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Gericht über Prinzessin Asa und ihren Vetter und gleichzeitigen Geliebten Javutich. Während Javutich, das Gesicht von einer eisernen Teufelsmaske bedeckt, bereits leblos in seinen Fesseln hängt, stehen Asa die Torturen noch bevor. Nachdem man sie ausgepeitscht und ihr das Hexenmal auf den Rücken gebrannt hat, verurteilt der Großinquisitor - ihr eigener Bruder - sie wegen Hexerei und Buhlerei mit dem Teufel ebenfalls zum Tode. Noch im Angesicht des Todes verflucht sie ihre gesamte bigotte Familie und schwört, zu den Lebenden zurückzukehren, um ihre Rache zu vollenden: "...and in the blood of your sons and in the sons of your sons I will continue to live, immortal!" [eine Anmerkung zum Beginn: die Dialogzitate in diesem Artikel stammen aus der englischsprachigen Fassung "Mask of Satan"]. Doch es sind nicht nur die Söhne, derer sich Asa im Verlauf des Films annehmen wird... Das Urteil wird vollstreckt und eine an der Innenseite mit fingerlangen Dornen versehene eiserne Dämonenmaske wird vom Henker auf Asas Gesicht genagelt. Diese Prozedur ist von Bava ebenso drastisch wie geschickt in Szene gesetzt worden, indem er den Zuschauer gleichzeitig zum Voyeur und zum Opfer werden lässt. Ein Fleischberg von Henkersknecht nähert sich mit der monströsen Maske der Kamera, immer näher kommen ihre unheilverheißenden Dornen dem Auge des Betrachters - ein Schnitt zeigt die sich verzweifelnd in ihren Fesseln windende Barbara Steele, ein weiterer eine Großaufnahme ihres Gesichts, ihrer vor Entsetzen geweiteten Augen, dunkler Spiegel des Grauens. Mit einem absurd überproportionierten Hammer vollendet der Henker schließlich sein Werk.

verfolgen, wie der Weg immer tiefer in einen nebeldurchfluteten, verwunschenen Wald führt - ein unwirklicher Mikrokosmos der Magie und Schattenwesen, der unwillkürlich Erinnerungen an Jean Cocteaus "La belle et la bête" wachruft. Als ein Rad der Kutsche bricht, nimmt das Unheil seinen Lauf: Während der Kutscher unter großem Gejammer die Misere repariert, vertreten sich Kruvajan und Gorobek ein wenig die Beine und entdecken dabei die halb eingestürzte alte Kapelle, unter welcher sich Asas Familiengruft befindet. Eine spinnwebverhangene, surreale Atmosphäre, die an die Stummfilmklassiker des deutschen Expressionismus und an die Kameraarbeit Karl Freunds (der eben dieser Schule entstammte) in den brillanten Anfangssequenzen von Tod Brownings
"Dracula" erinnert, empfängt die Beiden. Als sie Asas Grab entdecken, wird der Professor einer letzten Warnung gleich plötzlich von einer Fledermaus attackiert, bei deren Abwehr er versehentlich den Sarkophagdeckel beschädigt. Als Paradeexemplar eines unorthodox denkenden Intellektuellen macht er sich - von den Erzählungen des Kutschers ebenso unbeeindruckt wie von den Bedenken Andrej Gorobeks - voller Neugier daran, Asas letzte Ruhestätte zu examinieren. Er entdeckt in dem Grab eine geheiligte alte Ikone, die er kurzerhand an sich nimmt, und entfernt die Teufelsmaske, die immer noch das Antlitz der Leiche bedeckt - eine Prozedur, die auch für heutige Verhältnisse noch bemerkenswert widerlich inszeniert ist: Von einem schmatzenden Geräusch begleitet, löst sich die eiserne Fratze und enthüllt das unverweste maskenhafte Gesicht Asas, in deren leeren Augenhöhlen sich Skorpione und anderes Krabbelgetier tummeln. Von Kruvajans verletzter Hand tropft ein wenig Blut auf die Unterlippe der Toten ...

