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Geschrieben von Harald Blixen am 12.03.2007 um 15:10:

  GOLDEN RETRIEVER

Liebe Freunde des GEHEIMNISVOLLEn FILMCLUBs BUIO OMEGA,

Mitte des 19. Jahrhunderts paarte der britische Adelige Lord Tweedmouth einen gelben, von welligem Fell gesäumten Labrador-Retriever mit einem inzwischen ausgestorbenen Tweed-Water-Spaniel und verfolgte anschließend die sorgfältige Züchtung dieser Linie. Er kreuzte einen weiteren Tweed-Water-Spaniel ein sowie zwei schwarze Retriever, einen Irischen Setter und einen sandfarbenen Bluthund. Daraus entstanden ist der so genannte Golden Retriever, der ursprünglich für die Jagd vorgesehen war. Früher setzte man nämlich die neue, ausgesprochen intelligente und stark auf Menschen fixierte Rasse dazu ein, um geschossene Vögel (auch aus dem Wasser) zu apportieren (to retrieve = zurückbringen). Heute wird der Golden Retriever zumeist als Familien- und Begleithund gehalten, vor allem wegen seines ruhigen, aufmerksamen und niemals aggressiven Wesens. Dadurch ist er allerdings denkbar schlecht für Wach- und Schutzaufgaben geeignet, was schon eine unter Retriever-Freunden bekannte Weisheit belegt: Ein Golden vertreibt keine Einbrecher; stattdessen freut er sich über den Besuch und hilft jenen, die Wertsachen aus dem Haus tragen.

Anfang des 21. Jahrhunderts, genauer gesagt am Samstag, den 17.03.2007, paart der GEHEIMNISVOLLE FILMCLUB BUIO OMEGA im altehrwürdigen SCHAUBURG FILMPALAST zu Gelsenkirchen-Buer (http://www.schauburg-gelsenkirchen.de) Versatzstücke des Abenteuer-, Gangster- und Action-Kinos zu einem hochexplosiven Zelluloid-Doppelprogramm, das auf wundersame Weise den verschiedenen Facetten der oben beschriebenen Hunderasse nachspürt – und folglich den Namen GOLDEN RETRIEVER trägt. Pünktlich ab 11:00 Uhr vormittags erläutert der weltberühmte Zoologe und Filmgelehrte Christian Keßler M. A. (http://www.christiankessler.de) binnen einer ebenso erregenden wie erkenntnisreichen vierstündigen Lehrveranstaltung die Zusammenhänge zwischen Exploitationfilmkunst und Tierkunde. Eine echte cineastisch-biologische Sensation! Und ihr könnt gegen Entrichtung von nur 5,00 EUR Club-Beitrag dabei sein, wenn BUIO OMEGA erneut Wissenschaftsgeschichte schreibt – spritzig, spannend und garantiert tierisch spektakulär!!!

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Der erste Leinwand-Beitrag, dem übrigens 1966 die Vereinung italienischer Filmkritiker gleich zwei Auszeichnungen spendierte („Bester Produzent“ [Marco Vicario, auch Regisseur des Werks] und „Beste Filmmusik“ [Armando Travajoli]), erzählt mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern und wunderbarem Sixties-Charme die packende Geschichte einer siebenköpfigen Diebesbande, die mittels eines brillanten Plans die Schweizer Nationalbank in Genf um die dort gehüteten Goldbarren erleichtern will. Angelehnt an die klassischen Caper-Movies von Jules Dassin (RIFIFI [1955] und TOPKAPI [1963]), begeistert diese 35mm-Rarität durch ihren flotten Inszenierungsstil, turbulente Story-Wendungen und nicht zuletzt durch das enorm spielfreudige Darsteller-Ensemble, darunter die gern gesehenen Genre-Größen Philippe Leroy (DAS WILDE AUGE, DER NACHTPORTIER; MANNAJA – DAS BEIL DES TODES), Gastone Moschin (GEWALT – DIE FÜNFTE MACHT IM STAAT; MILANO KALIBER 9; DER PATE II) und Gabriele Tinti [NACKT UNTER KANNIBALEN; DIE TODESGÖTTIN DES LIEBESCAMPS; ENDGAME – DAS LETZTE SPIEL MIT DEM TOD). Noch eine Anekdote am Rande: Da es in der Schweiz einst verboten war, einen fiktiven Bankraub zu filmen (einen realen sowieso), verwendete Regisseur Marco Vicario ein gefälschtes Drehbuch, damit er die Außenaufnahmen vor der Genfer „Credit Suisse“ realisieren konnte. Schlau – wie seine Helden eben!

