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D 2008
Titel:Gruselkabinett 26 - Die liebende Tote
Originaltitel:Die liebende Tote
Regie:Stephan Bosenius, Marc Gruppe
Buchautor:Theophile Gautier
Dialogbuch:Marc Gruppe
Sprecher:Kaspar Eichel, David Turba, Julien Haggége, Sabine Arnhold, Christian Rode, Torsten Michaelis, Cornelia Meinhardt, Frank Schaff
Cover-Design:Firuz Askin, Alice Kaiser
Länge:57:23 Minuten (ungekürzt)
Vertrieb:Titania Medien
Freigabe:ab 15 Jahre
Bonus:-



Inhalt
Südfrankreich 1847:
Der junge französische Priester Romuald wird des Nachts an das Lager einer Sterbenden gerufen. Zwar kommt er zu spät, um ihr noch die letzte Ölung zu spenden, jedoch willigt er ein, wenigstens die Totenwache zu halten. Allein in dem prunkvollen Schlafgemach erkennt Romuald in der Toten die Kurtisane Clarimonde wieder, deren Schönheit ihm seit langem nicht mehr aus dem Sinn geht ...

Fazit
Autor und Name der Geschichte waren mir gänzlich unbekannt, nur die mehr als grandiose Covergestaltung fällt direkt ins Auge. Ein Mönch, der vor dem Bett einer fast nackten Frau kniet, dazu der Titel "Die liebende Tote". Gleich zu Beginn wird eine Atmosphäre durch einen choralen Gesang geschaffen, wie sie bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht in einem Hörspiel zu finden war. Hinter dem Titel, nach einer Geschichte von Theophile Gautier, verbirgt sich eine klassische Liebesgeschichte verpackt ins Gewand vortrefflicher Schauerromantik. Bei seiner Priesterweihe sieht Romuald zum ersten mal eine Frau, die ihm direkt den Kopf verdreht. Hin und her gerissen zwischen seinen Gefühlen zu Gott und zur schönen Unbekannten entscheidet er sich, seinen Lebensweg als Priester zu beschreiten und wird Dorfpfarrer in einer kleinen Gemeinde. Als er eines Abends zu einem Sterbefall gerufen wird, findet er die Frau, die er in seinem tiefsten Inneren schon immer zu lieben glaubte, tot vor. Scheinbar ist Liebe stärker als der Tod, doch zu welchem Preis kann diese Liebe aufrecht erhalten werden? Romualds ehemaliger Abbé möchte ihm helfen, dem Teufelskreis zu entkommen, doch zerstört er durch sein Handeln nicht doch eine wahre Liebe?
Eine Erklärung liefert die Geschichte nicht und lässt den Hörer selbst entscheiden, welcher Weg wohl der Richtige gewesen wäre. Die Art wie die Geschichte eingeleitet wird und immer weiter ihre mystische Aura ausbreitete, konnte von Marc Gruppe und Stephan Bosenius vortrefflich gelöst werden. Quasi als Geschichte in der Geschichte funktioniert die Konversation perfekt. Der ältere Romuald berichtet einem jungen Anwärter auf die Dienerschaft Gottes von seiner Geschichte, die ihm widerfuhr. Aus heutiger Sicht mag "Die liebende Tote" nichts anderes als ein Hilfeschrei gegenüber dem Zölibat der katholischen Kirche sein, in welchem Verhältnis Theophile Gautier selbst einen Bezug zur Kirche hatte entzieht sich allerdings meiner Kentnis. Qualitativ wurde wie bei Titania üblich sehr hochwertig produziert und der Zeitgeist der Geschichte ist mit der akustischen Umsetzung ebenfalls gut getroffen. War das vorangegangene Hörspiel "Der Fall Charles Dexter Ward" eine Nerven aufreibende Gruselkost, beschreitet "Die liebende Tote" seichtere Wege, ohne den Pfad des Unheimlichen zu verlassen, denn es ist spannend erzählt als eine Art "Romeo und Julia" aus einer jenseitigen Welt. Auch bei diesem Hörspiel wurde viel Wert auf die Auswahl der Sprechrollen gelegt. Die beiden Hauptrollen gingen an Sabine Arnhold und Julien Haggége, die das Liebespaar glaubhaft mit Leidenschaft in Szene setzen. Aber auch die anderen Rollen wurden bis in die kleinste Nebenrolle passend besetzt. Dass auch wieder der Einsatz der Geräusche vortrefflich gewählt wurde, versteht sich bei Titania mittlerweile schon von selbst. Wieder einmal treten Marc Gruppe und Stephan Bosenius nicht auf der Stelle, sondern verschaffen auch diesem etwas unbekannten Klassiker der Schauerromantik einen Platz in der Welt des Ohrkinos. Eine wirklich positive Neuentdeckung einer längst vergessenen Geschichte.

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