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Zombie Survival Guide, Der - Überleben unter Untoten (Erstausgabe)

Autor:Max Brooks
Autor:Max Brooks
Verlag:Goldmann
ISBN/EAN:3442458099
erschienen:November 2004

Sprache:Deutsch
Format:Softcover, A5
Seiten:315 Seiten (teilweise s/w illustriert)

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Der "Zombie Survival Guide" ist der Schlüssel zur erfolgreichen Abwehr von Untoten, die eine ständige Bedrohung für den Menschen darstellen. Mittels hilfreicher Illustrationen und umfassender Informationen deckt dieser Überlebensführer das ganze Spektrum möglicher Angriffs- und Abwehrtechniken ab. Er gibt Ratschläge zu zombiesicherem Wohnen, erläutert Physiologie und wichtige Verhaltensmuster von Zombies und beschreibt die wichtigsten Utensilien gegen diese hinterhältigen Gegner.


(Inhaltsangabe der Veröffentlichung entnommen)
Ich bin mir ziemlich sicher: Falls irgendwann doch einmal in der Hölle kein Platz mehr ist (wahrscheinlich) und die Toten auf die Erde zurückkehren (unwahrscheinlich), sind es die Horrorfans, die sich Dank - im Nachhinein doch lehrreichen - exzessiven Konsums gewalttätigen Filmschundes wohl am besten verteidigen könnten.
Genug Beispiele, wie man sich besser NICHT verhalten sollte, zeigt eigentlich jeder dieser Genrebeiträge auf: Falls man sich also einmal in einer von Zombies besiedelten Geisterstadt aufhalten sollte - ein Kurzhaarschnitt ist in diesem Fall besonders angebracht! Macht man gerade Karibikurlaub - als Kenner weiß man, dass man nicht unnötig Rast auf Soldatengrabstätten machen sollte und aus Holz gebaute Kirchen sich nicht wirklich mit flammenden Wehrsetzungen vertragen! In jeder Lage aber besonders wichtig: Der Selbsterhaltungstrieb geht ausnahmsweise sozialem Miteinander vor. So sollte man sich - auch wenn es weh tut - von infizierten Angehörigen in verbarrikadierten Einkaufszentren trennen können, will man nicht, auf engsten Raum gedrängt, schnell deren unrühmliches Schicksal teilen. Wie gesagt: Hintergründige Tipps fürs Überleben findet man in jedem Zombiefilm, ist aber dort doch der Unterhaltungs- dem Lehrwert klar übergeordnet. Insofern sollte sich jeder Zombiefreund, der sich seiner eigenen Meinung nach noch so gut mit dem Thema auskennent, diesen Überlebensführer zulegen. Ihr werdet überrascht sein, was ihr noch nicht wusstet ...

Wie ich vor kurzem in einen "Spiegel"-Interview mit Schlagerschleimer Christian Anders las (lieferte den Soundtrack zu Interner Link"Hexen bis aufs Blut gequält" und debütierte als Regisseur in der filmischen Granate "Brut des Bösen", in der er zudem als cholerischer Kampfsportlehrer seine wohl begnadetste Rolle ablieferte), ist dieser felsenfest davon überzeugt, dass Aids aus dem Reagenzglas stammt - warum sollte also nicht auch irgendwann das perfide Militär einen Zombie-Virus züchten? Wer weiß was die Zukunft an biologischen Kampfstoffen noch so mit sich bringt - ohne schlafende Hunde wecken zu wollen. Inspiriert werden könnten Wissenschaftler jedenfalls von der Einleitung des "Zombie Survival Guide", der umfangreich dieses Virus vorstellt. Wie die Untoten "funktionieren", sprich welche Sinne sie noch nutzen, wie ihr Organismus funktioniert und welche Verhaltensmuster sie aufweisen, wird folgend erklärt. Danach widmet sich Max Brooks, Sohn des begnadeten Komödianten Mel Brooks, einem bisher inadäquat gelösten Problems - dem Aufzeigen von sinnvollen Verhaltensweisen bei einem möglichen prä-apokalyptischen Szenario, in dem die Toten wieder auferstehen. In den folgenden rund 270 Seiten werden an Hand verschiedener (Über)Lebensbereiche detaillierte Schilderungen gegeben, mittels derer der Mensch seine Überlebenschancen immens steigern kann.