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Leinwand-Beitrag Nummer Zwei ist ein „Grindhouse-Movie“ par excellence, also einer jener bizarren und ausnehmend geschmacksunsicheren Schocker, die spezielle US-Kinos – vorwiegend während der 70er- bis frühen 80er-Jahre – rund um die Uhr spielten, und zwar so lange, bis die 35mm-Kopien buchstäblich abgewetzt waren (to grind = wetzen, schleifen, malmen). Unser Film weist glücklicherweise kaum Gebrauchsspuren auf, und zwar deshalb, weil der schon lange untergegangene deutsche Verleih sich ob dieses Titel derart schämte, dass er die letzte verbliebene, seinerzeit nur zur internen Ansicht genutzte Kopie in einem geheimen Teil der Ennepetaler Kluterhöhle vergraben hat. Bei einer der jüngsten BUIO OMEGA-Expeditionen konnten wir die bisher unzugängliche Ader der berühmten Tropfsteinhöhle erschließen und Elliot Hongs grobschlächtiges Action-Gewitter aus dem Jahr 1983 – zusammen mit weiteren immens wertvollen Schätzen – bergen. Und wer profitiert davon? Natürlich die nach beispiellosen Entdeckungen dürstende Club-Gemeinde, welche nun die blutige Schlacht zweier stahlharter CIA-Profis – einer von ihnen plant die Veröffentlichung eines Enthüllungsbuches – gegen die bestialischen Killer des US-Spionage-Dienstes erwartet. Genießt laut FILMDIENST ein „einfallsloses Agentenspektakel, das brutale Kampfszenen sinnlos ausmahlt.“ Wir sind der Meinung: Das ist spitze! Grindhouse at its best!!!

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Sieben geniale Ganoven auf Beutezug für die goldene Rente, zwei toptrainierte Todesmaschinen auf Vernichtungstour für die lädierte Gerechtigkeit, dazu eine kaltschnäuzige Trailer-Show voller animalischer Ausschweifungen – was das alles mit dem Untersuchungsobjekt GOLDEN RETRIEVER zu tun haben könnte, nun, das offenbart nur der GEHEIMNISVOLLE FILMCLUB BUIO OMEGA, der in seinem Gelsenkirchener Kommandozentrum des Exploitation-Glücks an jedem dritten Samstag im Monat ungeahnte Leinwand-Freuden und atemberaubende Erkenntnisse verbindet. Wow! Oder besser gesagt: Wau!!!


Stay tuned & thanx for support



Geschrieben von Harald Blixen am 12.03.2007 um 15:21:

 

Und wieder einmal gibt es einen Newsletter, der sehr viel Vorfreude weckt. smile

Im April gibt's mit Schwarzfahrer ein Buio Classic zu bestaunen und im Mai erinnert Buio Omega an die Aktion Sorgenkind (mittlerweile umbenannt in Aktion Mensch).

Was für ein furioser Frühling bei Buio Omega! Applaus

Jetzt jaule ich erstmal dem Samstag entgegen.

Wau wau!



Geschrieben von Ugo Piazza am 12.03.2007 um 18:31:

  RE: GOLDEN RETRIEVER

Zitat:
Original von Harald Blixen


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Der erste Leinwand-Beitrag, dem übrigens 1966 die Vereinung italienischer Filmkritiker gleich zwei Auszeichnungen spendierte („Bester Produzent“ [Marco Vicario, auch Regisseur des Werks] und „Beste Filmmusik“ [Armando Travajoli]), erzählt mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern und wunderbarem Sixties-Charme die packende Geschichte einer siebenköpfigen Diebesbande, die mittels eines brillanten Plans die Schweizer Nationalbank in Genf um die dort gehüteten Goldbarren erleichtern will. Angelehnt an die klassischen Caper-Movies von Jules Dassin (RIFIFI [1955] und TOPKAPI [1963]), begeistert diese 35mm-Rarität durch ihren flotten Inszenierungsstil, turbulente Story-Wendungen und nicht zuletzt durch das enorm spielfreudige Darsteller-Ensemble, darunter die gern gesehenen Genre-Größen Philippe Leroy (DAS WILDE AUGE, DER NACHTPORTIER; MANNAJA – DAS BEIL DES TODES), Gastone Moschin (GEWALT – DIE FÜNFTE MACHT IM STAAT; MILANO KALIBER 9; DER PATE II) und Gabriele Tinti [NACKT UNTER KANNIBALEN; DIE TODESGÖTTIN DES LIEBESCAMPS; ENDGAME – DAS LETZTE SPIEL MIT DEM TOD). Noch eine Anekdote am Rande: Da es in der Schweiz einst verboten war, einen fiktiven Bankraub zu filmen (einen realen sowieso), verwendete Regisseur Marco Vicario ein gefälschtes Drehbuch, damit er die Außenaufnahmen vor der Genfer „Credit Suisse“ realisieren konnte. Schlau – wie seine Helden eben!

