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Splatter - Die Meister des Blutes (Band 2) (1. Auflage 2007)

Autor:Daniel Libbitz
Autor:Daniel Libbitz
Verlag:MPW
ISBN/EAN:978-3931608767
erschienen:2007-06-10

Sprache:Deutsch
Format:Hardcover, A4
Seiten:224 Seiten

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Splatter ist ein Begriff, der aufhorchen lässt, der eine ganz eigene Qualität mit sich bringt und dem Zuschauer eine Idee gibt, was er zu erwarten hat. Seit den frühen Tagen des Splatter-Films, der zuerst von Hershell Gordon Lewis in den 60er Jahren zelebriert wurde, hat sich diese Form des Erzählens stark verändert.
Waren die 70er und auch die 80er Jahre noch davon geprägt, dass man die Kunst der Maskenbildner vor allem in Slasher- und Horrorfilmen sehen konnte, so hat die realistische Darstellung des Todes in den Mainstream Einzug gehalten.
In diesem Buch widmen wir uns einigen Meistern des Horrorfilms, besuchen mit Wes Craven die Traumwelten von Freddy Krueger und begleiten Tobe Hooper an die Stätte eines texanischen Massakers. Doch nicht nur die Altmeister des Genres, auch die jungen Wilden wie Rob Zombie oder Neil Marshall sind nicht vergessen. Sie haben sich ihren Platz im Pantheon des Genres ebenso wie Sam Raimi oder Joe D'Amato erobert. Die filmischen Qualitäten mögen mitunter von einer großen Kluft getrennt sein, doch sie alle sind Teil eines Genres, das gerade heute wieder so beliebt ist wie selten zuvor.


(Inhaltsangabe der Veröffentlichung entnommen)
Bereits in "Gore - Die Meister des Blutes" befasste sich Autor Daniel Libbitz - ... oder doch Peter Osteried?!? - so ganz konnte man sich wohl nicht entscheiden, da auf dem Cover und im Impressum Osteried steht, beim Aufklappen der Lektüre aber Libbitz, der auch das erste Buch schrieb, genannt wird - mit den "Meistern" des Horrorfilms und setzt dies in "Splatter - Die Meister des Blutes" in ähnlicher Form fort. Die leichte Abänderung des Titels bedeutet dabei eigentlich nur, dass man auch auf die, in den Jahren immer massenkompatiblere Form des Splatterfilms eingeht. Die 80er und auch die 90er waren voller kleinen Nischenprodukte, welche uns das Blut förmlich ins Gesicht spritzen ließen; oft waren es Filme, welche unter Fans zwar Kultstatus erreichten, von der Masse aber eher ungeachtet blieben oder aber mit Verachtung und Verboten überschüttet wurden. Das hat sich in den letzten Jahren stark geändert: Immer mehr Filme zelebrieren den "Splatter" auf der Mainstream-Ebene und das Kino scheint getränkt von stinkenden Innereien und geronnenem Blut. Egal, ob ein Interner Link"The Hills Have Eyes" oder ein Interner Link"Hostel", der Splatterfilm ist breitenkompatibel geworden und selbst Filme wie Interner Link"Gladiator" oder Kriegsfilmen wie Interner Link"Der Soldat James Ryan" zelebrieren den "Splatter" auf ihre ganz eigene, nicht minder harte Art und Weise.


Wie der Autor des Buches es in seiner Einleitung schreibt, geschah die Wahl der Regisseure rein willkürlich, um einen Querschnitt zu bieten. Somit könnte man dem Buch schon fast Konzeptlosigkeit vorwerfen, denn es scheint manchmal unverständlich, weshalb jemand wie Len Wiseman (Interner Link"Underworld") zwölf Seiten bekommt und jemand wie Mario Bava sich mit einem kleinen Steckbrief zufrieden geben muss. Es ist auch fraglich - wenn man hier schon von den "Meistern" des Blutes spricht - was solche Regisseure wie Hideo Nakata (Interner Link"Ringu") oder Brad Anderson (Interner Link"The Machinist") in diesem Buch zu suchen haben. Geht es jetzt um Splatterfilm-Regisseure, um Regisseure, welche phantastische Elemente in ihren Filmen unterbringen oder um Regisseure, welche mal etwas Blut in ihren Werken gezeigt haben? Das ist eine Sache, die mich persönlich sehr stark an diesem Buch stört - der Buchtitel passt irgendwie nicht zum Inhalt. Dann wäre da noch dieses dämliche "Horror-Helden"-Kapitel. Bitte, seit wann sind Gabriel oder gar Snake Plisken Horrorhelden? Oder besser: Was sind den eigentliche Horrorhelden? Sind Horrorhelden nicht die Personen, welche in Horrorfilmen das Böse bekämpfen? Ich glaube, dass Chucky, der Tall Man, André Toulon, Candyman und der Wishmaster ganz gewiss nicht dazu gehören. Von daher kann man höchstens Ash als "Horror-Held" betiteln. Und Snake Plissken ? Nun, der macht ja nicht einmal in einem Horrorfilm mit. Also ganz ehrlich: Das war eine Schnapsidee!