Quantitativ recht umfangreich, ist der "Zombie Survival Guide" in erster Linie eine recht gelungene Parodie auf die in den USA zahlreichen Überlebensführer, die wohl jedes auch noch so unwahrscheinliches Katastrophenszenario abzeichnen und daraufhin versuchen Überlebenslösungsvorschläge anzubieten. Sicherlich dürfte der mit solchen Führern geradezu überflutete Amerikaner mehr die parodistischen Züge dieses Buches erkennen und honorieren, aber auch fernab der Landesgrenzen - sicherlich aber vor allem für jeden in der Welt residierenden Horrorfreak - ist der "Zombie Survival Guide" ein gut konsumierbares und vor allem unterhaltsames Lehrbuch. Wenn man auch eine Menge Sitzfleisch braucht ...

Denn geradezu jeder literarische Pulsschlag wird hier aufgezeichnet: Die Kapitel Waffen- und Kampftechniken, Verteidigung, Flucht, Angriff und Leben in der Welt der Untoten nochmals in dutzende Unterkategorien (u.a. Nahkampf, Sprengstoffe, Rüstung, Privaträume, öffentliche Gebäude, Fahrzeuge, Geländearten) unterteilt. So erfährt man z.B. dass eine Kettensäge im Nahkampf sehr effizient, ihr Transport jedoch auf Grund von Gewicht und ausreichender Vorratshaltung von Benzin nicht für unmotorisierte Flüchtlinge sinnvoll ist; Krankenhäuser als Zufluchtsort wenig taugen - da Verletzte meist dort als erstes eingeliefert werden oder riesige Wassertürme für mit Munition gut bestückte Jäger eine gute Plattform bieten, um die nähere Umgebung ausreichend zu säubern. Wirklich: Im Falle eines Falles weiß man ALLES über seine Überlebenschancensteigerung!

Schwarz-weiße Zeichnungen erläutern in regelmäßigen Abständen Vorgehensweisen, Bauanleitungen oder Handhabungen. Explizite Bilder und Schilderungen, wie beispielsweise welche Waffe auf welches Körperteile wirkt und sich die dementsprechende Organismusaufrechterhaltung verhält, bleiben aber außen vor - in geradezu nüchterner Weise wird hier das sonst so rot getränkte Thema Zombies abgehandelt. Das mag im Kontext stehend stellenweise etwas langweilig sein, "passiert" doch nichts, kann man auch nicht wirklich die Tipps in die Praxis umsetzen. Genrekenner sehen jedoch nach Konsum des Guides etwaige Verhaltensmuster von Protagonisten ihrer Lieblingsfilme in anderem Licht - wissen zumindest theoretisch, wie sie sich in der jeweiligen Situation zu verhalten hätten. Nützt wenig, macht aber dennoch Spaß. Wer sich dann bis zum Ende "durchgequält" hat - die Detailverliebtheit ist geradezu enorm - , wird mit einem Abschnitt "Überlieferte Angriffe" "belohnt", der von zahlreichen "echten" Zombieangriffen berichtet. Geheimen Berichten zu Folge blieb auch Deutschland nicht verschont. Möge das "worst case"-Szenario kommen - ich bin gerüstet!

Trotz dieser Kritikpunkte alles in allem aber eine Empfehlung für gestandene Zombiefreunde. Die sollten den meisten Spaß mit dem "Zombie Survival Guide" haben - allen anderen dürften die 8 € und die fürs Schmökern aufzuwendende Zeit zu schade sein!


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