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George A. Romero und seine Filme (1. Auflage)

Autor:Georg Seeßlen
Autor:Georg Seeßlen
Verlag:Edition Phantasia
ISBN/EAN:978-3937897370
erschienen:25.01.2010

Sprache:Deutsch
Format:Hardcover, A5
Seiten:368 Seiten (s/w)

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Georg Seeßlen analysiert George A. Romeros Filme und präsentiert faszinierende Einblicke in die Welt des eigenwilligen Genies, das als unabhängiger Filemacher und Produzent fernab von Hollywoods Zwängen ein Meisterwerk nach dem anderen produziert.


(Inhaltsangabe der Veröffentlichung entnommen)
George A. Romeros Filme muss man heutzutage keinem Horrorfilm-Liebhaber mehr erklären - auch wenn es immer noch gern getan wird. Der Fan wird eher früher als später auf die (ursprüngliche) Interner LinkZombie-Trilogie des amerikanischen Independent-Regisseurs stoßen, die in Deutschland zum Teil auf Grund der Zensurthematik einen schweren Stand hat und deswegen auch in diesem Jahrtausend noch nicht das Mainstream-Publikum erreichen konnte - trotz zahlreicher Neuverfilmungen und Remakes. Die Filmkritik dagegen hebt auch gern Romeros etwas unbekannte Produktionen wie Interner Link"Martin" und Interner Link"The Crazies" hervor, die die kritischen Ansätze des Regisseurs aus Pittsburgh ebenso widerspiegeln wie sein wohlbekannter Interner Link"Dawn Of The Dead". Geschrieben wurde über den Regisseur und folglich über einzelne Werke oder auch seine komplette Filmografie bereits sehr viel, schließlich gilt er als Urvater des modernen Zombie-Films.

Zum 70. Geburtstags des in Fankreisen als Großmeisters Geltenden veröffentlicht Georg Seeßlen eine umfassende Analyse über Romero und dessen Werk. Von Seeßlen, der sich u.a. als Autor in deutschsprachigen Fach- und Tageszeitschriften zum Thema Film im Allgemeinen und phantastischen Film im Speziellen verdingt gemacht hat, darf man dabei natürlich einiges mehr erwarten als nur die übliche Aneinanderreihung von Hintergrundinformationen und Reviews.
Der Beweis erbringt bereits das einleitende Kapitel ("Vorbemerkungen"), in dem der Autor die Definition des Begriffs "Horror" herleitet, indem er ihn die Evolution von den Urängsten hin zum Zelluloidgrusel durchlaufen lässt. Bereits hier wird deutlich, dass sich das Buch nicht dafür eignet, in einer freien Minute anhand des umfangreichen Stichwortverzeichnissen "anzulesen". Es bedarf Aufmerksamkeit, um der Fülle an Ideen, die Seeßlen in komprimierter, aber gut verständlicher Form zu Papier gebracht hat, folgen zu können, um sie zu verarbeiten und für sich zu verifizieren. Denn das Buch enthält keinen einzigen Füllsatz, kein verschwendetes Wort, sondern ist von der ersten bis zur letzten Seite darauf ausgelegt, dem Leser ein intensives, breit gefächertes Spektrum an Gedanken zum Filmemacher Romero und dessen Kunst aufzubereiten.

Dazu gehört neben Lebensläufen zum Regisseur und zum Genrekino im Allgemeinen ("Von Pittsburgh nach Zombieville") natürlich die Vorstellung der Filme. Seeßlen hebt dabei nicht nur die "Zombie"-Filme hervor, sondern kann sich auch für die weniger beachteten Werke wie Interner Link"Martin" und "Monkey Shines" begeistern. Es wird sehr genau erörtert, wie Romeros Filme als zutiefst logische Reaktion auf das damalige Zeitgeschehen entstanden, wie Romero den ursprünglichen Zombie- bzw. Voodookult, dem im Buch ein eigenes, sehr interessantes Kapitel gewidmet wird, mit seinen Kreaturen um eine Dimension des Schreckens erweiterte und schließlich das Genre prägte, das es vor Interner Link"Night Of The Living Dead" bereits gab, aber erst mit diesem Film ein Markenzeichen verpasst bekam. Seeßlen spricht hier gern von der Romero'schen "Matrix", die dank ihrer Komplexität den Weg für jede Menge weiterer Genrewerke ebnete, auch wenn nur wenige Filmschaffende in der Lage waren, sie zu entschlüsseln. Dabei kommt er natürlich auf diese B- und C-Filme zu sprechen, z.B. die italienischen RipOffs und die US-amerikanischen Nachzügler, die er in vier Kategorien einordnet. Auf wenigen Seiten wird außerdem ein interessanter Überblick über Komödienklassiker wie Interner Link"Return Of The Living Dead" bis hin zu trashigen Retro-Randproduktionen wie Interner Link"I Was A Teenage Zombie" geliefert.
Der Blick beschränkt sich allerdings nicht nur auf das Medium Film, sondern es werden auch Comics und Computerspielumsetzungen angerissen, indem deren Nähe zur Vorlage bzw. Relevanz zur Sprache kommt. Abgeschlossen wird das Anfang 2010 veröffentlichte Buch mit einer Zusammenfassung von Romeros erzählerischen Stil, einer Gegenüberstellung mit der Freudschen Psychoanalyse und schließlich ein kurzer Blick auf die Kinder der Interner Link"Dead"-Reihe: die zahlreichen Neuverfilmungen und von Romero inspirierten Ableger, an denen Romero je nach Machart mehr oder weniger Gefallen fand bzw. finden könnte.

Dass "George A. Romero und seine Filme" keine Abbildungen besitzt und auch sonst nicht illustriert ist, wird dem geneigten Leser nicht stören, schließlich gibt es bereits jede Menge reichhaltig bebilderte Literatur zu diesem Thema. Dafür darf man sich über eine Analyse freuen, die diese Bezeichnung wirklich verdient hat: Seeßlen setzt (nicht ausschließlich) Romeros Filme in Bezug zu sozialen, kulturellen, religiösen und philosophischen Themen und Gedankengängen und liefert damit ein fundiertes, 350-seitiges Lesewerk ab, welches ebenso tiefgründig wie einzigartig ist und deswegen jeden anspruchsvollen Horror-Zuschauer bzw. -leser empfohlen werden darf.


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