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Bloody Asia - Cat III - Little Handbook (Erstausgabe)

Autor:Vinnie St. John
Autor:Vinnie St. John
Verlag:MPW
ISBN/EAN:3-931608-43-3
erschienen:April 2001

Sprache:Deutsch
Format:DIN B5, Hardcover
Seiten:120 Seiten (vollfarbíg)

Bestellmöglichkeit
Infernale Menschenmetzger, gemeingefährliche Serienkiller, Wurmanbeter, Kung-Fu kämpfende Skelette, wahnsinnige Wissenschaftler und messerschwingende Samurai's prägen den modernen asiatischen Horrofilm, der sich auch in unseren Breitengraden immer größerer Beliebtheit erfreut. Denn im Gegensatz zu den U.S. Horrorfilmen kennt der asiatische Horrorfilm weder Grenzen noch Tabus und die Regisseure schrecken vor keiner Scheußlichkeit zurück.
Autor Vinnie St. John ("Leatherface Chronicles", "Murdermind - Serienmörder") holt mit seinem neuesten Buch "Bloody Asia" zum Dritten Schlag aus und möchte mit diesem Werk über das asiatisch-Filmische Grauen ganz besonders den Neueinsteigern diese doch etwas andere Filmwelt vorstellen.
Es sind Filme ohne Regeln, gnadenlos und überhart, gespickt mit den scheußlichsten Special Effects, die einem den Magen schubweise hochkommen lassen. Die Filmischen Regeln sind einfach: es gibt keine!
Alles, was Sie bisher nicht für möglich hielten, bietet der asiatische Horrorfilm in voller Bandbreite und knallt Ihnen ein sorgfältig ausgewähltes Sortiment ausgesuchter Grausamkeiten an den Kopf, da Ihnen Hören und Sehen vergeht! Asiaten gelten in der Regel als höfliche Menschen, aber ihre Art, Filme zu machen ist alles andere als höflich. Lesen Sie in ausführlichen Filmvorstellungen alles über die härtesten Asien Horrorfilme und ihre Macher.
Großangelegte Reviews, Schauspieler und Regisseurportraits, Vergleiche zu anderen Filmen, Category 3 und was dahintersteckt, sowie ein kompetenter Einblick in das Beinharte Filmgeschäft Asiens runden dieses Buch ab. Staunen Sie, mit welch Verrückten und teils wahren Geschichten die Asiatischen Meister des Grauens den Filmfreunden Angst und Bange machen.
Geschichten über einen Menschmetzger, der die Angestellten seines Restaurants zu leckeren Fleischbällchen verarbeitet, einem Taugenichts, der die halbe Stadt mit dem gefährlichen Ebola Virus zu verseuchen droht, oder einem Wurmanbeterstamm, dessen Oberhäuptling ein Kung-Fu kämpfendes Skelett ist. Das ist Filmstoff Made in Asia - Filmstoff der unterhält, schockiert, zum Nachdenken anregt oder ganz einfach nur die zuvor eingenommene Mahlzeit gehörig in's Schleudern bringt!


(Inhaltsangabe der Veröffentlichung entnommen)
Einen guten Ruf muss sich ein Verlag hart erarbeiten, einen Schlechten dagegen kann er umso schneller verpasst bekommen, wenn ein Buch mal richtig die Gemüter erzürnt, wie es das hier vorliegende "Bloody Asia - Cat III - Little Handbook" zustande brachte. Denn "Bloody Asia" versagt sowohl auf fachlicher, sprachlicher als auch - und das ist vielleicht das Schlimmste - menschlicher Basis. Doch bevor ich die Schreibweise des Autoren etwas näher beleuchte, zuerst einmal zum titelgebenden Thema: dem Category 3-Film, kurz "Cat 3".