zu dem Grundbesitz ihres Vaters, Prinz Vajda, gehört, der sich aus unerfindlichen Gründen weigere, das vor Jahren bei einem Erdbeben zerstörte Gebäude restaurieren zu lassen. Und während die beiden Reisenden sich auf dem Weg in das Dorfgasthaus machen, beginnt sich Asas Leichnam in der Gruft zu beleben ...
Nebelschwaden fließen durch das Bild, Blitze zucken, und begleitet von Donnergrollen brandet heftig ein Sturm auf - eine untermalende Symphonie für den nachfolgenden Akt der Auferstehung, der eigentlich schon mehr die metaphorische Travestie einer Geburt ist: Die Erde auf dem Grab beginnt sich zu bewegen, lockert sich und platzt auf. Ein Paar verkrusteter Hände schiebt sich durch die bröckelnde Grabdecke und der durch Asas Ruf reanimierte Javutich kämpft sich blind tastend ins Freie. In einer geradezu schmerzhaften Geste reißt er die Dämonenmaske herunter, die seit zwei Jahrhunderten sein Gesicht bedeckt, und wird fortan Asas getreuer Erfüllungsgehilfe sein. Überhaupt ist Javutichs Metamorphose vom einstigen Liebhaber zum Diener/Quasi-Sohn der Hexe ein damals auffälliges Phänomen im Genre Vampirfilm. Er hat nichts gemein mit der üblichen dominanten Verführergestalt des männlichen Vampirs, wie ihn z. B. Christopher Lee verkörperte. Trotz der optischen Ähnlichkeit mit einem gewissen Vlad Tepes ist nicht er der Versucher, der die Sterblichen zu Marionetten seines höllischen Spiels machen wird, sondern die in ihrer Gruft wartende Asa. Ihr in devoter Hingabe zu dienen, wird von nun an der einzige Zweck seiner Existenz sein. Dennoch war es wohl unumgänglich, den Film in Deutschland unter dem ebenso debilen wie irreführenden Titel "Die Stunde wenn Dracula kommt" aufzuführen.

Gelehrte zu seiner Überraschung nicht im Schloss, sondern in der Gruft, direkt vor Asas Sarg wieder. Es ist zu spät zur Flucht, als er die Gefahr realisiert, und es folgt eine weitere Szene, die "La maschera del demonio" unvergesslich macht: Die Wände des Sarkophages beginnen zu vibrieren, zu beben, zerbersten schließlich in einem donnernden Crescendo, das die ganze Gruft in ihren Grundmauern erschüttert. Ein konvulsives Zucken fährt duch den Körper der aufgebahrten Asa, als sie - nun endlich erlöst von ihrem steinernen Kerker - in gierigen Atemzügen ihre Freiheit inhaliert. Langsam streckt sie eine Hand in Kruvajans Richtung aus und ordert den inzwischen völlig willenlosen, von ihrem sprichwörtlichen "bösen Blick" gebannten Professor an ihr Lager. "Come, kiss me ..." fordert sie den über sie gebeugten Kruvajan auf und fährt fort: "My lips will transform you - you will be dead to men but you will be alive in death". Es folgt eine klassische Abblende. Diese bizarre Verführungsszene ist wohl einer der erotischsten Momente des phantastischen Kinos an sich, geradezu exemplarisch entlädt sich das morbid-sinnliche Charisma Barbara Steeles, die ungeheure dunkle Kraft und Anziehung, die von Asa ausgeht. Sex und Tod werden zu einer Symbiose. In einer Großaufnahme erscheint hier das noch von den Penetrationen der Nägel gezeichnete Gesicht der Steele fast wie ein seltsam abstrahiertes Konterfei der Medusa: Unwirklich starren die hypnotischen Augen in die Kamera, wie schwarze Spiegel, und sie drohen den, der zu lange hineinsieht, zu versteinern, zu absorbieren. "Stare into these eyes" hieß es auf den damaligen US-Filmplakaten, "discover deep within them the terrifying secret..."

entdecken sie einen Mechanismus, der eine Geheimtür an der Rückwand des Kamins öffnet, und machen sich daran, den rätselhaften Durchgang zu erkunden. Nach diesem ersten "initiierenden" Einstieg in die Schattenwelt entdecken sie in einem dahinter gelegenen kleinen Raum ein weiteres Portrait Asas - bezeichnenderweise ist sie auf diesem Bild nackt verewigt worden. Die Funktion der Bilder als Brücken, Schlüssel und Tore zu "anderen" Welt offenbart sich schließlich auch hier: Eine weitere Geheimtür öffnet sich den Suchenden hinter dem Gemälde, der Eingang zu dem unüberschaubaren Netz von Geheimgängen unter dem Schloss, die gleich den Fäden eines Spinnennetzes von der Familiengruft auszugehen scheinen. Ebendort finden sich schließlich Andrej und Konstantin wieder und entdecken zu ihrem Entsetzen die untote aufgebahrte Asa. Während Andrej den Ausgang ins Freie benutzt, um den Dorfpriester zu Hilfe zu holen, rennt Konstantin auf dem Rückweg Javutich in die Arme, der ihn kurzerhand durch eine Falltür in einen undefinierbaren Abgrund wirft. Als Andrej in Begleitung des Priesters den Friedhof aufsucht, entdeckt er zuerst die Teufelsmaske Javutichs und schließlich auch ein frisches Grab, in dem sich der (scheinbar) tote Professor Kruvajan befindet. Andrej ist schockiert und will gerade dessen Schicksal beklagen, doch der Priester weiß es besser und rettet das Seelenheil des vampirisierten Wissenschaftlers, indem er ihm einen Eisennagel durchs Auge treibt - eine Prozedur, die zwar heutiger detaillierter Gore-Effekte entbehrt, doch von Bava so gekonnt unangenehm in Szene gesetzt wurde, dass auch sie zur jahrelangen Indizierung des Films in einigen Ländern beitrug.

