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Thema: Torture porn = Fehler
Schergenbjørn

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12.08.2008 07:20 Forum: Film allgemein


Faszinierend, mit welch latent-aggressiver Skepsis so etwas interpretiert wird.

zu 1.) Ich beklage mich nicht immer über das fehlende Niveau. Das Niveau dieses Themas ist sehr gut, nur das Thema ist beknackt, aber das ist ja nicht die Schuld der Anwesenden. Ich habe auch kein Problem mehr mit Foren-Diskussionen, weil sie nicht ausschlaggebend sind für das Problem, das ich in der Filmkultur wahrnehme, sondern lediglich daraus resultieren. Aber das gehört nicht in diesen Thread.

zu 2.) Meine Bemerkung war weder auf die Quantität noch auf die Qualität der Beiträge bezogen. Ich wollte lediglich eine Sichtweise mit ins Spiel bringen, aus der die thematisierte Wortschöpfung nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Nichtsdestotrotz empfinde ich sowohl den Begriff als auch das Brimborium darum für ziemlich unwichtig, als daß ich mich noch eingehender damit schriftlich auseinandersetzen möchte. (Aber das hatten wir ja schon im Thread über HOSTEL.) Sorry, daß ich damit Euren Diskussionsfluß gestört habe.

zu 3.) Es ging mir lediglich darum anzumerken, daß ich dieses Thema lieber in einem Gespräch face to face diskutieren würde, statt in einem großen Zeitaufwand Texte zu verfassen. Im Vergleich halte ich zweites in der Tat für Zeitvergeudung, was aber weder an den Diskussionspartnern noch an deren Statements liegt (siehe Punkt 2).
Thema: Torture porn = Fehler
Schergenbjørn

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11.08.2008 02:23 Forum: Film allgemein


@Jorge
Falls mich die Lust packen sollte, werde ich das beizeiten eventuell nachholen. Aber mich persönlich ermüden diese ausufernden Diskussionen, zumal sie Zeitvergeudung sind. Vielleicht kann man das bei einem künftigen Treffen face to face nachholen.

@Freakland
Das hat auch nichts mit den fiktiven Inhalten des Horrors zu tun, sondern mit der realen Wahrnehmung von außen.
Thema: Torture porn = Fehler
Schergenbjørn

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11.08.2008 00:26 Forum: Film allgemein


Die ursprüngliche Intention hinter dem Begriff mag sicherlich abwertend gemeint sein. Aber gemäß der Interpretation, spiegelt es ja nur den Hauptanteil dessen, was in den unter diesen Begriff gestellten Filmen zur Schau gestellt wird und in welcher Wirkungsweise dies geschieht. Womöglich ist "Porn" als Wortteil ausschlaggebend für die Mißgunst gegenüber dem Begriff, weil Porno oder Pornographie ohnehin im allgemeinen Verständnis mit einem abgewerteten Sexualverhalten assoziiert wird, und das auch nicht ohne Grund.

In den für den Begriff relevanten Filmen werden mit Selbstzweck durchgeführte Foltermethoden und Torturen dargestellt, die konsequent ausgeleuchtet werden; sie bilden nun mal die Quintessenz. Ähnlich verhält es sich mit den Begriffen "Gore" und "Splatter", mit denen Filme auf den Blutgehalt und extreme Gewaltdarstellungen reduziert werden. Das mag bei einigen Filmen maßlos übertrieben sein, aber bei den meisten trifft das sicherlich zu.
Und wie hier weiter vorn schon richtig erkannt wurde, sind Pornofilme und Splatterfilme nicht so sehr verschieden, da sie formal ähnlich ausgerichtet sind.

Von daher ist es beinahe schon eine logische Konsequenz, daß eine derartige Sensationslüsternheit, Gewaltdarstellungen als reine unreflektierte Unterhaltung zu verkaufen, mit derartigen Begriffen gebrandmarkt wird. Hinsichtlich der Kunstfreiheit bringt das natürlich einen faden Beigeschmack mit sich, keine Frage, aber die Macher und Fans müssen sich über so etwas nicht wundern oder ärgern.
Thema: Torture porn = Fehler
Schergenbjørn

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10.08.2008 23:30 Forum: Film allgemein


Manche scheinen aber wirklich das zu glauben. Mag wohl daran liegen, daß der Begriff ein vermeintlich abwertender ist, und sich die Genrefans mehr oder weniger dagegen auflehnen wollen. Letztlich geht's auch weniger um Termini, als vielmehr um inhaltlich Entscheidendes.

