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How To Survive

"Insel-Koller"

How To Survive

Eko Software

505 Games

veröffentlicht: 23.10.2013
Genre: Hack'n'Slay, Adventure
Altersfreigabe: ab 18 Jahre
gespielt auf: PC (ab Win XP)
Multiplayer-Modus: vorhanden
Anforderung: mind. Intel Core 2 Duo, 4 GB RAM, Ati 5700 / NVIDIA GeForce GT240 oder besser
Soundkarte: DirectX
Grafik: DirectX
Wie gelingt das Überleben während und nach der Zombie-Apokalypse? Ein ganzes Genre an Filmen hat sich mit dieser Thematik mehr oder minder ernsthaft befasst, so dass über die Jahrzehnte hinweg immer neue fiktive Fakten geschaffen wurden. Die Eckpunkte sollten jedem halbwegs interessierten Horror-Fan mehr als klar sein. Wer es ganz genau und detailliert wissen möchte, konsultiere bitte den im Literaturbereich vorgestellten Ratgeber "Zombie Survival Guide" von Max Brooks. Auch das 2013 vom französichen Entwicklerstudio Eko Software vorgestellte "How To Survive", welches auf den Systemen PlayStation 3, XBox und Windows läuft, hat den steten Überlebenskampf in einer zombifizierten Welt zum Inhalt.

Das Intro fällt spartanisch aus.Landung am Strand: Andrew ist verletzt.

Während des im Comic-Stil gehaltenen Vorspanns wird kurz die Situation erklärt: Als einziger Überlebender eines tragischen Schiffsunglücks landet man auf einer kleinen Inselgruppe, auf der die Zombie-Invasion bereits wütet; das Geschehen im Rest der Welt soll nicht von Belang sein. Als erstes findet der Protagonist eine verletzte Person inmitten von Leichenteilen. Der verletzte Andrew gibt uns als ersten Auftrag, Heilkräuter für ihn zu sammeln. In Kürze erledigen wir diese und eine eine Menge anderer, kleine Missionen, die bis zum Ende des Spiels jeweils schnell lösbar und übersichtlich gehalten sind. Ziel ist es fortan, nicht nur zu überleben, sondern auch einen Weg zu finden, von dieser Insel wieder heil herunter zu gelangen.

Zur Hilfe steht eine schrille Persönlichkeit namens Kovac, einem osteuropäischen Mann von bestürzendem Optimismus, der sich offensichtlich mit seinem eremitierten Dasein auf der Insel abgefunden hat und Neuankömmlinge mit kleinen Ratgebern in Heftform begrüßt. Diese werden im Spiel als lustige Animationen (vergleichbar mit jenen aus der "Fallout"-Serie) vorgeführt, die mit allerlei schwarzem Humor und sarkastischen Kommentaren angereichert sind. Neben den anfänglichen Missionen tragen diese Kurzvideos dazu bei, die Spielmechanik zu begreifen, welche allerdings auch so dank intuitiver Benutzerführung schnell verinnerlicht sein wird.

Kovacs Überlebensführer gibt Auskunft über Nahkampftechniken.Dieser Schuppen enthält einen Gegenstand.

Zu Spielbeginn wählt man aus den Charakteren Jack, Abby and Kenji, die sich in ihre Eigenschaften als auch in der Auswahl der später zur Verfügung stehenden Waffen unterscheiden, das zukünftige Alter Ego aus. Allen drei ist gemeinsam, dass sie mit Erreichen neuer Erfahrungsstufen ganz in Rollenspielmanier bessere Eigenschaften und zusätzliche Fähigkeiten freischalten. Leider wird mit Level 15 die höchste Stufe vergleichsweise zeitig erreicht sein und es lassen sich bis zum Schluss nicht alle zusätzlichen Eigenschaften freischalten.

Erfahrungspunkte sammelt man vornehmlich durch das erfolgreiche Abschließen von Missionen - wohlgemerkt: Missionen können, abgesehen vom Tod des Charakters, nicht scheitern. Mal sucht man profane Ausrüstungsgegenstände zusammen, dann soll das Kind einer hysterischen Mutter gerettet werden, was erst im zweiten Anlauf glückt, und zum Schluss muss nicht nur das Flugzeug, sondern auch der Pilot für eine erfolgreiche Inselflucht angeleitet werden. Darüber hinaus kennt "How To Survive" Nebenmissionen, die betreffenderweise von sprechenden Äffchen vergeben werden. Diese münden stets in wertvollen Gegenständen, die den weiteren Spielverlauf von Interesse sind. Das Herbarium, sprich eine Sammlung von 20 seltenen Pflanzen, die auf den vier Inseln versteckt sind, erbringt dafür kaum Spielrelevantes.

