosen Verbrechen in CH, und das betone ich hier noch einmal, nicht verständlicher, in dem bloßen Wissen, dass zur damaligen Zeit ein limitiertes Unrechtsbewusstsein vorherrschte.


Warum werden sie dir dadurch nicht verständlicher? Sie werden mit Sicherheit keinen Deut besser oder moralischer.

Ich denke auch nicht, dass "Kugelchef" dies als Grund sieht, sich die Szenen anzuschauen, aber als Begründung dafür, warum diese Szenen überhaupt erst gedreht wurden.

Zitat:
Um mich noch einmal abschließend zu dem Film zu äußern: Ja, CH hat mehr Substanz als andere Exploitaionkollegen, er setzt sich wesentlich subversiver mit der Thematik auseinander. Leider jedoch zerstört Deodato seinen Ansatz KOMPLETT durch eben den Einsatz unnötiger, pervers zelebrierter Tiertötungen, die eben nicht „sowieso geschehen wären“ (Schildkröte). Das alles ist insbesondere deshalb so lächerlich, da Deodato sich wohl eingebildet hat, eine scharf formulierte Medienkritik zu positionieren. Dass er die zivilisierten Menschen als letztlich wesentlich barbarischer als alle Eingeborenen dieser Erde entlarvt, mag der gute Ansatz des Films sein, Deodato hebt diesen jedoch völlig auf, ist er selbst letztlich doch nichts anderes mit seiner eigenen Kamera. Und wenn die Verfechter des Films gerade dies sogar als „genial“, weil auf einer Metaebene funktionierend, titulieren wollen, möchte ich anmerken, dass Deodato als handwerklich äußerst bescheidener Regisseur wohl nicht über so viel eigene Reflexion verfügt, dass ihm dies bewusst war und er es als „Kunstgriff“ vollzog. CH hätte der beste Beitrag zum Subgenre werden können, so ist er nichts weiter als ein auf Zelluloid gebannter, übersteigerter Größenwahn, ein trauriges Armutszeugnis von einem Film. Meine Meinung.


Man mag sich darüber streiten, ob man dem Film viel abgewinnen kann oder nicht. Man mag auch die Hintergedanken der Initiierung in Frage stellen - und sogar völlig legitim.
Dem Film aber seine kritischen Aspekte und Deodato ein handwerkliches Können abzusprechen, finde ich alleine deshalb schon über das Ziel hinausgeschossen, da einerseits der Film ein Überschlagen der Kritiker nach sich zog und auch andere Werke durch seine handwerkliche Initiierung maßgebend beeinflusste. Das "Blair Witch Project"-Beispiel ist ja mittlerweile so ausgeleiert wie eine 10 Jahre alte Jeanshose. Andererseit zählt Deodato selber zu einer der prägnantesten Figuren der italienischen Filmindustrie. In fast jedem Genre, dem er sich widmete erschuf er Werke, die mit zu den besten ihrer Gattung zählen. Man mag dem Regisseur vieles nachsagen, bescheidenes, handwerkliches Können gehört aber sicherlich nicht dazu.
03.07.2006 18:00 Lobo-mau ist offline Homepage von Lobo-mau Beiträge von Lobo-mau suchen Nehmen Sie Lobo-mau in Ihre Freundesliste auf
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Original von Schergenbjørn
Komisch, zuerst sagst du, daß CH mehr Substanz hat als andere "Exploitationkollegen", dann heißt es, er hätte der beste Beitrag zum Subgenre sein können. Ja, was denn nun?


? Sowohl die Tatsache, dass er mehr Substanz hat, als auch das Potential, der beste Film dieser Gattung werden zu können, sind kein Widerspruch, sondern beides Feststellungen meinerseits im Kontext meiner Kritik, dass CH seinen kritischen Ansatz selbst zunichte macht, in dem er eben nicht nur in jene Fallen tappt (ob bewusst oder unbewusst), die zu entlarven er sucht, bzw. seine Glaubwürdigkeit aufgibt, in dem er formal letztlich ein schlimmeres Produkt als seinen Inhalt darstellt. Das "Ja, was denn nun?" impliziert einen Widerspruch, der keiner ist.

