"Es ist der Beginn des Feiertags, aber der New Yorker Polizeidetektiv McClane feiert nicht."
Nachdem
Sylvester Stallone mit
"Rocky Balboa" bewiesen hatte, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört und er auch bald in
"John Rambo" zeigen darf, dass die Action-Helden der 80er Jahre einfach nicht totzukriegen sind, kehrt nun auch
Bruce Willis zu seinen Wurzeln zurück und schlüpft ein viertes Mal in die Rolle des Helden wider Willens. Als John McClane, der Ikone des 80er-Jahre-Actionfilms, hat er immer einen coolen Spruch auf den Lippen und ist stets zur falschen Zeit am falschen Ort.
13 Jahre ist es nun her, dass
Bruce Willis in seiner Paraderolle als John McClane zeigen konnte, wie man den bösen Buben gehörig einheizt. 13 Jahre voller Höhen und Tiefen für den Actionstar
Bruce Willis, der es eigentlich etwas ruhiger angehen und den Actiongenre komplett den Rücken kehren wollte. Doch wieso mit dem aufhören, was man nun einmal am besten kann?
Ein analoger Cop in einer digitalen Zeit: So könnte man die Geschichte des vierten
"Stirb langsam"-Films am ehesten und in nur wenigen Worten beschreiben. Nachdem wir McClane vor 13 Jahren das letzte Mal gesehen haben, wie er mit seinem Partner Zeus durch New York hetzte um den Superschurken Simon in die Suppe zu spucken, hat sich viel getan. McClane ist zwar McClane geblieben, doch er wirkt schon lange nicht mehr so heruntergekommen und abgehalftert, wie noch zu
"Stirb langsam - Jetzt erst recht"-Zeiten. Er scheint sein Alkoholproblem in den Griff bekommen zu haben und ist längst nicht mehr so mürrisch wie damals. Doch sein Familiensinn ist geblieben, auch wenn sich dies zum Leidwesen seiner Tochter Lucy herausstellt, welche von ihrem "verhassten" Vater ständig ausspioniert wird. Lucy behauptet bei ihren Freunden sogar, dass ihr Vater schon lange tot sei, dabei will John nur eine zweite Chance und nach all den Jahren endlich seine Vaterrolle wahrnehmen. Doch Lucy hat kein Interesse, ihren Vater zu sehen, geschweige den mit ihm zu sprechen, und somit fängt der 4. Juli für McClane nicht ganz so an, wie er es sich vorgestellt hatte. Und dann bekommt er auch noch mitten in der Nacht ein Routinejob vorgesetzt: Er soll den jungen Hacker Matt Farrell für einen Verhör zum FBI bringen. Aber bei McClane driftet das Normale häufig ins Außergewöhnliche ab - und er gerät mal wieder zur falschen Zeit an den falschen Ort.

Hightech-Terroristen wollen die komplette Infrastruktur, sowie das Finanz- und Kommunikationswesen der Vereinigten Staaten angreifen und somit die Nation komplett lahm legen. Dabei könnten ihnen aber einige der weltbesten Hacker in die Quere kommen, welche kurzerhands ausgeschaltet werden. Gerade als McClane einen von ihnen zum FBI bringen will, werden beide von einer Handvoll schwer bewaffneter Terroristen angegriffen und viel zu spät merkt McClane, dass er einmal wieder ganz tief in der Scheiße steckt. Doch diesmal geht es um die nationale Sicherheit und die mysteriösen Terroristen, angeführt von Thomas Gabriel, einem ehemaligen Sicherheitsbeauftragten, scheinen bald das komplette Netzwerk in ihrer Gewalt zu haben und sorgen für ein großen Blackout in Amerika. Doch sie haben nicht mit McClane gerechnet - einem Cop der alten Schule und ein Meister, wenn es darum geht seinen Gegnern den Tag zu versauen.
"... und du denkst, du hattest einen Scheißtag!"
Es gab jahrelang Gerüchte um eine mögliche Fortsetzung der
"Die Hard"-Trilogie, aber es dauerte schließlich über eine Dekade bis es wieder hieß
"Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke". Dabei wollte man
Bruce Willis sogar schon in
"Alarmstufe Rot 2" zurückkehren lassen, entschied sich aber für
Steven Seagal - zum Glück!
"Alarmstufe Rot 2" wurde zwar ein guter Actionfilm, aber für einen vierten
"Stirb langsam" war die Geschichte nicht nur
Bruce Willis viel zu gewöhnlich!
