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USA 2004
Originaltitel:Exorcist: The Beginning
Alternativtitel:Exorcist IV: The Beginning
aka. Exorcist Prequel
aka. Exorcist: Dominion
Länge:108:51 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Renny Harlin
Buch:William Wisher Jr. (als William Wisher), Caleb Carr, Alexi Hawley
Kamera:Vittorio Storaro
Musik:Paul Linford, Trevor Rabin
SFX:Danilo Bollettini
Darsteller:Stellan Skarsgård, Izabella Scorupco, James D'Arcy, Remy Sweeney, Julian Wadham, Andrew French, Ralph Brown, Ben Cross, David Bradley, Alan Ford, Antonie Kamerling, Eddie Osei, Israel Aduramo, Patrick O'Kane, James Bellamy, Matti Ristinen, James Paparella, Michel Leroy, Roberto Purvis
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Hebräisch
Specials:
  • Original-Kommentar von Regisseur Renny Harlin
  • Hinter den Kulissen (8:08 Min.)
  • USA-Kinotrailer (1:05 Min.)
Der Glaube des jungen Priesters Merrin an Gott wurde durch schreckliche Erlebnisse während des Zweiten Weltkrieges erschüttert. Jahre später schließt er sich einer von britischen Soldaten begleiteten Expedition nach Kenia an, die auf der Suche nach religiösen Artefakten ist. Vor Ort haben Archäologen eine unerklärlich gut erhaltene christliche Kirche aus byzantinischer Zeit ausgegraben, in dessen Inneren etwas Umheimliches darauf wartet, erweckt zu werden. Als der Wahnsinn die Bewohner der naheliegenden Stadt und die Soldaten befällt, muss Merrin tatenlos mit ansehen, wie diese rücksichtslos gegen die hilfslose Stadt vorgehen. Er hatte so etwas schon einmal gesehen und dafür gebetet, es nie wieder erleben zu müssen. Jetzt aber fließt das Blut der Unschuldigen über das östliche Land Afrikas und der Horror hat gerade erst begonnen. An dem Platz wo das Böse geboren wurde, wird Pater Merrin sein wahres Gesicht entdecken...
" What's the matter, Father? Don't you wanna fuck me anymore?" - Sarah

Im Jahre 1973 kam ein Horrorfilm in die Kinos, der selbst heute noch ein Millionenpublikum sowohl begeistert als auch erschreckt: "Der Exorzist"! Jene unheimliche Geschichte, um ein von Dämonen besessenes Mädchen, das erst durch einen grauenhaften Exorzismus wieder davon befreit werden konnte. Ein Kultfilm war geboren. Und wie bei allen erfolgreichen Filmen, so gab es auch hier Sequels. Zuerst der höllisch schlechte 2. Teil, der die Geschichte von Regan weiter erzählt und danach der wieder annehmbare dritte Film, welcher sich dann eher auf den ermittelnden Inspektor Kinderman und einen mysteriösen Patienten X konzentrierte. Nun, über 30 Jahren nach dem Original-Exorzisten, kribbelte es der Produktionsfirma Morgan Greek wieder in den Fingern und ein weiterer Exorzisten-Film sollte das Licht der Welt erblicken. Genauer gesagt sogar zwei. Weil sich die Produzenten nämlich nicht mit der ersten Version des Films, von Paul Schrader, zufrieden geben wollten, schafften sie mit Regisseur Renny Harlin eine neue Version, die nun endlich in die Kinos kommen sollte. Aber (auch) diese Version ist nichts Besonderes.




