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D, JP, USA 1997
Originaltitel:Relic, The
Länge:105:17 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Peter Hyams
Buch:Amy Holden Jones, John Raffo, Rick Jaffa, Amanda Silver, Douglas Preston, Lincoln Child
Kamera:Peter Hyams
Musik:John Debney
SFX:Stan Winston Studios, Gary Elmendorf
Darsteller:Penelope Ann Miller, Tom Sizemore, Linda Hunt, James Whitmore, Clayton Rohner, Chi Moui Lo, Thomas Ryan, Robert Lesser, Diane Robin, Lewis Van Bergen
Vertrieb:Concorde
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • 4seitiges Booklet
  • Behind the Scenes (2:13 Min.)
  • Stab & Besetzung:
    • Penelope Ann Miller (Filmografie & Interview - 5:43 Min.)
    • Tom Sizemore (Filmografie & Interview - 2:44 Min.)
    • Linda Hunt (Filmografie & Interview - 3:29 Min.)
    • James Whitmore (Filmografie)
    • Peter Hyams (Filmografie & Interview - 6:04 Min.)
  • Kinotrailer (2:12 Min.)
  • Teaser (1:11 Min.)
  • Trailershow:
    • Das Phantom der Oper (2:31 Min.)
    • Alone in the Dark (1 :38 Min.)
    • Fargo (Remastered) (0:50 Min.)
    • 12 Monkeys (Remastered) (2:09 Min.)
    • Der Schakel (Remastered) (1:25 Min.)
  • Produktionsnotizen (13 Textseiten)
  • DVD-ROM Part
Ein grauenvoller Mord überschattet die Vorbereitungen für eine große Ausstellung über Aberglaube im Museum für Naturgeschichte in Chicago. Ein schlechter Zeitpunkt für eine Eröffnungsparty, denn der Killer treibt noch sein Unwesen im unüberschaubaren Labyrinth der Säle und unterirdischen Gänge. Zusammen mit der Evolutionsbiologin Dr. Margo Green (Penelope Ann Miller) versucht der hartgesottene Lieutenant Vincent D'Agosta (Tom Sizemore) den grausamen Mord aufzuklären. Wenige Tage bevor geköpfte Leichen die Flure des Museums pflastern, wurden zwei Kisten einer wissenschaftlichen Expedition aus Südamerika geliefert. Eine enthielt ein Abbild einer südamerikanischen Stammesgottheit. Schon bald wird es zur tödlichen Gewißheit: Kothoga wurde zum Leben erweckt und bald wird die ehrwürdige Stille des Museums durchbrochen von den Schreien seiner Opfer ...
"Something's wrong... This brain is light - even for a man." - Dr. Zwiezic

Museumsbesuche sind normalerweise langweilige Familienausflüge, für die zumindest ich damals abseits von Dinosauriern nie zu begeistern war. Ein vortreffliches Gegenbeispiel liefert da Regie-Veteran Peter Hyams ("Capricorn One", "Outland"). Nach zwei fruchtbaren Zusammenarbeiten mit Jean-Claude Van Damme ("Timecop", "Sudden Death") zog es den Filmemacher ins Horrorgenre, wo er, wenn man die mangelhaften Folgewerke "End of Days" oder "The Musketeer" betrachtet, bleiben hätte sollen. Auch sein jüngstes Werk "A Sound of Thunder", das nach etlichen Querelen (u.a. gleiches Schicksal wie "The League of Extraordinary Gentlemen": Beim Jahrtausendhochwasser 2002 in Prag nahmen die Sets erheblichen Schaden, zudem ging Franchise Pictures pleite, Warner lieferte eine Finanzspritze, um die Effekte fertig zu stellen) und drei Jahren Produktionszeit endlich fertig gestellte wurde, steht unter keinem guten Stern und wird wohl noch diesen Herbst seine Kinoauswertung erfahren.
Auch wenn die mittelmäßigen Einspielergebnisse seinerzeit eine andere Sprache sprachen, hat er die Adaption des Erfolgsromans von Douglas Preston und Lincoln Child, den ich übrigens auch wärmstens empfehlen kann, prima hinbekommen. Hyams, hier übrigens gleich auch als Kameramann tätig, orientiert sich dabei von Beginn an den nun schon vor 30 Jahren aufgestellten, altbewährten und immer noch gültigen Regeln des Spielberg-Klassikers "Jaws". Das Abbild des Monsters wird dem Zuschauer lange vorenthalten, stattdessen spielt er mit dessen Erwartungshaltung, lockt mit blutigen Ergebnissen, zeigt augenzwinkernden Humor und führt einen unorthodoxen, zynischen Antihelden ein. Kontrolliert und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl wird die Prämisse vorbereitet, schaltet "The Relic" zwischen dem notwenigen Storyunterbau und dem blanken Horror um und baut inmitten des düsteren Naturkundemuseums von Chicago und der sich darunter befindlichen, unbeleuchteten Kanalisation eine Klaustrophobie auf, wie man sie sonst nur aus Genreklassikern wie "Alien" kennt. Das Monster sitzt irgendwo, schlägt blitzschnell und tödlich los, bewegt sich lautlos und scheint mit den handelsüblichen Handfeuerwaffen nicht klein zukriegen zu sein. Also was tun?




