(Mr. Magorium's Wonder Emporium, USA 2007)
Regie: Zach Helm
Drehbuch: Zach Helm
Spezialeffekte: Jason Board
Freigabe: ohne Altersbeschränkung
Genre: Fantasy
Kamera: Roman Osin
Musik: Alexandre Desplat, Aaron Zigman
Produzent: James Garavente, Richard N. Gladstein, Jim Miller
Länge: 94 Minuten
Dt. Start: 06.12.2007
Cast: Natalie Portman, Jason Bateman, Dustin Hoffman, Zach Mills, Matt Baram, Jonathan Potts, Paula Boudreau, Jade Cohen, Rebecca Northan, Ted Ludzik, Beatriz Yuste,
Dash Grundy
"Your life is an occasion, rise to it."
Insofern man das sagen kann, handelt es sich hierbei um meinen persönlichen Film 2007, also denjenigen, auf welchen ich mich am meisten gefreut habe. Da mir bereits der von
Zach Helm geschriebene
"Stranger Than Fiction" gefiel, hatte ich auch Vertrauen in sein zweites Projekt, allein des großartigen Titels wegen. Dabei markiert
"Mr. Magorium’s Wonder Emporium" sein erstes Skript, dass er an
20th Century Fox verkauft hatte und an welchem er sich die Rechte nach der Vollendung von
"Stranger Than Fiction" zurückholte. Der Film markiert auch
Helms Regiedebüt, für das er neben
Dustin Hoffman in der Hauptrolle, welcher bereits in der ersten Verfilmung von
Helms Stoff mitwirkte, auch die atemberaubende
Natalie Portman gewinnen konnte. Unterstützt werden die beiden von Arrested Development Star
Jason Bateman und Newcomer
Zach Mills, sowie in einem Kurzauftritt von
Helms Freundin
Kiele Sanchez, die den meisten durch die dritte Staffel von
"Lost" bekannt sein dürfte. Bedauerlicherweise gehörte
"Mr. Magorium..." in Deutschland mal wieder zu den Filmen, die kaum Kopien erhielten und daher in meiner Region nur an einem einzigen Tag für eine Vorstellung gezeigt wurde.
Der stämmige Bellini wurde in dem Keller unter einem Spielzeugladen geboren und dort lebt er noch heute, um die Lebensgeschichte von Mr. Magorium aufzuzeichnen, dem Besitzer des Spielzeugladens. Mr. Magorium (
Dustin Hoffman), manchen auch als Steve bekannt, ist stolze 243 Jahre alt und dennoch quietschfidel. In seinem magischen Spielzeugladen erwachen die Spielzeuge zum Leben und erfreuen groß wie klein. Geschäftsführerin des Ladens ist die als Pianistin gescheiterte Molly Mahone (
Natalie Portman), die sich inzwischen fragt, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Mr. Magorium hat da ganz andere Pläne für sie und bestellt den Mutanten, bzw. Buchhalter, Henry (
Jason Bateman) in seinen Laden, damit er den Laden rechtlich an Mahone abtreten kann. Während das neben Mr. Magorium und dem kleinen Hutnarren Eric (
Zach Mills) sehr gefällt, hat nicht nur Mahone ernste Zweifel, sondern auch der Laden selber. Als Mr. Magorium sein Ableben vorbereitet, verschwindet die Magie aus dem Laden und scheinbar auch aus dem Leben von Mahone.
Besonders lobende Worte haben sich für den Film nicht gefunden, was mich jedoch nicht davon abgehalten hat, ihn mir dennoch anzuschauen. Und zugegeben, der Film schöpft seine Möglichkeiten und sein Potenzial nicht vollends aus, das merkt man ihm in manchen Szenen an. Wenn man im Hinterkopf behält, dass es sich um
Helms erstes Skript und erste Regiearbeit handelt, sollte ihm dies dennoch zu verzeihen sein, da der Film seine Grundbotschaft dennoch erfolgreich transferiert. Man sollte der Magie wieder sein Herz öffnen und mehr das Kind in einem wecken, aufhören ein „Nur"-Mensch zu sein und alles in seine Einzelteile zu zerlegen. Nichts ist im Leben unbekümmerter, als ein Kind und von allen Figuren hat gerade der 243 Jahre alte Mr. Magorium am wenigsten scheu sich „kindisch" oder peinlich zu verhalten, solange es ihm Spaß bereitet (und wohl auch die Ursache für sein hohes Alter sein dürfte). Auch Mahone muss die Erfahrung machen, dass Magie nicht das ist, was wir sehen, sondern das, was wir glauben oder zu glauben bereit sind. Während es Eric sehr viel leichter fällt, unterstützt von seinem Einzelgängerstatus, in der Welt von Mr. Magorium zu Hause zu sein, beginnt Mahone sich zu fragen, ob sie nicht endlich erwachsen werden und ebenjene phantastische Welt verlassen soll. Dabei sah
Natalie Portman nie liebreizender und umwerfender aus, als in diesem Film.
Die Vergleiche mit
"Charlie and the Chocolate Factory" finde ich dabei nicht angebracht, da Mr. Magorium weder versucht diesen zu kopieren und es auch nicht tut. Da erinnert die Botschaft doch sehr viel mehr an
"Finding Neverland", wo es ebenfalls darum ging, nicht den Glauben an die Magie der Phantasie zu verlieren. Da verwundert es auch nicht, dass
Hoffman in jenem Film ebenfalls eine Nebenrolle hatte und auch bereits in
"Hook" seinen Geist für phantastische Geschichten geöffnet hat. Viel büßt der Zauber des Filmes dabei bei seiner Synchronisation ein, was mitunter der Grund ist, weshalb ich Filme immer in der Originalsprache anzusehen empfehle.
"Mr. Magorium..." steht jedoch nicht hinter seinen Effekten zurück, sondern hat fraglos (s)eine eigentständige Geschichte, auch wenn man diese hätte besser ausarbeiten können.
Helms Film gehört jedoch zu solchen phantastischen Werken, auf die man sich als Zuschauer wirklich einlassen muss, was erfordert das Kind in einem herauszuholen und nicht mit dem spröden Geist eines Erwachsenen an das Thema heranzugehen. Am Ende bleibt es - in meinen Augen - eine immer noch gelungene Fabel über Freundschaft und den Glauben an das Kind in uns, ein Thema über das man sicherlich nicht genug Filme drehen kann. Und wenn diese auch noch
Natalie Portman aufbieten können, dann sind sie allemal wert gesehen zu werden.