Das Rezept einer Fortsetzung heißt bekanntlich Erfolg und solange die Dollarscheinchen durch die Hände der Studios flutschen und ein Titel sich als Gewinn bringendes Franchise herausstellt, steht einer (oder auch zwei) Fortsetzung nichts mehr im Wege. Dabei ist es dann auch grundlegend egal, ob ein Sequel wirklich gut geworden ist, wichtig ist doch schlussendlich nur das Startwochenende. Spielt ein Film zu diesem Zeitpunkt seine Produktionskosten wieder ein, ist das schon einmal die halbe Miete - Qualität hin, Qualität her.
Als Im Jahre 2000 der Mystery-Thriller
"Final Destination" auf das Publikum losgelassen wurde, um ein Mehrfaches seiner Produktionskosten wieder einzuspielen, hat mit Sicherheit noch niemand mit einer möglichen Fortsetzung gerechnet - und ob damals in den Chefetagen von New Line Cinema bereits auf einen weiteren Teil spekuliert wurde, werden wir wohl nie erfahren. Dies ist jedoch eigentlich auch egal, denn drei Jahre später wurde auch
"Final Destination 2" zu einem großen Erfolg an den US-Kinokassen und von dem Moment an war eines klar: Ein dritter Teil würde nicht lange auf sich warten lassen. Dass es schließlich doch ganze drei Jahre dauern sollte, deutete eigentlich darauf hin, dass man seitens New Line Cinema nicht einfach einen Schnellschuss hinlegen wollte, sondern dem Publikum das zu geben, was es verlangt. Nun, was die Zuschauer verlangten, zeigte
"Final Destionation 2" leider zu genüge ...
Mit Teil 1 inszenierte das
"Akte X"- und
"Millenium"-Autoren-Team um
James Wong und
Glen Morgan einen durchweg spannenden Mystery-Thriller und wartete mit einer Vielzahl toller Einfälle und gemeinen Unfällen auf, welche die Protagonisten einen nach dem anderen ins Jenseits beförderten. Zwar ist
"Final Destination" kein Meilenstein moderner Filmkunst, aber er präsentierte sich als grundsolide, spannende und teils recht makabere Mischung aus Mystery-Thriller und Horrorfilm und frönte dabei ganz unverdrossen dem "10 kleine Negerlein - Prinzip, ohne aber durch bluttriefende und Ekel erregende Todesszenen das Publikum zu schockieren. Vielmehr war es der mystische Touch und der Versuch, dem Tod ein Schnäppchen zu schlagen, was
"Final Destination" so besonders machte und hob ihn allein deshalb schon von der Masse der üblichen Tennie-Slasher ab. Was allerdings danach folgte, hätte nicht wirklich sein müssen...
Unter der Regie von
David R.Ellis wurde
"Final Destination 2" dann auch ein nettes, aber recht unausgegoren wirkendes Sequel, welches die spürbar fehlende Innovation durch ein Mindestmass an Splatter zu kaschieren versuchte. Das funktioniert dann auch in sofern, dass
"Final Destination 2" nettes Popcornkino war, der dank seiner blutigen und überzogenen Unfälle zu unterhalten wusste. Diese wirklich exzellenten Splattereinlagen waren auch ausschlaggebend für den Erfolg des Films, denn Dank einer absolut hanebüchenen Geschichte, unmotivierter und blasser Charakterzeichnung, sowie fehlender Spannung und Atmosphäre reihte sich
"Final Destination 2" in die Kategorie der Filme ein, welchen wir nicht unbedingt gebraucht hätten, bei denen es aber wiederum auch nicht tragisch war, dass man ein Kinoticket eingelöst hatte, denn zumindest die Effektbegeisterten wurden mehr als nur einmal entschädigt. Dabei könnte man sogar so weit gehen, dass
"Final Destination 2" den Splatter wieder Salonfähig gemacht hat, zumindest in den Kreisen der 12-16 jährigen, welche solch eine gebannte Kraft an Blut bisher wohl noch nie auf der großen Leinwand zu Gesicht bekommen haben dürften. Ein Grund, weshalb sich die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) für ihre Freigabe ab 16 Jahre mehr als einmal rechtfertigten musste.
