Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover

Creepshow Video Guide (1. Auflage à 1000 Stück)

Autor:Stefan Novak, Stephan Wolf, Uwe Hausburg, Tobias Mihalek
Autor:Stefan Novak, Stephan Wolf, Uwe Hausburg, Tobias Mihalek
Verlag:Eigenvertrieb
ISBN/EAN:nicht vorhanden
erschienen:2001

Sprache:Deutsch
Format:DIN A4, Paperback
Seiten:140 Seiten, s/w
Astro, Screen Power, X-Rated, Troma Deutschland, Dragon ... Die Liste der in den vergangenen Jahren gegründeten Videolabel ist lang, die ihrer Veröffentlichungen fast endlos. In diesem Buch werden zum ersten Mal alle bis zum Jahreswechsel 2000 erschienen Filme von deutschen "Uncut"-Videofirmen in ausführlicher Form unter die Lupe genommen. Fast 300 Filmbesprechungen komplett mit Regisseur-, Laufzeit- und Schauspielerangaben, Informationen zur Bildqualität, Format, Schnitthinweisen, Inhaltsangaben und persönlicher Bewertung.

Alle Besprechungen sind nach Label sowie nach Alphabet geordnet und übersichtlich dargestellt. Neben den Standardangaben findet der Leser Hintergrundinformationen, Obskures und Wissenswertes, was vergleichbare Lexika gerne unterschlagen. Besprochen werden die Veröffentlichungen von Adrena Film, Anolis/Hände weg!, Astro, Bizarr, Crippled Dick Hot Wax, Dragon, ISV, New East, Nightmare Cinema, Screen Power, Troma Deutschland, X-Rated und anderen.

Thematisch spannt der Creepshow Video Guide den Bogen von Horror- und Splatterfilmen über Werke aus dem Action- und Thriller-Genre bis hin zum asiatischen Kino klassischer und moderner Prägung. Zahlreiche Coverabbildungen, ein Regisseur- und Titelregister sowie kompetente Besprechungen runden den Creepshow Video Guide zu einem idealen Nachschlagewerk für Videosammler ab, das in seiner Form bisher einmalig ist.


(Inhaltsangabe der Veröffentlichung entnommen)
Von 1993 bis 1996 erschienen in Eigenverlag elf reguläre Auflagen und zwei Sonderhefte des Horror-Fanzines Creepshow. Aus anfangs satirischer Aufbereitung der Szenebetrachtung entwickelte sich nach einem abgewehrten Verbotsverfahren (ausgehend von wem dürft ihr euch denken) eine ernst zu nehmende Veröffentlichung auf dem deutschen Markt, die thematisch den Bereich des Phantastischen mit Film-, Literatur- und Personenvorstellungen bearbeitete.

2001 dann, also nach fast 5jähriger Funkstille, lieferte die Redaktion das auf 1000 Stück gefertigte Sonderheft Creepshow Video Guide ab, welches die Veröffentlichungsflut des deutschen Videomarktes beleuchtet. Dazu nahmen sich Creepshow-Chef Stephan Wolf und drei Autoren insgesamt 15 Videolabel vor, deren Programm jeweils von einem oder zwei Redakteuren je nach Interessengebiet vorgestellt werden. Auswahlkriterium für die Labels waren natürlich, dass jene sich mit einer Vielzahl an Genre-Veröffentlichungen im VHS-Sektor hervorgetan haben, so dass man keine Major-Anbieter - das war Teil der Zielsetzung der Creepshow-Jungs - vorfindet, die hier und da im Mainstream-Programm auch mal einen Horror ähnlichen Titel vertreiben. Außerdem dreht sich die Auswahl besonders um Wiederveröffentlichungen auf dem Medium, um dem Käufer einen Überblick über die erhältlichen Titel und die vergleichsweise Qualität zur alten Veröffentlichung zu vermitteln. Natürlich befinden sich auch einige Video-Erstveröffentlichungen darunter. So sind Namen wie Astro, Screen Power, Dragon oder Troma vertreten, aber auch kleinere bzw. unbekanntere Anbieter wie Lime Pictures oder X-Vision (ehemals X-Rated, nicht zu verwechseln mit dem Braunschweiger Label, welches diesen Namen später für sich beanspruchte). Bekannte Bootleg-Label, die bereits damals den Markt durch dubiose Veröffentlichungen den Markt überschwemmten, wurden löblicherweise außen vor gelassen, auch wenn mittlerweile sicher ist, dass die Lizenzpolitik des einen oder anderen besprochenen Vertreters mehr als fragwürdig ist.


Cover zweier regulär erhältliche Ausgaben des Jahres 1995 sowie Entwurf für eine der nie veröffentlichten Folgeausgaben von Creepshow.

