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Nationalsatanist (1.Auflage)

Originaltitel:Nasjonalsatanisten
Autor:Erlend Erichsen
Autor:Erlend Erichsen
Verlag:Edition Phantasi
ISBN/EAN:3937897518
erschienen:2012-09-30

Sprache:Deutsch
Format:A5
Seiten:189 Seiten

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Runar ist ein begeisterter Fan des Black Metal. Bei Konzertbesuchen findet er Kontakte zu der Szene. Zusammen mit charismatischen Vinterblod gründet er eine Band und gerät immer tiefer hinein in einen tödlichen Sumpf aus Hass, Gewalt und selbstzerstörerischem Verhalten, bis zu einem Punkt, an dem es vielleicht nicht mehr möglich ist, auszusteigen ...


(Inhaltsangabe der Veröffentlichung entnommen)
Autor und Ex-Gorgoroth Drummer Erlend Erichsen veröffentlicht mit "Nationalsatanist" seinen ersten Roman, der - wie sollte es auch anderes sein - in der Welt des Black Metal angesiedelt ist und erzählt die Geschichte von Runar, der sich mit dem charismatischen wie gefährlichen Vinterblod anfreundet. In Erichsens Geschichte gründen beide die Black Metal-Band "Stormvold" und Runar nennt sich vortan Ljåvold. Erichsen beschreibt den interessanten Werdegang der beiden in einer Szene, in der Hass, Gewalt und Leidenschaft miteinander verschmelzen. Runars Freund ist in seiner Weltanschauung so extrem, dass jeder, der nicht seinem Willen entspricht, als Feind betrachtet wird. Wer nicht für ihn ist, ist grundsätzlich gegen ihn und dabei macht er auch vor Gewalt nicht halt. Auch Runar wendet sich schnell von der "normalen" Gesellschaft ab, und irgendwann wird auch die Musik immer mehr zur Nebensache. Doch im Gegensatz zu Vinterblod kann Runar sich niemals ganz von seinen Freunden und seiner Familie abgrenzen und sitzt zwischen den Stühlen der so verachteten Gesellschaft und dem geliebten Black Metal.

Leider muss man Erichsen ankreiden, dass er alles ist, aber kein guter Autor. Zwar ist die Geschichte durchaus lesenswert und interessant, wird Szene-Fremde aber eher abschrecken als sie ihnen nahe zu bringen. Zu Beginn ist die Geschichte und Erzählstruktur sehr zäh und langatmig. Spannung wird kaum erzeugt und der schlechte und sehr einfach gehaltene Schreibstil machen das Buch schwer zugänglich. Zwar versucht Erichsen auf sein eigenes Leben Bezug zu nehmen und geht auf den Besuch eines Gorgoroth-Gigs ein, behandelt Gewalt, Mord und Kirchenbrandstiftung, schneidet aber alles nur am Rande an und verpasst es, in die Tiefe zu gehen.
Szene-Unerfahrene wünschen sich mehr Erklärungen, mehr Einblicke in die teilweise abstruse Gedankenwelt der Personen. Mir fehlt das Wieso und Warum der durch und durch elitären Szene. Aber das aufzuzeigen vermag sicherlich kein Drummer, der mal kurz ein Buch tippt. Erichsen hätte sich Hilfe von einem erfahrenen Autoren holen sollen, um den einfachen Schreibstil etwas aufzufrischen und den Themen Black Metal und Gewalt mehr Inhalte bzw. Facetten zu verleihen. Das Thema NSBM wird komplett außen vor gelassen und wird dem Titel des Buches von daher nicht gerecht. Hier wäre mehr Philosophie angebracht gewesen.

Der Leser will die Beweggründe verstehen, Black Metal spüren. Erichsen hatte durchaus die Möglichkeit, die Szene zu erklären, vielleicht sogar mit einigen Vorurteilen aufzuräumen, doch er scheitert am unausgereiften Konzept, einer langatmigen Erzählstruktur und der fehlenden Konsequenz, ein "richtiges" Buch über den Black Metal zu schreiben. Von jemanden, der den Black Metal angeblich gelebt hat, erwartet nicht nur ein Black Metaller deutlich mehr als 189 Seiten nette Unterhaltung.


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