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Road Movies - Action-Kino der Maschinen und Motoren

Autor:Adolf Heinzlmeier, Jürgen Menningen, Berndt Schulz
Autor:Adolf Heinzlmeier, Jürgen Menningen, Berndt Schulz
Verlag:Rasch und Röhring
ISBN/EAN:3-89136-019-3
erschienen:1985

Sprache:Deutsch
Format:DIN A4
Seiten:192 Seiten, s/w (inkl. 16 Farbseiten)

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Es gibt nur noch einen Ort, wo man mit Vollgas in die Freiheit starten kann: im Road Movie. In Road Movies stehen die Ampeln nie auf Rot. Die Laster und Limousinen, die Traumwagen und Trucks, die Feuerstühle, Formel-1-Boliden, Off-Road-Bolzen und Hot Rods haben immer freie Fahrt.
Road Movies sind die heißesten Action-Filme von heute. Western sind von gestern. Die Cowboys, die Abenteurer und Outlaws unserer Tage, die Fluchtfahrer, Renndriver, Aussteiger, Trucker und Rocker, haben Benzin im Blut. Ihr Wildwest ist der Highway und ihr Motto: "Besser heiße Reifen als qualmende Socken". Und wenn die Maschinen noch so hochtourig laufen, Rubber Duck, Firecat, Kowalski und Cannonball Baker bleiben cool - Sicherheit ist das größte Risiko.
Road Movies sind Filme, in denen der Traum von der Freiheit nicht mehr im Sattel, sondern auf Rädern geträumt wird. In denen die Abfahrer und Easy Rider wissen: Wer jetzt nicht losdüst, kommt überhaupt nicht mehr weg. Und vielen ist es egal, irgendwo anzukommen. Hauptsache, sie sind unterwegs, "on the road".


(Inhaltsangabe der Veröffentlichung entnommen)
Bücher können so unterschiedlich sein wie der Besuch eines Museums: In mancher Ausstellung verweilt man stunden- oder gar tagelang, um jedes Exponat genaustens inspizieren zu können und die vielfältigen Randnotizen dazu zu verfolgen. Andere leben rein von der Optik des Ersteindruckes und geben dem Besucher nur wenig Informationen mit. Wichtig ist dabei lediglich, dass dem Betrachter ein Gefühl und ein Gedankenanstoß gegeben wird, die harten Fakten kann er sich später und an anderer Stelle selbst erarbeiten.

Das bereits 1985 erschienene "Road Movies" würde, falls man diesen Vergleich umsetzt, zur letzteren Kategorie der Museen gehören. Es ist ein Rückblick auf eine Art von Kino, das sich nicht nur auf die wackeren Helden mit ihren stählernen Rossen reduzieren lassen möchte, sondern auch den Zeitgeist von jugendlichen, rebellischen Generationen verdeutlicht, die im Road Movie ihren Freiheitswunsch ausdrücken ließen. So ist das erste Kapitel auch nur bedingt mit Motorisierung im eigentlichen Sinne beschäftigt, sondern befasst sich mit den Anfängen des meist amerikanischen Road Movies, der aus dem Western entstand und sich in verschiedenste Richtungen entwickelte. Anschließend wird kapitelweise erzählt, von Männern mit Nerven aus Stahl, die ihren Lebensunterhalt auf der Rennstrecke verdienten ("Benzin im Blut - Die Helden der Rennstrecke"), von jungen Menschen, die die Straße als ihre neue Heimat auserkoren haben ("Fluchtpunkt Freiheit - Träume vom Aussteigen und Abhauen"), von PS protzenden Boliden und Sonderanfertigungen ("Hot Rods und Star-Cars - Kultobjekt Auto") und vielem mehr.

Das Buch "Road Movies" ist dabei ganz gewiss keine vollständige Enzyklopädie zum Thema, welches sich gar nicht so klar umreißen lässt, sondern ist durch den Themen übergreifenden Schreibstil mit seinen poetischen Ansätzen wie ein Ritt auf dem Asphalt selbst, bei dem die Filme lediglich kurze Stationen sind, die beispielhaft das Gefühl des Moments beschreiben sollen. Das mag anfangs etwas befremdlich sein, entwickelt sich aber immer mehr zu einer interessanten und sehr lesenswerten Angelegenheit, die sich für Leser, die die nötige Akzeptanz besitzen, auszahlen wird. Der Verzicht auf überlange Inhaltsangaben und detaillierte Analysen kann man meist durch sprachliche Dichte wettmachen, denn die Autoren benötigen nicht viele Worte, um auf den Punkt zu kommen. Dabei werden Schlüsse gezogen, die man sicherlich in dieser Art und Weise in keinem anderen Werk zum Genre finden wird.

Etwas zwiespältig ist aber die Aufmachung. Diese Aussage ist natürlich streitbar, deswegen möchte ich es erklären:
Grundsätzlich sind die Bilder absolut großartig. Anders als in vielen Publikationen wurde nicht auf Cover- oder Aushangmaterial gesetzt, sondern ausschließlich auf Szenenbilder oder Still Shots. Jedes einzelne der meist großformatigen Abbildungen ist einen genaueren Blick wert, weil es nicht nur irgendeine, sondern meist eine sehr aussagekräftige Aufnahme ist. Das macht "Road Movies" nicht nur lesenswert, sondern auch zu einem Buch, das man gern mal durchblättert, denn jedes Kapitel endet mit einer ausführlichen Bebilderung und auch im Text befindet sich bereits viele Illustrationen. Das nimmt trotz des großen Formats der Publikation einiges an Platz vom Text weg. So liest man sich vielleicht an einem kurzen Nachmittag durch das gesamte Buch, das trotzdem sehr interessant angelegt ist.

Fans des Phantastischen werden sich über die Kapitel zu den actionreichen Exploitern "on the road" und zu den verwegenen Asphalthelden freuen, die neben obligatorischen Filmen wie Interner Link"Mad Max" natürlich auch die italienische Endzeit-Exploiter-Welle mit anschneidet. Auch die Biker- und Truckerfilme bekommen ihre Widmung mittels eigener Kapitel. Interessant ist bei den aufgeführten Titeln, dass sich seit 1985, dem Erscheinungsjahr des Buches, kaum etwas in Sachen "Motoren- und Maschinenfilm" getan hat. Deswegen ist sollte das vergleichsweise hohe Alter auch niemanden daran hindern, hier einen Blick hineinzuwerfen.

"Road Movies" schließt mit einigen Farbaufnahmen (man wünschte sich, alles wäre in Farbe) und einem sehr kurzen Abriss zum amerikanischen Autokino, bevor eine alphabetisch geordnete Genre-Filmografie mit Standardangaben und Inhalt aufgeführt wird. Hier werden dann auch wenige Coverabbildungen nachgereicht. Ein Seitenregister fehlt leider. Das wäre trotz der nur kurz angerissenen Filmvorstellungen nützlich gewesen.


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