Die Motivation zur Entstehung dieses 140seitigen s/w-Druckes wird von Co-Autor und Layouter Stefan Novak gegeben, der sich an dieser Stelle auch gleich gegen die Diskriminierung des Genres und seiner Fans ausspricht. Stephan Wolf schlägt in seinen warmen Worten zum Geleit ähnliche Worte an, die zwar einige viel bemühte Diskussionspunkte enthalten, aber auch einige interessante Aspekte ansprechen, die den Fan auf die Art und Weise der folgenden Videovorstellungen einstimmen sollen. Wer sich für den Filmgeschmack der beiden noch über die Grenzen dieses Heftes hinaus interessiert, der bekommt im Anhang an die separaten Personen- und Titelindices (inkl. Alternativtitel) eine ausführliche Top-Liste, größtenteils gefüllt mit (aus meiner Sicht) Klassikern der Phantastik.

140 Seiten, von denen etwa 110 Seiten auf die eigentlichen Besprechungen fallen, klingen nicht unbedingt nach viel Lesestoff, zumal in den Texten Coverbilder abgebildet sind. Das große Format des Heftes im Vergleich zur kleinen, aber gut leserlichen Schrift bietet aber umfassende Möglichkeiten, um die Werke auch mit mehr als nur 3-4 Sätzen vorzustellen. Neben kurz gehaltenen Standardangaben zum Film und zur Kassette wird in Kurzform die Bildqualität, die wesentlichen Merkmale der Covergestaltung und eine abschließende Bewertung zu Film und Veröffentlichung gegeben. Die Kritik beinhaltet neben einer kurzen Inhaltsangabe eine Einschätzung zum Film, die in den meisten Fällen über die lexikalische Knappheit einiger Filmbücher hinausgeht, dabei aber stets kompakt genug bleibt. Je nach Wichtigkeit der Veröffentlichung variiert natürlich die Textlänge, Abhandlungen, die durch ihre Ausführlichkeit den Leser möglicherweise langweilen könnten, wird man im Creepshow Video Guide aber nicht finden.

Die Schreibweise der Autoren ist, das haben bereits die Vorwort-Passagen gezeigt, sehr ehrlich. Wenn ein Film zur Videogülle gehört, dann wird das auch klar herausgearbeitet, wenn es sich aber um einen gefälligen Titel handelt, dann wird versucht, dies auch in einer runden und direkten Schreibweise auf den Leser zu übertragen. Die Bewertungen der Filme empfand ich als sehr fair und das Niveau der Texte liegt natürlich weit über dem einiger artverwandten Magazine, die ihre Publikationen frei nach dem Motto "Mehr Blut, mehr Splatter, mehr Gore" an den Mann bringen wollen. Dabei achten die Autoren darauf, dass ihre Arbeit als Fanmagazin verstanden werden soll, indem auf Kritikereitelkeit verzichtet wird.

Als Leser darf man sich somit über eine Fülle an Informationen freuen, die inhaltlich solide verpackt sind. Das beantwortet auch die Frage nach der Relevanz eines solchen Magazins zu Zeiten von DVD bzw. in der aufkeimenden Blu-ray-Ära, also fast 6 Jahre nach Erscheinen des Hefts. Für Videosammler bietet es wohl eine zu wenig komplette Übersicht, da nur die neueren Labels aufgenommen sind, aber zumindest von den angesprochenen Labels wird ein Großteil bis zum Erscheinungsdatum dieses Sonderheftes abgedeckt und die kurzweilig zu lesenden Texte zu den Filmen haben durchaus noch Bestand. Außerdem ist es immer wieder interessant zu erfahren, mit welchen Murksereien (z.B. Neuauflagen in kurzen Abständen) bereits damals einige Labels ihre Kunden abgezockt haben. Das Layout beschränkt sich auf spartanische, aber geordnete Aufteilung der Artikel. Die Bilder im Text sehen mitunter etwas pixelig aus, was nicht sonderlich stören sollte.

In Sachen Kompetenz, direkter Schreibe und Spaß am Film (auch auf dem speziellen Medium) schlägt der Creepshow Video Guide einige der optisch hochwertigeren Konkurrenzprodukte auch heute noch, selbst wenn die Macher mittlerweile nicht mehr ganz zufrieden mit ihrem Werk sind - verständlich, jeder kreative Prozess ist nur eine Momentaufnahme, den man zu späterem Zeitpunkt gern den aktuellen Möglichkeiten anpassen möchte, und der Endspurt des Sonderheftes war wohl etwas zeitkritisch. Die essenzielle Literatur zum Thema Video kann und will das Magazin wohl nicht sein, lesenswert ist es aber immer noch, vielleicht einfach nur, um eigene Denkweisen zu bestimmten Filmen vergleichen zu können. Die noch im Heft in der Creepshow-Übersicht angekündigte 12. Ausgabe des Magazins wurde leider nicht fertiggestellt, aber möglicherweise wird man irgendwann in Zukunft noch einmal von den Autoren hören ...


+++---





Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.