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Ein wahrhaft schöner Film! Applaus

Da ich diesmal nicht anwesend bin, muss ich mal meine alte TV-Aufnahme suchen, und die mir am WE mal wieder zu Gemüte führen. Headbanger


Wär der Film nicht was für Anolis oder E-M-S? Vielleicht lässt sich diese Frage ja am Sonnabend mal ansprechen...

Säufer



Geschrieben von Cjamango am 12.03.2007 um 19:35:

 

"Mach´ sieben Männchen" - ich schmeiß´ mich weg... großes Grinsen



Geschrieben von heinz klett am 12.03.2007 um 23:37:

 

Zwei sehr, sehr schöne Filme. Der eine ist natürlich schöner als der andere.
Der Hundefilm ist übrigens nicht ohne. HART und UNERBITTLICH geht es zu. Nix für Memmen. Eine ernst gemeinte Wahrnung!

Klett



Geschrieben von Harald Blixen am 13.03.2007 um 13:27:

 

Ach ja, was gibt's schöneres, als wenn man am Samstag Vormittag ordentlich wat auf die Omme kriegt? Immer schön feste druff! Banane



Geschrieben von Rollo Linsky am 14.03.2007 um 22:02:

 

Jo, Jungs. Dann wünsch ich euch viel Spass mit dem lecker Doppelprogramm.
Währe auch gern gekommen, aber die Cebit ist mir dieses mal in die Quere gekommen.

Dafür wird mich bestimmt das nächste Programm entschädigen. Banane



Geschrieben von Erwin Köster am 15.03.2007 um 16:13:

 

Ich zitiere mal aus der Bildunterschrift von Spiegel-Online:

"Schauspieler Fux: Spielte für Ingmar Bergmann, Werner Herzog und Volker Schlöndorff"

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,471935,00.html

Ich hoffe, das Clubkomitee wird im anstehenden Vorprogramm für ein etwas angemesseneres Andenken an den Joe-Preisträger und auch ansonsten großartigen Typen sorgen als dieses norddeutsche Käseblatt. Let's put the fox in charge of the henhouse, wie der Engländer so sagt.



Geschrieben von Der Baske am 16.03.2007 um 16:26:

 

Auch die DÖF (Duisburger/Österreichische Freundschaft) wird wieder dabei sein.
Freue mich besonders auf den zweiten Film, den ich mit dreizehn auf Video begutachten durfte!
Meine mich noch an eine Heckenschere erinnern zu können Augenzwinkern

Das Programm ist spitze!

Gruß,

der Baske



Geschrieben von Huz am 17.03.2007 um 17:13:

 

Applaus
Insbesondere in Sachen Kontrastreichtum war dies eines der besten Programme seit geraumer Zeit. Vor allem die Apportierhunde rockten ganz gewaltig! Danke.



Geschrieben von Ugo Piazza am 17.03.2007 um 19:45:

  RE: GOLDEN RETRIEVER

Zitat:
Original von Ugo Piazza
Zitat:
Original von Harald Blixen


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Der erste Leinwand-Beitrag, dem übrigens 1966 die Vereinung italienischer Filmkritiker gleich zwei Auszeichnungen spendierte („Bester Produzent“ [Marco Vicario, auch Regisseur des Werks] und „Beste Filmmusik“ [Armando Travajoli]), erzählt mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern und wunderbarem Sixties-Charme die packende Geschichte einer siebenköpfigen Diebesbande, die mittels eines brillanten Plans die Schweizer Nationalbank in Genf um die dort gehüteten Goldbarren erleichtern will. Angelehnt an die klassischen Caper-Movies von Jules Dassin (RIFIFI [1955] und TOPKAPI [1963]), begeistert diese 35mm-Rarität durch ihren flotten Inszenierungsstil, turbulente Story-Wendungen und nicht zuletzt durch das enorm spielfreudige Darsteller-Ensemble, darunter die gern gesehenen Genre-Größen Philippe Leroy (DAS WILDE AUGE, DER NACHTPORTIER; MANNAJA – DAS BEIL DES TODES), Gastone Moschin (GEWALT – DIE FÜNFTE MACHT IM STAAT; MILANO KALIBER 9; DER PATE II) und Gabriele Tinti [NACKT UNTER KANNIBALEN; DIE TODESGÖTTIN DES LIEBESCAMPS; ENDGAME – DAS LETZTE SPIEL MIT DEM TOD). Noch eine Anekdote am Rande: Da es in der Schweiz einst verboten war, einen fiktiven Bankraub zu filmen (einen realen sowieso), verwendete Regisseur Marco Vicario ein gefälschtes Drehbuch, damit er die Außenaufnahmen vor der Genfer „Credit Suisse“ realisieren konnte. Schlau – wie seine Helden eben!

