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Geschrieben von Castlefreak am 09.11.2007 um 22:15:

  Brauner Bär

Hallo liebes Club Komitee des buio-omega,
möchte euch nach langer Zeit nächsten Samstag noch mal besuchen, inklusiver weiblicher Begleitung.
Allerdings stellen sich mir zwei Fragen:
1) Welches Double Feature verbirgt sich hinter "Brauner Bär" und
2) ist das Programm auch geeignet für junge Damen?
Über ein kurzes Statement ob sich die Fahrt vom Rheinland in den Kohlenpott lohnt wäre ich sehr dankbar!
Lieben Gruss aus Wermelskirchen sendet euch Guido



Geschrieben von heinz klett am 10.11.2007 um 00:01:

  RE: Brauner Bär

Hallo Guido,

hmm. Was soll ich auf Frage 1 antworten? Ist mir leider verboten.

Allerdings kann ich Frage 2 freundlichst bejaen. Besonders im 2. Film gibt es auch für Damen viel zu geniessen. Und im ersten können sie vielleicht noch einiges in Sachen Mode erlernen.

Hoffe Ihnen geholfen zu haben,

Klett



Geschrieben von heinz klett am 12.11.2007 um 20:15:

 

Liebe Freunde des GEHEIMNISVOLLEn FILMCLUBs BUIO OMEGA,



ach wie schön waren doch die Zeiten, als man Kino noch ohne den bestialischen Mief von Käse- oder Salsa-Nachos und Popcorn-Kreationen aus der Vorhölle genießen durfte. Zwar gab es damals an der Kasse auch diverses Naschwerk, das einem das Leinwand-Vergnügen versüßen sollte, aber das Sortiment hielt sich in sehr überschaubaren Grenzen und verzichtete erfreulicherweise auf belästigende Stink-Bomben. Zu den absoluten Highlights zählte das wenig geruchsintensive Eis, darunter der legendäre Klassiker BRAUNER BÄR, ein Karamell-Milchspeiseeis mit köstlich-knackigem Karamellkern und zart schmelzendem Schokoladenüberzug an der Spitze aus dem 1888 gegründeten Traditionshaus Langnese, seit 1935 deutscher Hersteller von Eis am Stiel (übrigens ursprünglich eine dänische Errungenschaft). Bereits die Verpackung der zwischen 1974 und 1986 produzierten Kult-Leckerei, auf der ein reitender Indianer mit Federhaube seinen Flitzebogen spannte, suggerierte einen wild-romantischen Hochgenuss – ein Versprechen, das wahrlich nicht enttäuscht wurde, jedenfalls so lange, bis Langnese nach einer Pause die Original-Rezeptur veränderte und 1995/1996 und 2001 eine erschreckend niveauarme Neuauflage unters Volk brachte. Das Verschwinden des schönen Verpackungs-Indianers zugunsten eines „moderneren“ Designs hätte man ja vielleicht noch wehmütig hinnehmen können, nicht jedoch die unverzeihliche Modifikation des Karamellkerns, den begeisterte Kühl-Lutscher nun wesentlich kleiner, weicher und geschmacklich albern frisiert vorfanden. Ein schockierender Skandal!



Wie gut ist es daher einmal mehr, dass es den GEHEIMNISVOLLEn FILMCLUB BUIO OMEGA gibt, denn nur bei uns feiert das spektakuläre Ur-Erlebnis BRAUNER BÄR ein grandioses Comeback – im übertragenen Sinne. Unser BRAUNER BÄR bietet nämlich ein äußerst delikates Retro-Zelluloid-Doppelprogramm, welches wider weichgespülter Einheitskost die gesamte Genuss-Palette der cremig-kühlen Original-Schleckerei unverfälscht simuliert: die zuckersüße Schale und den knallharten Karamellkern. Wie sich das genau gestaltet, müsst ihr am Samstag, den 17.11.2007 schon selbst herausfinden, wenn euch – nach Entrichtung von läppischen 5,00 EUR Club-Beitrag – pünktlich um 11:00 Uhr vormittags im SCHAUBURG FILMPALAST zu Gelsenkirchen-Buer (Horster Straße 6, 45897 Gelsenkirchen-Buer, www.schauburg-gelsenkirchen.de) der Filmgelehrte und Dauerlutscher Christan Keßler M. A. (www.christiankessler.de) durch vier Stunden Sinnesfreuden der etwas anderen Art führt. Wohl bekommt’s!



