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Make Your Own Damn Movie! Secrets Of A Renegade Director (First Edition)

Autor:Lloyd Kaufman, Adam Jahnke, Trent Haaga
Autor:Lloyd Kaufman, Adam Jahnke, Trent Haaga
Verlag:St. Martin's Griffin
ISBN/EAN:0-312-28864-6
erschienen:April 2003

Sprache:Englisch
Format:Paperback E5
Seiten:352 Seiten (s/w)

Bestellmöglichkeit
Sick of all the cookie-cutter plots in Hollywood films?
Do you walk out of a movie theater and say, I can do better than that, but have no idea how?
Lloyd Kaufman, president of Troma Entertainment and creator of the The Toxic Avenger, says, Make Your Own Damn Movie!
Make Your Own Damn Movie! packs three decades of cinematic know-how into one fantastic book that shows how to take your truly independent vision form conception to completion! Make Your Own Damn Movie! is a hilarious yet informative crash course in filmmaking, written for anyone who has ever wanted to make movies but didnt know how! Using real-life examples from Kaufmans own thirty years in the business, Make Your Own Damn Movie! illustrates step by step:

  • Financing! (getting the money)
  • Scriptwriting!
  • Budgeting!
  • Getting cast and crew for no money!
  • Pre-production!
  • Production!
  • Post-production! (Finishing the movie… see, you are learning already!)
  • Marketing your own damn movie!
Using the world-famous Troma System of filmmaking and marketing-which has brought you films like The Toxic Avenger, Trey Parker’s Cannibal! The Musical, and Kevin Costner in Sizzle Beach USA, you will be making your own damn movie in no time.
In typical Troma fashion, Make Your Own Damn Movie! is both informative and entertaining. So whether you want to learn how to make movies or read about how Lloyd Kaufman convinces actors and actresses to get naked for little or no money, Make Your Own Damn Movie! is the book for you!


(Inhaltsangabe der Veröffentlichung entnommen)
Der Mann hat's wieder getan! Ein Buch verfasst, obwohl die meisten nach Anschauen seiner Filme ihm jegliches zivilisiertes Benehmen oder gar die Fähigkeiten, Worte richtig aneinanderzureihen, absprechen wollten. Und bereits mit Seite 1 zieht es uns direkt in den verrückten Zirkus rund um Lloyd und seine Crew. Denn das zweite Werk, kurz nach "All I Need To Know About Filmmaking I Learned From The Toxic Avenger" erschienen, beginnt mit *trommelwirbel* *tusch* ... Rattenscheiße! Unglaublich, wie man aus dem nicht gerade leckeren Unterfangen, als Chef des weltweit größten Independent-Studios im Keller die fiesen Nager und deren Exkremente beseitigen zu müssen, einen derart unterhaltsamen, anschaulichen Opener machen kann, der nicht ausschließlich die kruden Gelüste der Leserschaft für Kommendes aufwärmen soll, sondern fast fabelartig mit einer kleinen Weisheit endet. Ich zitiere mal den Anfang: "I was surrounded on every side by vermin, roaches and rat shit. And I wasn't even meeting with executives at Blockbuster."

Diese kleine Geschichte, das ist nicht schwer zu erraten oder gar herauszulesen, möchte dem angehenden Filmemacher vermitteln, dass man im Low Budget-Bereich oft durch meterhohe Scheiße waten muss, um der Verwirklichung seines Traumes näherzukommen. Quasi als Chef dieser Unternehmung kommt es dann auch nicht selten vor, dass jener die meiste Energie investieren muss und evtl. niedere Arbeiten selbst erledigt. Und, wie der Titel es schon ausdrückt, gerade die Fraktion der angehenden Regisseure soll diese über 300 Seiten umfassende, englischsprachige Veröffentlichung ansprechen. Aber nicht ausschließlich, denn auch mir als Endverbraucher hat die Lektüre unheimlich viel gebracht und vor allem Freude beim Lesen bereitet.

Wir erinnern uns: In "All I Need To Know ..." ging es vor allem um Troma selbst, um die Geschichte des dienstältesten Independent-Studios der Welt, um witzige Geschichten, einige Welt anschauliche Passagen und vor allem um eins: Spaß! Während "All I Need To Know ..." also den ersten Einblick in das kunterbunte Universum gab und, da bin ich mir sicher, seine Leser durch seine direkte sprachliche Art und Weise beeindruckt hat, will "Make Your Own Damn Movie" nun etwas mehr aufs Technische hinaus, indem es die kreativen Phasen einer Filmproduktion an Beispielen erläutert. Aber "Make Your Own Damn Movie" ist beileibe keine theoretische Abhandlung für Filmstudenten, in der narrative Möglichkeiten, der Einsatz des richtigen Objektivs oder die Feinheiten von Storyboards erklärt werden. Das schließt Lloyd, der den Löwenanteil des Buches beiträgt, von Beginn an aus. Seine Sicht der Dinge, die sich jeweils aus der Praxis heraus entwickelte und weniger aus der Theorie, möchte er auch handfesten Beispielen erklären, die er tatsächlich vermag zu geben.