Neuer Auftrag: Besorge Teile fürs Motorboot!In Kovacs Basis gibt es jede Menge Ersatzteile zu holen.

Die Augen sollte man trotzdem stets offen halten, denn "How To Surive" weckt den MacGyver im Spieler!
Sämtliche Ausrüstungsgegenstände, beginnend beim heilenden Verband bis hin zur Kettensäge, werden im Baukastensystem aus Einzelteilen hergestellt, die man mal mehr, mal weniger mühsam auffinden muss. Ein Beispiel gefällig? Eine Glasflasche auf einen Benzintank angewandt und mit einem Stofffetzen verbunden ergibt ein Molotov-Cocktail. Packt man noch Düngemittel hinzu, entsteht eine explosive Granate. Nach ähnlichem Schema werden Pfeile, Bögen, Pistolen, Schrotgewehre und sogar Maschinengewehre hergestellt. Je besser die Waffe, umso schwieriger sind die Einzelteile wie Werkzeugsets, Motorenteile und Benzinkanister zu finden. Besonders hervorhebenswert ist der aus angeschnittenen Knochenresten erstellte Bumerang, der im Gefecht auf sehr effektive Weise die gegnerischen Reihen lichtet.

Hinter der Hecke nördlich vom Charakter befindet sich ein Versteck.Die Nachtsicht erlaubt nur geringe Sichtweite - falls die Taschenlampe dabei ist.

Um dem gemeinen Zombie angemessen gegenübertreten zu können, sollte man beizeiten auch Körperschutz anfertigen.
Insgesamt existieren etwa ein halbes Dutzend verschiedene Gegnertypen, vom einfachen Zombie, über die mit Kopf- oder Brustpanzer versehene Variante bis hin zum explosiven Fettwanst, den man sich besser auf Distanz hält. Als besonders hartnäckig erweisen sich der Zombie-Hirsch und das Mutanten-ähnliche Monster (an "Resident Evil" erinnernd), welche beide kräftig zuhauen können und, im Gegensatz zum schlurfenden Standardgegner, flink unterwegs sind. Der Standard-Zombie wird lediglich im Rudel zur Gefahr, oder wenn er, durch einen Streifschuss oder ein Geräusch, aufgeweckt wird. Deswegen sollte beim Erlegen von größeren Gegnermassen stets gelten, sich die Untoten nacheinander und stets mit Kopfschuss vorzunehmen und nicht wie wild in die Menge zu schießen. Andernfalls hängt einem nach kurzer Zeit das fresswütige Pack an den Fersen. Für amüsante Momente sorgen behelmte Zombies, die mit einem gezielten Schuss erstmal von ihrer Rüstung befreit werden müssen. Auch das beherzte Vorgehen mit der Kettensäge in ausweglosen Momenten macht riesigen Spaß, der lediglich durch die Größe des Benzintanks eingeschränkt wird.

Das Moor gleicht einem Schützengrabensystem des 2. Weltkriegs.Zwischen den Inseln wird mit Booten oder Paraglidern gereist.

Die isometrische Draufsicht auf die Insel erinnert an Hack'n'Slay-Exemplare à la "Diablo". Diese Genre-Bezeichnung ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn der Zombie wird im Spiel vornehmlich in möglichst viele Teile zerlegt, auf dass er sich nicht mehr erhebe. Die zu Beginn noch auftauchenden Finish Moves spielen im späteren Fernkampf kaum noch eine Rolle, denn es bleibt dann kaum noch Zeit, sich einzelne Gegner für kunstvolle Letalakrobatik herauszupicken, wenn seine (noch untoten) Kameraden in Beißnähe sind.
Insgesamt verfolgt "How To Survive" einen sehr arcade- bzw. actionlastigen Ansatz, der sich allerdings in zwei Aspekten abhebt: dem Crafting-System und dem Erschöpfungsmodus. Der Spieler muss sich in bestimmten Abständen nicht nur heilen, sondern auch schlafen, essen und trinken. Zahlreiche Früchte und Unterschlüpfe auf der Insel erfüllen genau diesen Zweck, doch erste müssen zunächst gefunden und letztere von der Zombie-Invasion befreit werden. Ist man zu müde oder zu sehr dehydriert, hat das Auswirkungen auf den Spielverlauf, denn zitternd zielt es sich schlecht und ohne Kraft gelingt auch kein Kurzstreckensprint. Zur tiefergehenden Simulation wird "How To Survive" damit allerdings nicht, denn das "Nachladen" von Verbauchsstoffen reduziert sich auf simples Anklicken von Gegenständen.

