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"Armageddon", "Deep Impact") überhaupt schon wieder einen Weltuntergang? Nach dem letztjährigen, durchschnittlichen "The Core" schien der Katastrophenfilm ausgelutscht und doch schickt Deutschlands Regieexport Roland Emmerich Mutter Erde in die Eiszeit. "The Day After Tomorrow"
unterscheidet sich deutlich von den letzten Werken des Schwaben, was wohl vor allem an der Trennung von Produzent und Drehbuchautor Dean Devlin, der die letzten Werke
"Independence Day",
"Godzilla" und
"The Patriot" mit nervigem Hurra-Patriotismus überziehen ließ, liegt. Wenn hier die Stars and Stripes wehen, dann nur im eisigen Wind und da friert sie symbolisch ein. Der Erfolgsregisseur traut sich zum ersten Mal kritisch mit seiner Wahlheimat auseinander zu setzen und zumindest das ist neu.
"Van Helsing" und
"Troja" unbedingt sein wollten. Zuletzt gestartet ist er der erste, der dem Anspruch gerecht wird. Nach Aliens und Godzilla ist es nun die Natur, die die amerikanische Nation in ihren Grundfesten erschüttert. Der Einstieg wird mit dem Kyoto-Protokoll geschaffen, wobei die Igno- und Arroganz der amerikanischen Umweltpolitik vom Vizepresident personifiziert wird. Er steht für die Wirtschaft, die sich einen Dreck um die Natur schert, nur die finanziellen Einbußen im Hinterkopf hat und die Warnungen des Klimaforschers Jack Hall (Dennis Quaid), der eine Veränderung der Atmosphäre in mehreren Hundert Jahren prognostiziert, ignoriert. Doch alles soll viel schneller gehen, als eine riesige Scholle in der Antarktis bricht und damit den Süßwassergehalt im Atlantik so fatal beeinflusst, dass sich die Meeresströmungen, insbesondere der Golfstrom, global verändern. Dennis Quaid spielt die Bezugsperson mit der man mitfiebert, um die man sich sorgt und hat mit Jack Hall die wirklich einzige Rolle, mit der man sich als Zuschauer identifizieren kann. Abgesehen vom unterforderten Jake Gyllenhaal als sein Sohnemann mit Flugangst (übrigens nette Anspielung auf seine Rolle im Geheimtipp
"Donnie Darko") ist der Rest des Casts nur eine Salatbeilage zum in mehreren
Gängen aufgetischten Weltuntergang. Um Quaid war es in den letzten Jahren nicht besonders gut bestellt, die guten Rollen blieben aus, das diesjährige Alamo-Remake erwies sich als Superflop und dabei ist er einer der sympathischsten Schauspieler, die Hollywood zu bieten hat. Umso mehr gönne ich ihm diese Rolle, denn den von Sorgen um seinen Sohn gepeinigten Vater nimmt man ihm genauso wie den Cassandra-gleichen Klimaforscher ab.
Roland Emmerich sie dosierter ein. Angefangen bei Wirbelstürmen, die Los Angeles heimsuchen, über eine Flutwelle, die New York überschwemmt und schließlich seinen Höhepunkt im einfrierenden Big Apple findend, sind die Effekte großartig und von leichten Surrealismus geprägt. Sie wirken nicht künstlich, aber unwirklich und beängstigend. Wenn ein riesiges Frachtschiff plötzlich durch New York schippert, eine Flutwelle sich durch die Straßen ihren Weg bahnt und Tausende von Menschen in den Tod reißt, ist das einige Mal spannender und erschreckender, als wenn eine Riesenechse zwischen den Skylines marschiert. Schade nur, dass dabei nur in zwei kurzen Szenen auf den Rest, zum Beispiel in Form eines tödlichen Hagelschauers in Japan, der Welt eingegangen wird. Die dabei auftretende Soundkulisse begleitet die wuchtigen Bilder auf dem typischen Emmerich-Niveau. Zuschauer mit entsprechendem Home-Cinema-Equipment dürfen sich also nach dem Kinobesuch auf die DVD freuen.
retten - mit ihm zwei seiner engsten Kollegen. Auf der Fahrt und später der Wanderung wird, genau wie bei der ums Überleben in der Stadtbücherei kämpfenden Clique, leider nur allzu deutlich, dass es um die Dialoge oft nicht allzu gut bestellt ist. Die oftmals pathetischen Dialoge sind weder frei von Kitsch noch von Klischees. Aber wer Emmerich-Kino erwartet, darf darüber eigentlich hinwegsehen, denn welcher Blockbuster der heutigen Zeit glänzt noch mit intelligenten Dialogen? In wie fern die dargestellten Naturereignisse überhaupt möglich sind und vor allem ob sie so schnell von statten gehen können, darf natürlich bezweifelt werden. Doch erscheint hier keine Idee zu abwegig und besonders die blitzschnellen Temperaturabfälle sind wirklich beängstigend. Emmerich übertreibt nur, wenn er seine Intention dem Zuschauer zu penetrant aufzwingen will. So geschehen durch das Rudel Wölfe, das sich dämonisch überzeichnet über die letzten Überlebenden hermachen will und deutlich die Message "Nature strikes back" mit sich trägt.