Da beginnt bereits der Schlamassel, denn eine klare Definition dessen, was eigentlich ins Buch gehört, fehlt selbst dem Autor, der sich bereits auf Seite 14 einen dicken Fauxpas mit der Auflistung der - wohlgemerkt in Hongkong üblichen - Altersfreigaben leistet. Weder wird darauf eingegangen, dass beispielsweise die "Category 2" ebenso viele Untersparten besitzt, noch wird eine adäquate Erläuterung des Systems geliefert. Der kurze Hinweis "Category 2: nicht für Kinder und Jugendliche geeignet" ist demnach auch höchst unvollständig, werden doch ähnlich dem System der USA sogenannte "parental guidance"-Ratschläge erteilt, also den Jugendlichen nur in Begleitung eines Erwachsenen den Zutritt zu diesem Film zu gewähren. Dass Vinnie St. John nicht die Idee gekommen ist, kurz auf die Geschichte der Category-Regelung und auf Fallbeispiele einzugehen, ist ebenso verwerflich. Denn erst dadurch wäre klar geworden, dass eine Einstufung in die schärfste Kategorie Nr. 3 nicht allein auf blutrünstigen Filminhalten beruht, sondern insbesondere nackte Tatsachen eine wichtige Rolle beim Jugendschutz spielt. Nicht zuletzt sind alle Einschätzungen keiner hundertprozentigen Norm unterworfen. Davon abgesehen baut sich dieses Buch also auf einem Altersfreigabesystem auf, das sich auf ein einziges Land eines Kontinents bezieht.

Auch wenn es zu den vergleichsweise kleineren Mängeln gehört: Das Konzept des Buches ist somit nicht tragbar. Ich möchte sogar so weit gehen, dem Autor zu unterstellen, dass es kein wirkliches Konzept für das Buch gab, außer ein paar möglichst blutige, schockierende Filme der asiatischen Welle vorzustellen. Den Leser wird es sicherlich nicht stören, dass hin und wieder ein Cat 2-Film in die Auswahl hineinrutscht, wenn er doch nur thematisch passt, aber warum der Autor derart lückenhaft Filme vorstellt, will mir nicht klar werden.
Ein Überblick wird zwar gegeben, aber letztlich bestimmte doch wohl eher das Angebot an erhältlichen Videos, Video-CDs, Laserdiscs und DVDs den Inhalt dieses Buches, womit die Abdeckung des Genres keine befriedigende Werte erreicht. Sich einige der bekanntesten Streifen herauszupicken imponiert vielleicht den unbedarften Neuling, aber jeder, der sich bereits vor dem Buch ein wenig mit der Materie beschäftigt hatte, wird sicherlich enttäuscht sein.

Bevor es jedoch um die Filme an sich geht, darf sich der Autor im Vorwort die ganze Blöße geben, indem er frei heraus (wie leider viel zu oft in diesem Buch) über den blutigen Horrorfilm an sich spricht. Teilweise im bittersten Straßenjargon wird ein zweifelhafter Kurzabriss über die Entwicklung des Genres auf dem US-amerikanischen und europäischen Markt seit etwa der 1980er Jahre gegeben. Dabei beschränkt sich der Text lediglich auf die besser bekannten, teilweise auch unpassenden Vertreter der Zunft, denen spätestens mit Ausgang des letzten Jahrtausends der künstlerische wie auch kommerzielle Tod angedichtet wird. In dieser grob umreißenden Art mag jene Blickweise noch verständlich sein, aber sie ist eben nicht hinreichend, um als gedrucktes Wort in einem Buch landen zu dürfen. Das überaus polemisch vorgetragene Halbwissen glänzt bereits hier mit Stilblüten, aber auch mit einer abwesenden Argumentation und auffallend geringen Beispieldichte.

Richtig ärgerlich - und das wird besonders Freunde von Europloitation auf die Palme bringen - wird es aber, sobald Vinnie sich in Richtung italienischem Film vorarbeitet (Anmk.: innerhalb von zwei Seiten!) und sich dort die Herren Fulci, Deodato, Lenzi, d'Amato in kurzen Phrasen zur Brust nimmt, wobei er Partei ergreifend eher auf die "Ausfälle" als die wirklich grandiosen Werke zu sprechen kommt. Der Ausdruck des Autors mag beleidigend genug sein für die meisten Leser, aber die teilweise unhaltbaren, weil mies hinterlegten Anschuldigungen, die einer Hetze gleichen, sind unerhört. Zitat: "Was für banale Filme servierten uns die Spaghetti Sultane doch zwischen 1970 und 1980." oder: "Fulci's Filme [..] sind alles höchst unmotivierte, schnell heruntergekurbelte Gore Filmchen, ohne Hintergrund, Inhalt und Sinn.. (Nicht nur) hier überschreitet Vinnie ganz klar die Grenzen der Meinungsfreiheit und zudem seine gering einzuschätzende Kompetenz (sprich: Inkompetenz). Sein ungesund überhöhtes Selbstvertrauen an diesen Stellen mag dafür sorgen, dass die ersten Leser ihr Buch bereits zur Seite legen, denn auf objektive Berichterstattung wartet man von diesem Moment an nicht mehr.