Bevor es zu dieser Frage überhaupt kommt, müssen die Beteiligten aber erst mal auf den Trichter kommen, dass sich hier tatsächlich mit ein paar pilzbefallenen Blättern aus Südamerika der Kothoga (hier haben Stan Winston und sein Team erstklassige Arbeit geleistet) selbstständig importiert hat, um sich an den Gehirnen der Menschen gütlich zu tun. Erste Tote lassen auf einen Serienkiller schließen, ein Verdächtiger wird auch gestellt und weil eben demnächst im Museum ein prestigeträchtige Veranstaltung stattfindet, sowie der Bürgermeister höchstpersönlich Druck auf Lt. Vincent D'Agosta (Tom Sizemore, "Heat", "Saving Private Ryan") ausübt, findet diese auch statt. Auch hier wieder etliche Verweise auf das Erfolgsrezept von "Jaws". Als die Stromversorgung zusammenbricht und ein Großteil der Gäste eingeschlossen wird, beginnt ein Festmahl für das Untier. Ab Filmmitte gestaltet sich das Geschehen dann als kurzweiliger Horrorreißer. Der Kampf ums Leben und die Suche nach einem Ausweg stehen klar im Vordergrund. Die wissenschaftlichen Ermittlungen von Doktorin Margo Green (Penelope Ann Miller, "Carlito's Way", "The Shadow"), die abgesondertes Sekret des Monsters untersucht, um dessen Herkunft festzustellen, verlaufen zwar überraschend, werden dann verständlicherweise jedoch klar vernachlässigt.
In diesem extrem düsteren, unheimlichen und die menschlichen Urängste vor beengten Räumen und Dunkelheit kreierenden Szenario erweist sich Tom Sizemore als Fels in der Brandung. Der sich eigentlich viel zu selten in Hauptrollen wiederfindende Edeljoker unter Hollywoods Support-Actors sorgt in der ersten Hälfte dank seines Aberglaubens und zynischen Kommentaren nicht nur für die nötige Ironie, sondern glänzt später dann auch als über sich hinaus wachsender Cop, der längst ahnt, dass hinter den Morden mehr steckt und ihnen mithilfe von Margo Green unbedingt ein Ende setzen will. Insbesondere in der zweiten Hälfte versteht sich "The Relic" als spannender Monsterhorror, der ganz oben mitspielt. Verdanken hat er dies auch dem Mainstreamproduktionen doch immer öfter abhanden kommendem, hohen Härtegrad. Horror funktioniert zweifellos auch ohne Gore, in diesem Fall fußt der Film aber nun mal auf einem gefräßigen Exemplar, das gezeigt werden will und so geizt Stan Winston auch nicht mit blutigen Effekten, abgetrennten Köpfe, aufgespießten Leichen, einem Rückzugsdomizil des Kothoga voller verwesender Skelette und verlorenen Gliedmaßen. Der Kothoga zerknuspert neben den Anwesenden noch Teile einer Spezialeinheit und zeigt sich auch in Bezug auf Margo Green äußerst gierig.
Die dichte Atmosphäre hat "The Relic" vor allem den optimal ausgenutzten Kulissen zu verdanken. Das Museum, von Chaos und Panik in Mitleidenschaft gezogen und von der Sprinkleranlage überflutet, steht dabei den überfluteten Kanalisationstunneln in nichts nach. Beide sind unübersichtlich, gering beleuchtend und absolut tödlich - jedenfalls wenn der Kothoga gerade anwesend ist. Zwischen den Ausstellungsstücken streunen jeweils potentielle Opfer, sichtlich von den Vorfällen mitgenommen, herum. Hyams zerrt, auch weil früh Sympathien vergeben werden, überaus genüsslich an den Nerven seines Publikums. Überraschend gut funktioniert in diesem Fall einmal die Symbiose von Horror und Humor, weil Peter Hyams die Witze rechtzeitig abstellt. Sie passen durchaus zur Obduktion oder D'Agostas Pessimismus, haben jedoch, als das Spektakel dann seinen Lauf nimmt, ihre Schuldigkeit getan. Bis zum feurigen Schluss erwartet den Zuschauer kein pseudolustiger Kommentar, sondern nur noch kurzweiliger, reißerischer Monsterhorror.