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Ein wahrhaft schöner Film! Applaus

Da ich diesmal nicht anwesend bin, muss ich mal meine alte TV-Aufnahme suchen, und die mir am WE mal wieder zu Gemüte führen. Headbanger


Wär der Film nicht was für Anolis oder E-M-S? Vielleicht lässt sich diese Frage ja am Sonnabend mal ansprechen...

Säufer



Hab mir eben den Film noch mal angesehen, immer wieder schön!

Genau das richtige, wenn man mit nem grippalen Defekt das Bett hüten musst.

Na, Anolis, wie wärs? Headbanger



Geschrieben von Der Baske am 18.03.2007 um 17:40:

 

Besonders begeistert bin ich ja darüber, was man so alles in Ennepetaler Höhlen findet! Muss mich auch mal auf die Suche begeben, vielleicht finde ich dort mal noch ein paar fehlende Glasboxen großes Grinsen Das Klima in dieser Gegend scheint sich ziemlich positiv auf den Erhalt von alten Filmschätzen auszuwirken. Respekt

Gruß,

Der Baske

Gute Besserung ugo!



Geschrieben von heinz klett am 18.03.2007 um 20:21:

 

Jaja, die Höhlen. Man muss manchmal nur genauer hinsehen, dann findet man die schönsten Sachen.

Das Samstagsprogramm hat sich im Endeffekt als rechter Knüller entpuppt. Allerorten gab es zufriedenen Gesichter. Die Herrschaften, die vor dem Saal auf den Beginn der regulären Vorstellung warteten schienen darüber sehr verwundert, fragte mich doch eine irritierte Dame: "Was ist denn da gerade gelaufen?" Die Antwort erregte nur ein verständnisloses "Aha!"

Mir hat´s jedenfalls viel Spass gemacht und - wer weiss - vielleicht wurde ja am Samstag ein neuer Kultfilm geboren.

Klett



Geschrieben von SEFREDI am 19.03.2007 um 09:12:

 

War wieder sehr schön bei euch.
Der zweite Film war wirklich super, eine wahre, fast vergessene Perle der Filmkunst. Augenzwinkern



Geschrieben von Erwin Köster am 20.03.2007 um 16:14:

 

Na, der erste Film war nicht so ganz mein Fall. Ich bevorzuge auch bei Tinti eigentlich mehr die Filme, die er später mit seiner Frau gemacht hat. Der zweite war allerdings wunderschön. Ein leuchtender (Wurf-)Stern am Firmament, ein wahrhafter Kämpfer für die Pressefreiheit in bester Tradition von "All the President's Men", nur halt mit Kontaktaufnahme in der Badewanne statt im Parkhaus und mit vielen sinnlosen Kloppereien.

Ein Highlight war allerdings auch die Werbung vor dem ersten Film. Dass ich das nochmal sehen durfte. Danke, danke, danke, und bitte mehr davon. Hätte eigentlich nur noch gefeht, dass Heinz Klett mit Langnese-Bauchladen durch den Kinosaal läuft. (Ich hätt auch was gekauft.)



Geschrieben von heinz klett am 20.03.2007 um 17:15:

 

Über den Bauchladen werde ich mal nachdenken.

Klett



Geschrieben von Harald Blixen am 21.03.2007 um 11:53:

 

Eine wundervolle Idee! Da hätte ich mir auch ein Eis gegönnt. smile

Ganz toll fand ich im zweiten Film die Suche nach Arbeitswilligen für den Buchdruck.

- Willst Du dir ein bisschen Geld verdienen?
- Was soll ich dafür tun?
- Arbeiten!
- Nee, lass mal!

Natürlich ist auch der Einsatz von Gartenwerkzeugen wie Sichel und Heckenschere noch in guter Erinnerung. Gewalt am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen! Applaus


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