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BRAUNER BÄR, die Erste:



Wer kennt es nicht, das Fotoalbum der Jugend. In späteren Jahren aufgeblättert, steigen Erinnerungen hervor an Wasserballspiele und allerlei körperliche Ertüchtigungen. Auch Pamela hat ein Fotoalbum, allerdings mit einem feinen Unterschied: Die Jugend verbrachte sie im Nudistencamp. Dort gab es Wasserballspiele und allerlei körperliche Ertüchtigungen – nackt! Gern denkt die rüstige Rentnerin an die schönste Zeit ihres verbrauchten Lebens zurück. Begleitet Pamela auf einem nostalgischen Trip voller melancholischer Schärfe!



Das erste Highlight ist weit mehr als nur ein nackter Film, kredenzen wir euch doch ein absolut einzigartiges Erlebnis, in dem wir einen Bahnhofskinobesuch während der ausgehenden 60-Jahre rekreieren, komplett mit Vorfilmen, Trailern und einem Hauptfilm der Güteklasse „Extrawürzig“. Wer wollte nicht schon immer wissen, wie unsere Väter bei der geheimen Stippvisite eines der sagenhaften Bahnhofslichtspieltheater der Kinovorzeit empfunden haben. In der anonymen Sicherheit des Zuschauerraums angelangt, ließen sich Abenteuer erleben, die man zu Hause oft vergeblich suchte. Und dann der unangenehme Moment der Rückkehr ins gleißende Licht der Außenwelt, stets Gefahr laufend, von der Freundin der Ehefrau oder neunmalklugen Nachbarskindern entdeckt zu werden. Seid also dabei, wenn dieses Gefühl zurückkehrt – für Junge eine völlig neue Erfahrung, für Alte ein herrlicher Nostalgie-Trip. Freut euch auf eine prickelnde Wundertüte mit Pfiff und eine weitere Veranstaltung der Kategorie „Bald-unwiederbringlich-verloren". Sämtliche zur Aufführung gelangende 35mm-Kopien entstammen übrigens der Sammlung des bekannten deutschen Erotik-Experten Herr Weber. Wir bedanken uns dafür nochmals sehr!



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BRAUNER BÄR, die Zweite:



Prickelnde Abenteuer verspricht gleichsam Highlight Numero Zwei, vor allem für ungehorsame Leibeigene, die hier im heißen Wasser köcheln. Aber auf der nicht ganz unumstrittenen „Zuchtfarm“ inklusive Baumwollmanufaktur wird auch Gutes getan: Menschenwickel gegen Rheuma und Vollbeschäftigung ohne Kompromisse. Hartz IV ist an diesem Ort definitiv kein Thema. Alles könnte – von kleineren Entgleisungen mal abgesehen – so himmlisch sein, wenn nicht unvernünftige Querulanten versuchen würden, das Paradies aus den Angeln zu heben. Vergeblich?



