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Herschell Gordon Lewis, Godfather Of Gore - The Films

Autor:Randy Palmer
Autor:Randy Palmer
Verlag:McFarland
ISBN/EAN:0-7864-0808-1
erschienen:März 2000

Sprache:Englisch
Format:Hardcover, A4
Seiten:193 Seiten Seiten, s/w

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Take your seat! Grab a barf bag! And get ready for a hair-raising ride through a world of filmmaking so bizarre ... so gross ... and so low-budget that even its chief practitioner claims the films were "excreted" rather than released.

YOU'LL SHUDDER as lurid ad campaigns are recreated before your eyes!
YOU'LL SCREAM at the bad jokes and tasteless anecdotes!
YOU'LL RECOIL as filmmaker Herschell Gordon Lewis compares his works to classic poetry!*

And you'll love this detailed, delirious history of a (mutilated) body of work in which chicken guts were human organs, blood was concocted from Kaopectate, and a cow's skull was cast as a human head floating picturesquely on the water (except that it sank, ruining the shot). Here is Lewis's complete story - rich, authentic, and hilariously told through extensive interviews with the filmmaker himself. Lewis's humour and gift for storytelling make this book a delightful read as well as the definitive work on his career.

With photographs, filmography, and forewords by Lewis and his producer David F. Friedman.

* "Blood Feast is like a Walt Whitman poem - no good, but the first of its type."


(Inhaltsangabe der Veröffentlichung entnommen)
CMV ist es zu verdanken, dass mittlerweile eine ganze Menge von Lewis' Werken auch in Deutschland auf DVD zu haben sind. Besonderes Augenmerk wurde dabei natürlich auf die komerziell besser verwertbaren Gore-Horror-Titel (oder "Gorror", wie es der Autor hier bezeichnet) gelegt, zu denen fast immer ein Audiokommentar von Lewis erhältlich ist. Wer dort schon einmal reingehört hat, kann sich den Regisseur, Drehbuchautor, Special Effects-Künstler, Musiker und Budget-Künstler vielleicht schon in etwa vorstellen, dessen Ausführungen herrlich direkt, fast schon beißend und ein wenig schwarzhumorig sind. Eine Menge Fakten sind hier schon an den Zuschauer gebracht worden, doch einen richtigen Einblick bietet erst dieses Buch hier.
Lewis bemerkt selbst innerhalb des Vorwortes, dass der Autor ihm einige Geschichten entlocken konnte, die er längst für vergessen hielt - und das, obwohl "Godfather Of Gore" nicht die erste Biografie über ihn ist. In Kapitel unterteilt behandelt es das Leben des Low Budget-Filmkünstlers von seiner Kindheit an über die Zeit in der Werbebranche, bei der er erstmals als Produzent von Spots tätig wurde, über die kurze Radio-Phase bis hin zur ersten, eigenen Produktionsgesellschaft. Sehr genau wird jeder Film, an dem Lewis beteiligt war, in Gesprächen oder Interview-Ausschnitten, die sich nahtlos in den Text einreihen, beleuchtet. Einen großen Anteil am Erfolg des Buches sind Lewis' sarkastische Bemerkungen, die merken lassen, dass er zielstrebig und nicht gerade zimperlich seine meist innerhalb kürzester Zeit abgelieferten Drehs organisierte, wobei natürlich auch immer eine Menge schief lief. Lewis betrachtet seine Arbeiten stets sehr selbstkritisch und hat so einiges daran auszusetzen, ist sich aber stets der erschwerten Umstände bewusst, die ihn und seine Crew dazu brachten, Nachtschichten zu schieben, Darsteller anzuheuern, die dermaßen unfähig waren, dass der Regisseur kurz davor war alles hinzuschmeißen, oder gar Szenen zu verwenden, die mehr als deutliche Fehler aufwiesen. So mussten Spezialeffekte ganz herausgeschnitten werden oder man ging einfach davon aus, dass der Zuschauer im Angesicht des Schreckens keinen Wert auf hunderprozentige Kontinuität legte.

