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Quentin Tarantino (1. Auflage)

Autor:Robert Fischer, Peter Körte, Georg Seeßlen
Autor:Robert Fischer, Peter Körte, Georg Seeßlen
Verlag:Dieter Bertz Verlag
ISBN/EAN:3-929470-71-3
erschienen:1997

Sprache:Deutsch
Format:Paperback, B5
Seiten:253 Seiten, s/w
Tarantinomania
http://www.blarg.net/~kbilly, der Koffer von Marsellus Wallace und anderes Treibgut
Von Peter Körte

Quentin Tarantino - Die Filme
Von Robert Fischer
Reservoir Dogs
True Romance
Natural Born Killers
Pulp Fiction
Four Rooms
From Dusk Till Dawn

Is This The Way To Tarantino?
Fast nichts in diesem Text ist
Von Georg Seeßlen

Kommentierte Filmographie
Von Robert Fischer

Bibliographie


(Inhaltsangabe der Veröffentlichung entnommen)
Drei namhafte deutsche Autoren schreiben über den selben Mann und dessen Schaffen, kommt es da nicht zu Überschneidungen? Erstaunlicherweise fast überhaupt nicht, da verschiedene Ansätze genommen wurden, um sich dem Phänomen "Tarantino" zu nähern. Eins ist allen dreien gelungen: Den Mythos um den Mann auf fundierte Art und Weise zu entziffern, sich mit seinen Werken und seiner Person kritisch zu befassen, dabei aber immer den Geist eines Fan-Buches zu vertreten. Die Vorstellung hierbei bezieht sich auf die erste Auflage des Buches von 1997, welche bis einschließlich Interner Link"From Dusk Till Dawn" enthält, aber nicht mehr die drauffolgenden Filme wie Interner Link"Jackie Brown" oder Interner Link"Kill Bill" analysiert. Grundlegend hat sich aber die Arbeit von Tarantino nicht geändert, so dass bereits diese Erstauflage die wesentlichen Dinge rund um das Tarantino-Universum aufgreifen und vorstellen kann. Mittlerweile ist eine 4. Auflage erschienen, welche nicht nur grundlegend überarbeitet wurde, sondern, wie man anhand des abweichenden Inhaltsverzeichnissen herauslesen kann, auch grundsätzlich neue Essays enthält.

Die Grundlage schafft Peter Körte mit seiner tiefgehenden Suche nach Tarantinos Wurzeln und seinen Einflüssen, die er anhand von Beispielen belegt. Wie bekannt sein dürfte, sieht sich Quentin Tarantino selbst als unheimlich großen "film buff", der seine Werke als geschickt verpackte Sammlung von Zitaten erfolgreich vermarktet und sich damit vor seinen Vorbildern verbeugt. Eben jene Vorbilder sind es, die Körte anhand von Textpassagen und Bildern aufzeigt. Aber auch grundlegende Strukturen und Verbindungen zwischen den Tarantino-Filmen, die Wirkungen auf das Publikum, speziell der Pressespiegel und vor allem der Kult rund um den jungen Regisseur, der im Internet für Furore sorgte, sind Inhalte vom passend betitelten "Tarantinomania". Kurzum: Die knapp 60 Seiten lesen sich zügig und angenehm.

Zuerst wenig angetan war ich von Robert Fischers Teil des Buches, der mit 130 Seiten auch den Großteil einnimmt. Grund dafür sind die ausführlichen Inhaltsangaben zu den Filmen, die jeder Leser des Buches, zumindest nehme ich das an, bereits vor dieser Lektüre verinnerlicht haben sollte. Nichtsdestotrotz gelingen Fischer in seiner anschließenden Analyse verschiedener Schlüsselszenen bemerkenswerte Querverweise und Interpretationen, die selbst nach dem zwanzigsten Anschauen des Filmes noch Neuigkeiten für den Zuschauer und Leser beinhalten können. Beginnend beim Sundance-Überraschungserfolg Interner Link"Reservoir Dogs" über die Drehbuch-Einsätze Interner Link"True Romance" und "Natural Born Killers", bis hin zum wegweisenden Interner Link"Pulp Fiction" und den Regisseur-Zusammenkünften bei Interner Link"Four Rooms" und "From Dusk Till Dawn" wird jeder der bis dahin erschienen Filme genauestens unter die Lupe genommen und teils mit Bildmaterial ausgeschmückt. Auch Fischer macht Gebrauch von externem Material, um Referenzen zu untermauern. Eigene Regiewerke werden dabei inhaltlich gleichwertig behandelt wie Verwertungen von anderen Regisseuren. Besonders zu Interner Link"Natural Born Killers" hat Tarantino in Form von Interviewausschnitten einige Kritik selbst anzubringen.

Den mit Abstand ungewöhnlichsten Beitrag zum Buch leistet Georg Seeßlen. "Fast nichts in diesem Text ist von Georg Seeßlen" heißt es zu Beginn, bevor Seeßlen seine überaus scharfsinnige Einschätzung zur Rolle Tarantinos als Figur einer neuen Kinoform in Form eines fiktiven Rollenspiels an den Leser reicht. Neben den Filmschaffenden Avary, Pasolini, Godard und den Marx Brothers mischen sich auch Figuren aus Tarantinos Filmen unters Gespräch, welches von ständigen Protagonistenwechseln durchzogen ist. Auch Tarantino selbst darf Stellung nehmen, u.a. im Rückblick auf seine Kindheit. Seeßlen versteckt zwischen Witz und scheinbar sinnlosem Geplauder eine Menge an grundlegenden Charakterisierungen von Tarantinos Schaffen und seine Wirkung auf das Kino.

Zum Schluss wird noch Tarantinos Filmografie vorgetragen, die u.a. auch jene Filme enthält, an denen er beispielsweise nur in Form einer Drehbuchüberarbeitung oder einer geringen Rolle mitgearbeitet hat. Die Filmografie enthält ausführliche Stabangaben und im Falle der Filme, die nicht bereits in vorangegangenen Kapiteln ausführlich vorgestellt wurden, auch Inhaltsangaben und Kommentare. Um den Wissensdurst des "Tarantino maniacs" weiter zu stillen, hängt dann auch noch eine sehr ausführliche Liste mit Quellen, Büchern, Zeitungsartikeln und noch mehr an.

Abschließend möchte ich bereits für die erste Auflage eine dicke Empfehlung an alle Leseratten aussprechen. Man bekommt nicht nur einen groben Überblick, sondern Essentielles geboten und dies auf einem Niveau, von dem die meisten deutschen Horror-Autoren leider nur träumen können. Auch im internationalen Bereich könnte ich mir gut vorstellen, dass dieses Tarantino-Buch nicht nur eins unter vielen ist, sondern tatsächlich eine gute Wahl. Zwar mag nicht jedem die Art und Weise der Aufarbeitung schmecken, der vermittelte Inhalt ist aber erstklassig.


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