Was CANNIBAL HOLOCAUST betrifft, so fällt der Film in meinem Verständnis nicht unter den Begriff "Torture Porn", und ich werde diesen für eine Kritik auch nicht verwenden.
Thema: Torture porn = Fehler
Schergenbjørn

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10.08.2008 23:01 Forum: Film allgemein


Daß der Terminus so weit hergeholt nicht ist und daß es durchaus Filme gibt, auf die er passen kann, ob's gefällt oder nicht.
Thema: Torture porn = Fehler
Schergenbjørn

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10.08.2008 22:26 Forum: Film allgemein


Sehr erheiternd, wie du in diesem Zusammenhang selber mit einer Definition um dich schlägst, obwohl das "wound-fucking" nur einen kleinen Teil dieses Films ausmacht. Der Virus des Schubladendenkens vermehrt sich offenbar sehr schnell. großes Grinsen

Davon mal abgesehen, sehe ich meine Funktion in der Medienlandschaft gar nicht darin, danach zu trachten, sie von der Interpretation und Gültigkeit eines Terminus zu überzeugen. Zumal mein derzeitiges Beschäftigungsfeld galaxienweit vom Mainstream-Splatter entfernt ist. Das überlasse ich dann lieber jenen, die in diesem Stoff aufzugehen scheinen. Augenzwinkern
Thema: Torture porn = Fehler
Schergenbjørn

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10.08.2008 22:03 Forum: Film allgemein


Wenn ich über einen Film schreibe, sollte schon daraus verhorgehen, ob es was "hosteliges" ist oder nicht. Augenzwinkern Derart schwammige Begriffsverwendung ist höchstens was für oberflächliche DVD-Reviews. Zunge raus
Thema: Torture porn = Fehler
Schergenbjørn

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10.08.2008 21:40 Forum: Film allgemein


Zitat:
Original von Lobo-mau
Ich habe ja nie gesagt, dass ich nicht verstünde, was du meinst. Aber warum sollte man denn einen so vorbelasteten und kontroversen Begriff überhaupt benutzen wollen, wenn schon die Intention unter der er geschaffen wurde, völlig am Ziel vorbei geht?

Für den Sensationsjournalisten von nebenan sicherlich DAS Wort des Jahres 2006, aber wenn du auch nur halbwegs recherchiert und verständlich schreiben willst, bietet sich doch eine Meidung des Begriffes eher an, als das Benutzen... zumindest solange die Öffentlichkeit den Begriff mit Filmen wie Hostel in Verbindung bringt - und das tut sie.

Ich finde nicht, daß der Terminus völlig am Ziel vorbeischießt. Daß er etwas überspitzt gewählt, ist eine andere Sache. Diskussionswürdig ist er zweifellos, jedoch sollte man sich nicht an gegeben Beispielen aufhalten, sondern untersuchen, ob er auch anderweitig interpretierbar ist und an weiteren Beispielen belegt werden kann. Und das ist anhand von Filmen wie NIKU DARUMA der Fall.
Thema: Torture porn = Fehler
Schergenbjørn

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10.08.2008 21:12 Forum: Film allgemein


"In the 2000s, there has been a resurgence of films influenced by the splatter genre that depict nudity, torture, mutilation and sadism, sometimes disparagingly labeled "torture porn" by critics; also referred to as "gorno" (a portmanteau of "gore" and "porno")."

Meines Erachtens ein extrem schwammiger Definitionsversuch, genau wie die subjektiven Unterschiede von "Splatter" und "Gore", und "Horror" und "Grusel". Nur weil die öffentliche Kritik ihr Unbehagen in dieser Weise einen Namen gegeben hat, muß das noch lange kein gültiges Aushangschild sein.

Bedenkt man, daß THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE auch als Splatterfilm eingestuft wird, und dann den Kids reihenweise enttäuschend vor den Kopf stößt, wird das von mir oben angesprochene Mißverständnis offenbar.
Thema: Torture porn = Fehler
Schergenbjørn

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10.08.2008 20:53 Forum: Film allgemein


Was man unter einem Begriff wie "Torture Porn" zu verstehen hat, muß natürlich ergründet werden. Die Menschen werfen immer leicht mit Worten um sich, ohne daß sie sie ganz erfassen können. Deswegen herrscht ja auch so eine große Unsicherheit im Umgang damit und das Mißverständnis ist vorprogrammiert.

Weiterhin wurde dieser Terminus bislang noch keiner völlig anderen Bedeutung zugeführt. Soweit sind wir noch gar nicht. Hier geht’s erstmal um die reine Definition, und welche Filme darunter fallen können.

