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D 2007
Titel:Damonenkiller - Folge 1: Im Zeichen des Bösen (Edition 21)
Originaltitel:Damonenkiller - Folge 1: Im Zeichen des Bösen
Regie:Susa Gülzow
Buchautor:Susa Gülzow
Dialogbuch:Susa Gülzow
Musik:Michael Berg, Roman Rossbach
Titelmelodie:Ava Winter
Sprecher:Stephan Schwartz, Sascha Rotermund, Tina Eschmann, Isabella Grothe, Asad Schwarz, Robert Missler, Nico König, Sascha Draeger, Konstantin Graudus, Eva Michaelis, Wolf Frass
Cover-Design:Mark Freier
Länge:73:44 Minuten (ungekürzt)
Vertrieb:Nocturna Audio
Freigabe:ab 12 Jahre



Inhalt
"Im Jahre 1484 verschrieb der Baron Nicolas de Conde seine Seele dem Bösen. Er dachte, den Teufel überlisten zu können, aber seine Familie musste den Betrugsversuch mit dem Leben bezahlen. Fortan bekämpfte er in verschiedenen Inkarnationen das Böse ... bis die Dämonen ihrerseits einen heimtückischen Plan ersinnen. Das Oberhaupt Asmodi zeugt mit der Hexe von Lethian ein Kind und bannt de Condes Geist in dessen Körper - auf dass ihr größter Feind von Stund an einer von ihnen sei ..."

An seinem 29. Geburtstag erfährt der Reporter Dorian Hunter, dass er anders ist. Er ist die Wiedergeburt de Condes ... und er ist der Sohn des Teufels! Unverstanden von den Menschen und gejagt von seinen dämonischen Brüdern, wird er zum größten Gegner, den die Schwarze Familie der Dämonen je hatte - zum gefürchteten Dämonenkiller.

Fazit
Gute Dämonen- bzw. Geisterjäger sind Briten. Das war bereits bei "Geisterjäger John Sinclair" der Fall, setzte sich bei den Parodie Interner Link"Der Wixxer" (Film) und "Jac Longdong" (Hörspiel) fort und soll auch bei "Dämonenkiller" so sein. Dabei reicht die Historie des adretten, smarten Dorian Hunter, der, so sagt es der Off-Sprecher, sich schon lange für das Okkulte interessiert, gar bis ins Jahr 1973 zurück. Damals erblickte der "Dämonenkiller" noch als Teil einer Serie in Heftform das Licht der phantastischen Welt. Dank großem Zuspruch bei den Lesern entwickelte sich daraus eine eigene Reihe, die wegen Zensurproblemen und wirtschaftlichen Flauten (Quelle: WikiPedia) aber 1977 bereits ihr vorzeitiges Ende fand. Doch das letzte Wort sollte noch nicht geschrieben bzw. gesprochen sein, denn Europa erarbeiteten alsbald eine 5teilige Hörspielreihe, die leider ebenso schnell wieder ihr Ende fand.

Zur Qualität der Romane bzw. Hörspiele kann ich vorerst nichts weiter aussagen, außer dass der Titelheld und seine Abenteuer sozusagen wegweisend waren für das Genre, dem zahlreiche Epigonen nacheiferten. Nicht allein der historische Aspekt muss das Team von Nocturna Audio dazu verleitet haben, sich der Serie im 21. Jahrundert doch nochmal anzunehmen, sondern auch die Detailliertheit und die Möglichkeiten der Geschichte, die sich in diesem 1. Teil einer Hörspielserie bereits erkennen lassen.

Selten gelingt es einer Serie, bereits innerhalb der ersten Folge, die freilich nur einen kleinen Ausblick geben kann, derart zu fesseln und zu faszinieren, wie es hier bei "Dämonenkiller" gelingt. Nach dem kurzen Titelsong (etwas kitschig) steigt der Erzähler mit Eckdaten über Dorian Hunter ein, der sich mit allerlei obskuren Gestalten auf einer Busreise nach Österreich in das kleine Dorf Asmodan begibt. Schnell offenbart sich ihm und dem Zuhörer, dass der Zielort nicht dem üblichen Urlaubsort entspricht, sondern jede Menge dunkle Geheimnisse und auch einige Antworten bereit hält. Die Bewohner hüllen sich in Schweigen und wollen kaum etwas mit den Fremdlingen zu tun haben, wie man es von einer routinierten Gruselgeschichte her kennt. Lediglich ein etwas irrer Mann bietet seine Hilfe an und führt den Trupp zum Schloss hinauf.

Wer aufmerksam lauscht, dem sollte es schnell gelingen, sich in die Geschichte einzufinden, denn jede Szenerie ist detailliert ausgeschmückt und dürfte das Kopfkino anregen, einen kleinen Film aus dem Geschehen zu machen. Die Macher von "Dämonenkiller" wissen nicht nur ihre erstklassige Sprecherriege einzusetzen, sondern auch atmosphärische Momente zu kreieren, die sich problemlos mit dem leicht trashigen Grundgedanken der Erzählung vertragen. Denn bei all der Güte der Umsetzung ist "Dämonenkiller" doch noch leichte Horror-Unterhaltung mit einem Schuss bitterbösem Humor, der sich von den Figuren und ihren gezielt pointierten Gesprächen bis hin zu den eigenwilligen Sets erstreckt.

Bereits die Busfahrt sorgt für Aufregung und skurille Momente, denn die Anwesenden erzählen nach und nach von ihrer Herkunft, ihren Berufen und ihren Interessen. Da war einer der Männer bereits lebendig begraben worden, während ein anderer ein fetischhafte Einstellung zur Leichenpflege besitzt. Der eine oder andere makabre Witz findet da natürlich Platz - und wirkt ganz und gar nicht aufgesetzt.
Im Schloss dann lernen die Männer, die allesamt am selben Tag im selben Jahr geboren wurden, ihre Bestimmung kennen: Sie sind Nachfahren der Gräfin von Lethian, einer dunklen Person, die ihren Gästen deren wahre Gestalt vor Augen führt: Sie alle sind Kreaturen der Nacht, die unter den Menschen weilen, aber eigentlich die Feinde der Zivilisation sind.

Gerade diese Szenen des Aufeinandertreffens sind hervorragend umgesetzt. Kein Dialog scheint Ballast zu sein, kunstvoll werden saloppe Bemerkungen und gewählte Wortwahl verbunden und selbst unter den sehr unterschiedlichen Charakteren (man denke an den schwachsinnigen, aber amüsanten Vukujev) wird eine Einheit aufgebaut, die man kaum für möglich gehalten hätte. Dazu kommen einige sehr greifbare, wunderbar beschriebene Szenen, beispielsweise Dorians Blick in die Gruft oder die fiebrige Traumsequenz seiner Frau Lilian, die beinahe Meisterleistungen darstellen.

Besonders überraschend dürfte das bereits mit Folge 1 vertraute Gefühl sein, so dass man glaubt, man wäre schon länger bei der Serie dabei. Umso mehr schade ist es, dass wegen rechtlicher Streitigkeiten bisher kein zweiter Teil erschienen ist, der die formidable Vorarbeit umsetzt und das düstere Ende des 1. Teils zu einem Neubeginn macht. Denn bisher weiß der Hörer noch wenig über Dorians Schlüsselrolle in der Schwarzen Familie und seine Abstammung, die ihn sozusagen zum Teil beider Welten macht. Hoffen wir, dass bald für Nachschub gesorgt wird!

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