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Familienvater und Reifenverkäufer am eigenen Leibe spüren, wie sein Leben verlaufen wäre, wenn er vor 13 Jahren nicht den Flug nach London genommen und so mit seine College-Liebe Kate verlassen hätte. Ein Traum? Dies wäre ja noch zu verkraften, denn in der Weihnachtszeit werden viele Menschen sentimental, aber Jack träumt nicht, sondern lebt sein Leben, das Leben des Family Man Jack Campbell ...
ihm mitteilt, dass seine alte Liebe sich nach 13 Jahren wieder bei ihm gemeldet hat, stehen ihm auch direkt genug Leute mit Rat und Tat beiseite, nur um ihn klar zu machen, das alte Flammen wie alte Steuererklärungen sind. Tja, der ganz normale Wahnsinn, wäre da nicht der schwarze Cash, den Jack abends in einem kleinen Laden kennen lernt. Cash hat im Lotto gewonnen, doch der Verkäufer behauptet ohne auf den Lottoschein zu gucken, dass dieser gefälscht sei. Als Cash dann eine Pistole zieht und sein Geld anfordert, nimmt Jack seinen Mut zusammen und bietet ihm 200 Dollar für den Lottoschein. Etwas weniger als dieser Wert ist, aber der schwarze willigt ein und beide kommen ins Gespräch. Doch Jack hätte nicht sagen sollen, dass er im Gegensatz zu Cash alles hat, was er im Leben braucht, denn das hat er nun wirklich nicht ...
absoluten Konsumterrors und die Zeit, in der Geld und Macht eine übergeordete Rolle spielen. Dass die Realität nicht ein zuckersüßer Lebkuchen ist, zeigt uns Regisseur Brett Ratner (
"Rush Hour 1-3", "Money Talks") in dieser herzergreifenden aber nie kitschigen Geschichte nur zu gut. Hier wird die Frage aufgegriffen, ob wir unser Leben selbst in der Hand haben und selbst die Weichen stellen können, oder ob unser Schicksal von Geburt auf vorprogrammiert wurde. Anhand des kaltherzigen Business-Mannes Jack Campbell sehen wir, wie es sein kann, wenn man von einer Sekunde zur nächstens von einem Luxusleben in den achso grauen Alltag eines Familienmenschen katapultiert wird.
Zugegeben, nicht unbedingt neu und erinnert an die beliebte Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens um den grimmigen und geldgierigen Ebenezer Scrooge. Doch in der Hinsicht setzt "Family Man" sogar noch eins drauf und ich scheu den Vergleich mit einem
Horrorfilm nicht. Denn was hier mit Jack passiert, ist nichts anderes als der blanke Horror. Wurde in Dickens Geschichte Scrooge nur die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gezeigt, so wird Jack seiner Vergangenheit beraubt und in eine Gegenwart reingesteckt, dessen Zukunft ungewiss ist.
"Con Air",
"The Rock") wirklich ein großen Lob aussprechen, denn er spielt die Rolle des Jack Campbell einfach meisterhaft. Auch Téa Leoni ("Deep Impact") überzeugt in ihrer Rolle und stellt nicht nur was fürs Auge dar. Insgesamt wurde der Cast sehr gut gewählt und auch Don Cheadle (
"Ocean's Eleven", "Traffic") als Engel Cash überzeugt trotz relativ kurzen Auftritten durch seine warmherzige Darstellung. Und das ist es, was den Film so liebenswert macht. Jeder Charakter strahlt Persönlichkeit aus. Ob Hauptrolle oder Nebendarsteller, jeder kann überzeugen und wurde perfekt in die Geschichte integriert. In "Family Man" reicht sich das Gefühlskino mit der Komödie die Hand und man weiß nie so recht, ob man jetzt lachen oder weinen soll. Eine besondere Szene ist z.B. als Jack seine Tochter anschaut und sie zu ihm sagt, dass er nicht ihr Papa sei. Ihr Papa wäre von Aliens entführt worden. Ein Moment der Stille bricht ein und dann schaut sie ihn an und fragt leise: "Magst du Kinder... ?" In diesem Moment kann es einem warm ums Herz werden und wenn die kleine dem "Alien"-Papa dann zeigt, wie der Tagesablauf des "richtigen" Jacks ist, kommt man ums Lachen nicht mehr herum. Ein schöner Augenblick, der nur noch durch das Ende getoppt werden kann, in dem die Kleine beim Spielen im Garten ihren Papa in die Augen guckt und sagt: "Papa, da bist du ja wieder!"