Lewis stellt sich als sympathischer Mensch heraus, der kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es darum geht, seine durchaus auf kommerziellen Erfolg ausgelegten "Cheapies" gegenüber dem eh nur auf Oberflächlichkeiten ausgelegten Publikum zu rechtfertigen. Auch die sehr wilden und von Kino zu Kino völlig unterschiedlichen Zensurmaßnahmen finden Erwähnung, ebenso wie das Zustandekommen der einzelnen Produktionen, die teilweise von einzelnen, privaten Investoren finanziert wurden. Natürlich ist es immer wieder interessant zu lesen, wie die Reaktionen des damaligen Publikums ausfielen, wie Lewis sich höllisch über zartbesaitete, erschrockene Naturen amüsiert und der Autor ganz nebenbei gelungenen Wortwitz einfließen lässt. Für eine Biografie, die übrigens im Anhang an die Filmtexte noch einmal alle von Lewis' Produktionen mit kurzen Stabangaben aufführt, sind sämtliche Bewertungen sehr objektiv, trotzdem aber Fan-nah verfasst.
Neben dem Vorwort von Lewis ist auch sein ehemaliger Produzent Dave Friedman mit einer kurzen Einleitung vertreten. Über den Bruch zwischen dem Team, eingeleitet durch einen von einem Mitfinancier verursachten Rechtstreit, bekommen wir ebenfalls alle Einzelheiten schriftlich präsentiert. Er konnte sich trotz dieser herben Rückschläge immer wieder mit seinen Werken profilieren, wobei es natürlich in den 70er immer schwieriger bzw. fast unmöglich wurde, Low Budget-Gore-Filme ins Kino zu bringen. So endet das überaus kurzweilige, informative und witzig verfasste Buch mit einem Ausblick auf zwei Drehbücher, die Lewis leider nie umgesetzt hat und sein Leben nach dem Film, passend betitelt als "Life After Gore". (Anmk. d. Red.: Mit Erscheinen dieses Artikels soll der Regisseur wohl wieder für einen Film engagiert worden sein - bald wissen wir also mehr.)

/ Abschließend geht der Autor auf die Bedeutung von Lewis' Gore-Granaten ein, die, wie er es umschreibt, ein glücklicher Umstand ihrer Zeit waren, deren Bedeutung aber nicht unterschätzt werden soll. Dahingehend wird kurz die Auswirkungen auf die Effektkunst der 70er, 80er und 90er gegeben, die laut Palmer durchaus von Filmen wie Interner Link"Blood Feast" oder Interner Link"2000 Maniacs!" beeinflusst ist. Vor allem in den Original-Zitaten, die Palmer gern kommentiert, merkt man, dass er und Lewis ein perfekt aufeinander abgestimmtes Gespann sind, was die Erarbeitung dieses Buch angeht. Die Bebilderung des Buches steht etwas im Hintergrund, verschiedenste Setfotos und Werbematerial, auf dessen Kampagnen Palmer natürlich umfangreich eingeht, sind aber vertreten. Auffällig ist, dass Lewis selbst auf keinen der Fotos vorkommt.
Wer die Möglichkeit hat, dieses Buch zu lesen, sollte unbedingt zugreifen, denn abseits von den vielen Informationen rund um Herschell Gordon Lewis bringt es uns auch die damalige Zeit und das Business näher. Außerdem räumt es endlich mit dem Vorurteil auf, dass hinter derart kruden Filmchen, wie sie eben von Lewis erstellt wurden, ein Gore-Bauer stehen würde. Ganz im Gegenteil, hier war ein sehr intelligenter, gewitzter, junger Mann am Werk, der mittels "The Godfather Of Gore" nochmals die Möglichkeit bekommt, sich zu präsentieren und mit einigen unschönen Begebenheiten der Vergangenheiten abzurechnen. Außerordentlich empfehlenswert also.


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