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USA 2004
Originaltitel:Slipstream
Länge:83:07 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:David van Eyssen
Buch:Louis Morneau, Phillip Badger
Kamera:Sönke Hansen
Musik:Rob Lord
SFX:Mickey Kirsten, Jacob Mervine
Darsteller:Sean Astin, Cecil Carter, Vinnie Jones, Tamsin MacCarthy, Ivana Milicevic, Kevin Otto
Vertrieb:MC One
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Fotogalerie (22 Bilder)
  • Original-Trailer (2:36 Min.)
  • Trailershow
    • Riding the Bullet (1:27 Min.)
    • Angst über Amerika (1:03 Min.)
    • Ong-Bak (2:11 Min.)
    • Devot (1:35 Min.)
    • Cypher (2:01 Min.)
    • Beresker (1:43 Min.)
    • The Musketeer (2:07 Min.)
    • Nirgendwo in Afrika (3:05 Min.)
    • Infernal Affairs (2:30 Min.)
    • Infernal Affairs II (2:51 Min.)
    • High Tension (1:45 Min.)
    • Wrong Turn (2:03 Min.)
Wissenschaftler Stuart Conway (Sean Astin) hält einen streng geheimen Prototypen in der Hand: einen PDA, mit dem man die Zeit um exakt 10 Minuten zurück drehen kann. Für seinen ersten Test hat er auch schon die passende Idee. Er will einen Scheck bei der Bank einlösen - anschließend noch einmal, und noch einmal ... Doch kurz bevor er seine Zeitmaschine aktiviert, stürmt der Schwerverbrecher Winston Briggs (Vinnie Jones) mit seiner Gang die Bank. Undercover-Agentin Sarah Tanner (Ivana Milicevic), die Conway für das FBI observiert, verfolgt die Szenerie zunächst hilflos. Als sie gemeinsam mit allen Anwesenden plötzlich um 10 Minuten zurück katapultiert wird, fasst die FBI-Agentin einen Entschluss: Sie will den Banküberfall vereiteln. Leider ohne Erfolg! In einer wilden Schießerei werden zahlreiche Menschen verwundet, darunter auch Conway. Und es kommt noch schlimmer: Die Zeitmaschine gelangt in die Hände der Schwerverbrecher ...
Sean Astin kennen wir noch alle zu gut aus der "Herr der Ringe"-Trilogie. Er war es nämlich, der Hobbit Frodo, als Hobbit Sam, auf seinem langen Weg begleitete und ihm immer ein guter Freund war. Dass Astin aber auch mal etwas anderes darstellen will, als immer nur kleine Fantasie-Wesen, ist ja logisch. Und nach dem bombigen Erfolg von "Herr der Ringe" war es auch nur eine Frage der Zeit, bis er mit seinem ersten Co-produzierten Streifen aufwartet, von seinen Kurzfilmen mal abgesehen, in dem er sogar die Hauptrolle spielt. Schade nur, dass er sich dabei anscheinend nicht einmal das Drehbuch richtig durchgelesen hat. Denn dann wäre ihm sicher aufgefallen, das dieses wirre Skript eigentlich keinen Pfifferling wert ist, trotz der netten Grund-Idee.