Nicht nur unter den Arbeitsministern der gesamten Welt gilt Richard Fleischers (FANTASTIC VOYAGE aka DIE PHANTASTISCHE REISE; SOYLENT GREEN aka JAHR 2022 … DIE ÜBERLEBEN WOLLEN) ruppiges Rabatz-Ragout als echter Kultfilm – zu Recht, denn die ganz erstaunliche Dino-De-Laurentiis-Großproduktion überzeugt durch handfeste Problem-Lösungen für sämtliche Lebensbereiche. Wir zeigen das bizarre Lehrstück in der deutschen Technicolor-Kinofassung – alle verfügbaren DVD-Versionen sind mehrere Minuten kürzer. Sehnt einem hemmungslosen Big-Budget-Schmierwerk entgegen, das aus einer Zeit stammt, in der sich noch berühmte Leinwand-Mimen wie James Mason und Susan George für derbe Exploitation-Epen prostituierten! Super!!!



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Außen nackt und zart, innen lang und hart – so lecker kann der BRAUNE BÄR sein. Als Verpackung entzückt bei uns zudem ein radikales Rahmenprogramm, das selbst dem tapferen Indianer-Häuptling die Röte aus dem Gesicht treiben würde. Und wer zu Hause ein weiteres rassiges Retro-Erlebnis feiern möchte, greift während der kurzen Pause zwischen den beiden Zelluloid-Schmankerln flugs zur streng limitierten, üppig ausgestatteten BUIO-OMEGA/HÄNDE-WEG!-DVD-Holzbox-Sammler-Edition von Robert Hosseins brillanten Euro-Western FRIEDHOF OHNE KREUZE (mehr Infos auf unserer Website). Das alles und noch viel mehr gibt es nur im GEHEIMNISVOLLEn FILMCLUB BUIO OMEGA, dem einzigen Ort, wo permanent die Exploitation-Geschmacksnerven wohlig gekitzelt werden!



Geschrieben von heinz klett am 12.11.2007 um 20:16:

 

So, ne?

Klett



Geschrieben von Harald Blixen am 12.11.2007 um 22:42:

 

Prima! Bei so schönen Beschreibungen hat man schon etwas mehr Ahnung, was einen da erwartet und ob man da seine bessere Hälfte mitnehmen kann, gell!

Ich hoffe, der Herr Klett schnallt sich dieses Mal den Eiskasten um den Bauch und verteilt ein paar braune Bären! Baby



Geschrieben von Castlefreak am 13.11.2007 um 17:57:

 

Ja, jetzt kann auch ich mir mehr drunter vorstellen, meine Regierung ist auch schon gespannt.



Geschrieben von heinz klett am 14.11.2007 um 00:09:

 

Mal sehen, ob ich noch ein paar BRAUNE BÄREN in der Kühltruhe finde. Vielleicht ganz unten... unter dem Fleisch mit den grünen Flecken in der Gefrierbrandtüte mit der blauen Aufschrift "14.02.1978".
Daumen drücken!! Wenn da noch was ist, komm' ich mit dem Bauchladen!

Klett



Geschrieben von Harald Blixen am 14.11.2007 um 21:22:

 

Braune Bären in Gammelfleisch eingelegt? Dient das etwa als Konservierungsmittel? Ist das womöglich der Grund für die geschmackliche Veränderung der neuen Braunen Bären? Mhmmmmm, lecker!
Ich freu mich schon. Zunge raus

Noch mehr freu ich mich aber auf Pamelas nostalgischen Trip voller melancholischer Schärfe! großes Grinsen
Sauiwaui!



Geschrieben von Erwin Köster am 18.11.2007 um 18:06:

 

Das hat sich ja mal wirklich gelohnt, da werden sich der Herr Castlefreak nebst Frau Gemahlin wohl kaum beklagen können.

Die erste Kompilation von Herrn Weber dürfte als eines der großen Highlights in die Clubgeschichte eingehen. Den ganz hervoragenden Film über das Hippiegirlie, das die Statue vergewaltigt, kennt der Fachmann ja schon von Herrn Webers DVD "Erotic Blue", die ich übrigens jedem ans Herz legen möchte, der noch ein hübsches Weihnachtsgeschenk für seine Liebste sucht. Aber das alles in würdiger Kinopräsentation zu sehen, insbesondere den schönen Film mit den eleganten Badminton-Spielerinnen, schlägt natürlich alles. Ein ganz großes Dankeschön an Herrn Weber für diesen Einblick in sein Archiv.