Nach dem großen Erfolg von
"Final Destination 2" dauerte es nur wenige Wochen, bis man im Internet schon die ersten handfesten Aussagen zu einem dritten Teil der Reihe finden sollte. Zu Beginn plante man den dritten Teil noch in 3-D zu drehen, was zumindest eine Neuerung innerhalb der Serie gewesen wäre, doch leider wurde dies schnell wieder verworfen und anstelle
David R. Ellis erneut die Regie führen zu lassen, besetzte man den Regiestuhl wieder mit
James Wong. Dies ließ bei den Fans des ersten Teils wieder die Hoffnung erwecken, dass man sich mehr den mystischen Elementen, welche den ersten Teil so wunderbar machten, bedient und Teil 3 nicht zu einer bluttriefenden Splatter-Orgie verkommen lassen würde.
Neben
James Wong als Regisseur und Co-Autor verpflichtete man erneut
Glen Morgan für das Drehbuch und nach diversen Interviews mit den beiden festigte sich das Gerücht, dass
"Final Destination 3" back to the roots gehen sollte. Doch leider versprach man uns mal wieder zu viel, denn schlussendlich ist
"Final Destination 3" nur ein Mix aus den beiden vorherigen Filmen, ohne wirklich etwas neues zu bieten und selbst die viel versprechend klingende Achterbahnsequenz zu Beginn des Filmes entpuppt sich schnell als eine Talfahrt durchs Movie Park-Kinderland. Aber alles der Reihe nach...
"This Ride Will Be The Death Of You."
Es sollte lediglich einer der schönsten und spaßigsten Tage ihres Lebens werden, als die junge Wendy (
Mary Elizabeth Winstead), die gerade ihren Highschool-Abschluss in der Tasche hat, mit ihren Freunden einen Freizeitpark besucht. Doch als sie in der Achterbahn einsteigen soll, ist sie panisch vor Angst und kommt erst zu ruhe, als ihr Freund Jason (
Jesse Moos) ihr versichert, dass ihre Angst bloß mit dem Gefühl zu tun habe, dabei die Kontrolle zu verlieren. Wendy überwinden Schwerenmutes ihre Angst und kurz nach dem sich der Sicherheitsbügel schließt und sie in de Sitz presst, wird sie von einer äußerst realistischen Version eines tödlichen Unfalls in der Achterbahn heimgesucht. Von ihrer Furcht einflößenden Vision erwacht, merkt Wendy, dass die Achterbahn-Fahrt noch gar nicht begonnen hat: sie gerät in Panik und will verzweifelt aussteigen. Ihr Klassenkamerad Kevin (
Ryan Merriman), der neben ihr sitzt, begleitet sie wohl oder übel. Als die beiden gehen, macht sich Lewis (
Texas Battle) über Kevin lustig und verspottet ihn als Schlappschwanz. Das führt zu einer Schlägerei, an der sich auch andere beteiligen - daraufhin wird die Schülerclique vom Personal aus der Achterbahn verwiesen. Während sie von unten zuschauen, bewahrheitet sich Wendys Vorsehung auf albtraumhafte Weise: Die Achterbahn gerät außer Kontrolle - alle Fahrgäste kommen dabei um. Doch das ist erst der Anfang ...
Die Überlebenden erfahren schnell, dass man dem Schicksal kaum entkommen kann. Ihnen war der Tod vorbestimmt ... und der lässt sich nicht so leicht austricksen!
Schon bald fordert er sein nächstes Opfer, und nach dieser Tragödie entdeckt Wendy, dass die Fotos, die sie an jenem grausigen Abend im Freizeitpark gemacht hat, Hinweise auf den bevorstehenden Tod der Überlebenden enthalten. Während Wendy und Kevin verzweifelt versuchen, die Zeichen richtig zu deuten, um Ihr Leben zu retten, sterben ihre Freunde - einer nach dem anderen - auf brutal grauenhafte Weise ... bis auch ihre Zeit gekommen scheint.
Soweit zur Geschichte, welche tendenziell keinerlei Neuerungen zu bieten hat und lediglich erneut die Location wechselt. Doch diesmal wollten
Morgan und
Wong dem Publikum auch die andere Seite der Medaille zeigen und gleichzeitig der Geschichte neuen Schwung verpassen. So sagte
Wong in einem Interview:
"Wir stellten uns diesmal die Frage: 'Wenn es den Tod gibt, existiert dann auch sein Gegenteil, eine bestimmte Lebenskraft? Denn wenn das Böse in Erscheinung tritt, muss es doch auch das Gute geben.' - 'Aber wie kann man dieses Element darstellen?' Daraus entwickelten wir die Idee digitaler Technologie in Form von digitalen Fotografien. Digitale Kameras gibt es heutzutage überall - sogar Mobiltelefone können Bilder machen! Das funktioniert nicht mehr über einen chemischen Vorgang, sondern elektrisch. Also beschlossen wir, Hinweise auf die Todesarten in die Fotos einzufügen, die Wendy am Abend der Achterbahn-Katastrophe aufnimmt. Man kann das so interpretieren, dass der Tod sadistisch mit den Hauptfiguren spielt und ihnen ankündigt, wie sie sterben werden. Oder man interpretiert das als positive Lebenskraft, die den Filmfiguren hilft, dem Schicksal zu entkommen und dem Tod von der Schippe zu springen."