Aber kommen wir jetzt einmal zu den guten Seiten des Buches, angefangen mit dem 12seitigen Interview mit Independent-Regisseur J.R. Bookwalter, der hier sehr bereitwillig über sich und seine Filmkarriere erzählt und sogar einige Anekdoten über Charles Band und dessen Produktionsfirma Full Moon zu berichten weiß. Nebenbei finden wir hier auch eine kleine Filmografie von Bookwalter wieder, was dieses Kapitel zum wahren Highlight des Buches werden lässt. Weiter geht es mit einem 24 Seiten langen Kapitel über Horrorfilm-Ikone Wes Craven. Über ihn wurde bereits viel geschrieben, wodurch wir eigentlich nicht viel Neues erfahren. Und genau wie sämtliche anderen Biografien über Craven fehlt das "schwarze" Kapitel seiner Karriere, nämlich die Jahre im Porno-Business. Jene Informationen werden von Craven im Grunde aus allen "offiziellen" Biografien getilgt, da Craven sehr allergisch darauf reagiert, mit dem Film "It Happened In Hollywood" konfrontiert zu werden, bei dem er als Darsteller (die Hosen blieben an) und inoffiziell neben Peter Locke auch als Regisseur tätig war.
Nach dem für Genre unerfahrene dennoch guten Kapitel über Wes Craven gibt es kurze Steckbriefe über Rob Zombie, Jeff Lieberman, Luigi Cozzi (beide hätte mehr Aufmerksamkeit verdient), Mick Garris, Neil Marshall, Paul W.S. Anderson, Antonio Margheriti, John McNaughton, Joe Dante, Mario Bava, Brad Anderson und Hideo Nakata. George Eastman bekommt hierbei als einziger einen 2seitigen Steckbrief zugeteilt.

Interessanter wird es bei Joe D'Amato, wobei es da bereits ein interessantes, wenn auch umstrittenes Buch aus dem Hause MPV gibt, welches mittlerweile aber vergriffen ist. Hier bekommen wir natürlich einen kleinen Abriss seines Schaffens, denn D'Amato hat eine Filmografie, mit der man gleich zwei Bücher füllen könnte, weshalb man sich hier ausschließlich auf seine Genre bezogenen Filme beschränkt. Interessanter wird es hingegen bei John Carpenter, dem der Autor ganze 20 Seiten widmet und über die Karrierehochs und -tiefs Carpenters zu berichten weiß.
Ebenfalls mit von der Partie sind Brian Yuzna (18 Seiten) und Tobe Hooper. Letzterer ist wieder sehr interessant, weil man bis dato sehr wenig über ihn in deutschen Publikationen lesen konnte. Auf ganzen 28 Seiten lesen wir eine Menge über einen der am meisten überschätzen Regisseure unserer Zeit und erfahren alles von seinen Kultfilm Interner Link"Texas Chainsaw Massacre"95 >"Mortuary", der wie bereits einige andere Filme zeigt, dass Hooper in den 80er Jahren mehr Glück als wirklich Talent besaß.
Der letzte Regisseur in diesem Buch ist Sam Raimi, über den man allerdings auch schon alles wissen dürfte und uns somit die 20 Seiten nicht viel mehr zu bieten haben als eine ordentliche Kurzbiografie.

Abschließend widmet man sich auf knapp 10 Seiten den "wichtigsten" Horrorfilmlabels, wie z.B. Troma, Laser Paradise, X-Rated, Astro, CMV, Blue Underground etc.
Wer jetzt noch ein wenig über die wichtigsten Remakes erfahren möchte, kann dies gerne auf den letzten 18 Seiten des Buches tun, in dem der Autor auf die immer stärker in Erscheinung tretende Remake-Welle eingeht.


"Splatter - Die Meister des Blutes" ist sicherlich kein schlechtes Buch, dürfte den Horrofilmexperten aber kaum was bringen, da die vorgestellten Regisseure bereits unzählige male und oftmals viel ausführlicher gewürdigt wurden. Von daher dürfte das Buch mehr etwas für Genreneulinge und Unerfahrene sein. Die Illustration ist wie so oft bei MPW sehr gut geworden und man überzeugt einmal mehr mit einem stimmigen Design, wobei die Coverwahl bei beiden Buchvarianten zu wünschen übrig lässt.
Störend ist aber auf jedenfall die Konzeptlosigkeit des Buches - es wirkt einfach unstrukturiert und viele Dinge sehen nach einem Lückenfüller aus. Hier hätte man das Thema ruhig etwas effizienter ausarbeiten dürfen und anstelle von Steckbriefen und der lächerlichen "Horrorhelden"-Ecke uns mit mehr ausführlichen Biografien belohnen sollen.
Für Newbies also sicherlich eine lohnende Anschaffung, wer allerdings den ultimativen Guide seiner Lieblingsregisseure sucht, wird hier enttäuscht sein. Seht es lieber als Ergänzung an, wobei man sich überlegen sollte für eine "Ergänzung" 40 Euro auf den Tisch zu legen. In den USA gibt es deutlich bessere Alternativen, aber die fehlenden Kenntnisse, das Geschriebene auch wirklich zu verstehen, lässt viele auf eine adäquatere, deutsche Umsetzung hoffen, was leider eher selten der Fall ist.


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