Diese alte Lady vermisst ihre Katze.Blutbad in der Karibik.

Das ist schade, denn "How To Survive" hätte mehr dieser Aspekte vertragen können, um das actionlastige Prinzip, welches durch die ständig nachwachsende Zombiepopulation auch etwas wiederholend und ermüdend wird, aufzupeppen. Der Ausbau einer eigenen Basis wäre eine tolle Möglichkeit gewesen. Dort könnte man auch gleich überflüssige Gegenstände verbergen, die im späteren Spielverlauf zum Problem werden können: Das Inventar ist zu klein für die Vielzahl an Einzelteilen, die man während der Erkundungstour aufsammeln kann. Zumal zu Beginn nicht klar ist, welche Gegenstände später eine wichtige Verwendung finden werden, weil die Anleitungen zum Bau von Waffen ebenfalls erst gefunden werden müssen. Zwar "vergisst" das Spiel nie Gegenstände, die man irgendwo ablegt, aber sich nach mehreren Stunden Spielzeit an die Position des Reifens zu erinnern, den man nun für eine bessere Rüstung benötigt, ist nicht einfach.

Molotov-Cocktails helfen nicht gegen verschlossene Türen.Übersicht der erstellbaren Waffen und zugehöriger Munition

Während Grafik und Ton gehobenes Spielniveau bedeuten, also eine gute Mischung aus Comic und Realität vermitteln, ist die inhaltliche Gestaltung von "How To Survive" etwas trashig angelegt: Sämtliche Charaktere sind schablonenhaft und die Geschichte gelinde ausgedrückt "leichtgewichtig", als ob das Budget gerade dort erschöpft war, als es mit der Ausarbeitung der Handlung losging. Hintergründe und Schicksale der Personen sind kaum von Belang, nur für den Schlussgag wird ein Teil der flachen Geschichte noch einmal ausgebuddelt. Der deftige Humor überdeckt die sehr seltenen ernsthaften Horror-Elemente: Beim Wechsel von Tag zu Nacht gelingt es dem Spiel nicht, seine unbeschwerte Karibik-Atmosphäre gegen Nervenkitzel einzutauschen. Zwar tauchen kriechende Geschöpfe aus der Dunkelheit auf, diese fürchten sich aber mehr vor dem Licht der Taschenlampe als der Spieler vor ihnen. Schon bald sind sie keine ernstzunehmenden Gegner mehr.

Damit ist auch eine der größten Schwächen des sonst kurzweiligen Spiels genannt: Nur wenige Momente lassen den Spieler Gefahr spüren, weil Munition und Vorräte in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Erst im Iron Man-Modus wird jeder Kampf zur schweißtreibenden Klick-Orgie. Auch der 10-stufige Challenge Mode kann noch einige Herausforderungen generieren. Er kann mit insgesamt zwei Spielern lokal am PC absolviert werden. Wer darüber hinaus Lust hat, noch etwas mehr Zeit zu investieren, kann das im Multiplayer-Matches tun.

Im Unterschlupf treffen wir auf Carol.Kleine Bunker wie dieser lockern die Insellandschaft auf.

"How To Survive" bietet gute Ansätze, nutzt das Zombie-Thema dabei allerdings nicht für gute Schreckmomente, sondern lediglich als Aufhänger für ein actionreiches Szenario. Das Spiel macht Spaß und bietet eine dem Kaufpreis von ca. 10 Euro angemessene Spielzeit. Die Freigabe ab 18 Jahren erklärt sich mit den vergleichsweise brutal inszenierten Zombie-Ableben, für die man im mitunter hektischen Spielverlauf aber nicht immer Zeit haben wird.
Eine zukaufbare Erweiterung, welche für jede Figur Feuermunition und einen feuerfesten Anzug bereitstellt, ist pro Figur für 1 € zu haben. Man kann das Spiel allerdings auch gut ohne diesen DLC genießen.