Was dein Beispiel deutscher Heimatfilme betrifft, so kann man sicher in einem weiten Sinne diese Gattung auch als Exploitation bezeichnen, denn Exploitation ist ja nicht genrebedingt, sondern auf der quantitativen Ausschlachtung formaler wie auch inhaltlicher Motive begründet.
Thema: Torture porn = Fehler
Schergenbjørn

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10.08.2008 20:36 Forum: Film allgemein


Ob "Gorno" oder "Torture Porn", es läuft auf das gleiche hinaus. Im Schachteldenken muß jeder Mist sein eigenes Schublädchen haben. Ansonsten würde man ja Gefahr laufen durcheinander zu geraten. Augenzwinkern

Nichtsdestotrotz gibt es tatsächlich Filme, die diesen Begriff durchaus unterstreichen. Natürlich entstand dieser Terminus in Zusammenhang mit der momentanen harten Mainstream-Welle und dem Wortschöpfer dürfte sicherlich nur dieses Spektrum bekannt sein. Aber das bedingt ja noch lange nicht, uns selber auf dieses Niveau zu begeben bzw. dort zu verweilen, oder Lobo? Augenzwinkern
Thema: Torture porn = Fehler
Schergenbjørn

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10.08.2008 20:09 Forum: Film allgemein


Harryzilla hat es schon angedeutet. In Japan lauern so einige Überraschungen, von denen die meisten hier überhaupt keine Ahnung haben. Ich verweise deshalb auf den 1998 entstandenen NIKU DARUMA a.k.a. TUMBLING DOLL OF FLESH von Tamakichi Anaru. Hier werden keine Gefangenen gemacht. Lupenreicher Sicko über zwei Pornofilmemacher, die ihr ahnungsloses Starlet vor laufender Kamera zunächst in immer härtere Sexspiele verwickeln und schließlich langsam zerstückeln. Wo das Versuchskaninchen in FLOWERS OF FLESH AND BLOOD "nur" zerstückelt wurde, vergeht sich der Akteur obendrein noch an offenen Wunden.
Und da diskutieren die Leute über HOSTEL und SAW. Baby großes Grinsen

P.S.: Nein, es gibt bislang keine DVD von dem Film. Augenzwinkern
Thema: [Blu-ray Software] Geisterstadt
Schergenbjørn

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21.07.2008 19:53 Forum: High Definition Medien (Blu-ray)


Laut XT-Video handelt es sich, genau wie bei den anderen Dingern (DAWN OF THE DEAD, DAY OF THE DEAD und SADO), um Bootlegs.
Thema: [Musik] Black Metal Szene Film !
Schergenbjørn

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13.06.2008 20:08 Forum: Musik (Vinyl, CD, DVD etc.)


Von Vikernes wirst du auch nicht viel Neues erfahren, der erlebt ja hinter norwegischen Gardinen nicht viel. großes Grinsen Mal davon abgesehen, daß er sich nach seiner Haftentlassung total aus der "Öffentlichkeit" zurückziehen will.

Ansonsten wird halt wieder über die "gute alte Zeit" etwas geträllert und fertig ist die Sache. Entweder wird das ganze Theater wieder entmystifiziert oder es werden wieder neue Legenden geschürt, wobei ich letzteres bezweifle. BM ist tot und lebt nur noch nach durch seinen eigenen Mythos.
Thema: Sukiyaki Western: Django (Neuer Miike)
Schergenbjørn

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06.06.2008 22:20 Forum: Film allgemein


Es sieht so aus. Schade.
Thema: Sukiyaki Western: Django (Neuer Miike)
Schergenbjørn

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06.06.2008 08:56 Forum: Film allgemein


Meinung und Kritik sind keineswegs gleich, wie ich in meinen vorangegangen Beiträgen zu erklären versucht habe. Natürlich gibt es jene, die mit ihrem Wissen prahlen, aber Marktschreierei ist hier fehl am Platz, genauso die eifrige Unterstellung, Kritiker begingen den Versuch der Selbsttäuschung hinsichtlich einer subjektiven Einstellung in irgendeine Elite sich zu dünken. Mit solchen Äußerungen sollte man gar vorsichtig sein, denn sie erwecken den Eindruck als wolle man damit einen Minderwertigkeitskomplex verschleiern, den eigenen unzureichenden Intellekt den anderen zuschieben. In diesem Zusammenhang wird mit Vorlieb das Wortkonstrukt "Pseudointellektualität" verwendet – ein Glatteis mit Rutschgarantie.
Thema: Sukiyaki Western: Django (Neuer Miike)
Schergenbjørn

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05.06.2008 18:07 Forum: Film allgemein