Das Ziel dieser maßlosen Zurechtrückung von Tatsachen nach Belieben ist es schlichtweg, thematisch den Weg für den gorigen Asien-Film zu ebnen, um sofort in schwärmerischer Weise darin zu versinken. Teilweise werden auf den folgenden 3 bis 4 Seiten bereits Wesenszüge des extremen asiatischen Kinos vorgestellt, bedenkt man aber, wie wenig hier abstrahiert und wie viel geschwafelt wird, ist es keine gute Einstimmung auf die ersten Filmvorstellungen. Wohlgemerkt, wir befinden uns auf Seite 16 bzw. 17 und müssen bereits derartige Passagen wie die folgenden Zitate über uns ergehen lassen:
"In dieser Beziehung haben die Asiaten irgendwie einen Dachschaden und dann auch noch die ganze Geschichte mit der Ehre und Familie usw...[..]"
oder
"Wehe, wenn in einem Film irgendwo auch nur ein Schamhaar zu sehen ist! Dann gibt's saures und das nicht zu knapp! Scheißegal, wenn einer Frau die Birne abgesebelt wird oder ein Kind im Backofen schmort - aber Genitalien sind verpönt. Ist das nicht lustig?"
oder
"Wer schon mal die teilweise sehr seltsamen und pervers - abartigen Rammelpraktiken der Japaner kenn, weiß wovon ich spreche."

Bei derart fundierten Kenntnissen der asiatischen Kultur bleibt dem Leser natürlich die Spucke weg, zumal dieses ausdruckslose Gebrabbel wieder einmal die Zurechnungsfähigkeit des Autors in Frage stellt. Leider setzt sich Vinnie auch in den ab Seite 18 folgenden, fortlaufenden Filmvorstellungen nicht wirklich mit der Mentalität dieses Volks auseinander, weil es ihm schlichtweg nicht nötig erscheint, die oftmals "kranken" Ideen in den kulturellen Kontext zu stellen, wie es beispielsweise beim englischsprachigen "Mondo Macabro" exzellent gehandhabt wird.
Lieber preist er die Qualitäten der Werke an, die in Form von "Blut, Splatter, Gore" vorliegen. Zwar wird öfters der Versuch unternommen, sich vom "Gore-Bauern" zu distanzieren, doch gelingt dies kaum. Wenn ein Film fast ununterbrochen anhand seiner Spezialeffekte gemessen wird, dann macht es kaum Sinn, bei Werken wie Interner Link"Men Behind The Sun" oder der Interner Link"Guinea Pig"-Reihe den Moralapostel zu mimen, weil die "Schrottfilme" "maximal für die schwer gestörten Japaner verständlich" sind, man "mit diesem filmischen Unsinn nichts anfangen" kann und, falls doch, "sich in Psychiatrische Behandlung begeben sollte". Das Spektrum der kurzsichtigen Bevormundung durch den Autor reicht noch viel weiter als die hier angebrachten Textstellen, wird mitunter sogar überaus beleidigend und zeugt von wenig Taktgefühl seitens des Autors. Der verliert sich lieber in ausuferndem Palaver über Krieg, Gott und die Welt (S.39-40) und schreitet fest entschlossen in seinem Buch fort, dem Leser nur die wirklich guten Filme als solche anzupreisen.

Dass sich diese Denkweise schnell als Bumerang-Geschoss herausstellen kann, zeigt die Gutheißung des Titels Interner Link"The Untold Story", den sich der Autor scheinbar zum Lieblingstitel erkoren hat und ihn deswegen unzählige Male als Beispiel bemüht. Denn: wo ist die Grenze des guten Geschmacks, des filmisch Zeigbaren? Ist eine Vergewaltigung im Kontext eines schockierenden Thrillers akzeptabel oder reicht das schon aus, um dagegen Partei zu ergreifen.

