Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover

The Endless Zombie Rampage

"Ballern bis der Zombie kommt"

Diseased Productions

Crazy Monkey Games.com

veröffentlicht: 11.05.2007
Genre: 2D-Action/Arcade
Altersfreigabe: ungeprüft
gespielt auf: PC (DOS)
Multiplayer-Modus: nein
Anforderung: moderat
Soundkarte: ja
Grafik: SVGA (mind. 640x480)
Zeiten ändern sich. Computerspiele folglich auch. (Welch ungemein schlaue Äußerung, könnte man meinen.) Während sich das Gameplay der Computerspiele beginnend bei "Pong" vom reinen Arcade-Vergnügen stets auf immer abstrakteren, fesselnderen Ebenen abspielen durfte, die Komplexität in Steuerung und vor allem Leveldesign neue Qualitäten erreichte, die z. Zt. ihren Höhepunkt in unglaublich realistischen, weiträumigen Arealen des MMORPGs ("massively multiplayer online role-playing games") finden, setzt durch neue Möglichkeiten ein Gegentrend auf dem PC ein, der sich nicht nur die Anfänge der Spielentwicklung zum Vorbild nimmt, sondern auch zu den simpler gestrickten, weil technisch beschränkten Handkonsolen etwas abguckt: den gradlinigen, ungebremsten Spielspaß anhand eines einfachen Konzeptes.


Sogenannte Browsergames erfreuen sich immer größerer Beliebtheit in Zeiten von wachsender Hektik, welche 100-stündige Monumentalspiele zum Vollwertpreis kaum noch zulässt. Statt erst lang installieren zu müssen, Handbücher zu wälzen und den ewigen Hardware-Hunger der aufwendigen Software stillen zu müssen, reicht es beim Browsergame aus, sich auf die Seite des Anbieters durchzuwählen, um nach meist kurzer Ladezeit das Spiel lokal im Fenster liegen zu haben und sofort losdaddeln zu können.

Dass dabei wesentlich mehr herauskommen kann, als es simple Strich- und Textgrafiken im HTML-Container (die es freilich auch gibt und sich als Simulation eine große Fangemeinde erspielt haben), das ist nicht zuletzt Verdienst der Multimedia-Skriptsprache Flash, die 1997 in ihrer ersten Version noch unter Macromedia herauskam und damals nur mehr ein Animationsformat war. Die große Neuerung kam 1999 mit der Version 4 des Formats, in dem die Bild-/Film-/Tonabspielmöglichkeiten um die Scriptsprache ActiveScript ergänzt wurden, die es erst möglich machte, aktiv in den Verlauf der vormals oft als Banner genutzten Bildchen eingreifen zu können. Damit wurde die Möglichkeit geschaffen, erstmals auch Interaktion und damit die Grundlage für ein Spiel über das Netz zu verbreiten, was viele junge Entwickler-Teams bzw. Einzelnprogrammierer dankbar aufnahmen. Mittlerweile gibt es keinen Tag, an dem nicht irgendwo ein neues, meist kostenloses Flash-Spiel erscheint, wobei die Qualität der Software bzw. die Spielbarkeit doch stark unterschiedlich ist. Fast allen Spielen ist jedoch gemein, dass das ursprüngliche Spielkonzept vergleichsweie einfach ist, dadurch meist aber umso fesselnder.

In diese Sparte gehört auch das 2007er "The Endless Zombie Rampage". Der Titel lässt bereits erahnen, inwiefern es sich um ein passendes Produkt für diesen Artikel handelt: Es geht mal wieder um die liebgewonnene Art der Untoten. "The Endless Zombie Rampage" ziert sich aber weder mit Querverweisen auf die Filmlandschaft, noch wird ein Intro oder eine Hintergrundgeschichte geboten, denn nach zwei kurzen Animationen der Produktionsschmiede ist man auch schon im Hauptmenu und mit einem weiteren Klick im Spiel. Die Vorgehensweise ist schnell erklärt: Man befindet sich auf einer eingeschränkt scrollbaren Übersichtskarte und dirigiert mittels Pfeiltasten einen kleinen Einzelkämpfer aus der Vogelperspektive, der sich und seine verbarrikadierte Behausung vor anrückenden Zombiehorden aus dem Süden erwehren muss.


