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D 2005
Titel:Offenbarung 23 - Folge 4: Die Krebs-Macher
Originaltitel:Offenbarung 23 - Folge 4: Die Krebs-Macher
Regie:Lars Peter Lueg
Buchautor:Jan Gaspard
Dialogbuch:Jan Gaspard
Musik:Andy Matern
Titelmelodie:Markus Wienstroer, Andy Matern
Sprecher:David Nathan, Dietmar Wunder, Marie Bierstedt, Udo Schenk, Till Hagen, Lutz Riedel, Helmut Krauss, Torsten Michaelis, Benjamin Völz, Jan Spitzer, Tilo Schmitz, Dagmar Berghoff, Friedrich Schoenfelder
Cover-Design:Focoloco Studios
Länge:65:40 Minuten (ungekürzt)
Vertrieb:Lübbe Audio
Freigabe:k.A.



Inhalt
Ein kleiner Sack mit Kaffeebohnen aus Jamaika. Hacker Tron hat ihn vor seinem Tod von einem Urlaub mitgebracht. Warum aber ist das kleine Paket an eine bekannte Kosmetikfirma adressiert? Und warum sollte ein Chemiker die Sendung untersuchen? Student Georg Brand wittert ein Geheimnis und nimmt die Fährte auf. Was er herausfindet, ist unfassbar und unglaublich. Und bringt nicht nur ihn selbst in tödliche Gefahr!

Fazit
Für Teil 4 der Serie hat man auf ein sehr interessantes Thema zurückgegriffen: die sogenannte Krebs-Verschwörung. In der geht es darum, dass die Auslöser von Hautkrebs nicht allein das schädliche UV-Licht der Sonne ist, sondern zusätzliche "Wirkstoffe" vorhanden sein müssen, um die Hautzellen krebsartig wuchern zu lassen, was im Falle des gefürchteten "Schwarzen Hautkrebs" sogar in vielen Fällen zum Tode führt.

Fast mit der Nase auf dieses Thema gestoßen wird Informatikstudent Georg Brand, der Protagonist der Serie, der bei seiner Freundin, der Ex des tot geglaubten Hackers Tron, einen Sack mit feinsten Kaffeebohnen findet. Die Spur führt ihn in ein Labor, wo Tron vor vielen Jahren bereits einmal den unzubereiteten Kaffee wissenschaftlich untersuchen ließ. So kommt man in vielen Gesprächen mit dem leitenden Wissenschaftler der vermeintlichen Lösung immer näher: Tron war auf der Suche nach PAKs (Polyzyklischen, aromatischen Kohlenwasserstoffe), einer Art krebserregende chemische Verbindung, die in natürlichen Form ebenso vorkommt wie in künstlichen Produkten (Heizstoffe, Baustoffe, Kosmetikartikel). Hintergrund der Verschwörung ist damit, dass die Verwendung der PAKs in Kosmetikartikeln wie Sonnencreme erst zur Entwicklung von Hautkrebs führt, der meist im Alter auftritt. Demnach würde ein gesamter Industriezweig am Tod des Menschen mitverdienen - nicht zu schlecht sogar.

Bei der Erzählung weicht "Die Krebs-Macher" nicht von seiner in den drei Vorgängerteilen aufgestellten Marschroute ab: möglichst viel Kontroverses in die Geschichte packen, um den Zuhörer für das Thema zu interessieren, nicht aber unbedingt einen Abschluss oder gar eine Lösung parat zu halten. Dieser Ansatz ist durchaus löblich, wenn man ihn erstmal erkannt und schätzen gelernt hat, dürfte bei vielen Zuhörern aber auch für Ernüchterung sorgen, die sich immer wieder hingehalten fühlen. So ist auch "Die Krebs-Macher" unabgeschlossen, was auf das einzelne Thema bezogen nicht weiter schlimm wäre, aber auch etwas unausgegoren.
Der Grund liegt in der letzten viertel Stunde. Fast so, als ob die Laufzeit aufgefüllt werden müsste, versucht man sich an einem inhaltlichen Bruch und leitet langsam schon den nächste Teil ein, der sich mit Handys (genau genommen: mit Trons Handy) beschäftigen wird. Das passiert aber irgendwie sehr ungeschickt, weil der Anschluss einfach nicht gefunden werden kann. Ich fühlte mich sogar ein wenig an die plumpen Nachspänne erinnert, die manchmal bei einer wöchentlichen TV-Serie auf die Ereignisse der kommenden Woche aufmerksam machen wollen.

Darüber hinaus ist "Die Krebs-Macher" aber solide wie eh und je produziert. Besonders erfreulich sind die abermals hochwertigen Sprecher, z.B. der heraussragende Lutz Riedel als Sonderermittler Wim Banner und sein nicht minder überzeugender Kollege Jan Spitzer als Professor. Beiden gelingt es hervorragend, den Zuschauer mit ihrer Stimme zu begeistern und darüber ihre zwielichtigen Rollen auszudrücken. Ohnehin ist die Serie durchweg mit professionellen Sprechern versehen, die leider wieder etwas unter der Mehrfachverwendung verwenden, z.B. Tilo Schmitz in der kurzen Rolle als Georgs Vater, dem der schwarze Hautkrebs beim Arztbesuch diagnostiziert wird. Andererseits wird versucht, an vorangegangene Folgen anzuknüpfen, z.B. indem Torsten Michaelis wieder einmal, wenn auch nur kurz, als Tupac Shakur in Erscheinung treten darf oder Ermittler Banner Bezug auf Georgs rechtliches, kleines Malheur in "Die Titanic darf nie ankommen!" nimmt.
Da anzunehmen ist, dass die wenigsten Hörer erst mit dieser Folge einsteigen, wäre es schön, wenn die Macher auf unnötig komplizierte Vorstellungen der Charaktere in Dialogen verzichten würden, die immer sehr gekünstelt klingen. Denn an anderer Stelle beweist man, dass das Dialogbuch mit spannenden Gesprächen ein hohes Niveau halten kann. Die Spannung resultiert aber auch langsam aus dem bösen Hintergedanken heraus, dass Georg eigentlich nur Spielball höherer Mächte ist. So kommt dem Zitat "Traue niemanden!", mit dem Tron seinen Schützling übers Telefon warnt, hier eine besondere Bedeutung zu. Beinahe jeder Charakter muss nun vom Zuhörer kritisch hinterfragt werden auf seine Gesinnung. Mancher Freund könnte sich schließlich doch als Verräter herausstellen ...

Bis auf den Fauxpas in der letzten viertel Stunde eine überaus unterhaltsame Folge, die zum mehrfachen Hören einlädt. So langsam fesselt mich die Serie ungemein!

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