Doch, genau das ist die Bedeutung des Begriffes Kritik. Das unterscheidet die Kritik von der Meinung.
Thema: Sukiyaki Western: Django (Neuer Miike)
Schergenbjørn

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05.06.2008 16:53 Forum: Film allgemein


@Kugelchef

Zu 1.) Tatsächlich war der Kinematograph in seinen Kindertagen eine technische Spielerei für Jahrmarktbesucher. Und dieser Umstand hält bis heute noch an und wird auch Zeit seines Lebens auch so bleiben: Im Kino sitzen, essen und von dem, was auf der Leinwand flimmert, sich berauschen lassen.
Diesem Urzustand ist der Film aber relativ schnell entwachsen. Spätestens seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts haben Filmschaffende diese Technik als ein Medium für Kunst begriffen und eingesetzt. Und das tun auch heute noch zahlreiche Regisseure, die leider von der breiten Masse gar nicht wahrgenommen werden.

Zu 2.) Selbstverständlich ist Kritik objektiv. Wenn Kritiker die eigenen Bedürfnisse, Emotionen etc. weitgehend ausblenden und ihre Meinung an den von mir bereits genannten Maßstäben messen. Kultur, Kunst, Politik, Geschichte und Technik wären in diesem Fall objektive (d.h. von außen vorgegebene und aufgenommene) Untersuchungskriterien, weil sie nach speziellen Gesetzmäßigkeiten und Definitionen ausgerichtet sind und nicht nach Lust und Laune des Individuums. Ein Kritiker sollte in der Lage sein dies zumindest in einem weitgesteckten Rahmen zu erfassen und auch über die eigene Erfahrung hinauszugehen bzw. gewillt sein, den eigenen Horizont zu erweitern, um das Gesehene ganz zu begreifen. Selbst wenn diese Herangehensweise nicht möglich sei, verbleibt er in den objektiven Kriterien, die ihm seine Sozialisation und Kultur zur Verfügung stellt.
Und natürlich ist Kritik eine Meinung, aber nicht eine pure Äußerung einer bestehenden Wahrnehmung, einer Empfindung, sondern das Hinterfragen, Analysieren und Beurteilen eines Objektes (Film).

Zu P.S.) Bei Gelegenheit werde ich diesem Vorschlag vielleicht einmal nachkommen. Von AUDITION habe ich schon so manches Positive aufgeschnappt.
Thema: Sukiyaki Western: Django (Neuer Miike)
Schergenbjørn

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05.06.2008 07:36 Forum: Film allgemein


Zitat:
Original von Lode
Aber sind es dann - um zum Thema zurückzukehren - nicht gerade Regisseure wie Tarantino und Miike, die die Kunst wiederbeleben und, natürlich gespickt mit Unterhaltungselementen, die Gernes auffrischen und etwas machen. Ist es nicht das gewisse Herzblut, was da dahintersteckt, ein Anhaltspunkt für Authentizität?

Miike kann ich nicht bewerten bzw. einschätzen, weil ich außer ICHI THE KILLER und SUKIYAKI WESTERN DJANGO nichts von ihm gesehen habe. Soweit ich weiß, ist er ein sogenannter Vielfilmer, worin hier womöglich die Gefahr besteht, dem schnöden Mammon oder der Oberflächlichkeit anheim zu fallen. Ob das bei Miike so ist, müssen andere beurteilen, die sein gesamtes Schaffen kennen.

Was Tarantino betrifft, so hat er ohne Zweifel einiges geleistet und das gängige Hollywood-Erzählkino auf den Kopf gestellt. RESERVOIR DOGS und PULP FICTION sind Meisterwerke nicht nur des Independent-Kinos. Allerdings habe ich den Eindruck, daß er zur Zeit mehr und mehr auf der oberflächlichen Retro-Schiene fährt, wobei er noch und nöcher Zitate und Insiderwissen seiner geliebten Schmuddel- und Billigfilme zum Besten gibt ohne diese geschickt zu verpacken.

Meiner Meinung ist KILL BILL diesbezüglich ein Reinfall, weil er nicht mehr subtil zitiert, wie es sonst der Fall war, sondern großzügig klotzt mit Auffälligkeiten. Daraus entstand ein kruder Mix, der laut und schrill und mit viel Brimborium einen Höhepunkt nach dem anderen aus dem Ärmel schüttelt. Teil 2 ist wiederum damit zurückhaltender, weshalb der Eindruck entstehen mag, Tarantino hätte sein Feingefühl verloren und bei so einem Mammutwerk seine Raffinesse falsch dosiert.