Denn diese Idee ist so ziemlich das Einzige, was bei "Slipstream" stimmt. Es geht um den Mitarbeiter einer Forschungsgruppe, die ein System entwickelt haben, mit dem man für jeweils 10 Minuten in die Vergangenheit reisen kann inkl. allem und jedem den man dabei berührt. Stuart, so der Name des Mitarbeiters und der Hauptfigur, ist Feuer und Flamme von dem Ding und möchte dessen Funktion gleich mal in einer Bank ausprobieren, in dem er sich seinen Gehaltscheck wieder und wieder auszahlen lässt. Dumm nur, dass genau in diesem Moment ein paar Bankräuber in die Bank stürmen, die u.a. auch diese "Zeitmaschine" mitgehen lassen. Ja, die Geschichte selbst ist eigentlich eine wunderbare Zeitreise-Geschichte in Reinform. Die Idee mit dem 10 minütigen Zeitrückschritt hat seine Reize und hätte eigentlich für gute Unterhaltung sorgen können. Können, wohlbemerkt!
Denn der guten Idee gegenüber steht ein Skript, aus dem schon nach wenigen Minuten vollkommen die Luft raus ist. Nicht nur dass das Geschehen wirklich in keinster Weise eine gewisse Logik inne hat, selbst fürs Genre, so wirkt es auch irgendwie nur wie ein zusammen geflickter Teppich, an dem das eine Teil nicht zum anderen passt. Man kann sich manchmal nicht so recht entscheiden, ob man es nun mit einem Sci-Fi-Film zu tun hat oder doch eher mit einem unausgegorenen Geiseldrama. Dann gibt es zwischendurch mal ein paar heftig blutige Ballerszenen, die aber so gar nicht passen wollen. Und gleich im Anschluss gibt es dann auch noch ein paar Stellen die so wirken, als wollen sie einen auf moralischen machen, dass man Zeitreisen ja nicht missbrauchen soll. Und dieses ewige Hin- und Hergehopse zwischen den einzelnen Genres nervt auf die Dauer einfach nur, zumal auch der eigentliche Reiz der Geschichte, nämlich das Zeitreisen, nur sehr selten in Erscheinung tritt. Und als grausamen Höhepunkt gibt es dann noch von einer Dialog-Qualität zu berichten, die einem die Haare zu Berge stehen lässt. Schade, hier wurde wirklich unglaublich viel verschenkt.



Aber nicht nur das Skript stinkt, auch die ganze Inszenierung ist eher von der langweiligen Sorte. Die Macher des Streifens waren anscheinend riesige Fans der "Matrix"-Filme. Anderes ist es jedenfalls nicht zu erklären, warum auch hier wieder das mittlerweile völlig ausgelutschte Spiel mit Zeitlupen, Zeitraffern und gelegentlichem Bullet-Time, so penetrant eingesetzt wurde. Man hat manchmal das Gefühl, dass den Machern schon bewusst war, dass ihr Drehbuch nichts taugt und dass sie deshalb wenigstens noch einen auf Coolness machen wollten. Jedenfalls laufen bestimmt insgesamt mindestens 20 (von 80) Minuten des Films nur im Zeitraffer und in Zeitlupe ab und das ist dann irgendwann einfach nur noch einschläfernd.
Dazu gibt es dann noch ein paar ganz miese Special Effects der Marke TV-Serie. Ein wenig Gore in Form eines Mannes, der von Dynamit in die Luft gesprengt wird und sein abgetrennter Kopf durch die Gegend fliegt. Und noch den ein oder anderen Farbfilter, die zwar für eine regelrecht abgeleckte Optik gut sind, aber unterm Strich auch nichts mehr retten können. Und als Krönung allen Übels ist auch die Sounduntermahlung nur selten gelungen. Meist ging vor allem das Timing für die Musikuntermahlung völlig daneben. Aber auch die Musikstücke an sich sind meist kein sonderlicher Ohrenschmaus! Hier wurde einfach viel zu viel Luft für absolut nichts verbraucht.
Einzig und allein die Darsteller können vielleicht noch ein wenig der verbrannten Erde retten. Sean Astin ist wie gewohnt recht gut in seinem Tun und bringt seine Figur recht gut rüber. Dazu Ivana Milicevic als sexy FBI-Agentin und Vinnie Jones als knallharter Bösewicht. All die anderen Darsteller kennt man dagegen weniger, machen ihre Sache aber auch so weit ganz gut. Na ja, wenigstens etwas ...



