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Deadline - Das Filmmagazin (01/2007)

Autor:diverse
Autor:diverse
Verlag:DPV Network
ISBN/EAN:419742600500201
erschienen:Januar 2007

Sprache:Deutsch
Format:DIN A4
Seiten:114 Seiten
  • Titelstory: Saw III
  • Im Gespräch mit Jess Franco
  • Horror, privat mit Bela B.
  • American Film Market
  • Cinenygma Festival
  • Kino, DVD, Anime, Comics, Independentfilm ...



(Inhaltsangabe der Veröffentlichung entnommen)
Der Tod des Underground-Magazins wurde wahrgenommen als ein schneller und unnatürlicher, eingeleitet von seinen Machern selbst, namentlich Andreas Peter und Yazid Benfeghoul. Umgehende Ankündigungen im Internet (und auch im Editorial dieses Magazins) liessen aber schnell Entwarnung verlauten: Die 12jährige Tradition wird natürlich nicht einfach eingestellt, sondern mit neuer Orientierung fortgesetzt, kurz zusammengefasst in folgendem Zitat: "Raus aus dem Untergrund, rein in den offiziellen Kioskmarkt".

Der erste kurze Eindruck nach erstmaligem Durchblättern am Bahnhofskiosk: Ein durchaus gelungenes Vorhaben in jeder Hinsicht! Auf etwa 110 vollfarbigen Seiten strahlt uns ein höchst professionelles als auch ansprechendes Design entgegen, welches durch einen sehr sauberen und übersichtlichen Aufbau überzeugt. Der Hochglanzdruck und natürliche die Aufteilung, die sicherlich noch Möglichkeiten bietet, den Platz etwas mehr auszunutzen, heben sich somit positiv von der letzten Ausgabe des Vorgängermagazins ab, wo die einzelnen Seiten mitunter etwas vollgequetscht werden mussten. Beim Cover wählte man eine sehr schlichte, vom Design her aber sehr sichere Gestaltung, die am Kiosk möglicherweise etwas im kunterbunten Blätterwald untergeht, dafür vielleicht aber jene Leser optisch anspricht, die weniger an reißerischem Journalismus denn an einem echten Fan-Magazin interessiert sind.

Und damit zum Inhalt: Langjährige Gory News-Leser dürfen aufatmen, erwerben sie doch eine konsequente Weiterentwicklung ihres (Lieblings-)Magazins. Die ersten Seiten füllen natürlich Titelstories zu den heiß begehrten Neuheiten Interner Link"The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning" und Interner Link"Saw III", wobei zu letzterem noch ein kurzes Interview mit Hauptdarsteller Tobin Bell geführt wurde, welches den "Jigsaw Killer" in ein sehr sympathisches Licht rückt. Beide Kritiken sind für Titelthemen kompakt gehalten und mit viel Fan-Esprit geschrieben. Gerade zu TCM wäre vielleicht noch etwas ausführlichere Berichterstattung interessant gewesen. Andererseits steckt vielleicht auch der Gedanke dahinter, den Großen des Business ebensoviel Platz einzuberäumen wie den kleineren, qualitativ aber meist ebenbürtigen Vertretern. So füllen sich auch die nächsten 10 Seiten mit Betrachtungen von Kinoneuheiten, worunter sich auch ungewöhnliche Titel wie "Mein Führer" oder Interner Link"Die Rotkäppchen-Verschwörung" befinden. Eben das macht auch die Abwechslung der Deadline aus, denn eine klare Grenze, was denn nun in ein Genre-Filmmagazin hinein muss, wird nicht mehr gezogen. Verständlich, schließlich schaut sich der Horror-Fan nicht ausschließlich harte Kost an, sondern sucht auch nach Abwechslung.

Diese findet sich beispielsweise in den hinteren Sektionen, wenn auf etwa 10 Seiten in der passend "Animeskop" betitelte Rubrik asiatische Zeichentrickkunst abgehandelt wird oder gar ein Ausblick auf DVD-Veröffentlichung aus der klassischen Sleaze und Softsex-Schublade gegeben wird. So passt sich auch Interview mit Jess Franco und ein einseitiger Artikel zu Interner Link"Die Jungfrau und die Peitsche" bestens in das Gesamtbild ein, denn abgedruckt wird, was Spaß macht, dem Mainstream aber nicht unbedingt zugeordnet werden kann. Mit über 40 Seiten nimmt natürlich der DVD-Sektor (hier: "Heimkino") den größten Platz ein. Je nach Interessengebiet fallen die klar auf den jeweiligen Film ausgerichteten Kritiken etwas ausführlicher oder kürzer aus. Um die technischen Aspekte der Scheibletten dreht es sich dabei nur selten, wobei dies positiv heraussticht, schließlich sind die mehr oder weniger bekannten Autoren ganz klar darauf aus, die filmischen Qualitäten hervorzuheben, Technisches lässt sich dann in anderen Publikationen nachlesen.

Neben den sprachlich versierten, alten Hasen in der Redaktion und frischen Neuzugängen konnte die Deadline auch einige Gastschreiber engagieren. So sind neben Texten von Jörg Buttgereit, der sich klar um "seinen" Bereich kümmert, auch eine lustige Kolumne von Bela B. Felsenheimer und ein Beitrag von Thilo Gosejohann nachzulesen. Aber auch ohne diese Prominenz serviert uns das Heft inhaltliche Leckerbissen. Natürlich ist auch der Nachwuchsfilm ausführlich beleuchtet worden und einige Filmfestivals wurden besucht. Neben den Filmneuheiten beinhalten diese Texte dann auch kurze Interviews. Abwechslung schaffen dann noch kleinere Rubriken wie die Rätsel mit Gewinnspielen, eine Sektion für literarischen Stoff und Comic-Vorstellungen, z.B. zu den "The Walking Dead"-Büchern. Langeweile wird also beim Durchlesen nicht aufkommen, soviel ist sicher.

Im Vergleich zu anderen Veröffentlichungen fällt mir auf, dass Deadline Wert auf seriösen, fannahen Journalismus legt, also auch gern mal auf zu grobe Bebilderung verzichtet, wenn es dem Inhalt zugute kommt. So wird gleichzeitig klar gemacht, dass Deadline sich nicht an die Leser richtet, die reine Gore- und Splatterspektakel erwarten, sondern jene, die sich einen Überblick verschaffen möchten über die unzähligen Filmneuheiten im phantastischen Sektor. Diese sind nach meinem Eindruck weitestgehend vollständig abgedeckt, wobei ich mir gewünscht hätte, dass statt der Fülle an Filmvorstellungen mitunter etwas detaillierte Artikel, die sich auf spezielle Bereiche beziehen, eingeflossen wären. Aber das ist für eine Erstausgabe sicherlich kein Beinbruch, zumal der Preis mit nur 5 Euro für die gebotene Klasse mehr als nur fair ist. Wenn dieses Niveau als nur gehalten werden kann und der potenzielle Kunde auch rechtzeitig darauf aufmerksam wird, dann können wir uns über eine gelungene Wiedergeburt eines der führenden deutschen Magazine des Sektors freuen!


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