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D 2005
Titel:Offenbarung 23 - Folge 3: Die Titanic darf nie ankommen!
Originaltitel:Offenbarung 23 - Folge 3: Die Titanic darf nie ankommen!
Regie:Lars Peter Lueg
Buchautor:Jan Gaspard
Dialogbuch:Jan Gaspard
Musik:Andy Matern, Henning Brix, Lars Michaelis
Titelmelodie:Andy Matern, Markus Wienstroer
Sprecher:Helmut Krauss, David Nathan, Dietmar Wunder, Marie Bierstedt, Simon Jäger, Detlef Bierstedt, Till Hagen, Lutz Riedel, Dagmar Berghoff, Benjamin Völz, Gerrit Schmidt-Foß, Jan Spitzer, Tilo Schmitz, Friedrich Schoenfelder
Cover-Design:Focoloco Studios
Länge:65:22 Minuten (ungekürzt)
Vertrieb:Lübbe Audio
Freigabe:k.A.
Bonus:-



Inhalt
Hat Hacker Tron in geheimen Unterlagen einer Versicherungs - gesellschaft brisante Fakten zum Titanic-Untergang gefunden? Kostete ihm dieses Wissen das Leben? Student Georg Brand nimmt die Spur auf und entdeckt Unglaubliches. Welches Schiff liegt wirklich auf dem Grund des Atlantiks? Wer machte Profit beim Untergang des Luxusliners? Und wie lässt man einen Ozeanriesen ganz sicher an einem Eisberg zerschellen? Die Wahrheit lässt einem den Atem stocken!

Fazit
Mit dem dritten Teil der Serie wäre es beinahe zu einem ersten Höhepunkt der Serie gekommen. Das "beinahe" bezieht sich auf ein großartiges Konzept, das hinter dieser Folge steht, das aber in der Hörspielumsetzung lediglich angeschnitten wurde. Es geht um die bislang größte Schiffskatastrophe der Menschheit: dem Untergang der RMS Titanic. Das bereits auf der Jungfernfahrt am 15.04.1912 gesunkene Passagierschiff galt wegen seiner ungemeinen Größe, enormen Passagierkapazität, seinen gewaltigen Antriebsaggregaten und dem als sehr sicher geltenden Schutzkonzept (vollautomatisch schließende Wasserschutztüren in 16 Schottabteilen) als ein Wunderwerk der Schifffahrtstechnik. Doch auch an Komfort sollte es den 2400 Passagieren nicht fehlen, denn besonders die erste Klasse eröffnete eine völlig neue Dimension des Luxus in dieser bis dato kaum erreichten Größenklasse.

Stilgerecht beginnt "Die Titanic darf nie ankommen" mit einem Monolog eines Besatzungmitglieds kurz vor dem fatalen Zusammenstoß der Titanic mit dem Eisberg. Nach sehr kurzem Getümmel, schrammenden Geräuschen und (nicht ganz authentischer) Radiomeldung ist das Intro auch schon abgeschlossen - und ein Großteil der Faszination der Thematik verschenkt. Gerade die Bedrohlichkeit der Situation, im wahrsten Sinne des Wortes eine Untergangsstimmung, wird kaum auf den Zuhörer übertragen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, warum sich die Autoren dagegen entschieden, das Unglück selbst im Hörspiel auszuarbeiten: Vielleicht war man sich bewusst, dass diverse Medien das bereits getan haben (man denke z.B. an die vielfältigen Verfilmungen), oder die Spielzeit war einfach zu begrenzt.

Das ist sehr schade, wenn man bedenkt, wie interessant doch die Hintergründe sind und wie gruslig sich bereits Augenzeugenberichte der damaligen Zeit lesen. Gerade in Betracht der inhaltlich weniger "runden" Geschichte über Tupac Shakur, wären doch hier mindestens zwei Stunden atmosphärische Unterhaltung drin gewesen, sprich: eine Doppelfolge. Stattdessen findet sich der Zuhörer schnell wieder unter den üblichen Charakteren ein, also T-Rex, sein Kumpel Kim, die zuckersüße Tatjana Junk, der immer noch zwielichtige Hacker Ian G. und einigen weiteren neuen Figuren.
Zur Vorlage machte man sich das Buch "Die Titanic-Verschwörung" von Robin Gardiner und Dan van der Vat, indem es darum geht, dass der Untergang des Superschiffs kalkuliert war. Da werden Thesen wie Versicherungsbetrug und Mord aufgeworfen, alles mit einigen sehr realen Hintergrundinformationen vermischt, die trotz kompakter Vortragsweise weitreichend sind, und das alles natürlich im typischen Hacker-Umfeld platziert wird.

Auch wenn man an die Vorgängerfolgen anknüpft, weil Informationen indirekt von Tron bezogen werden, der dem Titanic-Unglück schon auf der Spur war und jede Menge Querverweise der Figuren übernommen wurden, ist "Die Titanic darf nie ankommen" doch kein schlechter Zeitpunkt, um noch in die Serie einzusteigen, weil der Erzähler immer ein paar bereits bekannte Dinge wieder aufgreift.
Dazu gehört u.a., dass T-Rex sich wieder einmal als Spielball einer Verschwörung wiederfindet und man die typischen Handlungsmuster nur etwas variiert. Dabei fallen abermals die tollen Sprechrollen und die doch spannende, wenn auch nicht ganz zufriedenstellende Suche positiv auf. Die Figuren entwickeln sich und besonders der Sonderermittler Wim Banner wird immer sympathischer, weil er trotz seiner etwas schleimigen Art doch jede Menge Informationen liefert.
Eher lasch sind dagegen einige Passagen wie der Aufenthalt im Krankenhaus, bei dem der sich langsam zum Markenzeichen entwickelnde Nerd-Humor zum Tragen kommt und die leichte Unterhaltung auf etwas misslungene Weise noch ein wenig mehr auflockern möchte.

Wie bereits erwähnt fokusiert die Geschichte zu wenig auf die geschichtlichen Hintergründe der Titanic. Weniger Spiel mit den Stammcharakteren hätte dem Hörspiel, das auch nach mehrmaligem Anhören noch Spaß machen kann, gut getan. Natürlich ist es wichtig, auch die Serie an sich fortzuführen, in deren Zentrum die stets wiederkehrenden Personen sind, aber gerade wenn man so ein großartiges Thema bearbeitet, müsste man es tiefgreifender umsetzen.

Nichtsdestotrotz ist "Die Titanic darf nie ankommen" ein routiniertes, spannendes und toll besetztes Hörspiel, das dem geneigten Hörer, der sich auf eine Mystery-Vertonung freut, gefallen wird.

++++--







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