Erst als sich fast 10 Jahre später
Mark Bomback (
"Godsend") an das Skript zum vierten Teil machte und es zusammen mit
"Staatsfeind Nr. 1"-Autor
David Marconi noch einmal überarbeitet, wurde das Interesse seitens
Willis wieder geweckt, obgleich er eigentlich gar keine Actionfilme mehr drehen wollte. Doch die Geschichte der beiden Autoren überzeugte den 52jährigen, da sie McClane genauso ins neue Jahrhundert transportierten wie
Willis sein "zweites Ich" sah. Es war ihnen wichtig das Ganze real zu halten, er durfte kein Superheld sein, denn er besitzt keine besonderen Kräfte. Vielmehr soll er der ganz normale Kerl bleiben, ganz so, wie er es schon in den vorherigen drei Teilen war: Ein Cop, der einfach seinen Job macht, dabei aber stets so vorgeht, dass es für jeden nachvollziehbar ist. Trotz aller Action sollte immer McClanes Charakter im Vordergrund stehen, seine Art mit den Dingen umzugehen und dieser unverwechselbarer Humor, der ihn damals zum härtesten und vor allem beliebtesten Helden der 1980er Jahre Popkultur werden ließ.
Eine weitere und die wohl wichtigste Vorrausetzung für die Rückkehr auf die Leinwand war es, dass der neue Film das Feeling der alten Teile beibehalten würde. Er durfte kein Hightech-Actioner werden, wie man es in den letzten Jahren immer wieder zu Gesicht bekommen hatte. Doch zugleich sollte er McClane ebenfalls "altern" lassen. Es hat sich viel verändert - die Welt ist moderner geworden und nur McClane scheint in den 90er Jahren stecken geblieben zu sein. Also brauchte man einen passenden Regisseur, der alt mit neu kombinieren konnte.
"I'm gonna go kill this guy and get my daughter.
Or go get my daughter and kill this guy. Or kill all of 'em!"
Die erste Wahl für
Willis war der
"Underworld"-Regisseur
Len Wiseman, von dessen Film
Willis schwer beeindruckt war. Für ihn war klar, dass er sein Feinriphemd nur dann wieder anziehen würde, wenn
Wiseman zusagt. Dieser war als alter
"Die Hard"-Fan natürlich begeistert und fühlte sich geehrt, ein Teil des
"Stirb langsam"-Universums zu werden.
Willis war sich sicher, dass
Wiseman wusste, wie ein
"Stirb langsam"-Film auszusehen hat und es war beiden wichtig, dass man sieht, dass McClane älter und vor allem zynischer geworden ist - ein "ganz normaler" Cop, dessen Familienleben alles andere als positiv verlaufen ist, der seine Familie aber immer noch über alles liebt. Um dies zu gewährleisten arbeiteten beide sehr stark mit den Drehbuchautoren zusammen, um das gesamte Szenario einer weiteren Fortsetzung würdig erscheinen zu lassen. Die Action musste echt wirken und so verzichtete man überwiegend auf CGI-Effekte, welche heutzutage die meisten Actionfilme dominieren und setzt wie bereits
Jonathan Mostow in
"Terminator 3: Rise of the Machines" überwiegend auf "Handmade"-Action.
Das war genau die richtige Wahl, denn ein Actionfeuerwerk aus dem Computer hätte nicht nur der Optik geschadet, sondern auch der Authentizität der einzelnen Szenen, obgleich
Wiseman die Geduld seines Publikum in einigen Momenten schon arg überstrapaziert. Uns erwartet zwar bereits nach knapp 5 Minuten die erste Actionsequenz, welche es auch in sich hat

und in der McClane wieder alle Register seines Könnens ziehen kann, doch im weiteren Verlauf des knapp 130minütigen Action-Overkills fragt man sich doch, wie viel ein normaler Mensch nun wirklich ertragen kann.
Sicherlich, bereits in den anderen drei Teilen musste McClane einiges einstecken, aber hier wirkt es manchmal so, als würde das Springen aus einem fahrenden Auto, das Stürzen aus dem vierten Stock oder einen Faustkampf in einem im Fahrstuhlschacht hängenden Auto bei McClane kaum Spuren hinterlassen. Adrenalin hin oder her, aber auch die Knochen von John McClane können irgendwann einmal brechen. Obgleich es hier an allen Ecken und Kanten knallt, scheint dies unseren Actionhelden kaum zu beeindrucken. So kämpft er sich diesmal an der Seite des Hackers Matt Farrell, gespielt von
Justin Long (
"Jeepers Creepers") durch Washington D.C. und Umgebung und nutzt dabei alles, was ihm gerade in die Finger kommt. Egal ob seine Fäuste, Pistolen oder ein Feuerlöscher, ja selbst ein Hubschrauber wird hier Zweck entfremdet und man kann es nicht anders sagen, aber in diesen Momenten ist McClane zurück. Man hört es, man sieht es und verdammt noch mal - man spürt es.
