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D 2008
Titel:Gruselkabinett 28 + 29 - Der Glöckner von Notre Dame
Originaltitel:Der Glöckner von Notre Dame
Regie:Stephan Bosenius, Marc Gruppe
Buchautor:Victor Hugo
Dialogbuch:Marc Gruppe
Sprecher:Roland Hemmo, Udo Schenk, Christian Stark, Tommy Morgenstern, Kristine Walther, Julien Haggège, Patrick Bach, Matti Klemm, Anita Lochner, Eva-Maria Werth, Jochen Schröder, Kaspar Eichel, Inken Sommer, Wilfried Herbst, Bodo Wolf, Ilona Otto, Uwe Büschken
Cover-Design:Firuz Askin, Alice Kaiser
Länge:130:40 Minuten (ungekürzt)
Vertrieb:Titania Medien
Freigabe:ab 15 Jahre
Bonus:-



Inhalt
(Teil 1 von 2) Paris 1466: Die Pest wütet im Umland von Paris. Der junge Geistliche Claude Frollo macht sich auf, seine Eltern zu retten und kommt zu spät. Ihm fällt die Sorge für seinen Bruder Jean zu, der noch ein Säugling ist. Im Jahr darauf - am Sonntag Quasimodogeniti - wird ein missgestalteter kleiner Junge im Findelkinder-Bettchen vor der Kathedrale von Notre Dame niedergelegt ...

(Teil 2 von 2) Paris 1482: Quasimodo hat sich durch das Geschehen am Pranger merklich verändert. Dies bleibt seinem Meister, dem düsteren Erzdiakon Claude Frollo, nicht verborgen. Ebenso wenig, dass La Esmeralda neuerdings einen Begleiter an ihrer Seite hat, den Dichter Pierre Gringoire. Aber auch der schneidige junge Hauptmann Phoebus de Châteaupers hat ein Auge auf das schöne Zigeunermädchen geworfen. Das Unheil nimmt seinen Lauf ...

Fazit
Mit "Der Glöckner von Notre Dame" von Victor Hugo zeigt Titania wieder, wie sich ein Klassiker der Weltliteratur anhören muss - obwohl eine gewisse Skepsis bei der Ankündigung dieser Vertonung vorhanden war. Wie auch das "Phantom der Oper" gehört "Der Glöckner von Notre Dame" nicht unbedingt zur klassischen Gruselliteratur, sondern weist eine deutliche dramatische Tendenz auf, in der Gruselelemente nur zeitweise aufkommen. Doch alle Angst war unbegründet, konnte das "Phantom der Oper" nur bedingt überzeugen, so hat man bei der Vertonung von Hugos Werk alle Register des Könnens gezogen, um die tragische Geschichte von Quasimodo und La Esmeralda zu erzählen.

Im Mittelalter hält die Pest Einzug in Paris. Zu dieser Zeit kümmert sich der junge Ordensbruder Claude Frollo nach dem Tod der Eltern um seinen Bruder Jean. Einige Zeit später wird Claude Priester in der Kathedrale von Notre Dame, als eines Tages ein völlig missgestaltetes und geistig zurückgebliebenes Kind vor der Kirche abgelegt wird. Claude Frollo nimmt sich auch diesem Kind an und zieht es in der Kirche groß, um es vorm Spott der Bevölkerung zu schützen. Er gibt diesem Kind den Namen Quasimodo und lässt es im jugendlichen Alter zum Glöckner werden. Während Claude zum Erzbischof ernannt wird und nebenbei der Alchemie frönt, hält sich auch ein schönes Zigeunermädchen in der Stadt auf. Ihr Name ist La Esmeralda und kann sich vor männlichen Angeboten kaum retten. Auch Claude Frollo ist von ihrer Schönheit fasziniert und schmiedet einen teuflischen Plan, das Zigeunermädchen für sich zu gewinnen. Hilfreich zur Seite steht ihm Quasimodo, der nach einer missglückten Entführung und der damit verbundenen Strafe am Pranger, das Unrecht erkennt und tiefe Gefühle für La Esmeralda entwickelt. Frollos Besessenheit gegenüber La Esmeralda nimmt immer grausamere Formen an, die letztendlich nur den Tod für das schöne Mädchen bedeuten können, da sie nicht die Liebe des Kirchenmannes erwidern kann.

"Der Glöckner von Notre Dame" zeigt deutlich die Abgründe der menschlichen Seele, zeigt die wahren Grausamkeiten des Mittelalters im Namen der Kirche. Der Geistliche, der seine Position nur schamlos ausnutzt und die Bevölkerung mit Scheinheiligkeit täuscht ist nach außen der gute, zuvorkommende Mensch und hinter verschlossenen Mauern ein Alchemist auf der Suche nach dem Stein der Weisen und unendlichem Leben.
Dank einer sehr dichten Inszenierung prallt das Hörspiel mit voller Wucht auf den Hörer ein und lässt ihn eintauchen in das Paris der Vergangenheit. Vor allem den fantastischen Sprechern gebührt ein großes Lob, die den interessanten Figuren ihre Stimmen leihen. Ausfälle sind keine zu verzeichnen, doch besonders zu gefallen weiß die Stimme von Udo Schenk in der Rolle des "dämonischen" Claude Frollo. Auch Tommy Morgenstern als Quasimodo hat seinen doch schweren Part vortrefflich gemeistert. Schließlich muss er eine Person vertonen, die vom Leben gezeichnet und durch das Glockenspiel taub ist. In Morgensterns Stimme schwankt immer eine Traurigkeit mit, die beim Hörer Mitleid erregt. La Esmeralda wurde von Kristine Walter vertont, die noch nicht oft in Hörspielen zu hören war und ebenfalls ein richtiger Glücksgriff gewesen ist. Egal in welcher Stimmung sich La Esmeralda sich befindet wird durch Kristin Walter alles sehr intensiv und glaubhaft wiedergegeben. Aber noch viele weitere grandiose Sprecher, wie Patrick Bach, Christian Stark oder Jochen Schröder sind unter den auftauchenden Personen in stimmigen Rollen auszumachen. Aber was wären die Sprecher ohne eine passende Akustik, die dem illustren Treiben in Paris Leben einhauchen würde. Der Hintergrund kommt quasi nie zur Ruhe, da immer irgendwelche Geräusche zu vernehmen sind, was eine wirklich tolle Atmosphäre zaubert. Für den Soundtrack konnte man auf klassische Orchesterklänge zurückgreifen, welche die Szenen mit der jeweiligen Stimmung untermalen. Das wird vor allem auf der zweiten CD noch intensiver, da sich die Geschichte auf den Höhepunkt zubewegt. Diente die erste CD noch einer Einführung des Personenkreises, darf sich die dramatische Lage auf Disc 2 noch weiter zuspitzen. Das jeweilige Cover zeigt wieder eine Szene aus dem Hörspiel und wirkt sehr stimmungsvoll.
Das Hörspiel gibt es in einem schicken Schuber für den Buchhandel oder als einzelne Veröffentlichungen für den Einzelhandel. Es darf ohne Zweifel behauptet werden, dass "Der Glöckner von Notre Dame" wieder ein opulentes Highlight aus dem Gruselkabinett darstellt. Unglaublich intensiv und neben der Vertonung von Dracula wohl auch der Höhepunkt der bisherigen Serie. Einfach nur grandioses Ohrkino eines literarischen Klassiker.

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