Zitat:
Original von Schergenbjørn
Schau dir mal die anderen Krampen an, denn im Vergleich zu denen ist CH der beste Film dieses Subgenres, "Tiersnuff" hin oder her.


Hätte er darauf verzichtet, würde ich deinen ersten Teilsatz eventuell bejahen. So muss ich aber leider widersprechen: Viele andere "Krampen" mögen objektiv schlechter sein, diejenigen jedoch, die auf Tiersnuff verzichteten, sind zumindest "nur" naive Exploiter. Dass das Subgenre als solches ein äußerst fragwürdiges ist, muss ich hier nicht noch einmal betonen.

@Lobo-mau:

Interessant, dass du dich ausschließlich auf die Aussage bezüglich des Handwerks, welches ich bei Deodato ankreide, konzentrierst. Wie ich oben begründet habe, funktioniert CH auf ganzer Linie nicht, zumindest nicht als filmische Einheit, ist er sowohl als Gesellschafts- und Mediensatire unbrauchbar (siehe oben), wie auch als reiner primitiver Kannibalenfilm (dafür ist sein Ansatz bzw. die Intention zu anspruchsvoll). Diese Inkonsequenz der Regie (=Element des Handwerks) beurteile ich für mich als schlecht.

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It's too bad she won't live. But then again, who does?

03.07.2006 19:16 Mr. Vincent Vega ist offline E-Mail an Mr. Vincent Vega senden Homepage von Mr. Vincent Vega Beiträge von Mr. Vincent Vega suchen Nehmen Sie Mr. Vincent Vega in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie Mr. Vincent Vega in Ihre Kontaktliste ein
Lobo-mau
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Zitat:
Original von Mr. Vincent Vega
@Lobo-mau:

Interessant, dass du dich ausschließlich auf die Aussage bezüglich des Handwerks, welches ich bei Deodato ankreide, konzentrierst. Wie ich oben begründet habe, funktioniert CH auf ganzer Linie nicht, zumindest nicht als filmische Einheit, ist er sowohl als Gesellschafts- und Mediensatire unbrauchbar (siehe oben), wie auch als reiner primitiver Kannibalenfilm (dafür ist sein Ansatz bzw. die Intention zu anspruchsvoll). Diese Inkonsequenz der Regie (=Element des Handwerks) beurteile ich für mich als schlecht.


Ich bin auf die von dir abgesprochene Kritik deshalb nicht mehr eingegangen, weil ich ihn eben aus exakt denselben Gründen "schätze". Und genau diese Gründe sind es ja, die den Thread mittlerweile auf 5 Seiten haben ausufern lassen.

Und es ist ja auch ok, wenn der Film auf dich nicht wirkt. Das ist völlig legitim und war ja auch Stein des Anstosses bei der Hostel-Diskussion.

Nur handwerkliches Geschick äußert sich nicht nur allein durch die Wirkung der vom Regisseur gewollten Kritik. (Wobei sie sicherlich dazugehört, keine Frage)
Du sagst aber doch selber, dass allein die Tiertötungen seine Intention komplett zerstören. Das kann ich zwar nicht nachvollziehen, aber von deiner Position aus gesehen, durchaus verstehen.
Als Gesellschaftskritik (den Begriff Satire will ich gar nicht benutzen, denn das ist er ganz bestimmt nicht), funktioniert er doch gerade deshalb so gut, weil Deodato sich so hervorragend selber vorführt, was zwar sicherlich mehr als ungewollt ist, seiner Intention aber mehr als nur zugute kommt.

Aber lassen wir einmal die Tiertötungen, deren Bedeutung und Wirkung aussen vor, so bekommt der Zuschauer doch noch immer ein vor Blut und Grausamkeit triefendes Machwerk der Medienkritik. Es bleibt ein zwar wesentlich wirkungsärmeres, aber dennoch in sich funktionierendes Filmchen über, das ebenso funktioniert, wenn auch nicht auf die gleiche intensive Art und Weise.