Bruce Willis ist in Topform, die Action ist bombastisch und eigentlich könnten alle glücklich sein. Doch es will einfach kein richtiges 80er Jahre-Feeling mehr aufkommen, was an sich ja nicht einmal sonderlich schlimm ist, denn schließlich will man den Charakter McClane in ein neues Jahrhundert führen und
Wiseman findet dank seines Sidekicks Matt Farrell die ideale Brücke zwischen dem "old school"-McClane-Stil und dem Weg der Technik, den unser Held bereits in den vorherigen Teilen so verabscheute. Daraus entsteht eine Menge Situationskomik und das Publikum darf des Öfteren mit, aber niemals über John McClane lachen und wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Szene lieben, in

der McClane ein Auto auf die altmodische Art knacken will, Farrell ihm aber zeigt, dass es auch ganz anders geht und den Wagen einfach per Notfunk aktivieren lässt. Oder als John eine Webcam zuhält, damit sein Widersacher ihn nicht mehr hört, dieser aber nur müde lächelt und ihm klar macht, dass er ihn zwar nicht mehr sieht, aber immer noch gut hören könnten.
Old School trifft auf New School und das in bester Hollywood-Manier, wobei wir McClanes Alleingänge schmerzlich vermissen. Bot man uns mit
Samuel L. Jackson vor 13 Jahren zwar auch einen unerhofften Partner, war die Rolle des Zeus aber sehr prägnant und man möchte sie heute nicht mehr missen.
Justin Long hingegen macht eigentlich nichts als rennen, ducken, schreien und ab und an einfach pfiffiger als McClane sein, zumindest wenn es um technische Dinge geht. Doch was im dritten Teil noch so gut funktionierte, mutiert hier beinahe zu einem typischen Buddy-Movie, wie man ihn nur allzu oft gesehen hat. Bereits
"16 Blocks" wirkt im Nachhinein wie eine etwas Action ärmere Vorbereitung auf
"Stirb langsam 4.0". Man fühlt sich einfach nicht mehr so, als würde man einen
"Stirb langsam"-Film gucken, dafür hat
Willis in all den Jahren einfach zuviel identisches Zeug gedreht und seine Rolle stets selbst kopiert. Zudem hätte man sich ruhig etwas mehr Zeit für die Charakterisierung von McClane und seiner Tochter Lucy lassen sollen. Man weiß zwar, dass sie ihn nicht als Vater akzeptiert und dass er nun wirklich geschieden ist, doch etwas mehr Hintergrund, was innerhalb des Zeitsprungs vom dritten zum vierten Teil passiert ist, wäre vielleicht gar nicht einmal so schlecht gewesen. Stattdessen fackelt man nicht lange, zeigt uns einen Action-Overkill und ein Höhepunkt jagt den nächsten. McClane kämpft, schreit und blutet - er kommt aus jeder der brenzligen Situationen heraus, was zwar damals schon so war, es aber diesmal noch einmal deutlich überboten wird. Leider hat man dabei niemals Angst um ihn und so ein Gefühl wie 1988, als er barfuß und im Alleingang eine ganze Horde von Terroristen in einem Hochhaus ausgeschaltet hatte und das Publikum jeden seiner Schritte mit einem mitfühlenden Stöhnen begleitete, will einfach nicht mehr aufkommen. Emotional hapert es in
"Stirb langsam 4.0" leider gewaltig.
Inhaltlich gibt es dafür kaum etwas zu bemängeln. Die Geschichte um eine Hackerbande hörte sich anfänglich zwar etwas albern an, wurde aber sehr gut umgesetzt, wobei hier und da die obligatorischen Plotholes nicht fehlen dürfen. Auch wie McClane in den Schlamassel gerät, wurde ordentlich inszeniert, wobei dieses
"Bringen Sie Person X von A nach B" schon etwas abgedroschen erscheint und im Grunde nur
Willis letzten Film kopiert. Zudem wirkt es nicht unbedingt sehr glaubwürdig, dass McClane anfänglich seinen Arsch riskiert, ohne dass sich seine Familie in direkter Gefahr befindet.