Aber zurück zu den Reviews.
Das Schema ist bei jedem Film ähnlich: Eine kurze Einleitung wird angebracht, die die schwarzweißmalerische Weltanschauung des Autors etwas verdeutlicht, dann dürfen lange Inhaltsangaben herhalten und den Abschluss bilden in einem kurzen Abschnitt Angaben zum Film (Stab, Laufzeit, Entstehung, Laufzeit) und eine Zusammenfassung. Letztere erweist sich oftmals als völlig überflüssig, da hier nicht nur kleine Textfragmente, sondern ganze Wortgruppen aus der vorangegangenen Einschätzung der Filme zusammengetragen werden, die im Text eh schon mehrfach vorkommen können.
Leider verpasst Vinnie es auch, zwischen Inhalt und eigener Meinung, die kurze Lichtblicke im literarischen Schaffen erkennen lässt, Hintergrundwissen einzubauen. Zwar finden sich immer wieder mal kurze Ansätze davon, aber von einem Nachschlagewerk wie diesem erwartet man wesentlich mehr als ein paar Zeilen. Somit tendiert auch der Informationsgehalt des 68seitigen Kapitels für alle diejenigen gegen Null, die die Filme bereits kennen. Zum Schluss des Abschnittes erlaubt man uns noch eine eigene Meinung zu den jeweiligen Werken (wie großzügig!), als ob sich der Autor etwas unwohl fühlen würde, auf den vorangegangenen Seiten mit einigen Werken und besonders den Lesern so hart ins Gericht gegangen zu sein.

Im anschließenden Kapitel werden auf zwei Seiten ganze vier Filme kurz angerissen, die hierhin geraten sind, weil nicht "nur ein Buch voller Reviews" präsentiert werden soll. Die genaue Bedeutung bleibt mir verwehrt, aber dieses Kapitel erweckt schwer den Eindruck von Zeitdruck bei Fertigstellung des Buches. Nun folgen 9 Seiten, die sich ansatzweise des Lesens lohnen, nämlich Biografien von Herman Yau, Anthony Wang, Simon Yam und Toshiharu Ikeda mitsamt gelistetem Schaffen. Für wahrlich prächtige Unterhaltung sorgt aber erst "Movie Making in Asia - An Inside Look", bei dem mit der Traumfabrik Hollywood ("roh, ruppig, skandalös und ständig hinter dem Geld her") abgerechnet wird, um sich danach der aufstrebenden HK-Filmschmiede zu widmen, die natürlich alles viel besser kann. Die Einblicke in die Interna der Filmindustrie durch die rosa Brille sind eine Fundgrube von gedanklichem Kauderwelsch und Aussetzern im Ausdruck, die entweder zum Weinen oder hoffentlich doch zum Schmunzeln anregen. Dieses Kapitel und wahrscheinlich auch die Einleitung des nächsten ("Bloody Pictures on Video") hätten es bei Inanspruchnahme eines Lektors sicherlich nie in den Druck geschafft, da zu viel umformuliert bzw. -gedacht werden müsste. Im Folgenden werden noch einmal ein paar derbe Fehleinschätzungen (Verbreitung der DVD) und technisches Unverständnis präsentiert (siehe: Dolby Digital Mono), wobei Ersteres beim Betrachten des Erscheinungsjahres des Buches (April 2001) noch verzeihbar ist.
Wenigstens stehen noch 12 Seiten Kurzinformationen zu den erhältlichen Medien der besprochenen Filme bevor, die sich aus allen Bereichen der damaligen Abspieltechnnik zusammensetzt. Kompakt sind Kenndaten verzeichnet, die damals vielleicht dem einen oder anderen Leser als Kauftipp dienen konnten, mittlerweile (und das ist kein Kritikpunkt des Buches!) aber teils durch bessere Auflagen ersetzt worden. Als ob nicht bereits genug Unzulänglichkeiten abgedruckt worden sind, ist der Website-Liste noch ein bedauernswerter Text vorangestellt, der abermals die *räusper* Weitsichtigkeit des Autors anzweifeln lässt.

