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The Hammer Chronicles (Gebundene Ausgabe)

Autor:Peter Osteried
Autor:Peter Osteried
Verlag:MPW
ISBN/EAN:978-3931608743
erschienen:September 2006

Sprache:Deutsch
Format:Hardcover, A4
Seiten:308 Seiten

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Der Name alleine schon sorgt für wohligen Schauer auf dem Rücken eines jeden Nostalgikers. Hammer stand für eine neue Art des Horrorfilms, der atmosphärisch und gruselig die Welt in Atem hielt. Von der Kritik damals gescholten, vom Publikum geliebt, haben sich viele Filme des Traditionsstudios zu Klassikern des Genres entwickelt und sind aus der filmischen Historie nicht mehr wegzudenken.
Im Blickfeld der weltweiten Öffentlichkeit tauchte Hammer erstmals mit den Filmen um Frankenstein und Dracula auf. Doch dies war kein Erfolg über Nacht. Hammer existierte und produzierte zu dieser Zeit bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten. Und Hammer war immer mehr als nur gotischer Horror. Das Studio fertigte in der fast fünf Dekaden umspannenden Firmengeschichte Filme aller Genres, war in Komödien ebenso bewandert wie im Abenteuer, brachte Kriegsgeschichten und Crime-Stories auf die Leinwand und war auch im Fernsehen aktiv. Berühmt und beliebt ist das Studio natürlich für seine Riege der gotischen Horrorfilme, die von 1957 bis 1976 eine eigenständige Evolution durchmachten und den Brückenkopf vom naiven Grusel der Universal-Monster zum modernen, oftmals bluttriefenden Horrorkino der Neuzeit bilden. Hammer hat über viele Jahre hinweg das Bild des Horrorfilms geprägt und fand auch viele Nachahmer.
An das Original kam jedoch niemand heran. Der Aufstieg und Fall des House of Hammer ist so interessant, wie es die Filme selbst sind. Große Erfolge und bittere Niederlagen zeichnen den Weg von Hammer aus. Ein Weg an die Spitze der britischen Filmindustrie, gefolgt vom tiefen Fall, der mit veränderten Ansprüchen des Publikums und der Unfähigkeit, sich selbst neu zu erfinden, einherging.


(Inhaltsangabe der Veröffentlichung entnommen)
Wer schwelgt nicht in nostalgischen Erinnerungen, wenn er den Namen Hammer Films hört? Ein Name, den die meisten von euch wohl mit den klassischen Horrorfilm der späten 50er, 60er und auch 70er Jahre verbinden werden. Klassiker wie z.B. "Horror of Dracula" (1958), "The Curse of Frankenstein" (1957) "The Mummy" (1959), Interner Link"The Plague of the Zombies" (1965) und Interner Link"Captain Kronos" (1973) produzierte das britische Unternehmen in über 5 Jahrzehnten und die Faszination ihrer Filme blieb von jeher Generationen übergreifend erhalten.

Wenn ich bedenke, dass meine kleine Tochter als Vampirfan vor kurzen Christopher Lees ersten Ausflug als Blutsauger mit mir zusammen schaute und sie trotz einem bereits gewohnten Bombardement von Spezialeffekten und schnellen Schnittfolgen aus Fantasyfilmen wie z.B. Interner Link"Harry Potter" und Co. sichtlich Spaß an dem ruhigen, gotischen Horror hatte und beim Erscheinen Draculas Fingernägel kauend vor dem Fernsehen saß und mir später berichtete, dass sie niemals gedacht hätte, dass ein sooo alter Film, dermaßen gut sein kann, ist dies schon ein gutes Gefühl zu wissen, dass diese Art von Film auch nach fast über 50 Jahren noch bestand haben kann.
Ich war selbst noch ein Kind als mir das erste Mal Peter Cushing als Van Helsing begegnete, als Dracula das erste Mal Mini-Mädchen jagte und als Frankenstein zum ersten Mal ein Weib schuf. Interner Link"Das schwarze Reptil" war damals mein absoluter Kindheitsalptraum und das mit gerade mal acht Jahren. Doch ich zog weiter aus, um das Fürchten zu lernen und ließ mich immer und immer wieder von Vampiren, Werwölfen, Zombies und Dämonen besuchen. Die Faszination für diese "alten Schinken" ist bei mir bis heute ungebrochen und wer weiß, vielleicht werden auch mal meine Enkelkinder den wahren Horror kennen und lieben lernen ...