Willis sagte in einem Interview zwar, dass er John McClane als Familienmensch sieht und als Mensch, der es nicht duldet, wenn einem anderen Menschen oder dem ganzen Land unrecht getan wird, aber irgendwie fehlt das
"Ich habe keine andere Wahl"-Symptom.
Also ist John McClane schlussendlich doch ein Superheld geworden, der das ganze Land vor dem Supergau retten will? Das mag man sehen wie man will, aber nachdem auch noch seine Tochter entführt wird, kann den Cop aus New Jersey sowieso niemand mehr aufhalten. Und wenn ich schreibe niemand, dann meine ich damit auch niemand - nicht einmal ein Kampfjet, mit dem sich John anlegt, überlebt diesen Kampf. Dies dürfte dann auch die unumstritten hanebüchenste Szene im ganzen Film sein und stark an die Schmerzgrenze des Erträglichen stoßen. Von wegen realistische Action!
Nun, wenn so die Terrorbekämpfung in den USA aussieht und man deshalb gleich mit einem Kampfjet den ganzen - wohlbemerkt - befahrenden Freeway plätten kann, dann wird man nächster Urlaub sicherlich der Ballermann werden. Hier schießt man im schlimmstenfall mit Sangria und nicht mit Raketen auf die Touristen.
(ACHTUNG SPOILER!!)
Aber abgesehen von diesem "Patzer" werden wir in puncto Action niemals enttäuscht und ein Highlight dürfte der Zweikampf zwischen John McClane und der hübschen wie gefährlichen Mai sein, welche McClane mit ihren Kampfkünsten erst einmal aus dem Fenster befördert, bevor er sie in altmodischer Art und Weise sie gleich mit einen Lieferwagen über den Haufen fährt. Doch der Kampf ist damit noch nicht beendet, denn im Fahlstuhlschacht geht es gnadenlos weiter.
Hier hat McClane nicht nur einen attraktiven, sondern auch einen sehr gefährlichen Gegner vor sich und diese Sequenz bietet wirklich alles, was das Herz begehrt - es darf sogar gelacht werden. Gespielt wird Mai von Hongkong-Star
Maggie Q, die bereits an der Seite von
Tom Cruise in
"Mission Impossible 3", sowie dem actiongeladenen
"Naked Weapon" zu sehen war. Sie spielt die rechte Hand des Oberschurken Thomas Gabriel und neben
Marx Elizabeth Winston ist sie die zweite Frau im Film. Erstere spielt die Rolle der Lucy McClane und dürfte den meisten bereits aus
"Final Destination 3" bekannt sein. Sie wird demnächst auch an der Seite von
Kurt Russel in
Quentin Tarantinos "Grindhouse"-Episode zu sehen sein. Nur am Rande sollte Erwähnung finden, dass ursprünglich einmal
Britney Spears die Rolle der Lucy übernehmen sollte. Mit viel Ergeiz und Power spielt
Marx Elizabeth Winston einen Teenager, der genau weiß, was er will und der seine Herkunft einfach nicht verleugnen kann - hat sie ihre große Klappe und die Schlagkraft doch von ihrem Vater geerbt. Bösewicht Thomas Gabriel wird von
Timothy Olyphant (
"Dreamcatcher") gespielt, der seine Rolle zwar überzeugend herüberbringt, den Vergleich mit McClanes drei vorherigen Gegnern aber nicht standhalten kann. Zu unscheinbar wirkt die Ausstrahlung
Olyphants, als dass er wirklich als großer Gegner in die Fußstapfen eines
Jeremy Irons,
William Sandler oder gar eines
Alan Rickmans treten könnte. Er wirkt nicht wirklich bedrohlich - mal davon abgesehen, dass die gesamte Situation gar nicht einmal so erschreckend ist. Wie sagte es Snake Plisken einmal treffend:
"Willkommen in der Steinzeit!"