Daher kann ich deine Kritik einfach nicht nachvollziehen. Ich kann verstehen, dass du den Film aufgrund persönlicher Abneigung abtust. Dass du ihn als Schund bezeichnest, ist für mich auch verständlich. Dass du dem Regisseur sein Können absprichst hingegen nicht.

Ich verstehe zwar grundsätzlich, was du meinst. Einem Film sollte man nicht auch erst selber Szenen herausinterpretieren müssen, um ihn funktionsfähig zu machen, jedoch bezog ich mich hierbei lediglich beispielhaft auf deinen Vorwurf der Inkompetenz.

Im Schluss bleibt nur zu sagen, dass die meisten Verächter des Films ihn wohl eher nur aus persönlicher Antipathie -und das glaube ich, ist auch bei dir der Fall-, als aus anderen Gründen abtun.
03.07.2006 19:54 Lobo-mau ist offline Homepage von Lobo-mau Beiträge von Lobo-mau suchen Nehmen Sie Lobo-mau in Ihre Freundesliste auf
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Man kann die Uhr nicht zurückdrehen und die 70-er Exploitationfilme, besonders des Kannibalengenres, sind wie sie nun mal sind und so muss man es auch aus dem Zeitkontext heraus verstehen.
Diese Filme HEUTE ihrer (zugegeben, fragwürdigen) Tiersnuffszenen zu erleichtern würde zwar besser zu unseren modernen Seh- und Moralvorstellungen passen, aber es macht die Tiere auch nicht mehr lebendig etc, also würden wir uns nur selbst "belügen", schonen...aber wem ist damit geholfen?

Wenn man nach England rüberblickt, wo die BBFC nichts Besseres zu tun hat als Uraltwestern um einige Pferdestürze zu erleichtern, die vor eiener halben Ewigkeit nicht ganz tierschutzgerecht "herbeigeführt" wurden, entspricht das zwar dort einer recht alten Gesetzesregelung (die "Animal Cruelty" generell in Medien verfolgt), mehr als Augenwischerei ist es letztendlich auch nicht.

Aus meiner Sicht stellt sich das so dar: In den "alten" Filmen kann ich damit "leben" (Stichwort: Zeitkontext); sollte allerdings sowas in einem NEUEN Film praktiziert werden ginge es auch mir gegen den Strich!
Die "Kannibalenfilme" sind eine harte Nuss für das moralische "Ich" eines manchen Horrorfans, aber ich sehe keinen tieferen Sinn zu leugnen, dass mir diese Italo-Schinken gefallen - und wenn das so ist, dann kann ich auch nicht so tun, als ob es darin keinen Tiersnuff gegeben hätte.

Es lohnt sich nicht die "Filmgeschichte" auf unser heutuges Mass zurechtzupixeln, man muss aber auch nicht die alten Fehler und Entgleisungen weiter kultivieren - IMO.

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06.02.2007 11:06 Peter Neal ist offline E-Mail an Peter Neal senden Beiträge von Peter Neal suchen Nehmen Sie Peter Neal in Ihre Freundesliste auf
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schaut euch eine dokumentation über bruno dem gefürchteten bären aus den alpen an, wie er erschossen wurde...
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17.02.2007 21:26 Parsoleathi ist offline E-Mail an Parsoleathi senden Homepage von Parsoleathi Beiträge von Parsoleathi suchen Nehmen Sie Parsoleathi in Ihre Freundesliste auf
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Ich finde den Thread Titel ja ziemlich unsäglich, denn soweit ich die bisherigen Posts gedeutet habe stellt sich hier ja weniger die Frage, ob jemand nun Tiersnuff MAG oder nicht - es geht ja eher darum inwieweit die verwendeten inszenierten Tiertötungen in den 70-er Jahre Kannibalenfilmen den Konsum eben dieser umstrittenen Genrebeiträge auch heute noch moralisch fragwürdig erscheinen lassen oder nicht. Ich denke, KEINER hier tritt für Tiersnuffszenen in NEUEN Filmen ein! Augen rollen

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19.02.2007 13:50 Peter Neal ist offline E-Mail an Peter Neal senden Beiträge von Peter Neal suchen Nehmen Sie Peter Neal in Ihre Freundesliste auf
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