Nach amüsanten und unverblümten Einleitungen von Trey Parker (Interner Link"Cannibal! The Musical") und James Gunn (Interner Link"Slither - Voll auf den Schleim gegangen"), beide Troma-Fans und -Involvierte für viele Jahre, und dem bereits erwähnten Rattenscheiße-Auftakt geht es direkt über zum ersten und wichtigsten Teil der eigenen Filmproduktion, der Budgetierung, oder wie Lloyd es mit dem Kapitel "Raising Money or Mastering the Ancient Art of Fellatio" umschreibt. Wie man bald merken wird, ist jede Produktionsphase die Wichtigste am Projekt und zugleich auch die Schwierigste. Lloyd motiviert immer wieder mit diesen Gedanken, erklärt aber auch, dass unabhängige Filmerei kein Zuckerschlecken ist.

Seine langjährige Erfahrung im Filmgeschäft sowohl an "kommerziellen" wie auch "künstlerischen" Produktionen lässt Lloyd in (fast) jede Seite des Buches einfließen, indem er zahlreiche Beispiele für seine Ausführungen darlegt. Wenn er erklärt, warum diese oder jene Überlegung für eine reibungslose Produktion wichtig ist, dann darf man als Leser davon ausgehen, dass die Katastrophe, die Lloyd durch Missbeachtung einer Grundregel schmerzlich erfahren musste, sofort nachgeliefert wird. Man könnte fast sagen, dass ein Großteil des Buches aus diesen meist lustigen Anekdoten besteht. Für einen Einsteiger, der die Kunst des "guerilla filmmaking" erlernen möchte, sind diese Tips aber gleichfalls einprägsam wie wichtig. Selbst der geringste Aspekt muss beachtet werden oder der Zeitplan könnte durcheinander geraten - falls nicht gehobenes Improvisationstalent sofort zur Stelle steht.

Nebenher werden beispielsweise die Aufgabenfelder und Bezeichnungen einiger Filmjobs offenbart, Techniken an den Leser gebracht, wie er möglichst Ressourcen sparend plant und dreht und auch ein wenig Hinweise auf die sich anbahnenden Unglücksfälle gegeben, die fast immer auf wenig verlässliche Teammitglieder zurückzuführen sind. Ein wichtiges Thema zieht sich dabei wie ein roter Faden durch das Buch und sorgt u.a. für ein mehrseitiges Streitgespräch zwischen Lloyd, Trent Haaga und Adam Jahnke: die Entscheidung, ob auf Film oder auf Digital Video gedreht wird oder nicht. Wie bereits beim Vorgänger-Schmöker darf man davon ausgehen, dass die meist höchst vergnüglichen Worte gewissermaßen inszeniert sind, aber auch hier weiß man ob der manchmal vernichtenden Ehrlichkeit des Autors nicht genau, was nun wirklich hunderprozentig für bare Münze genommen werden kann.

Die Schreibweise von Lloyd steht wieder einmal Pate für die Art von Filme, die Troma produziert: Da werden alte Feindschaften geschickt durch den Kakao gezogen, fatale Ereignisse zur Pointe bemüht, etwas abseits vom Thema geplaudert, aber immer auch die Fahne des Independent-Kinos hoch gehalten. Die gut 320 leicht bebilderten Seiten, die von kleineren Einschüben aufgelockert werden, sind dank der komödiantischen Fähigkeiten von Lloyd schnell durchgelesen und werden dabei auch vollstens den Anforderungen gerecht, die man an einen "Ratgeber" stellt. Lloyds unverblümte Art, Dinge frei heraus zu schreiben und dabei manchmal über Leichen bzw. Persönlichkeitsrechte zu gehen, wirkt auf den Leser erfrischend ehrlich, auch wenn der sich eine gewisse Skepsis in manchen Dingen bewahren sollte. Das letzte Kapitel, welches sich mit Erlebnissen (in Dialogform) von Cannes befasst, endet zwar etwas seltsam desillusionierend und dramatisch (Untertitel: "The Big Emotional Spielberg Ending"), lässt in den letzten Sätzen aber wieder die motivierende Art durchschimmern, die "Make Your Own Damn Movie" zur Pflichtlektüre für all jene macht, die gern Comedy in Buchform schmökern. Dabei ist es völlig unwichtig, ob man jemals in den Genuss kommen wird, das übertragene Wissen auch einmal anwenden zu müssen, man wird dieses Buch förmlich verschlingen.


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