Nachdem wir uns durch den "Raupkopierer"-Spot zu Beginn der DVD gekämpft haben, werden wir mit einem einfachen, aber dennoch ansprechenden Menü belohnt, dürfen aber in puncto Zusatzausstattung nicht mehr als eine Trailershow, den Original Trailer und eine Fotogalerie erwarten. Recht mager für einen aktuellen Film. Nicht einmal ein "Making of - Featurette", oder "Interviews" gibt es zu bestaunen.
Dafür werden wir beim Bild und bei der tonalen Abmischung für dieses Ärgernis weitgehend entschädigt. Zwar macht der anamorphe Transfer durch sein etwas stärkeres Bildrauschen auf sich aufmerksam, kann aber zum anderen durch seine hervorragende Detailschärfe in Nahaufnahmen überzeugen. Nahaufnahmen von Gesichtern, Händen oder anderen Gegenstände wirken sehr detailliert und scharf, wobei die Schärfe in den Totalen und Halbtotalen durch das vorhandene Bildrauschen getrübt wird. In anderen Szenen scheint ein Rauschfilter zum Einsatz gekommen zu sein und lässt den Transfer etwas weicher wirken. Die Kantenschärfe ist dabei aber stets auf einem guten Level anzusiedeln und insgesamt kann man mit dem Schärfeverhalten trotz einiger Mängel durchweg zufrieden sein. Ebenfalls positiv anzumerken wäre hier der ordentliche Kontrast und die gute Farbgebung, welche trotz eines etwas kühleren Grundton, passend zur Atmosphäre, recht gelungen wirkt. Die Kompressionen offenbaren hierbei nur selten Blockrauschen und lediglich ein paar Kratzer in der Vorlage und leichtes Nachziehen in schnellen Bewegungen trüben den Sehgenuss etwas.
Der englische 5.1 Track ist im Vergleich zu englischen Spur eine kleine Enttäuschung. Recht frontlastig, dabei etwas dumpfer in der Abmischung und selbst der Bass scheint hier zu schlafen. Die Rears werden hier dezent für die Umgebungsgeräusche und den Score genutzt, wobei beides überwiegend aus den Frontlautsprecher hallt. Direktionale Effekte dürfen dennoch aber nicht fehlen und so werden z.B. Zeitreisen akustisch sauber wiedergegeben und überzeigen durch nette Surroundeinlagen, welche den 5.1 Mix mehr Räumlichkeit verleihen. Doch wenn wir den deutschen Track mit der englischen Spur vergleichen, stinkt die Synchro-Fassung leider total ab. Die Englische klingt in ruhigen Momenten zwar ebenfalls recht dominant im Frontbereich, dafür aber wesentlich lauter und verständlicher, sowie natürlicher in den Dialogen. Sobald aber der Score zum Einsatz kommt oder Surroundeffekte eingesetzt werden, trumpft der englische 5.1 Track vollends auf. Neben einem kräftigen und wuchtigen Bass, klingt das gesamte Klangspektrum wesentlich weiträumiger und wartet mit einer bedeutend besseren Dynamik auf. Insgesamt vielleicht nicht überragend, aber im Vergleich zur deutlich leiseren deutschen Spur erschreckend besser, was vor allem in den Actionszenen auffällt. Hier sei besonders die 72. Minute erwähnt: Als das Flugzeug abstürzt und explodiert, offenbart der englische Track einige wuchtige Basseinlagen, währenddessen die deutsche Tonspur leise und kraftlos vor sich hindümpelt. Hier sollte man sich auf jedenfall die Originalsynchronisation in 5.1 anschauen, optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten.



"Slipstream" ist ein völlig verschenktes Zeitreise-Filmchen, das aus seiner guten Grundidee leider absolut nichts machen konnte. Ein ödes Skript, das vor Logikfehlern und Ungereimtheiten nur so strotzt, wurde mit einem wilden Genre-Wechsel vollgestopft, der an keiner Stelle zusammen passen will, und mit Dialogen, die wirklich jenseits von Gut und Böse sind. Dazu eine nervtötende Inszenierung in der Art und Weise des mittlerweile abgelutschten Matrix-Stils und eine völlig misslungene Musikuntermalung. Nur die Darsteller können noch einiges herausreißen, ansonsten aber ein weiteres müdes Direct-to-Video-Filmchen, dass man ruhig in den Regalen versauern lassen darf. Die DVD aus dem Hause MCOne wartet mit einer soliden DVD-Umsetzung auf. Ein etwas verrauschtes Bild, keine nennenswerten Extras und eine schwache deutsche Tonspur lassen uns nicht gerade Freudensprünge veranstalten. Hier wäre mit Sicherheit mehr drin gewesen, was man anhand der englischen Dolby Digital 5.1-Spur ja merkt, welche auch der Grund ist, weshalb wir den Ton noch vier Punkte geben.


Film++----
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+-----


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