Zu Beginn dürfte es leicht fallen, die noch geringe und sehr langsame Gegnerschar mit der Pistole vom Untoten zum Endlich-Toten zu befördern. Die hellblau gekleideten Schmalhirne lassen sich eben Zeit, laufen schon mal an einem vorbei und sind somit ein leichtes Ziel. Ohnehin steht unendlich viel Munition zur Verfügung, muss man nur aller x Salven mal nachladen, was etwas Zeit kostet. Ratsam wäre es, in Bewegung zu bleiben und sich von den Zombies fernzuhalten, denn diese nagen gern an frischem Menschenfleisch und ziehen uns schnell die wenigen Lebenspunkte ab, die wir zu Beginn haben. Andererseits sollten sie nicht zu nah an die Basis herankommen, denn wird diese kaputtgeklopft, bedeutet dies das vorzeitige Ende des Spiels.

Was ist also das Ziel des Spiels - außer zu überleben und sich in jedem Level aufs Neue den Untoten entgegen zu stellen? Vor allem Erfahrungspunkte sammeln, die man für jeden Treffer kassiert. Diese lassen sich am Ende des Levels gegen Goodies eintauschen. Darunter befinden sich Upgrades, die der eigenen Gesundheit oder der Basis zugute kommen, ein paar Siebenmeilenstiefel und einfache Erweiterungen der Fähigkeiten, die dazu führen, dass man schneller nachladen kann, mehr Munition im Magazin mitführt oder mehr Schaden anrichtet. Spaßig wird's mit "Bloodlust" oder "Overkill", die dazu führen, dass man aus dem Blutbad zusätzlichen Nutzen zieht. Um dieses erst mal anrichten zu können, stehen einem 22 unterschiedliche Bleispritzen zum Kauf, die zwischen 120 (S&W-Revolver) und 9000 (GAU-8 Minigun) Erfahrungspunkte kosten und aus unterschiedlichen Bereichen stammen. Von den Pistolen über die Magnums, Schrotgewehre, MPs, Sturmgewehre kann man sich also hocharbeiten bis zur Laserkanone und den automatischen Shotguns. Jede Waffe hat unterschiedliche Eigenschaften wie Magazingröße, Schaden, Feuerrate und Nachladezeit, was sich dementsprechend auch im Preis äußert. Die Wummen sehen aber nicht nur unterschiedlich aus auf dem mit 550x400 Pixel relativ kleinen Schlachtfeld, sondern geben auch individuelle Geräusche von sich. Außerdem besitzen sie weitere Eigenschaften: Ein Maschinengewehr zielt beispielsweise nicht besonders gut im Burst Mode, während eine Shotgun fürs Grobe ist und die Gegner gleich ein ganzes Stück zurückwirft.


Dies kann man trotz der actionreichen Gefechte und der fast schon knuddligen Darstellung noch sehr gut erkennen. Die simple, schön anzusehende Grafik ist mit blutigen Effekten nahezu überladen. Ein Schuss auf einen Zombie tötet ihn anfangs nicht gleich, sondern hinterlässt eine dicke Blutpfütze in Richtung der austretenden Projektile. Nach ein paar Runden bietet sich um die eigene Basis herum ein tiefrotes Schlachtfeld, denn die Leichen sammeln sich von Runde zu Runde vor dem Domizil an. Das führt dazu, dass man im Eifer des Gefechts schon einmal den Überblick verlieren kann, besonders wenn sich später einige rotfarbene Gegner an der Spielfigur vorbeizuschleichen versuchen, um hinterrücks anzugreifen. Mit fortschreitendem Level des Endlosspiels werden die Gegner nämlich nicht nur immer zahlreicher, sondern auch fieser. Einige Untote halten große Mengen Munition aus, andere wiederum sind sehr schnell oder sehr schwierig zu treffen.