Zurück zum Inhalt Bildergalerie
Schrittweise Einführung in die Steuerung (Tooltip links unten) und das Spielkonzept (gelbes Buch direkt vor Figur).
Sämtliche auffindbare Überlebenshinweise werden von einem kurzen Video begleitet, ...
... deren Stil einem Lehrvideo entlehnt ist.
Kovac hat Humor!
Artistische Einlage für den Zombie-Abschuss.
Auch Zombies können fliegen!
Das erste größere Grüppchen mümmelt an einem Kadaver.
Aus dem Werbevideo zur Heilung von Verletzungen.
Machete durch den Rücken in die Brust - seltsamerweise reicht das dem Zombie bereits.
Pfeile haben den großen Vorteil, dass man sie wieder einsammeln kann ... *igitt*
Bald ist's aus mit der Lagerfeuerromantik unter Zombies!
Das Rotwild rechts unten wird für einige Nebenmissionen benötigt - also anschießen und dann anhand der Blutflecken verfolgen!
Kovac tritt zum 1. Mal persönlich in Erscheinung.
Der Spieler bekommt eine Einweisung von Kovac, mittlerweile zur Nachtzeit.
Getrunken werden kann nur aus markierten Brunnen.
Das leider stets überfüllte Inventar enthält Proviant, Waffen, Munition und Heilkräuter.
Das kleine Düngerlager oben wird später zur Herstellung von Sprengstoff benötigt.
Kovacs Trainingsparcour mit noch untoten Zielen.
Wasserleichen im nächtlichen Hafen.Die Nacht steht kurz bevor, der Himmel färbt sich rot.
Die "unfertige Kettensäge" wird bald in Aktion zu erleben sein.
Wenn sich der Bildschirm zu sehr rot färbt, ist das ein Anzeichen für den verlorenen Überlebenskampf des Spielers.
Nebenquest: Wenn das mal gut geht!
Eine Horde Zombies hat Witterung aufgenommen ... schnell weg hier! (incl. linienförmige Grafikfehler)
Dieser Teil vom Sumpf ist noch sicher, später muss man auf Piranhas acht geben.
Sobald der Gleiter repariert ist, geht's zur letzten und größten Insel.
Eigentlich müsste sich auch das Wasser blutrot färben.
Der alte Mann möchte fliehen, nur funktioniert das Flugzeug noch nicht und kein Pilot ist in Sicht.
Der Landeplatz des Gleiters enthält einige nützliche Gegenstände.
Die meisten Aktionen werden mit F ausgeführt: Gegenstände aufnehmen und Personen ansprechen.
Diese hochgewachsenen Zombies vertragen eine extra Portion Blei.
Die Spielfigur kriecht, ist demnach schwer verletzt.
Die Federn dieser scheuen Vögel eignen sich hervorragend zum Pfeilbau.
Kovacs Aussichtsposten.
Die Grafikeffekte des Spiels sind nett anzusehen.
Auch die Beleuchtung bei Nacht macht einiges her - allerdings kaum Spannung.
Unschärfefilter während einer wummernden Sprengung.
Abhängig vom Gegnertypen gibt es beim Erlegen Erfahrungspunkte.
Ein dicker Sprengzombie - bitte von Weitem ausschalten!Die Überreste eines missglückten Fluchtversuchs?
Abschreckend, aber unerklärlich: Wer baumelt dort aus welchem Grund?
Die Kettensäge hat ganze Arbeit geleistet!
Blutverschmiert steigt Abby ins Bett.
Sanchez ist Pilot - allerdings ständig stockbesoffen.
Mittig ein übergroßer Boss-Gegner, der mit seinen Pranken tiefe Furchen hinterlässt.
Molotov-Idylle bei Nacht.
Zombie-Invasion. Glücklicherweise lichten die Spreng-Zombies die gegnerischen Reihen.
Das Flaschensymbol (links oben) markiert Durst.
Wenn es nicht so blutig wäre, könnte es auf dieser Insel so schön sein.
Zurück auf der Anfangsinsel. Rechts oben wartet eine ganze Horde an Zombies, teilweise gepanzert.
Solange nichts an der Wasseroberfläche gluckert, sind wir sicher!
Übersicht des Zustands der Figur inkl. Attribute und Rüstung. Bei Level 15 ist Schluss!
Brandmunition im Einsatz.
Letzte Mission: Schnell zurück zum Flugzeug.
Ausschnitt aus dem Outro.
Kurzeinführung zum Challenge Mode als Video.
Der Kopf des Zwischengegners in Challenge 2 bietet kaum noch eine freie Stelle für weitere Pfeile.
Wer mit dem Feuer spielt ...



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