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Classics Of The Horror Film - From the days of the Silent Film to The Exorcist (7. Auflage)

Autor:William K. Everson
Autor:William K. Everson
Verlag:The Citadel Press
ISBN/EAN:0-8065-0900-7
erschienen:Juni 1995 (1. Auflage 1975)

Sprache:Englisch
Format:Paperback, DIN A4
Seiten:246 Seiten (s/w)
  1. Introduction
  2. The Silents: The Phantom Of The Opera, The Magician, Sparrows, The Wizard, The Man Who Laughs, Dr. Mabuse
  3. Frankenstein - and Successors
  4. Vampyr
  5. Murder by the Clock
  6. Dr. Jekyll and Mr. Hyde
  7. Freaks
  8. The Old Dark House
  9. White Zombie
  10. The Mummy
  11. Mr. X
  12. King Kong
  13. Mystery of the Wax Museum
  14. Murders in the Zoo
  15. Island of Lost Souls
  16. The Ghoul
  17. The Black Cat
  18. Mark of the Vampire, London After Midnight
  19. Mad Love
  20. The Black Room
  21. The Walking Dead
  22. The Man Who Changed His Mind
  23. The Devil Doll
  24. The Devil Commands
  25. Man Made Monster
  26. The Night Has Eyes
  27. Dr. Cyclops
  28. Two Ghost Classics: The Uninvited, Dead of Night
  29. The Lady and the Monster
  30. Strangler of the Swamp
  31. The Body Snatcher
  32. Cat People: Night Of The Demon, Curse Of The Cat People
  33. A Last, Furtive Look Around
  34. Vampires
  35. Werewolves
  36. Edgar Allan Poe
  37. Madness
  38. Old Houses
  39. Hauntings and Possession



(Inhaltsangabe der Veröffentlichung entnommen)
Auch wenn es mehr Bücher über den modernen als den klassischen Horrorfilm gibt, hat man doch eine gewisse Auswahl, wenn es um die zeitgeschichtliche Aufarbeitung dieses phantastischen Genres gibt. "Classics Of The Horror Film" ist dahingehend eine interessant Wahl, dass er von einem Veteran dieses Bereichs verfasst wurde: Der 1929 in England geborene William K. Everson arbeitete bereits als Jugendlicher für die Filmindustrie und schrieb Kritiken. Seine Begeisterung insbesondere für den Stummfilm führte ihn dazu, über die Jahre hinweg mehr als 4000 Filme anzusammeln, die für die Studios keinen Wert mehr hatten und deswegen vielleicht für immer verloren gegangen wären.
Man muss bedenken, welche Bedeutung diese Sammlung hat, denn zur damaligen Zeit gab es weder DVD, noch Video, noch Fernsehen. Filme, die im Kino weniger erfolgreich ausgestrahlt wurden, waren von den Studios oft abgeschrieben - eine zweite Auswertungsmöglichkeit durch eine Wiederaufführung in den Kinos wurde nur selten wahrgenommen. In den 1950er Jahren gründete Everson zusammen mit weiteren Liebhabern des Kinos die "Theodore Huff Memorial Film Society", eine Vereinigung, die in Vergessenheit geratene Werke zum filmhistorischen Zweck vor einem Publikum von Gleichgesinnten zeigte. Jene Zuschauer waren nicht selten selbst Filmschaffende oder spätere Filmhistoriker, die in den sehr seltenen Genuss kamen, die Qualitäten der Klassiker selbst noch einmal zu erfahren - schließlich konnte nicht jeder von ihnen bereits in den 1920er Jahren Genre-Meilensteine wie "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" miterleben.

Everson hatte dank seiner frühen Begeisterung für den Film die Gelegenheit, die Ursprünge des Horrors auf Zelluloid "unverbraucht" mitzuerleben. Seine Eindrücke vermittelt er auf knapp 250 reich bebilderten Seiten. Im ersten der insgesamt 39 Kapitel erläutert er, was er unter einem Klassiker versteht bzw. distanziert sich vom mittlerweile inflationären Gebrauch dieser Wertschätzung. Exemplarisch zeigt er auf, wie Horror seiner Meinung nach funktioniert; dass die Suggestion die größten Schreckgespenste im Kopf des Zuschauers zu wecken vermag, ohne dass die Leinwand diese bildlich wiedergeben muss. Er beschreibt in wunderbaren Worten die Verbindung zwischen Ton und Bild, und die sich daraus ergebenden Unterschiede für den Stummfilm.

