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D 2005
Titel:Offenbarung 23 - Folge 1: Wer erschoss Tupac?
Originaltitel:Offenbarung 23 - Folge 1: Wer erschoss Tupac?
Regie:Lars Peter Lueg
Buchautor:Jan Gaspard
Dialogbuch:Jan Gaspard
Musik:Andy Matern
Titelmelodie:Markus Wienstroer, Andy Matern
Sprecher:David Nathan, Helmut Krauss, Dietmar Wunder, Marie Bierstedt, Tilo Schmitz, Udo Schenk, Dagmar Berghoff, Simon Jäger, Benjamin Völz, Jan Spitzer
Cover-Design:Focoloco Studios
Länge:63:13 Minuten (ungekürzt)
Vertrieb:Lübbe Audio
Freigabe:k.A.
Bonus:-



Inhalt
In Berlin wird Hacker-Legende Tron, alias Boris F., erhängt in einem Park aufgefunden. In Las Vegas töten mehrere Schüsse den berühmten Rapper Tupac Amaru Shakur. Eine geheimnisvolle CD bildet offensichtlich eine Verbindung zwischen den beiden Morden. Oder ist alles bloß ein raffiniertes Täuschungsmanöver?

Fazit
Mit Verschwörungstheorien lässt sich nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern auch Geld verdienen. Interner Link"Akte X" hat es mehr als deutlich vorgemacht, wie menschliche Ängste und Trugschlüsse mit einem pseudowissenschaftlichen Hintergrund zu einer spannenden Geschichte entwickeln lassen, die den Zuschauer auch länger als 1 Stunden fesseln kann.
Die Reihe "Offenbarung 23" von LPL records begann im Jahre 2005 als weit angelegte Fortsetzungsreihe, die nach und nach Teile des riesigen Puzzles hinzufügen sollten, die sämtliche größeren Geheimnisse der menschlichen Geschichte beinhalten und auf intelligente Art und Weise verstricken soll. In Hinblick darauf darf Folge 1 mit dem Titel "Wer erschoss Tupac?" auch nur als Aufwärmrunde gesehen werden. Natürlich muss diese gelingen, denn am Opener entscheidet sich, ob eine solche Serie beim Publikum ankommt und erfolgversprechend ist.

"Wer erschoss Tupac?" dreht sich natürlich um den erschossenen US-Rapper, dessen Leben als auch Tod immer noch Rätsel aufwirft. Tupac wurde 1998 in seinem Auto von mehreren Schüssen niedergestreckt, wobei der Todesschütze bis heute nicht bestimmt werden konnte. Sein musikalischer Nachlass als auch seine zweifelhaften lyrischen Erzeugnisse machen ihn noch heute zu einem ertragreichen Act, an dessen Popularität sich auch "Offenbarung 23", wenn auch nur inhaltlich, bereichern soll. Gleichzeitig wird ein zweites Mysterium aufgebaut, denn Tupac soll in Verbindung gestanden haben mit dem ebenfalls bereits verstorbenen Boris Floricic, in Hackerkreisen unter dem Kürzel "Tron" bekannt. Auch hier sind die Todesumstände nicht ganz klar und die Brisanz dessen Schaffens, nämlich einem nie produktionsreif fertig gestellten Verschlüsselungsautomaten, füttert die Spannung des ersten Teils. Aufmerksamen Zuhörern wie Zuschauern dürften die Parallelen zum ebenfalls real existierenden deutschen Hackers Karl Koch auffallen, dessen einflussreiche Taten und ungelöster Tod bereits in der deutschen Filmproduktion Interner Link"23 - Nichts ist so wie es scheint" aufbereitet worden.

Wie im Inhalt angeschnitten gelangt der Informatikstudent und Gelegenheitshacker T-Rex an eine unveröffentlichte Studioaufnahme, die sich wie eine deutsche Version von Tupac anhört, im Hintergrund aber noch wesentlich mehr Informationen bereithält. T-Rex muss sich erstmal mit stereotypischen Merkmalen rumschlagen: er ist ziemlich schlampig, etwas zu sehr mit seinem Computer beschäftigt und besitzt die typisch akribische Art, Datenmengen zu analysieren, wie man sie aus zweit- und drittklassigen Hackerfilmen her kennt. Erst später stellt sich heraus, dass T-Rex nicht nur ein Gespür für interessante Geschichten besitzt, sondern auch waghalsige Taten unternimmt, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Denn je mehr er sich für die Aufnahme in den Pleasant Studios in Los Angeles interessiert, umso mehr interessieren sich andere Personen für ihn und versuchen ihn zu boykottieren.

So entwickelt T-Rex einen trockenen Humor und ein Gespür für Geheimnisse, die es zu lüften gilt. Unterstützt wird er dabei von einem lokalen Reporter, der im Handel für eine reißerische Story T-Rex finanziell auf seiner Reise unterstützt, von seinem Freund DJ Andy, der ihm die Aufnahme zugespielt hat und einigen Anderen, deren Position noch nicht ganz klar ist.

"Wer erschoss Tupac?" dürfte Fans von Hörspielen wegen zweier Dinge aufhorchen lassen: Zum einen ist die Produktion sehr solide ausgefallen, die Geschichte professionell gestrickt und die Spannungskurve merklich. Zum anderen konnte man eine Reihe von bekannten Synchronsprechern engagieren, die das Gefühl aufkommen lassen, man würde der Tonspur einer großen Hollywoodproduktion lauschen. Neben David Nathan als Protagonist fallen die bassige Stimme von Tilo Schmitz und nicht zuletzt die von Benjamin Völz auf, der den posthum orakelnden Hacker Tron vertont und dabei nicht nur klanglich, sondern auch inhaltlich an seine Paraderolle (Special Agent Mulder, vom Efff Biiii Eiiii) anknüpft. (Tatsächlich hab ich manchmal erwartet, dass plötzlich seine Kollegin Franziska Pigulla einsetzt.) Diese Liste lässt sich bis auf die letzte Rolle fortsetzen, so dass ich keine einzige gefürchtete B-Stimme entdecken konnte. Das hebt natürlich die Atmosphäre immens.

Etwas ungelenk dagegen ist noch das leicht angenervte Witzeln zwischen den Charakteren, das manchmal in Nerd-Humor abdriftet. Natürlich möchte "Offenbarung 23" ernsthaft und seriös erscheinen, aber ein wenig mehr Selbsthumor oder vielleicht nur ein etwas treffsicherer Witz wären angebracht gewesen. Denn Gespräche über Technologien sind mitunter etwas oberflächlich und sehr volkswissenschaftlich dargelegt, wenn man sich selbst ein wenig für diverse Themen des Hörspiels interessiert. Auch die Dialoge zwischen den Figuren könnten manchmal weniger banal sein. Man merkt es der Produktion also an, dass sie eben jene Vorgänge, die in einem Film einfach gezeigt werden würden, mittels Geräusch und/oder Dialogen nachzustellen, um sie dem Zuhörer zu verdeutlichen. Manchmal wäre eine Verlagerung auf eine ausgereiftere Geräuschkulisse aber mehr angebracht, da es nicht sehr lebendig klingt, wenn eine Figur Dinge beschreibt, die sie im realen Leben nie und nimmer laut aussprechen würde.

Trotzdem ist das Potenzial des hier vorgestellten Auftakts deutlich erkennbar und die Produktion so ausgereift, dass man einfach mal reinhören sollte. Wer allerdings von Grund auf eine Abneigung gegen Verschwörungstheorien hat, der muss sich gar nicht erst bemühen, sich hier einzufühlen - es wird kaum gelingen.

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