Lange Zeit war es fast unmöglich an seine Lieblingsfilme heran zu kommen, außer sie liefen als Wiederholung im Fernsehen, oder man besorgte sich teure Videokassetten aus dem Ausland, denn damals, und damit meine ich meine Kindheit und vielleicht auch eure Jugend, gab es noch kein Internet und man musste sich auf einschlägige und überteuerte Mailorder verlassen, welche uns die Kassetten zu horrenden Preisen verhökerten. Im Zeitalter der DVD und des Internets sieht das natürlich anders aus und so manch Klassiker längst vergessener Tage hat bereits das Licht der DVD-Welt erblickt. Jüngst durfte das deutsche Label Anolis Entertainment uns z.B. mit ihrer 20teiligen Hammer Edition beglücken, welche in der jeweils ungekürzten Fassung des Filmes in bestmöglicher Bild- und Tonqualität, mit viel Bonusmaterial, einem schönen Artwork und einem mehrseitigen Booklet-Heft erschien. Leider waren solche Veröffentlichungen eher die Seltenheit in Deutschland und die Major-Firmen wie Warner und Sony Pictures verzichten nahezu gänzlich auf informative Texte und Bonusmaterial, für das man hätte recherchieren müssen.

Die Hammer-Filme waren wieder in aller Munde. Jung und alt hatten wieder Blut geleckt und wollten mehr über ihre Lieblingsfilme erfahren. Doch woher die Infos?
Viel gab es da bisher ja nicht, zumindest auf dem deutschen Sektor. Zwar war das Buch "Hammer Horror, Galerie des Grauens" sehr gut, ist aber längst vergriffen und kaum noch zu bekommen. Und dann existieren da noch die schönen Booklet-Texte von Uwe Huber und Uwe Sommerlad, welche die Fans mit reichlich Wissenswertem bedienen. Doch das ist längst nicht genug, denn das Hammer-Universum scheint schier unendlich und immer wieder tauchten auch für mich unbekannte Filme auf, bei denen ich überrascht war, dass sie von den berühmten Hammerfilm Studios produziert wurden. Wer von Euch liebe Leser wusste denn schon, dass es die Studios bereits seit den frühen 30er Jahre gab? Wer wusste schon, dass sich das Studio nicht von Anfang dem Phantastischen Film verschrieben hat, sondern damals Komödien, Krimis, Kriegsfilme und sogar Radiohörspiele inszenierte? Wohl die wenigstens, und auch meine Wenigkeit assozierte lediglich den unterschlagenen Film mit Hammer.


Aber kommen wir doch endlich zum eigentlichen Teil dieser Rezession, dem uns vorliegenden neuesten Buch aus der MPW-Schmiede mit dem Titel "The Hammer Chronicles". Peter Osteried, der Autor des Werkes, ist wahrlich kein unbekannter Schreiber und beglückte uns bereits mit dem 1999 erschienen, recht guten Buch über die "Nightmare on Elm Street"-Filme, lieferte solide Arbeit bei den darauf folgenden Büchern "Der Slasherfilm" und "Highlander Chronicles" ab und brachte uns mit "Horror Chronicles" eine beachtliche Lektüre zum klassischen Horrorfilm, das ich zu einem meiner Lieblingsbücher zähle, weswegen ich bereits seit Jahren auf die angekündigte Fortsetzung warte. Erneut unter den Fittichen des umstrittenen MPW-Verlages erschien jüngst Osterieds neuestes Buch als 308 Seiten dickes Hardcover in vier verschiedenen Covervarianten und mit einem stolzen Preis von knappe fünfzig Euro. Doch lasst mich bitte eins vorweg nehmen: Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt hier allemal und wir bekommen, wie immer bei den MPW-Büchern, ein toll designtes und reichlich bebildertes Buch vorgesetzt, welches ganz nebenbei auch inhaltlich top ist!
Doch lasst uns erst einmal reinschauen: Nach einem kleinen Vorwort von Autor Uwe Raum-Deinzer werden wir vorerst erschlagen von der schönen Aufmachung des Buches. Der MPW-Verlag ist bekannt für ein großes Archiv an Aushangfotos und seltenem Bildmaterial, welches hier wieder in Hülle und Fülle zu finden ist. Auch das Layout, angelehnt an ein antikes Buch, ist wirklich eine schöne Idee gewesen.