"God is not here today, priest!" - Sergeant Major

In puncto Story geht es dieses mal zurück in die Vergangenheit. Erzählt wird die Geschichte des jungen Pater Merrin, der seinen Glauben an Gott verloren hat und sich nun als Archäologe behaupten will. Bei einer seiner Expeditionen, wird er allerdings mit seinem früheren Beruf wieder in Verbindung gebracht. Er soll nämlich bei der Ausgrabung einer alten Kirche anwesend sein. Dabei kommt er allerdings, erstmalig, mit dem teuflischen Dämonen in Berührung. Was hier auf den ersten Blick noch ganz interessant klingt, wurde leider in einem relativ schwachen Skript umgesetzt. Logiklücken gibt es viele, spannende Momente sucht man bis kurz vor Schluss vergebens. Zudem kann man mit den Figuren auch in keiner Weise mitfühlen, sie bleiben durchgehend schablonenhaft.
Das größte Manko des Films ist allerdings der verheerend oft auftretende Leerlauf, der vor allem in den ersten 2/3 des Films nicht zu verleugnen ist. Bis Merrin auf den Dämonen trifft, bleibt das Treiben leider viel zu langweilig. Höhepunkte gibt es kaum, meistens säuseln die Figuren, ihre nichtssagenden Dialoge nur so vor sich hin. Schockeffekte sind dabei zwar nicht unbedingt spärlich gesät, doch zumeist sind sie so vorhersehbar wie beim x-ten "Scream"-Verschnitt. Ein gepflegtes Nickerchen könnte sich hier und da durchaus einstellen.
Im Finale dreht der Streifen dann aber plötzlich höllisch auf. Aus dem drögen Einerlei wird, nach gut 70 Minuten, plötzlich ein rasantes Gruselstück gezaubert. Vor allem der heftige und blutige Exorzismus-Versuch an einem kleinen Jungen, und der, wie eine Spinne durch die Höhle kriechende Dämon sorgen für Herzflattern. Dazu der flotte Showdown zwischen Merrin und dem Dämonen. Langsam fragt man sich, warum Regisseur Renny Harlin es nicht gleich von Anfang an so rasant aufgezogen hat. Wie er es in diesen letzten Minuten beweist, kann er es doch und es hätte seinem Film durchaus gut getan.




"This place ... it's cursed" - Sarah

Was die Inszenierung angeht, so gibt es dann auch noch ein paar positive und negative Dinge zu berichten. Als positiv, ist auf alle Fälle die grandiose Optik des Ganzen zu bezeichnen. Mag der Streifen lange Zeit auch noch so dröge sein, was die visuelle Umsetzung angeht, gibt es eigentlich kaum etwas zu rütteln. Mal trüb, mal steril, mal farbenfroh, mal blass, taucht Harlin den Exorzisten-Film immer wieder in ein wunderbares, atmosphärisches Licht. Dazu der Einsatz einiger passender Farbfilter, die ebenfalls der Atmosphäre gut tun. Einzelne Kratzer erhält die wunderbarer Optik allerdings durch einige grottige Spezialeffekte. Anscheinend hatten die Produzenten Angst vor echten Tieren, anders ist es nicht zu erklären, warum sowohl die Raben als auch die Hyänen allesamt aus dem Computer stammen. Und sie wurden durchgehend recht schlecht animiert und stören die sonst makellose Optik ganz schön. Und auch die Musik ist nicht so ganz das Wahre. Vom eindringlichen Score des Original-Exorzisten ist leider absolut nichts mehr übrig geblieben. Mehr ein üblicher 08/15-Kirchen-Horror-Score wird einem hier vorgesetzt. Erst beim Abspann machen sich dann wohlige Klänge breit, doch dann ist es zu spät.
Was die Darsteller angeht, so kann eigentlich nur Hauptdarsteller Stellan Skarsgård überzeugen. Er ist zwar kein zweiter Max von Sydow und ist eigentlich auch schon etwas zu alt, für die Rolle des jungen Ex-Priesters, aber seine Leistung ist allemal überzeugend. Alle anderen wirken dafür mehr als blass, vor allem Izabella Scorupco hat mich enttäuscht.

