(Infestation, USA 2008)
Regie: Kyle Rankin
Drehbuch: Kyle Rankin
Spezialeffekte: iO FILM, Dilated Pixels
Freigabe: ungeprüft
Genre: Tierhorror
Kamera:
Musik: Steven Gutheinz
Produzent: Jeff Balis, Rhoades Rader, T. J. Sakasewaga, Bruce Davey
Länge: 93 Minuten
Dt. Start: 24.08.2009 (Fantasy Filmfest)
Cast: Brooke Nevin, Chris Marquette, Kinsey Packard, Ray Wise, Jim Cody Williams, Deborah Geffner, Efram Potelle, Diane Gaeta, Dale R. Simonton, Linda Park, Bru Muller
"You will be infected."
Erwies sich
"The Thaw - Frozen", der Käfer-Film auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest, als doch sehr durchschnittlich und bot wenig Anlass zur Begeisterung, so sieht das bei
"Infestation" ganz anders aus. Kunststück möchte man meinen, denn auch wenn es bei Ersterem eine ganze Menge Käfer gab, so kann Letzterer zwar mit weniger Viehzeug, dafür aber mit überaus riesigen Käfern punkten, welche die Umwelt in Angst und Schrecken stürzen. Zunächst einmal versetzen die krabbeligen Viecher jedoch die gesamte Bevölkerung in einen komatösen Tiefschlaf, in dessen Zuge sie schön verpackt in Kokons eingesponnen werden. Warum das so ist, wird zwar nicht erklärt, doch spielt dies letztlich auch keine große Rolle. Der Weg ist das Ziel, diese Maxime gilt auch für
"Infestation", der sich in seiner Ausgestaltung in eine Genre-Reihe mit dem ebenfalls sehr humorigen
"Shaun of Dead" einordnen lässt, nur eben nicht mit Zombies, sondern mit Insekten.
Jedenfalls wird auch der gutmütige Looser Coper (
Chris Marquette) Opfer der fiesen Käfer-Attacke. In dem einen Moment muss er sich noch auf Grund seiner laxen Arbeitsmoral von seiner Chefin gehörig den Kopf waschen lassen und in der nächsten Sekunde ertönt auf einmal ein schriller und ohrenbetäubender Lärm. Tage später wacht Coper wieder auf. Immer noch im Büro, beginnt er sich aus seinem Kokon zu schälen. Keine Sekunde zu früh, denn schon Sekunden später sieht er sich der Attacke eines Riesenkäfers ausgesetzt, den er aber schnell mit Hilfe allerlei Büroutensilien in die ewigen Jagdgründe befördern kann. Flugs weckt er noch einige andere Personen auf, die in der Gegend herumliegen. Darunter die Tochter seiner Chefin Maureen (
Debroah Geffner), auf die er trotz der misslichen Situation sofort ein Auge geworfen hat. Gemeinsam macht sich die heterogene Gruppe auf der Suche nach den Gründen für dieses plötzliche Desaster auf den Weg durch die verlassene Stadt, stets auf der Hut vor den überall lauernden Insekten. Erstes Etappenziel: Der Vater von Coper (
Ray Wise), der von seinem Sohnemann zwar nicht allzu sehr geschätzt wird, dafür aber auf Grund seiner Paranoia sowohl einen Bunker mit Vorräten, als auch ein ansehnliches Waffenarsenal besitzt.
"Infestation", unter der Regie von
Kyle Rankin entstanden, ist vor allem ein ziemlich witziges Abenteuer, welches dieses mit einer stimmigen Insekteneinlage garniert. Dabei zeigt sich, dass es mitnichten beeindruckender CGI-Effekte bedarf, um einen Film überzeugend zu gestalten, sondern dass vielmehr die erzählte Geschichte und die gezeichneten Charaktere überzeugen müssen. De facto nämlich sehen die Effekte, also vor allem die Insekten im Film, geradezu altmodisch aus, was
"Infestation" allerdings gut zu Gesicht steht. Punkten können somit vor allem die Darsteller, die dem deutschen Publikum recht unbekannt sein dürften. Das Aushängeschild, welches den Film dann konsequenterweise über die gesamte Spielzeit trägt, ist
Chris Marquette, der seinen Charakter in einem wunderbaren Mix irgendwo zwischen Trottel, Verlierertyp und absolut liebenswertem Kerl anlegt. Aber auch
Ray Wise in der Rolle des dominanten und militaristischen Vaters gehört ohne jeden Zweifel zu den Lichtblicken dieses kurzweiligen Filmchens. Dass auch
"Infestation" nicht ohne die übliche Romanze auskommen kann, gehört dann halt in der Tat zu den Standards des Kinos, stört aber auch nicht weiter, zumal die Chemie zwischen den beiden Darstellern absolut stimmt.
Dabei profitiert
"Infestation" nicht zuletzt von den launigen Klischees, die sich das Drehbuch erdacht hat. Von dem martialischen Uncle Sam-Verschnitt, den der Vater darstellt, über die dümmliche, aber attraktive Blondine, die sich bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit das schöne Näschen pudert, ist so ziemlich alles dabei, was das Repertoire hergibt. Gegen Ende hin verliert der Film jedoch etwas an Tempo, was sich gerade auch hinsichtlich des Finale Furioso von
"Infestation" bemerkbar macht, das dann im Vergleich zum Rest des Films bei Weitem nicht mehr so überzeugend ist wie die vorherigen Minuten. Dass der Weg das Ziel ist, gilt also ein weiteres Mal. Dieser Makel vermag jedoch am positiven Gesamteindruck nicht mehr wirklich kratzen, so dass
"Infestation" für einen launigen Filmabend mehr als einfach nur geeignet ist. Das sah das Publikum beim
Fantasy Filmfest im Übrigen ähnlich, denn es brandete nicht nur nach dem Film lauter Beifall auf, sondern auch immer wieder zwischendrin. Und dieser Applaus ist dann in der Tat auch wirklich gerechtfertigt gewesen.