(Monster House, USA 2006)
Regie: Gil Kenan
Drehbuch: Dan Harmon, Rob Schrab, Pamela Pettler
Spezialeffekte: Sony Imageworks Inc.
Freigabe: ab 6 Jahre
Genre: Kinderfilm, Animation
Kamera: Paul C. Babin, Xavier Pérez Grobet
Musik: Douglas Pipes
Produzent: Jason Clark, Ryan Kavanaugh, Jack Rapke, Bennett Schneir, Heather Smith, Steven Spielberg, Steve Starkey, Peter M. Tobyansen, Robert Zemeckis
Länge: ca. 91 Minuten
Dt. Start: 24.08.2006
Cast: Mitchel Musso, Sam Lerner, Spencer Locke, Steve Buscemi, Maggie Gyllenhaal, Jason Lee, Kevin James, Nick Cannon, Catherine O'Hara, Fred Willard, Ryan Newman, Woody Schultz, Ian McConnel, Jon Heder, Kathleen Turner, Erik Walker, Matthew Fahey
Es kann nicht mit rechten Dingen zugehen, drüben, auf der anderen Seite der Straße. Der zwölfjährige DJ hat zu viel Zeit und beobachtet gern die Nachbarn. Besonders das Haus des alten Mr. Nebbercracker, in dem seltsamerweise immer wieder Dinge verschwinden - Dreiräder, Spielzeuge, Haustiere… nichts, was zufällig vor dem Haus landet, scheint wieder zum Vorschein zu kommen. Und wo ist eigentlich Mrs. Nebbercracker abgeblieben? Am Tag vor Halloween geschehen zwei äußerst mysteriöse Dinge: DJ und sein Freund Ketchup spielen auf der Straße, und ihr Basketball wird buchstäblich in das Haus gegenüber gesogen. Und dann versucht das Haus auch noch, ihre neue Freundin Jenny zu verschlingen. Aber niemand glaubt dem aufgeregten Trio, dass das gruselige Gebäude von der anderen Straßenseite das pure Böse zu beherbergen scheint. DJ holt sich Rat von dem schludrigen Pizza-Bäcker Skull. Und der kennt Geschichten von Gebäuden, die von menschlichen Seelen besessen sind. Unseren drei jungen Helden stockt der Atem: Ist das Haus des alten Nebbercracker etwa lebendig?


Mit
"Monster House" und dem zusätzlichen Reiz einer Abwechslung versprechenden, schaurigen Gruselgeschichte steigt nun auch Sony, genauer Sony Pictures Imageworks Inc., ins voll animierte Filmgeschäft ein. Prominent besetzt und produziert ist das Regiedebüt von
Gil Kenan allerdings ein etwas unschlüssiges und allzu simples Vergnügen, mit schönen Momenten durchaus, aber auch deutlichen Schwierigkeiten.
Grundsätzliches Problem dieses Films ist dabei der Widerspruch zwischen naturalistischem Stil und völlig künstlicher Animation. So schön die Idee einer vorörtlichen Kleinstadt, die scheinbar direkt den 80er-Jahre Abenteuern aus dem Hause
Steven Spielberg/
Robert Zemeckis (nicht zufällig Produzenten dieses Films) entlehnt ist, auch daherkommen mag, es passt wenig zum schlichtweg hässlichen Ergebnis des Motion Capture-Gebräus, das unnatürlicher kaum sein könnte. Der Erfolg von
"The Polar Express" wird die Macher wohl bestätigt haben, im Vergleich zu den Künsten der Animationsschmieden Pixar (
"Toy Story",
"Finding Nemo") oder DreamWorks (
"Shrek",
"Madagascar") jedoch stellt sich angesichts der seelen- und detaillosen Bewegungserfassung die Frage nach dem Sinn dieses Verfahrens.
Die Geschichte selbst ist zweifellos liebenswürdig, aber allzu formelhaft erzählt. Ihre Figuren bieten wenig bis gar nichts Neues - von trotteligen Cops, die den Kids erwartungsgemäß keinen Glauben schenken wollen, bis zur bösen Babysitterin ist hier alles versammelt, ohne dass der Zuschauer jedoch eine wirkliche Beziehung zu ihnen aufbauen kann. Letztendlich werden hier lediglich Versatzstücke und Klischees aus strukturell ähnlichen Filmen wie
"The ’Burbs" oder
"The Goonies" in die Animationswelt übertragen, ohne notwendigen Eigenanteil und wirklichem Charme. Da ein erwachsenes Publikum aufgrund seiner Sehgewohnheiten zudem schnell hinter die simpel gestrickte Dramaturgie des Films kommt, dürften auch nur die kleineren Zuschauer so richtig Spaß mit
"Monster House" haben.
Als Rettungsanker kann die Produktion immerhin mit einem überaus amüsanten und vielseitigen Darsteller- bzw. Sprecherensemble aufwarten. Insbesondere
Maggie Gyllenhaal (
"Secretary"),
Catherine O'Hara (
"Home Alone") und natürlich
Kathleen Turner (
"Romancing the Stone") lauscht man mit großem Vergnügen, auch wenn all die Figuren letztlich nur marginal an ihre Schauspieler erinnern: Die Digitalisierung einer Oberfläche, der eben jegliche Emotionen und Eigenheiten abhanden kommen.
"Monster House" ist somit ein netter Versuch, der bei seiner Zielgruppe zwar funktionieren, Animationsfreunde aber wohl enttäuschen dürfte. Und einigermaßen innovativ ist das alles schon gar nicht.