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schweren Eisenkette am Bein gefesselt. Auf der anderen Seite des Raumes ein Mann, den Du zuvor nie gesehen hast, ebenfalls gefesselt und genauso verwirrt wie Du. In der Mitte des Raumes liegt eine blutüberströmte Leiche, die in der einen Hand einen Revolver und in der anderen ein Diktiergerät hält. Was machst Du hier? Wie bist Du hier rein gekommen? Und die wichtigste Frage überhaupt: Wie zum Teufel kommst Du hier wieder raus?
ihren Hosentaschen jeweils einen Briefumschlag mit einer Kassette, deren Inhalt ihnen gar nicht gefällt. Dr. Gordons Familie ist entführt worden und wenn er sie lebend wiedersehen will, dann hat er nur eine Chance: Er muss John töten und das innerhalb von 6 Stunden ...
"Sieben" hat man nicht mehr solch ein intensiven und verstörenden Psychothriller zu Gesicht bekommen, der ohne große Erklärungen den Zuschauer direkt ins eiskalte Wasser schmeißt und erst nach und nach seine vielschichtige Geschichte preisgibt. Zu beginn weiß das Publikum genauso wenig wie die Protagonisten, was hier überhaupt mit ihnen passiert, wieso sie gefangen gehalten werden und was sie beide miteinander zu tun haben. Erst nach und nach erfahren wir anhand von Rückblicken, dass man ihnen keinen Streich spielt, sondern dass der gesuchte Jigsaw-Killer für ihre missliche Lage verantwortlich zu sein scheint. Ein Killer, der seine Opfer nicht einfach tötet, sondern ihnen Aufgaben erteilt, die sie in einem gewissen Zeitrahmen lösen müssen, ansonsten sterben sie. Dass dies aber keine Kinderspiele sind, muss an dieser Stelle wohl nicht mehr erwähnt werden. So z.B. muss eine junge Frau innerhalb von 3 Minuten einen Mann töten, ihm einen Schlüssel entwenden um die tödliche Falle, die auf ihrem Kopf befestigt wurde, zu deaktivieren, ansonsten wird ihr Schädel zerschmettert. Zwar hat der Mann den Schlüssel, aber dafür muss die junge Frau etwas tiefer gehen ...
Überraschungen. Die düstere und beängstigende Optik und die teilweise innovative Kameraführung tun ihr übriges dazu bei, dass "Saw" auf rein visueller Ebene eines der Genre-Highlights des Jahres darstellt und selbst das optisch gelungene
"Texas Chainsaw Massacre"-Remake in den Schatten stellt. Trotz einer ruhigen, gar bedrückenden Inszenierung lässt James Wan dem Zuschauer keine Zeit zu verschnaufen. Von Sekunde zu Sekunden wird der Plot weitergetrieben und Wendungen und Schockeffekte reichen sich die Hand. In keiner Minute weiß der Zuschauer was hier wirklich gespielt wird, obgleich man sagen
muss, dass der Täter teilweise schon so offensichtlich ist, dass man die Person gar nicht mehr beachtet und sich deshalb zum Schluss die Hand gegen die Stirn klatscht. Das überraschende, wenngleich unrealistische und übertriebene Ende wird dem Zuschauer noch einmal so richtig die Kinnlade runterfallen lassen. Es zeigt, dass es immer noch Filmemacher gibt, die auf ein Happy End wortwörtlich scheißen (entschuldigt bitte diesen Ausdruck, Anm. d. Verf.). Und auch wenn der negative Aspekt im Film eindeutig bei dem besagten "überladenen" und unmöglichen Schlussgag liegt, ist dieser so was von abgefahren, dass man dieses Manko erst viel später realisiert und an dieser Stelle locker darüber hinweg gesehen werden darf.
Glover ("Lethal Weapon 1-4",
"Predator 2") und Dina Meyer (
"Starship Troopers", "D-Tox" und "Star Trek: Nemesis"), sowie Cary Elwes (
"Bram Stoker's Dracula", "Robin Hood - Men in Tights" und "Shadow of the Vampire") als Dr. Gordon, drei namhafte Hollywood-Stars auftauchen, was auf jeden Fall für James Wan spricht. Cary Elwes als Arzt und Familienvater, der zu einem seelischen Wrack mutiert, zeigt ohne Frage die beste Leistung und der Zuschauer leidet mit ihm und geht an seiner Hilflosigkeit fast mit zugrunde, nur um zum Ende hin noch einmal einen richtigen Schlag abzubekommen. Danny Glover hingegen scheint langsam wirklich "zu alt für diesen Scheiß" zu sein. In seiner Rolle als rachedürstiger Cop, versucht er den sadistischen Serienkiller das Handwerk zu legen und den fiesen Mord an seinem Kollegen zu vergelten. Und innerhalb des bösen Katz und Maus Spiels verdächtigt er sogar Dr. Gordon der psychopathische Killer mit der unheimlichen Puppe zu sein.