Und Dank auch an das Komitee für die politisch ungemein korrekte Trashgranate mit Perry King, Susanne George (gleich übrigens wieder im Fernsehen zu sehen in "Kesse Mary, irrer Larry") und den vielen Afroamerikanern sowie für das Bärenlutschen in der Halbzeitpause.

Nachfolgend übrigens noch eine Besprechung der "Erotic Blue"-DVD aus der Rubrik "Amazon-Kunden stellen sich vor":
http://www.amazon.de/gp/cdp/member-reviews/A2OTBIAFA5E22/ref=cm_cr_dp_auth_
rev?ie=UTF8&sort%5Fby=MostRecentReview

Zitat:
Rezensionen verfasst von
Werner Graben
Erotic Blue
DVD ~ Reginald Ginster
Preis: EUR 19,99

Verfügbarkeit: Auf Lager.


Schutz und Schmund, 3. Oktober 2007
Ich bin ehrlich entsetzt, was im sonst so seriösen Medium Internet zum Teil käuflich zu erwerben ist. Dazu zählt für mich dieses Machwerk "Erotic blue" von einem gewissen Reginald Ginster. Lieblos aneinander gestückelte angeblich "erotische" Filmschnipselchen, die zum größten Teil auch noch in schwarz/weiß sind als hätte es nie den Farbfilm gegeben - das ist wirklich nicht sehr kunstgerecht. Aber von vorne:
Ein gewisser "Herr Weber" (hat der Mann eigentlich keinen Vornamen?) outet sich als perverser Sammler von Nacktfilmen der 50er und 60er Jahre. Als selbsterklärter "Experte" (oder sollte man hier "Sexperte" sagen?) kommentiert er die dümmlichen Ausschnitte von Hausfrauen in Miederwaren, die wahrscheinlich billig bei der Hausarbeit mit der VHS-Kamera gedreht worden sind. Also, ich habe ernsthafte Zweifel, ob diesen Herrn Weber wirklich gibt. Oder nehmen wir den Regisseur, einen Reginald Ginster: Er hat wohl nur diesen einzigen Film gemacht, denn sein Name taucht in der großen Geschichte des europäischen Films sonst nirgendwo auf. Oder wurde vielleicht auch hier gelogen und gibt es gar keinen "Reginald Ginster"? Das führt mich zu einer weiteren Vermutung: Sind die nackten Frauen in den Filmchen vielleicht gar nicht nackt, sondern alles ein riesiger Fake? Dann ist dieser Film wirklich nicht sein Geld wert, und darum gibt es von mir nur einen Stern.



Geschrieben von Harald Blixen am 18.11.2007 um 18:06:

Daumen hoch!

Hat's gemundet?

Mir hat's mal wieder sehr gefallen! Wegen der Eisaktion in der Pause habe ich schon Stimmen gehört, die sich ein Programm namens "Pizza" wünschen. großes Grinsen

Der zweite Fillm war aber schon ganz schön fies! Über die Rheumabekämpfungsmethoden von James Mason komme ich einfach nicht hinweg! Schlimm!!!



Geschrieben von Harald Blixen am 19.11.2007 um 21:08:

 

Haha, Amazon Flitzpiepen haben echt keine Ahnung von guten DVDs. Die Kritik gefällt mir trotzdem. Früher hat man für so'n Quatsch immer den Katholischen Filmdienst rangezogen. LOL-Hammer 1

Erotic Blue ist nicht nur gut, sondern großartig! Aber wem sag ich das? Die DVD strotzt nur so von Bonusmaterial und glänzt durch einen superben Audiokommentar. Herr Weber lebe hoch!!! Applaus


Forensoftware: Burning Board 2.2.1, entwickelt von WoltLab GmbH