"A new chapter of evil" - Werbezeile

Kommen wir nun zu deutschen DVD von "Exorzist - Der Anfang". Ungeachtet des Misserfolges im Kino wurde seitens Warner löblicherweise beim Transfer saubere Arbeit geleistet. Überraschend scharf, rauscharm und stellenweise recht plastisch erscheint das Widescreen-Bild und selbst die Kompressionen arbeiten unauffällig im Hintergrund. Die kräftige Farbgebung, wurde bewusst verfälschst und tendiert überwiegend ins Bräunliche, mit einem leicht gelblichen Touch. Andere Szenen wirken dann wieder etwas natürlicher, jedoch versuchte man eine durchweg düstere Atmosphäre zu erschaffen, was hier wirklich gelungen ist. Sogar der vielleicht etwas zu dunkel gewählte Kontrast kann überwiegend zu überzeugen wissen und offenbart sogar in den dunkelsten Szenen stets alle nötigen Details und wartet zudem mit einem satten Schwarzwert auf. Das nahezu rauschfreie Bild, was lediglich hin und wieder leichte stehende Rauschmuster im Hintergrund offenbart, wurde durch den Einsatz von Filtern erschaffen, was etwas zu Lasten des ansonsten wirklich scharfen Bildes geht. Überwiegend detailliert in seiner Darstellung, mit einer überzeugenden Kantenschärfe, erscheint das durchweg plastisch wirkende Bild hin und wieder etwas zu weich und nicht ganz so knackig in den Details wie erhofft. Dafür sind es gerade Nahaufnahmen von Gesichtern, die teilweise jede einzelne Pore offenbaren. Defekte und Verschmutzungen gibt es nicht und somit können wir von einem nahezu perfekten, überwiegend scharfen und farbintensiven Transfer sprechen, der nur ganz knapp an der Höchstnote vorbeischlittert.
Obgleich die US-DVD eine DTS-Spur vorzuweisen hat und der deutsche Dolby Digital Track lediglich mit 384kbps codiert wurde, anstatt mit den 448kbps der US-DVD: DER SOUNDTRACK FETZT!
Selten gab es so ein weites Klangspektrum bei einem Horrorfilm, mit einer dermaßen dynamischen und vor allem räumlichen Abmischung wie hier. Neben einer recht guten Sprachverständlichkeit, die deutschen Dialoge klingen eine Spur dumpfer und leiser, ist es vor allem der grandiosen Effektarbeit zu verdanken, welche einen mitten in das Geschehen ziehen und zu fesseln wissen. Dabei sind es nicht einmal die Schockeffekte allein, welche mit einem wuchtigen Bass und teils heftigen Dynamiksprüngen über uns hereinbrechen, sondern vielmehr stets präsente Umgebungsgeräusche und wenn es nur ein Rascheln dort oder ein Knarren hier ist, irgendwo kommt immer was her. Der Score trägt sein Übriges bei und sorgt für einen permanenten Spannungsaufbau und in Verbindung mit den tödlichen Effekteinbrüchen für ein beklemmendes Sounderlebnis. Vielleicht noch nicht ganz Referenz verdächtig, dafür klingt der englische Track in den Dialogen einfach natürlicher und weniger dumpf, unterscheidet sich ansonsten aber nicht hörbar von der deutschen Spur. Auch hier knapp an der vollen Punktzahl vorbeigebrettert.
Enttäuschung gibt es leider bei dem Bonusmaterial, welches neben einem hochinformativen, aber nicht untertitelten Audiokommentar von Renny Harlin lediglich noch ein knapp 8minütgies Hinter den Kulissen -Featurette enthält, in dem wir neben einigen Interviewblöcken und Einblicke in die Dreharbeiten nichts wirklich informatives erfahren, sowie der Original-Trailer zum Film. Deutlich zu wenig, vor allem wenn man die ansonsten tolle technische Umsetzung in Betracht zieht.






"It's not Mr. Merrin. It's Father Merrin." - Father Merrin

Mäßiges Exorzisten-Prequel, das durch sein wirres Skript, dem größtenteils drögen Ablauf und manch grottigem Spezialeffekt eher an den miesen 2. Teil der Reihe erinnert als an den famosen ersten Exorzisten. Die geniale visuelle Umsetzung und der schweißtreibende Showdown verhindern dann allerdings doch das Schlimmste. Unterm Strich kann man sich Harlins Version der Vorgeschichte also durchaus mal anschauen. Aber die Hoffnung, dass Schraders Cut, der im Oktober veröffentlicht wird, besser sein wird, ist groß!
Technisch gesehen gibt es an der DVD bis auf das magere Bonusmaterial nicht wirklich etwas auszusetzen und mit dem letzten Tüpfelchen auf dem i wären in puncto Bild und Ton volle sechs Punkte möglich gewesen. Ob man sich die DVD zulegen muss, wagen wir zu bezweifeln, aber anschauen sollte man sich ihn allemal, allein schon wenn man es zuhause mal so richtig krachen lassen will.


Film+++---
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus++----


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Exorzist: Der Anfang
Exorzist 2 - Der Ketzer
Exorzist 3, Der
Exorzist - Der Anfang
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