Vernichtend genug ist all jenes, was bis hierhin aufgezeigt wurde, aber die fatalste Schludrigkeit wollte ich mir in einer Buchvorstellung doch bis zum Schluss aufsparen: die Orthografie.
Die einleitende Anmerkung "Der Autor legte keinen Wert auf ein Korekturlesen des Buches [..]" soll dann auch keineswegs als Hinweis, sondern als Warnung verstanden sein. Es gibt kaum einen Satz, der nicht fehlerbehaftet ist, wobei die Schreibweise von Namen (für eine fünfbuchstabige Bezeichnung existieren doch tatsächlich 4 unterschiedliche Schreibweisen!) und die Groß- bzw. Kleinschreibung besonders problematisch ausfällt. Auch das Jonglieren mit englischen Begriffen geht oft in die Hose, denn eine "Webside" existiert ebenso wenig wie ein "Stundman" oder eine "Soup-Opera". Aus Gründen der Authentizität hab ich deswegen sämtliche Zitate in ihrer Urform (also: unkorrigiert) belassen und mich darum bemüht, keine neuen Fehler einzustreuen.
Aber nicht nur hier ist (selbst verschuldet!) Schlampigkeit an der Tagesordnung, denn ein Buch benötigt zumindest ein Inhaltsverzeichnis, sollte vielleicht noch ein Stichwortverzeichnis und Titelregister besitzen und insbesondere eine klare Linie erkennen lassen. All dies fehlt, weswegen sich bei mir (bereits im Vorwort) der Eindruck entwickelte, dass hier schnell und ohne jegliche profunde Recherche ein Manuskript abgeliefert wurde, das den Höhepunkt des Asien-Film-Booms gerade noch erreichen sollte. Dabei wurde wenig Text optisch (jeder Satz beginnt auf einer neuen Zeile) als auch inhaltlich (Wiederholungen) aufgeblasen, dazu mehr oder weniger brauchbare Abbildungen gepackt und das Resultat in einen Einband geklebt, dessen reißerischer Titel sicherlich so manchen zum Fehlkauf verleitet hat. Jener Autor, der sich aller Wahrscheinlichkeit hinter einem Pseudonym versteckt, präsentiert unter dem Deckmantel der Berichterstattung über ein Subgenre nicht viel mehr als sich selbst, also eine Ansammlung von Ignoranz, Taktlosigkeit, Holzhammerpsychologie und sprachlicher Plumpheit im Stile eines Revolverblattes. Dass er dabei die asiatische Filmkunst eher in Verruf bringt als ihr im positiven Sinne Gehör zu verschaffen, ist ebenfalls inakzeptabel. Schließlich bietet besonders der Horror-Bereich eine Vielzahl an Filmen, die keine Effektorgien benötigen, um zu funktionieren.

Als Leser deutscher, dem phantastischen Film zugewandten Literatur ist man sicherlich einiges gewöhnt, aber das "Bloody Asia" ist in meinen Augen schlichtweg eine Frechheit, eine Ansammlung repetitiver, wenig überlegter Stammeleien, ergänzt durch möglichst gorige, auf Extreme ausgerichtete Bildschirmfotos der besprochenen Titel. Für den Originalpreis von 22,50 € wird hier eine inhaltliche Katastrophe verbreitet, die das Paper, auf dem sie gedruckt ist, nicht wert ist. Dass der MPW-Verlag dieses Pamphlet eines Amateurs dem Leser zugänglich gemacht hat, welches bereits nach 5 Stunden durchgelesen sein kann, hat sich als riskantes Unterfangen herausgestellt, welches mit einem gehörigen Kratzer in der Reputation davongetragen wurde. Dass dies nicht nötig gewesen wäre, zeigen viele annehmbare Veröffentlichungen aus diesem Haus.
Im Grunde hätte "Bloody Asia" keine Wertung innerhalb der Grafik nötig gehabt, aus Gründen der Kuriosität wird aber ein Punkt vergeben. So schlecht, dass es fast schon wieder "interessant" ist ...


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