(Cabin Fever 2: Spring Fever, USA 2009)
Regie: Ti West
Drehbuch: Joshua Malkin, Randy Pearlstein, Ti West
Spezialeffekte: Quantum Creation FX
Freigabe: ungeprüft
Genre: Horror
Kamera: Eliot Rockett
Musik: Ryan Shore
Produzent: Patrick Durham, Lauren Moews, Jonathan Sachar, Sam Froelich, Susan Jackson, Jerry Kroll
Länge: 100 Minuten
Dt. Start: 21.08.2009 (Fantasy Filmfest)
Cast: Rider Strong, Noah Segan, Alexander Isaiah Thomas, Giuseppe Andrews, Alexi Wasser, Regan Deal, Rusty Kelley, Marc Senter, Michael Bowen, Amanda Jelks, Angela Oberer, Lindsey Axelsson, Lila Lucchetti, Andrea Powell, Patrick Durham, Jonathan Sachar, Stephanie Drapeau
Noch bevor
Eli Roth die Allgemeinheit mit
"Hostel" und
"Hostel 2" erfreut hat, und das darf jetzt jeder interpretieren wie er will, machte er mit dem Horrorstreifen
"Cabin Fever", in dem es um üble fleischfressende Bakterien ging, auf sich aufmerksam. Es ist an dieser Stelle wohl müßig, eine Debatte um Sinn und Unsinn dieser Art von Filmen zu führen, wesentlicher ist da wohl die Frage, ob einem das Gesehene gefällt, oder eben nicht. Offensichtlich hat
Eli Roths Filmdebüt genügend Leuten gefallen, so dass ein Sequel veritabel erschien. Dieses aber, mit dem hübschen Titel
"Cabin Fever 2: Spring Fever" bedacht, muss nun ohne
Eli Roth auskommen. Regie führt bei diesem zweiten Teil stattdessen
Ti West, den man auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest gleich mit zwei seiner Regiearbeiten erleben durfte, beziehungsweise musste. "Durfte", weil er mit
"The House of the Devil" einen sehr gelungenen Beitrag abgeliefert hat und "musste", weil er dort offensichtlich sein ganzes Pulver bereits verschossen hat.
"Cabin Fever 2: Spring Fever" stellt sich nämlich in der Summe als unfassbar dämlicher, mieser und irgendwie abseits seiner Ekelszenen auch völlig inhaltsloser Film dar, den man sich gerne schenken darf - oder eben auch nicht.
Es sei ja an dieser durchaus Stelle zugestanden: Es soll Leute geben, die
"Cabin Fever 2: Spring Fever" als großen Spaß empfinden (und auch die Reaktionen im Kinosaal ließen darauf schließen) und doch: Man verwechsle bitte Spaß nicht damit einen guten Film gesehen zu haben. Das ist
"Cabin Fever 2: Spring Fever" nämlich mit Sicherheit nicht. Eine Story, die den Film trägt, ist quasi nicht existent. Sicher, das Virus ist zurück und nun noch dazu durch verseuchtes Trinkwasser in eine Schule kurz vor dem Abschlussball eingesickert, so dass es jede Menge potentielle Opfer und damit mehr als genug Möglichkeiten für Ekel-Sequenzen gibt. Das war es dann aber auch schon, sieht man mal von der üblichen Romanze der beiden wesentlichen Protagonisten des Films ab, die aber wiederum so unwichtig sind, dass man sich noch nicht einmal deren Namen gemerkt hat. Wobei dies "Fans" der Reihe vielleicht anders gehen wird, da zumindest zwei der Charaktere in diesem Sequel wiederkehren dürfen. Aber geschenkt, zurück zum Wesentlichen. Ähm, öh, äh ... ach ja: das gab es ja nicht.
Also sollen an dieser Stelle noch ein paar Worte zum Unwesentlichen verloren werden. Mit das größte Ärgernis in Bezug auf
"Cabin Fever 2: Spring Fever" ist tatsächlich die totale und ultimative Verweigerung auch nur den Versuch zu unternehmen, eine einigermaßen relevante Geschichte zu erzählen. Das aber war wohl von Beginn an nicht vorgesehen, so dass
"Cabin Fever 2: Spring Fever" seine Anhänger sogar irgendwo noch für dumm verkauft, weil er von vornherein voraussetzt, dass man diese auch ohne Erzählung abspeisen kann. Womit man beim Thema ist: Man sollte nicht gerade gegessen haben, wenn man sich in diesen Streifen begibt, der seine einzige Existenzberechtigung dann auch völlig folgerichtig aus seinen Ekelszenen zieht; eiternde Fingernägel die mit Sekundenkleber ins blutige Nagelbett geklebt werden, abgesägte Gliedmaßen, und last but not least eiternde Penisse. Selig sind die mit einem starken Magen, denn Ihnen ist das Ekelreich. Und so hangelt sich der Film von der einen Gore- und Ekelszenen zur nächsten, während er in der Zwischenzeit das Publikum in Ermangelung einer Narration in tiefster Langeweile Entspannung finden lässt, bis die ganze Chose dann tatsächlich irgendwann eine Ende gefunden hat.
Wie ist
"Cabin Fever 2: Spring Fever" nun also zu bewerten? Man sagt immer so schön: Erlaubt ist, was Spaß macht. Andererseits ist nicht alles, was Spaß macht, auch tatsächlich gut. Oder anders ausgedrückt: Wem es Spaß macht, dem kann ein Verriss an dieser Stelle sowieso egal sein, was die Angelegenheit in Ermangelung eines Grundes sich zurückzuhalten, dann doch wieder interessant macht. Um es also auf den Punkt zu bringen:
Ti West hat mit
"Cabin Fever 2: Spring Fever" eindrucksvoll bewiesen, dass er aus Mist (Drehbuch) noch größeren Mist (Endergebnis) machen kann. Herzlichen Glückwunsch! Eigentlich ist
"Cabin Fever 2: Spring Fever" noch nicht einmal ein richtiger Film, immerhin gehen ihm Handlung und Schauspieler weitestgehend ab, sondern nur eine Aneinanderreihung möglichst ekliger Sequenzen, an denen man sich, und das darf nun ein Weiteres mal jeder interpretieren wie er will, erfreuen kann. Auch der Rezensent hat sich im Übrigen erfolgreich an einer Interpretation versucht: Selten so einen Schrott gesehen.