Dies ist dann aber auch die einzige wirkliche Neuerung, die
"Final Destination 3" mit sich bringt und selbst diese gute, wenn auch nicht neue Idee funktioniert einfach nicht so, wie es sich der Regisseur vielleicht erhofft hat. Und wenn
Wong wirklich glaubt, irgendjemand dort draußen würde diesen Tropfen auf den heißen Stein in irgendeiner weise bemerken bzw. zu würdigen wissen, dann scheint er nicht erkannt zu haben, dass seit
"Akte X" und
"Final Destination" gut und gerne sechs bis acht Jahre vergangen sind und wenn man einmal Blut geleckt hat, möchte man danach auch kein Tofu spendiert bekommen.
Hört sich jetzt negativ an, vor allem da ich ja gerade die übermäßigen Goreeffekte des zweiten Teils kritisiert habe, aber seien wir doch einmal ehrlich:
"Final Destination 3" fängt an und man lernt die Protagonisten kennen, welche durch die Bank weg noch charakterloser und uninteressanter sind als die Darsteller aus dem zweiten Teil. Flach gezeichnet, ohne jegliche sympathische Eigenschaften und für Highschool Kids zudem viel zu alt. Eine Handvoll herumalbernder Teenies, ein paar gute Andeutungen auf das bevorstehende Unglück (die Idee mit der Leuchtreklame, auf der "Down to Dive" steht, und das Digitalfoto nur "Down to Die" zeigt, ist schon nett) und dann die obligatorische Vision des Mädchens, bevor die Achterbahn samt ihrer Fahrgäste in die Tiefe stürzt. Leider bleibt das ganze recht spannungsarm und das Publikum wartet sehnsüchtig auf die hoffentlich bald eintretenden Todessequenzen, welche den zweiten Teil so erfolgreich machten.
Ich will damit eigentlich nur sagen, dass der zweite Teil rein vom Storytelling schon kaum tragbar war, aber die Unfälle und vor allem das Intro auf dem Highway hatten einen förmlich umgehauen. Diesen Standard vermag
"Final Destination 3" leider nicht halten zu können. Die Achterbahn Sequenz wirkt trotz all der Mühe, die sich das Filmteam offensichtlich gemacht hat, nicht im entferntesten so nervenaufreibend wie die bereits erwähnte Highway-Sequenz. Das ganze erscheint aufgesetzt und unglaubwürdig und hinterlässt zu keinem Zeitpunkt diesen "Wow -Effekt beim Publikum, wie man es vor drei Jahren im Kino erleben durfte. Dabei stimmt technisch gesehen eigentlich alles. Die Kameraführung und auch die Digitaleffekte machen einen guten Eindruck und doch reißt die Anfangssequenz niemanden vom Hocker, lässt aber anhand der Überlebenden auf einige fiesen Szenen hoffen.
Man versprach uns eine düstere Optik, eine bedrückende Atmosphäre und viele mystische Sperenzchen, um den dritten Teil von den anderen abzuheben. Und in der Tat, die Optik ist

toll, schön düster und auch technisch gesehen überzeugt Regie und Kamera. Für letzteres zeichnete sich
Robert McLachlan verantwortlich, der bereits für den ersten Teil hinter der Kamera stand. Auch die CGI Effekte und die wenigen Goreeinlagen sind handwerklich routiniert in Szene gesetzt, weshalb man von dieser Warte her nichts an
"Final Destination 3" auszusetzen hat. Und auch, dass es hier bei weiten nicht mehr so blutig und hart zur Sache geht, scheint gar nicht mal so verkehrt, jedoch wäre eine Steigerung der Splattereinlagen oder zumindest besserer Ideen bei den Unfällen die "Rettung" des ganzen gewesen. Denn was bringt uns eine handwerklich gute Arbeit, wenn die Story uninteressant erscheint, ja wenn man förmlich spürt, dass einem die Ideen ausgegangen sind. Dazu noch die falschen Leute castet, keine Cameos einbaut (
Tony Todd aus
"Candyman" wäre einfach Pflicht gewesen), welche das ganze etwas aufgelockert hätte und von sich selbst noch überzeugt ist, alles richtig gemacht zu haben, obgleich das die Punkte sind, warum
"Final Destination 3" so schwer zu verdauen sein wird. Man macht im Grunde die gleichen Fehler des zweiten Teils, der dennoch um einiges interessanter und vor allem rasanter erscheint, und spendiert dem ohnehin schon verwöhnten Publikum keinerlei Höhepunkte.