sich die langfingrige Klauenhand der Hexe nach ihr aus, um dann schließlich mit einem Griff gleichsam Körper und Seele ihres Ebenbildes in Besitz zu nehmen. Hier wird Asa zum Archetyp der bösen Märchenhexe, die nach dem Blut (= Leben) der Kinder giert, um ihre Jugend (= ewiges Leben) wiederzugewinnen. "You did not know that you were born for this moment" fasst Asa in einer triumphierenden Ansprache das Schicksal Katjas zusammen, "but you sensed it, didn't you? That's why my portrait was a constant temptation to you. You felt that your life and your body were mine. You felt like me because you were destined to become me. The love that young man had for you could have saved you, do you know that? You might have been happy together, but I was stronger." Und Katja beginnt zu altern, scheint unter dem unnachgiebigen Griff förmlich dahinzuwelken - oder ist es eigentlich nichts anderes als eine vorbestimmte Verschmelzung zwischen Licht und Schatten? Das Gesicht der Hexe glättet sich, die Wundmale verschwinden, doch als sie sich mit den Lippen Katjas Hals nähert, um die Symbiose zu vollenden, schreckt sie zurück: Noch immer trägt Katja die Kette mit dem Kruzifix, noch immer untersteht sie der gottgewolten Welt- und Moralordnung.

erwarb die amerikanische Produktionsfirma AIP für 100.000 $ die Verleihrechte für das englischsprachige Ausland, wodurch für Galatea Film mit einem Schlag die Produktionskosten ausgeglichen wurden. Doch es war nicht die ursprüngliche englischsprachige Fassung "Mask of Satan", die die AIP in die amerikanischen Kinos bringen sollte: Für den damaligen US-Zeitgeist waren religiöse Blasphemien zu starker Tobak und so war schon einmal das Wort Satan in einem Filmtitel unerwünscht; der Film wurde also kurz und prägnant in "Black Sunday" umbenannt. Des weiteren wurde "La maschera del demonio" auch neu synchronisiert, Roberto Nicolosis kongeniale Originalmusik durch einen "gruseligen" Soundtrack von Les Baxter ersetzt und der Film um über drei Minuten zu "zweideutigen" Materials gekürzt. In Großbritannien scheiterte "La maschera del demonio" zunächst an dortigen Zensorenlaunen: Aufgrund der für damalige Verhältnisse allzu drastischen Schocksequenzen blieb der Film bis zum Jahre 1968 von britischen Kinoleinwänden verbannt - merkwürdig, denkt man an die zeitgleich entstandenen farbenfrohen Blutbäder der Hammer-Studios.
verkörperte, sich gerade hier in einem Umfeld wieder, das ihr - trotz des damit einhergehenden Typecastings als dominanter dunkler Racheengel - die Möglichkeit gab, ihren eigenen Schauspielstil zu entwickeln. Die Schwachpunkte und Dialogmängel, die sie in ihren Rollen sah, das frustrierende Wissen darum, dass es oft genug eine fremde Stimme war, die in den fertigen Filmen ihren Dialog sprach, kompensierte sie, indem sie einen extrem mimischen, expressiv-divaesken Stil der Darstellung entwickelte. Es gelang ihr - ganz in der Tradition der klassischen Vamps - jeder ihrer Gesten eine tiefere Bedeutung zu verleihen, ihren Körper als perfekt arrangiertes Objekt in die Bilder einzufügen und eine Szene allein durch ihre charismatische Präsenz zu dominieren. Sie wurde für ihre Verehrergemeinde "La Steele", eine nokturne Diva, tödlich verheißungsvolle Femme Fatale alptraumhafter Zelluloidwelten, und ihr seltsam-schönes Gesicht - von Bavas Kamera in "La maschera del demonio" oft genug in abstrahierenden Close-Ups abgelichtet, in denen ihre Züge fast wie eine surreale Landschaft erschienen - bekam nahezu Symbolcharakter, wurde zu einem Fetisch des Phantastischen Kinos. Sie stand u. a. unter der Regie von Roger Corman (
"The Pit and the Pendulum", 1961), David Cronenberg (
"They came from within", 1975) und Jonathan Demme ("Caged Heat", 1974) vor der Kamera, doch der eigentliche Höhepunkt ihrer Laufbahn blieb für sie immer ihre Arbeit mit Federico Fellini, der für sie "this great magician" war und in dessen Filmen "La dolce vita" und "8½" sie 1963 mitwirkte. Die enthusiastische Verehrung ihrer Horrorfilme konnte sie jedoch nur eingeschränkt nachvollziehen: "It's not me they're seeing. They're casting some projection of themselves, some aspect that I somehow symbolise. It can't possibly be me."