Der junge Schauspieler Leigh Whannell zeigt in "Saw" sein richtiges Spielfilmdebüt, obgleich er bereits für die IMAX-Version von
"Matrix Reloaded" hinter der Kamera stand und für das PC- und Konsolenspiel "Enter the Matrix" seine Stimme lieh. Außerdem zeichnet er sich zusammen mit James Wan für das Drehbuch verantwortlich. In weiteren, teilweise kleinen Rollen sehen wir unter anderem noch Tobin Bell ("Black Mask 2", "The 4th Floor"), Ken Lueng (
"Rush Hour", "Roter Drach"), Shawnee Smith ("Carnival of Souls",
"The Blob" und "Dogtown"), sowie die hübsche Monica Potter, die vielen noch aus
"Con Air" und "Patch Adams" bekannt sein dürfte und hier in einer kleinen, aber überzeugenden Rolle die Frau von Dr. Gordon spielt. Wie man sieht, hat man sich bei der Auswahl der Darsteller wirklich Mühe gegeben, aber das Hauptaugenmerk liegt bei den beiden Gefangenen und Cary Elwes allgemein, der hier versucht mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln seine Familie zu retten, sich jedoch nicht auf das perverse Spiel des Killers einlassen will. Doch die Situation scheint aussichtslos und seine Frau und seine kleine Tochter sind in großer Gefahr - ist er fähig für seine Familie zu töten?
ein harter, kompromissloser Thriller erschaffen, dessen Brutalität sich nicht nur auf das Zeigen von blutigen Gewaltexzessen beschränkt. Diese sind aufgrund einer schnellen Schnitttechnik keinesfalls selbstzweckhaft und dominieren das Geschehen nicht, sind aber nichtsdestotrotz hart in Szene gesetzt. Jedoch reicht das Gezeigte aus, um aus einigen Kinoreihen ein "ieehhh" (Organentnahme) zu vernehmen. Ansonsten herrschte im Saal eine bedrückende Stille und ich glaube, niemand wagte es das Kino vorher zu verlassen, so gebannt waren einige von dem Leinwandgeschehen. "Saw" ist ein Film der auch hartgesottene Genrefans zufrieden stellen dürfte, ja sogar begeistern und beängstigen wird. Wen "Saw" dennoch kalt lässt,
der muss schon sehr abgebrüht sein und sollte einen Arzt aufsuchen. Wer aber einmal wieder so richtig einen Tritt zwischen die Glocken haben will, darf diesen Film nicht verpassen. Auch wenn einige Szenen im nachhinein zu konstruiert und unglaubwürdig wirken, ist dies seit langem wieder ein Film, der die Bezeichnung Psychothriller wirklich verdient hat.
Kinowelt, der den Film im Januar 2005 in die bundesdeutschen Kinos bringen will, ein Fragebogen verteilt, welcher unter anderem die Frage nach einer passenden Alterfreigabe aufwirft; und "Saw" dürfte allein wegen seiner düsteren Grundstimmung zweifellos ein Kandidat für "Keine Jugendfreigabe" sein und hoffentlich ungekürzt die Kinobesucher schocken darf. Eine Freigabe ab 16, wie einige auf dem Fragebogen ausgefühlt haben, würde ich zwar stark anzweifeln, aber in Zeiten von
"Wrong Turn" oder dem sadistischen
"House of the 1000 Corpses" würde mich das nicht mehr wundern. "Saw" gehört auf jeden Fall zu den Filmen, die in Zukunft noch für eine Menge Gesprächsstoff bei Fans und Gegner des Genres sorgen wird. Die auf dem Fantasy Filmfest gelaufene Fassung entspricht der ungekürzten NC-17 Version, welche für ein R-Rating in den USA gekürzt wird. Ob wir die unzensierte Fassung in Deutschland zu Gesicht bekommen oder uns mit der US-Kinofassung begnügen müssen steht bisher noch nicht fest.