Ein kleines Highlight in
"Stirb langsam 4.0" ist noch der Kurzauftritt von
Kevin Smith, der in seiner Paraderolle als Silent Bob schon durch so manchen Film huschte, diesmal aber als Warlock, der Superhacker, eine wirklich fantastische Rolle bekam, welche der Filmreihe erstmalig einen recht starken humoristischen Touch verleiht. Da merkt der Zuschauer schnell, dass sich der Film selbst nicht immer ernst nimmt und man gerne mit der technischen Unfähigkeit eines John McClanes spielt, was einigen Fans sicherlich nur schwer bekommen wird. Ingesamt kann man mit der Besetzung sehr zufrieden sein, wobei unser Oberschurke zwar überzeugend gespielt, aber nicht wirklich böse wirkt und zudem hätten wir uns über das eine oder andere Wiedersehen alter "Freunde" McClanes gefreut. Hier wäre noch eine Menge Potenzial für Cameos gewesen.
Schlussendlich sollte man eigentlich noch über die sehr rasante und vor allem imposante Kameraarbeit von
Simon Duggan zu sprechen, der bereits an der Seite von
Wiseman an
"Underworld: Evolution" arbeitete und auch hier eine wirklich tolle Arbeit abliefert. So dürfte jedem Actionliebhaber die Sequenz gefallen, in der Gabriels Komplize, Rand (gespielt vom französischen Actionstar
Cyril Raffaelli), quer über ein Gebäude springt, auf einer Klimaanlage landet, zur Feuerleiter hinüber springt, eine weiteren Feuerleiter herunterrutscht und sich anschließend zu einer dritten schwingt - und das alles in einem einzigen Take, was bis dato einmalig in einem amerikanischen Actionfilm gewesen sein dürfte. Der stimmige Score, der den gesamten Film vorantreibt, stammt übrigens von
Marco Beltrami, dem Schüler
Jerry Goldsmith und Komponist unzähliger hervorragender Scores wie z.B.
"Scream",
"Hellboy" und
"I, Robot".
Soundtechnisch, wie auch inszenatorisch gibt es also nicht wirklich etwas zu bemängeln. Auch wenn es schade ist, dass McClane diesmal nicht im Feinripshirt durch die Botanik hetzt, so darf man sich auf eine Rückkehr wirklich freuen, obgleich dank einer PG13-Freigabe seine Sprüche sehr abgemildert klangen und sein
"Yippie-Ya-Yeah, Motherfucker" am Ende wohl absichtlich etwas untergeht. Doch trotz einer sehr geringen Freigabe ist die Action hart und teilweise recht blutig, aber es steht außer Frage, dass uns auf DVD eine unzensierte Fassung ins Haus flattern wird. Aber bis es soweit ist, muss man sich erst einmal mit der Kinofassung begnügen.
"All you gotta do is go pick up a kid in New Jersey and drive him down to D.C.
How hard can that be, huh?" - John McClane
"Stirb langsam 4.0" ist auf jedenfall das Actionhighlight des diesjährigen Kinosommers und dürfte vor allem "old school"-Actionfans gefallen. Doch es ist fraglich, ob es unbedingt den
"Die Hard"-Franchise benötigt hätte. Zwar kratzt Regisseur
Len Wiseman nicht an der stählernen Fassade der Actionikone John McClane, doch vielleicht waren 13 Jahre Leinwandabstinenz einfach zu lang. In der Zwischenzeit ist viel passiert und auch wenn die Fans auf die Rückkehr des 80er Jahre-Actionhelden gewartet haben, so war
Bruce Willis ja nie wirklich weg. Er war immer präsent und eine Vielzahl seiner Actionfilme hätten selbst schon
"Stirb langsam"-Filme sein können. So z.B.
"Tränen der Sonne", der damals als vierter
"Die Hard"-Film gehandelt wurde, sich dann aber zu einem routiniert inszenierten Kriegsfilm entwickelte. Auch
"16 Blocks" ähnelt dem Szenario der
"Die Hard"-Filme schon viel zu sehr und leider kopiert
"Stirb langsam 4.0" in vielen Momenten
Willis Kassenflop nur allzu deutlich.
Nichtsdesotrotz wird man seinen Spaß haben, aber es will einfach kein richtiges
"Stirb langsam"-Feeling aufkommen. McClane ist zurück, aber
Willis Name im Film könnte auch Jack Mosley oder Jeff Talley sein. Zumindest braucht man mit dem Namen John McClane keine Angst zu haben, dass das Publikum nicht in Scharen in die Kino stürmt. Doch
"Stirb langsam 4.0" wird sich in Zukunft immer den Vorwurf der Innovationslosigkeit gefallen lassen müssen, denn trotz aller atemberaubender Action und waghalsigen Stunts kommt der Film an keinen der drei anderen Teile heran, bleibt aber dennoch stets schwer unterhaltsam.