Doch lassen wir uns nicht weiter blenden von der glitzernden Fassade und schauen uns den Inhalt näher an. Zu Beginn werden uns die "frühen Jahre" der Studios näher gebracht und Osteried schildert sehr ausführlich über den Aufstieg und den leider viel zu frühen Fall der Studios, bevor er zu den wichtigsten Männern vor und hinter der Kamera kommt. Hier finden sich Namen wie z.B. Michael Carreras, Christopher Lee, Peter Cushing, Anthony Hinds, Terence Fisher, Don Sharp und Val Guest wieder, welche anhand ausführlicher Bio- und Filmografien vorgestellt werden. Dabei bezieht der Autor seine Infos auch ausschließlich auf die Hammerfilm-Produktionen und kratzt dabei nicht nur an der Oberfläche, sondern erwähnt wenn nötig auch andere Produktionen der jeweiligen Person. Über 80 Seiten an seltenem Bildmaterial, Hintergrundinformationen und Anekdoten von diversen Dreharbeiten machen das erste Drittel dieses Buches aus, bevor der Autor sich den einzelnen Genres der umfangreichen Hammer-Welt widmet. Angefangen beim Science Fiction-Genre mit dem Kapitel "Aufbruch zu neuen Welten", über die Dracula-, Frankenstein-Filme und unbekanntere Krimis, Komödien und Kriegsfilmen, bis hin zu den Klassikern des Vampirfilms, sowie den Mumienfilmen und den unzähligen anderen Produktionen welche in fast 5 Dekaden produziert wurden.
Zwar bleibt der Autor in den einzelnen Kapiteln stets chronologisch, achtet aber darauf, dass der Schreibstil zu keinen Zeitpunkt darunter leidet. Er verzichtet auf das einfache Aufzählen der Titel, sondern pickt sich das Wichtigste heraus und erschafft somit eine schöne Biografie des jeweiligen Genres. Da kann es natürlich schon einmal passieren, dass einige Titel etwas zu kurz kommen, im Großen und Ganzen, werden die wichtigsten Filme jedoch ausreichend vorgestellt und mit viel Infomaterial aufgepeppt. Zudem bekommen die Klassiker des jeweiligen Genres jeweils eine ganze Seite spendiert, um ausführlich vorgestellt zu werden. Das ist mitunter ein wenig unglücklich gewählt, da es passieren kann, dass man gerade liest und dann eine Seite weiter blättern muss, um die normale Biografie weiter zu verfolgen. Erst danach geht es dann wieder zurück, damit man sich dem ausgewählten Titel zuwenden kann. Wirklich störend ist dies zwar nicht, hätte aber etwas eleganter gelöst werden können.
Desweiteren finden wir hier immer kleinere Infofelder über Darsteller, Regisseure, Produzenten etc., welche das jeweilige Kapitel mit zusätzlichem Infogehalt aufwerten. Es dauert lange bis man die Fülle an Material durch hat und das eine oder andere Mal wird man sich dabei erwischen, wie man sich Minuten lang einfach nur die Bilder anschaut, bevor man weiterliest. Das ganze Buch, sollte man es erst einmal durch haben, macht Lust auf mehr: Mehr Infos, mehr Bilder und vor allem endlich mehr dieser tollen Klassiker auf DVD. Es gibt leider noch zu viele Hammer-Filme, welche als verschollen gelten oder einfach noch nicht auf DVD erschienen sind. So ist es beinahe eine Schande, dass einige der Filme trotz der großen Fanschar nicht rentabel genug wären, dass ein Label das Risiko eingeht, auch die ganze alten Krimis und Komödien zu veröffentlichen.

