Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover

Inferno Italia - Der italienische Horrorfilm

Autor:Louis Paul
Autor:Louis Paul
Verlag:Bertler + Lieber
ISBN/EAN:3-9804272-5-0
erschienen:September 1998

Sprache:Deutsch
Format:Hardcover, A4
Seiten:264 Seiten, s/w (inkl. 16 Farbseiten)

Bestellmöglichkeit
Der italienische Horrorfilm. Die Geschichte. Die Genres. Die Regisseure. Die Filme.

Ausführliche Bios, Hintergrundinfos und detaillierte Filmografien zu Italiens 10 größten Horror-Regisseuren: Dario Argento, Lamberto Bava, Mario Bava, Lucio Fulcio, Umberto Lenzi, Antonio Margheriti, Ruggero Deodato, Bruno Mattei, Joe D'Amato, Michele Soavi. Ferner werden noch 30 weitere prägende Regisseure und ihre Filme vorgestellt.
Der komplette Überblick über alle wichtigen Genres: Giallo-Thriller, Kannibalenfilme, Mondos, Zombie-Schocker, Endzeitfilme, Frauengefängnisfilme, Science-Fiction, Okkultismus, Nunploitation ...
Alle Filme mit detaillierten Hintergrundinformationen und Inhaltsangaben. Über 500 (teilweise farbige) Fotos, darunter viele seltene, teilweise noch nie publizierte und spektakuläre Aufnahmen - Ein Augenschmaus für jeden Horrorfan!

Ausführliches Filmregister mit vielen Alternativtiteln!


(Inhaltsangabe der Veröffentlichung entnommen)
Im dicken Hardcover mit fast 250 Seiten kann "Inferno Italia" vielleicht nicht mit dem quantitativen Umfang üblicher Enzyklopädien mithalten, Louis Pauls Auseinandersetzung mit dem italienischen Film liegt dafür aber qualitativ weit vorn. Das beginnt schon mit der hochwertigen Auswahl von Abbildungen bestehend aus seltenen Fotos, Plakaten und Aushangmaterial, die auf zwei Abschnitten à 8 Seiten sogar farbig abgebildet sind und Sammler sicherlich erfreuen werden. Hier profitiert das Buch deutlich vom großen Fundus des österreichischen Sammler und Archivars Harald Dolezal, der sich nicht scheut, auch explizites Material einzubringen. Auch textlich begibt man sich auf ein weitaus höheres Niveau als simple Faktenaufzählungen und Inhaltsangaben. Bevor auf etwa 12 Seiten die Historie des italienischen Filmes angerissen wird, sind neben der Einleitung des Autors kurze Einführungen von Regisseur Jess Franco und Lucio Fulcis Tochter Antonella abgedruckt, die die jeweiligen Sichten auf das Genre widerspiegeln.

Um dem Leser die (leider verebbte) Vielfältigkeit der italienischen Filmindustrie näher zu bringen, folgen knapp 50 Seiten, die den einzelnen Genres zugeordnet sind und neben Erläuterungen zu den Hintergründen der jeweiligen Unterart die wichtigsten Filme ansprechen, natürlich chronologisch geordnet und mit Inhaltsangabe und kurzen Statements versehen. Wer hier seitenweise Filmkritiken und Abhandlungen zu Genre-Werken sucht, wird mit diesem Buch leider nicht fündig, denn viel Platz steht nicht zur Verfügung, um ins Detail zu gehen. Trotzdem ist die Leidenschaft fürs italienische Kino der Vergangenheit in beinahe jeder Zeile zu spüren, wobei die Betrachtungen gern auch kritisch sind, schließlich war nicht jede Produktion ein Kracher. Dafür geht man aber auch auf jedes phantastisch relevante Genre ein und beschränkt sich nicht nur auf Gialli, Science Fiction-, Alien-, Kannibalen- und Zombie-Filme, sondern behandelt auch Randgruppenerscheinungen wie Nun- oder sexploitation, die Sandalenfilme und die Mondos. Einsteiger mögen durch das Anreißen von hunderten Filmen, ihrer Darsteller und Macher etwas überfordert sein, daher denk ich, dass sich dieses Buch gerade an die richtet, die nach bisher unentdeckten Exemplaren suchen, auch wenn hierbei keine Garantie auf Vollständigkeit besteht.

Den Löwenanteil am Inhalt macht aber der separate Teil über die großen Regisseure aus. Paul wählte 10 Meister aus und widmeten jeden von ihnen ein einzelnes Kapitel, in dem er sowohl auf den biografischen Werdegang als auch das filmische Schaffen jedes Einzelnen eingeht. Der Informationsanteil ist hier mit längeren persönlichen Einschätzungen und Hintergrundinformationen sehr groß und es gibt auch keine Überschneidungen mit Vorangegangenen. Hier fallen Namen wie Lenzi, Bava, Fulci, Deodato, D'Amato, also Größen, die jeder Filmfan sicherlich schon einmal gehört bzw. deren Werke er gesehen hat, aber auch die etwas weniger präsenten bzw. unbekannteren, aber nicht weniger wichtigen Vertreter werden im Anschluss auf etwas kürzeren Abschnitten behandelt und vorgestellt.

Abschließend erlaubt sich Filmhistoriker Paul noch eine Prognose des aktuellen filmischen Outputs aus dem Stiefelland, wohlgemerkt im Jahre 1998, in der der Niedergang dieses einst blühenden Filmstands sich zwar schon längst abgezeichnet hatte, aber noch kleinere Hoffnungsschimmer bestanden. Natürlich sind alle Filmtitel über ihren deutschen, Original- und Alternativtitel im Anhang zu finden.

Zwar kann "Inferno Italia" nicht mit dem grandiosen "Das Wilde Auge" mithalten, gehört aber zu den besseren und leider auch wenigen Vertretern, die beweisen, wie unterhaltsam das nicht ausschließlich dem Horrorfilm zuzuordnende italienische Kino sein kann. Gegenüber dem eher durchschnittlichen oder sogar unterdurchschnittlichen Angebot an Film-Phantastik-Literatur sogar eine kleine Perle, denn hier stimmt sowohl die Herangehensweise, der Inhalt als auch die Auswahl der Themen. Der Originalpreis scheint mit 69 DM (ca. 35 €) etwas hoch angesetzt, mittlerweile sollte das 1998 erschienene Werk aber schon ab 25 € zu haben sein. Es lohnt sich!


+++++-





Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.