In den folgenden Kapiteln ziehen sich diese Beobachtungen fort, werden aber konkretisiert, wenn der Autor anhand von einzelnen Szenen die Magie des Filmes auf den Leser überträgt und dabei immer versucht ist, die Kunst des Gruselns zu analysieren. Neben einigen wirklich interessanten zeitgeschichtlichen Angaben werden auch Verbindungen der Darsteller und Regisseure kompakt in die Texte eingewoben.
Dass Everson ein leidenschaftlicher Kinogänger ist, merkt man seiner fesselnden Schreibweise an. Er lässt es sich aber nicht nehmen, sämtliche Filme auch kritisch zu beäugen: Somit ist mancher Klassiker in seinen Augen lediglich das Resultat eines gehobenen Produktionsstandards, das trotz der Möglichkeiten des Budgets nur Mittelmaß auf die Leinwand bringt, während andere, weniger beachtete Werke seiner Meinung nach eher den Begriff "Klassiker" verdienen. Einen klaren Verriss wird man allerdings nicht zu lesen bekommen, da es weniger die Absicht des Autors war, Filme zu kritisieren, als ihre Besonderheiten hervorzuheben, um sie einem jüngeren Publikum schmackhaft zu machen.
Dass Everson bis dato kein großer Freund von effektheischenden Filmen der Marke Hammer war, lässt er klar im Text heraushören und begründet dies mehrfach. Beispielsweise gibt er im letzten Kapitel an, dass Interner Link"Der Exorzist" zwar ein großartiger Film ist, der sich allerdings etwas hinter seinen Effekten versteckt. Trotzdem behandelt er jede Gattung Film mit dem nötigen Respekt.
Die Kapitelaufteilung folgt grob gesehen einer Zeitleiste. Dem Umstand, dass einige Subgenres wie die Monster-Filme um Frankenstein, Dracula und King Kong eine Konzentration auf einige Jahre durchlebten, entspringt zwar eine zeitliche Ordnung, mehrere Filme ähnlichen Typs wurden aber oft zu einem Kapitel zusammengefasst. Dadurch lässt sich leichter erkennen, wie die Filmindustrie in diesem lange Zeit verschmähten Genre funktionierte, wie Fortsetzungen und Rip-Offs konzipiert waren und welche Kopien ihre Originale übertrumpfen konnten.

Die erstklassige, weil großflächige Bebilderung ist ein weiteres Qualitätsmerkmal dieser Veröffentlichung. Während heutzutage oft auf Plakatmotive zurückgegriffen wird, enthält "Classics Of The Horror Film" vor allem Szenenbilder, die vermutlich zu großem Teil aus Aushangfotos bestehen und kommentiert wurden. Allein diese herrlichen s/w-Aufnahmen, die viel von der Kunst der damaligen Beleuchtung und Dramatisierung verraten, machen Lust darauf, die vorgestellten Filme anzuschauen.
Natürlich trägt besonders Eversons fundiertes Hintergrundwissen zum Gelingen seines Buches bei, das in einem gehobenen Englisch vorgetragen wird. Es ist also sinnvoll, ein englisches Wörterbuch bereitzuhalten, um die manchmal auf wenige Worte komprimierte, scharfsinnigen Bemerkungen des Autors verfolgen zu können. Wem das zu anstrengend ist, der kann auf die ab 1980 als "Klassiker des Horrorfilms" erschienene, deutsche Übersetzung zurückgreifen, die von Goldmann erhältlich ist.

"Classics Of The Horrorfilm" bietet die Vollbedienung für jeden Horror-Fan, der die Wurzeln des Genres erforschen möchte. Dass nur wenige Stabangaben vorhanden sind und das Buch mit einer ebenso kurzen, wie kritischen Besprechung zu Interner Link"Der Exorzist", dem Anbeginn eines neuen Horror-Zeitalters, schließt, sollte niemanden davon abhalten, sich diesen Eindruck aus erster Hand durchzulesen.
Eine Fortsetzung dieses Buches erschien 1985 unter dem Titel "More Classics of the Horror Film", das neben weiteren vergessenen Filmen aus den Anfangstagen des Horrorfilms auch aktuelle Werke behandelt.


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