Ein weiteres interessantes Kapitel sind die unrealisierten Projekte, welche der Autor zusammengetragen hat. Anstelle jedoch einfach nur Titel aufzulisten, finden wir zu jedem der über 60 gescheiterten Projekte noch eine kleine Erklärung und reichlich Informationen. Bei einigen Filmen ist es wirklich sehr schade, dass diese nicht realisiert werden konnten, denn man hat den Eindruck, dass dabei mit Sicherheit ein interessanter Film herausgekommen wäre.
Zum Schluss gibt es noch eine komplette Filmografie der Hammer-Filme samt Inhalts- und kurzer Stabangabe, unterteilt nach Jahrgängen. Bevor wir das Buch aber schließen und uns auf den Weg machen, die eigene Hammer Film-Sammlung zu erweitern, finden wir noch einen kurzen Abriss über die bisher erschienen DVDs, sowie eine DVD-Checklist, der bis dato erschienen Hammer Film-DVDs.

Fazit:
Es ist kein Geheimnis, dass allein der Name MPW für heiße Debatten in diversen Internetforen sorgt und sich viele über einen angeblich schlechten Schreibstil und den unzähligen Rechtschreibfehlern mokieren. Leider geht es dabei alles andere als sachlich zu und es werden mitunter sogar die Leser der Bücher beschimpft. In der Tat wissen wir, dass nicht alles Gold war, was mit dem Namen MPW glänzte, doch man darf und sollte nie verkennen, dass hier Bücher von Fans für Fans geschrieben wurden und auch wenn Fehler passierten, boten die Bücher eine Fülle an Bildmaterial und meist immer einen grundsätzlich überzeugenden Informationsgehalt.
Dass der Verlag in den letzten Jahren immer besser und sorgfältiger arbeitet, scheint den meisten Nörglern leider entgangen zu sein und einige scheinen die Bücher nur zu kaufen, damit sie, mit einem Filzstift in der Hand den Oberlehrer heraus hängen lassen können. Doch das wird diesmal wohl recht schwer fallen, denn die "Hammer Chronicles" ist ein wahrlich fantastisches Buch geworden - in zweierlei Hinsicht. Sowohl inhaltlich, wie auch optisch ein Leckerbissen und neben dem "Horror Chronicles" und dem "Lexikon des deutschen Sexfilms" das wohl beste Buch aus jenem Verlag.
Peter Osteried liefert hier ganze Arbeit ab, erweist sich ein weiteres Mal als kompetenter Autor und entführt uns für einige Stunden in eine längst vergangene Welt, in der Kino noch ein "wahres" Erlebnis war.
Die Hammerfilm Studios prägten das Genre, wie keine andere Firma und gelten auch heute noch als Pioniere. Mit diesem Buch erleben wir eine wunderbare Verbeugung vor den Leistung des Studios und dessen Schaffen, bei dem sich die Layouter des Verlages mal wieder richtig ins Zeug gelegt haben (siehe Bilder).
Knapp 310 Seiten Nostalgie pur, reichlich bebildert in einer schönen Aufmachung, also ein Buch, das in keiner Hammer Film-Sammlung fehlen sollte und möglicherweise sogar das ultimative Nachschlagewerk für Fans ist, in welchem auch Experten mit Sicherheit noch neue Dinge finden werden. Eine tolle Arbeit und hoffen wir einmal, dass uns Peter Osteried auch in Zukunft als Autor erhalten bleibt. Wir warten ja schon sehnsüchtig auf den zweiten Band der "Horror Chronicles". Doch bis es soweit ist, empfehle ich dieses Buch und vergebe ganz klar sechs volle Punkte ...


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