DEATH PROOF ist ebenfalls kein Burner, abgesehen von den Actionszenen, die sind fraglos ohne Gleichen, weil es, zumindest in der ungekürzten Fassung, zu argen Längen ohne zündende Dialoge kommt, die bislang auch immer ein Markenzeichen von Tarantino waren. Es scheint, als wolle der Mann mit allen Mitteln das Old-School-Gedönse zu neuen Ehren oder verspätetem Ruhm führen. Mittlerweile ist der Tarantino eine Bank, der sich noch (!) alles erlauben kann, dank einer riesigen und relativ unkritischen Fangemeinde.

Weiterhin entsteht mit diesem Eifer eine dialektische Entwicklung, daß nun auch der größte Mist als Kult geahndet wird, gemäß dem Vorsatz: Was Tarantino beeinflußte ist immer gut. Und darüber hinaus wird das "Grindhouse Movie" – dank ihm nun auch ein modischer Standardbegriff – salonfähig und große Studios versuchen in die selbe Kerbe zu schlagen. Der Exploitationfilm als Kunstform, der Grenzen ausgelotet und neu gesetzt hat, ist keine mehr und lockt mittlerweile keinen mehr hinter dem Ofen vor. Letztlich überantwortet auch das Genrekino sich der Industrie und verliert deshalb immer mehr den Kunstanspruch.
Thema: Sukiyaki Western: Django (Neuer Miike)
Schergenbjørn

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05.06.2008 06:55 Forum: Film allgemein


Zitat:
Original von Lobo-mau
Sicherlich hast du Recht, dass es einer Diskussion keinesfalls abträglich ist, seine Antipathie auch begründend darzulegen.

Es ist nicht nur "keinesfalls abträglich", sondern, um dem Begriff der Diskussion gerecht zu werden, eine Voraussetzung!

Zitat:
Auch wenns ein anderer Thread ist, nehmen wir als Beispiel einfach mal Indiana Jones 4. Ich fand den langweilig und belanglos. Genau dieser Film ist ein besonders gutes Beispiel, da er die Fans in 2 Lager teilt.
Viele derer, die den Film gut fanden, würden meine Argumentation trotz einer Aufbereitung einfach nicht nachvollziehen können, weil sie einen völlig unterschiedlichen Geschmack haben.

Geschmack zu diskutieren ist sowieso ein sehr kritisches Themenfeld. Man kann nicht diskutieren. Ich kann dich nicht überzeugen, dass du irgendetwas gut finden sollst, wenn du es schlichtweg scheisse findest. Genauso natürlich umgekehrt.

Ich glaube, daß jeder, der auch nur entfernt etwas von der Materie versteht und nicht auf das reine, bewußtlose Vergnügen aus ist, deine Argumentation nachvollziehen kann. Ob deine Meinung gestützt, geteilt wird, steht auf einem anderen Blatt. Diskussionen entstehen ja erst in einer Kommunikation konträrer Meinungen und haben nicht wirklich etwas zu tun mit Meinungsbildung im Sinne eine Meinung aufdrängen zu wollen.
Jeder ernstzunehmende Diskussionsteilnehmer wird in seiner vertretenen Ansicht Abstriche oder Zugeständnisse machen (können/dürfen/müssen), insbesondere wenn es um einen Film geht, was nicht zwangsläufig dazu führen wird, diese Ansicht zu revidieren.

Zitat:
Im Rahmen eines Gespräches halte ich es durchaus für sinnvoll mal den einen oder anderen Punkt anzubringen, der einem missfiel. Einfach aus dem Grunde heraus, um festzustellen, ob auch noch andere dieselbe Meinung vertreten. Wenn ich mit jemandem über einen Film diskutieren möchte, dann diskutiere ich nicht über Gefallen oder Missfallen, sondern über ganz andere Dinge, wie den Einsatz bestimmter Stilmittel oder besonders tolle Einstellungen, auch gerne über Zitate aus anderen Filmen. Aber das muss ich nicht leisten, wenn ich mich schlichtweg zum Gefallen/Missfallen äußern möchte. (Kann ich natürlich dennoch tun, wenn ich andere vor einem Film warnen möchte -> siehe "Slaughter")

Ich kann auch gute Momente eines Films hervorheben, obwohl ich den Film an sich grottig finde. Wo wir wieder beim Sukiyaki Django wären. Aber dazu muss ich ja erstmal Lust haben, mich mit dem Film überhaupt soweit auseinanderzusetzen. großes Grinsen

Wie gesagt, dazu ist niemand verpflichtet, weil es sich um eine Privatsache handelt. Doch setzt man sich einem solchen Austausch aus, sollte man auch die nötige Diskussionsbereitschaft parat haben.
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