Aller guten Dinge sind drei. So sollte man zumindest meinen. Concorde legt uns mit dieser DVD ihren mittlerweile dritten Versuch vor, "Das Relikt" in einer guten Qualität seinem Publikum zu präsentieren. Die gelingt leider nicht ganz und so bleiben die Vorteile zu der zweiten Auflage recht gering. Zum einen ist es die Farbe, welche leider recht blass wirkt und nur wenig kraftvoll erscheint. Auch der Kontrast hat hier deutlich zu kämpfen und hat sichtliche Probleme in diesem überwiegend im Dunklen spielenden Film die Details zu offenbaren. Zudem fehlt es hier an einem satten Schwarzwert, tendenziell erscheint das Bild etwas gräulich und stellenweise schleierhaft. Weiterhin ist es die Schärfe, welche dem Transfer gehörig zusetzt. Das Bild wirkt deutlich weich bis hin zu unscharf und in Bewegungen dürfen Nachzieher ebenfalls nicht fehlen. Etwas schärfer wird es dann bei Nahaufnahmen und ruhigen Bildmomenten, aber nie so, dass man von einer guten Schärfe sprechen könnte. Im Gegensatz zu den ersten Auflagen wurde dieser Transfer zwar anamorph codiert und auch Rauschen ist nicht mehr in dieser Stärke sichtbar wie in den Erstauflagen, aber ganz eliminieren konnte man es auch nicht. Die Kratzer und Drop-Outs fallen angenehm gering auf und lediglich am Anfang lassen sich noch deutliche Kratzer feststellen. Entäuschend sind hierbei auch noch die Kompressionen, welche deutliches Blockrauschen im Hintergrund offenbaren. Gut ist das leider ganz und gar nicht.
Der Dolby Digital Track weiß leider nicht zu fesseln, erscheint zu frontlastig und kraftlos. Die Effektlautsprecher werden hierbei überwiegend für den Score oder einigen Umgebungsgeräuschen eingesetzt und das nicht einmal wirklich gut. Die Räumlichkeit bleibt auf einen Minimum von dem beschränkt, was möglich ist und scheint lediglich von der Musik getragen zu werden. Zudem fehlt es der Abmischung an Dynamik und trotz gelegentlicher netter Basseinsätze ist die Klangkulisse recht betagt und unspektakulär. Die Dialoge wirken zudem recht zurückhaltend und klingen in den Höhen etwas zu spitz, als dass sie wirklich überzeugend könnte. Der DTS-Track klingt lediglich etwas lauter. Wer eine Steigerung erfahren will, sollte bei dem englischen Ton bleiben, welcher natürlicher und weiträumiger wirkt. Die Dialoge sind gut zu verstehen und der Score sauber auf alle Kanäle verteilt. Zudem wirkt das ganze Klangspektrum etwas harmonischer und klarer. Zwar sollte man auch hier keine Referenzwerte erwarten, aber der komplette Track erscheint weniger gedrungen und schafft es, sich etwas der Atmopshäre des Filmes anzupassen. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten.
Kommen wir nun zum Bonusmaterial, welches uns ebenfalls nicht sonderlich überzeugen konnte. Den Anfang macht der Original Teaser und Trailer, sowie ein knapp 3minütiges Behind the Scense-Feature, welches sich als reines Promotion-Filmchen entpuppt, in dem einige Darsteller, sowie der Regisseur zu Wort kommen, kurze Einblicke hinter die Kulissen gewährt, sowie Ausschnitte aus dem Film gezeigt werden. Das Ganze ist aber zu kurz um überhaupt erst interessant zu werden. Deutsche Untertitel gibt es hierbei nicht. Auch die nachfolgenden vier kurzen Interviews mit dem Regisseur und drei Hauptdarsteller/innen wurden nicht untertitelt. Zudem gibt es 5 Filmografien und Produktionsnotizen in Form von Texttafeln, sowie ein DVD-ROM Part und 5 Trailer weiterer Titel aus dem Hause Concorde. Nicht gerade viel, aber immerhin noch besser als gar nichts. Die DVD-Hülle erscheint in einer durchsichtigen Amaray mit Coverabbildung weiterer Concorde-DVDs im Innenteil, sowie ein 4seitiges Booklet ohne jeglichen Informationsgehalt. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass die Menüführung recht unbeholfen wirkt, dafür aber ebenfalls anamorph codiert wurde und in Dolby Digital 5.1 vorliegt.

Die Story selbst orientiert sich nur zu deutlich an altbewährten Motiven, verfährt damit jedoch überraschend gut, weil sie zwar das Grundprinzip beibehält, aber nie direkt zu kopieren versucht. Peter Hyams schafft hier gleich mehrere Spagate, den zwischen Humor, Story und Horror, kann sich auf seinen ausgezeichneten Sympathen Tom Sizemore verlassen und filmt zudem noch so atmosphärisch-packend, dass sich "The Relic", auch dank Herztod fördernder Schocks, klar in der Oberklasse seines Genres festsetzt. Abzüge gibt es lediglich für eine zu sehr nach Klischees duftende Nebencharaktere (z. B. der nach Forschungsgeldern lechzende Greg Lee). Kein Film, der das Genre neu erfindet (wie auch?), wohl aber einer, der weiß, wie man denn die Elemente richtig anordnet und anwendet. Die DVD erscheint nun in der dritten Auflage und ist nur minimal besser als seine Vorgänger, offenbart aber immer noch genügend Mängel um lediglich für die interessant sein zu dürfen, welche die Erstauflagen nicht haben. Hier hätte man deutlich mehr aus der Vorlage herausholen können, wenn das Wörtchen "hätte" nicht wäre ...


Film++++--
Bild+++---
Ton+++---
Bonus++----


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