War das Auftauchen des Todes im zweiten Teil schon vorhersehbar und stellenweise durchschaubar, so konnte er zumindest mit einigen fiesen und wirklich überraschenden Szenen aufwarteten. Durch die Bank durch waren die Unfälle originell und gemein. Wir denken da nur an die Sequenz mit der Feuerleiter, der explodierende Monitor, der Junge

beim Zahnarzt, der erst viel später durch eine Glasscheibe zermatscht wird oder aber die kultige Airbag und Stacheldraht Szene zurück. Unfälle, welche zwar nur dem Effekt dienlich waren, aber den Film schlussendlich so sehenswert machten. Und dies bietet
"Final Destination 3" nicht einmal ansatzweise. Gerade einmal eine Handvoll Todesofper fordert der Film und ist dabei nicht einmal spannend oder gar überraschend in der Vorgehensweise. Denn das viel zu lange Zeigen irgendwelcher Vorkommnisse, welche den eigentlichen "Unfall" vorauseilen wurden teilweise ellenlang in Szene gesetzt, so dass sich beim Publikum schnell die erste Ermüdungserscheinungen breit machen.
Zwar versucht man dabei ein wenig schwarzen Humor einzubauen, aber um hanebüchene Todessequenzen war man ja in der
"Final Destination"-Reihe nie verlegen und so geschehen auch hier wieder Dinge, welche für einiges Gelächter beim Publikum sorgte und wirklich mehr als an den Haaren herbei gezogen wurde. Doch leider ist keine der Szenen herausragend und neben den bereits erwähnten schwarzhumorigen Einlagen, welche wir z.B. im Sonnenstudio finden, in dem zwei tussige Blondinen sich in den Kabinen den Pelz verbrennen, bekommen wir kurz darauf den ironischen Gegenschnitt auf zwei Särge. Die Head-Crash Sequenz sorgte für einiges Gegröle beim jüngeren Publikum und einzig und allein die lange Sequenz in der Lagerhalle kann als wirklich gelungen bezeichnet werden. Zwar gibt es da noch einiges mehr, sowie einen actionhaltigen Showdown und eine recht lange Abschlusssequenz, welche uns erneut zeigen soll, dass man den Tod nicht so einfach austricksen kann, doch schlussendlich funktioniert das ganze nur halb so gut und bleibt auch nicht immer so ganz logisch, aber das haben wir ohnehin nicht erwartet.


Aber was haben wir den nun erwartet? Nun, eigentlich gar nicht viel, denn es war von vornherein klar, dass hier ein bekanntes Konzept nur an einen anderen Schauplatz verlegt wird und man uns keine großen Neuerungen zu bieten haben würde und so ließe sich die
"Final Destination"-Reihe auch endlos fortsetzen, was wir an dieser Stelle aber nicht hoffen. Nett anzusehen ist er allemal. Die Optik stimmt, die beim damaligen Testscreening zu
"Final Destination" bemängelten fehlenden Nacktszenen wurden eingebaut und wenn man es schafft, sein Gehirn knapp 90 Minuten auf Durchzug zu stellen wird man angenehm unterhalten. Schlussendlich liegt der dritte Teil aber weit hinter seinen beiden Vorgängern, vor allem was Spannung, Innovation und Splatter angeht. Man hat versucht eine Mischung aus beiden Teilen zu finden, bleibt aber irgendwo zwischen den Stühlen hängen und schafft es einfach nicht, die grundsätzlich interessante Idee adäquat umzusetzen. Stattdessen kopiert man sich erneut selber, schraubt einen Gang zurück und fährt das Vehikel gegen die Wand.
Somit bleibt nur noch zu sagen, dass Hardcore-Fans der Reihe mit Sicherheit einen Blick riskieren dürfen, ob man dafür allerdings ins Kino gehen muss, bleibt jedem selbst überlassen. Hier laufen derzeit deutlich bessere Alternativen.