Die recht brutale Grafik würde dem Spiel sicherlich einen Platz auf dem Index bescheren, aber bei einem nichtkommerziellen Angebot ist das Interesse der Behörden wohl zu gering. Zwar versprüht das gesamte Spiel zugegeben etwas kruden Comic-Charme, im Hintergrund spielt sich jedoch eine grausige Klangkulisse an kreischenden Frauen und brüllenden Zombies ab, die glatt aus einem Romero-Film stammen könnten. Auch die Auftreffgeräusche nach dem Schuss haben es in sich, denn der finale Treffer wird meist mit einem heftigen "Platsch" quittiert und man hört dann heftiges Knochenknacken bzw. ein metallisches Einschlagen.

Der Schwierigkeitsgrad steigt freilich von Level zu Level mit schwereren und vor allem mehr Gegnern in kürzeren Zeitabständen an. Besonders die ersten 10 Level sind nicht allzu leicht zu meistern; ein gutes Gefühl für Timing und eine geölte Maus sind zwingende Voraussetzungen. Denn anfangs muss man sich noch mit unterentwickelten Waffen herumplagen, mit denen man kaum etwas ausrichten kann, die zu lange nachladen und damit den Zombies den Weg freimachen für ihr eigentliches Ziel: den Spieler und seine Basis. Hat man aber erstmal jenen schwierigen Anfang überwunden und sich die beiden besten Waffen des Spiels zugelegt, sollte es ein Leichtes sein, die nächsten 30 Level zu meistern. Schnell noch die Energiepunkte geupgraded und schon kann kaum mehr etwas passieren. Dann lohnt es sich auch mal, die vielen Erfahrungspunkte in eine teure Komplettreparatur zu investieren. Die ist im späteren Gemetzel schnell refinanziert.


Leider leidet darunter der Langzeitspaß ungemein: Die Level bleiben gleich, es erscheinen nur größere Gegnermassen. Selbst wenn man mal was abbekommt, wird man am Rundenende doch mit einem dicken Plus auf dem Erfahrungspunktekonto dastehen. Folglich steht man nur noch mit Dauerfeuer vor der Basis und lässt die Untoten in die Kugeln laufen. Übrigens hilft ein einfaches Speichern am Ende jedes Levels, den Spielzustand von dort wieder aufzunehmen. Empfehlung sei aber, immer wieder mal von vorn zu beginnen. Denn schließlich ist "The Endless Zombie Rampage" nur eine kleine Unterhaltung für Zwischendurch. Wer möchte, kann noch den Survivalmodus mit einem nicht endenden Strom an Gegnern antesten oder den Experimentalmodus spielen, in welchem man selbst die Anzahl und Erscheinungsfrequenz der Gegner einstellen kann.

Auch wenn "The Endless Zombie Rampage" kein Horror trächtiges Spiel im eigentlichen Sinne ist, setzt es die Zombieschlacht doch ansprechend genug um, um immer wieder mal ein halbes Stündchen damit zu verbringen. Voraussetzung sind neben einer schnellen Maus natürlich Spaß an einfachen, repetitiven Spielmustern. Die heimische Kiste sollte einen aktuellen Browser mit neuerem Flash-Plugin bereithalten und nicht allzu betagt sein.



Zurück zum Inhalt Bildergalerie
Aller Anfang ist schwer: Mit einer Pistole erwehrt man sich der wenigen Gegner
Diesen Bildschirm sollte man vermeiden: Die Figur wurde zombifiziert!
Mit dem Street Sweaper lässt sich bereits ein amtliches Zombie-Massaker anrichten ...
... das mit dem Heckler/Koch-Maschinengewehr zum Leichenacker wird
Eine Stufe wurde geschafft, die Basis beschützt
Erfahrungspunkte lassen sich eintauschen gegen Basisreparaturen und andere, lustige Boni
Das erwerbbare Waffenarsenal ist reichhaltig und steht für abwechslungsreiche Runden
Ein Zombie-Film aus der Vogelperspektive?
Manchmal wird es schwierig, die toten Untoten von den noch lebenden Untoten zu unterscheiden
Die Spielanleitung
Diese Waffe lädt zwar lange, hat aber ordentliche Durchschlagskraft und Munition
Mit noch 770 Schuss lassen sich so einige Kreaturen niedermähen
Der Jackhammer als Schrotgewehr bringt gleich mehrere Zombies gleichzeitig zur Strecke ...
... doch auch dessen enormer Munitionsvorrat geht zur Neige



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.