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KR 2004
Originaltitel:R-Point
Alternativtitel:R Point
aka. Romeo Point
Länge:107:22 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Kong Su-chang
Buch:Su-chang Kong
Kamera:Hyeong-jing Seok
Darsteller:Kam Woo-seong, Son Byung-ho, Oh Tae-kyung, Park Won-sang, Lee Seon-gyun, Ahn Nae-sang, Kim Byeong-cheol, Jeon Kyeong-ho, Mun Yeong-dong
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Koreanisch
Specials:
  • Making of (30:16 Min.)
  • TV-Spot (0:30 Min.)
  • deutscher Trailer (1:49 Min.)
  • Trailershow:
    • Legend of the Evil Lake (1:43 Min)
    • Evil (2:00 Min.)
    • Oldboy (2:13 Min.)
    • Prison on Fire (5:01 Min.)
    • Into the Mirror (1:46 Min.)
    • Angulimala (2:45 Min.)
1972, der Vietnamkrieg nähert sich dem Ende. Immer wieder empfängt man im Hauptquartier der koreanischen Truppen Funksprüche einer Einheit ein, die laut des einzigen Überlebenden ausgelöscht wurde. Um der Sache auf den Grund zu gehen schickt man einen Trupp, unter der Leitung von Lt. Chou Tae-in, in den legendären R-Point. Dort angekommen quartieren sich die Sodlaten in einem verlassenen Hospital ein und müssen festellen, dass sich dort, trotz der strategischen Wichtigkeit der kleinen Insel, nicht einmal Vietcong aufhalten. Schnell wird ihnen klar, dass im R-Point etwas viel Schrecklichers als der rote Feind lauert, doch da hat das Sterben schon längst begonnen...
Mystery-Horror aus Asien, das hieß in letzter Zeit zu oft, dass alleinstehende junge Frauen es in unheimlichen Großstadtbauten mit unerklärlichen Kräften zu tun bekommen. "R-Point" ist da endlich mal eine erfrischende Ausnahme. Die Idee, Krieg mit Grusel zu kombinieren, ist seit "The Bunker" und "Deathwatch" nichts Neues mehr, wird hier jedoch ähnlich solide umgesetzt.
Im Jahre 1972 ist der Vietnamkrieg noch im vollen Gange - jedenfalls für die meisten. Auf einer abgelegenen Insel ist gleich ein ganzes Team verschütt gegangen. Einen einzigen Überlebenden konnte man von dort noch bergen. Als dann jedoch plötzlich merkwürdige Funksprüche der verloren geglaubten Gruppe durch den Empfänger rauschen und der letzte, schwer verletzte Überlebende mit der Wahrheit rausrückt, offenbart sich Ungeheuerliches...
Zunächst ist "R-Point" ein reinrassiger Kriegsfilm. Der Grusel soll sich erst im Verlauf einstellen. Da haben wir schicksalhafte Puffbesuche, verkleidete Vietcongs und eine Truppe mehr oder weniger mutiger Soldaten, die sich aufmacht, das Verschwinden einer ganzen Einheit aufzuklären. Der Dschungel als Kriegs- und Horrorschauplatz ist endlich mal eine Abkehr von standardisierten Schauplätzen und wirkt sich positiv auf die Atmosphäre aus. Nach einem kurzen Scharmützel mit einer widerspenstigen Koreanerin (Wir ahnen's..) und der Begutachtung einer nicht gerade verheißungsvollen Inschrift, entdeckt die Gruppe mitten im Nirgendwo ein verlassenes Krankenhaus. Laut einer kurz vorbeischauenden U.S.-Truppe gehörte sie den Franzosen - die haben da ja vor den Amis eins auf den Sack bekommen - und irgendwas Unheimliches geht in der Hütte ab. Also nicht nur der Vietcong, auf den man Acht geben muss?




Hier geht dann des Nachts auch das Gruseln los. Und zwar überraschend effektiv, weil die nebelverhangenen, dicht und hoch bewachsenen Felder ringsherum alles andere als einen einladenden Eindruck vermitteln, das verkommene Haus bald zum Spukkomplex der ersten Adrenalingüte verkommt und Schock an Schock geknüpft wird. Halluzinationen und Erscheinungen folgen Angstzuständen. Unter dem sich aufbauenden psychischen Druck brechen die Soldaten langsam zusammen und schließlich kommt es zu den ersten Tragödien. Tag und Nacht passiert allerlei Unerklärliches. "R-Point" setzt weniger auf plakative Effekte, denn auf viele Andeutungen, die kaum etwas Preis geben. Dabei tun sich dann auch allerlei Logikfragen auf, die der Film bis zum Schluss nicht beantworten kann. Atmosphärisch ist dieser Kriegsgruseler allerdings trotzdem. Sein Problem ist die stagnierende Dramaturgie, denn die Schock-Frequenz ist hoch, kommt nur zu keinem Höhepunkt. "R-Point" offenbart in der zweiten Hälfte leider deutlich Ziellosigkeit, um dann recht schroff zu einem konsequenten, dann auch wieder etliche Fragen aufwerfendem Ende umzuschwenken.
Dabei ist dem Film vor allem innovativ kein Vorwurf zu machen. Das Szenario ist neu und die Inszenierung ist frei jeglicher Gewohnheiten. Die Kameraführung glänzt durch ihre Beweglichkeit, der sparsame Ton sorgt für Beklemmung. Zudem spielen die Darsteller auf dem gewohnten Spielfilm-Niveau der letzten Südkorea-Exporte. Leider werden sie in den zu häufigen Streitereien untereinander aufgerieben.

Die DVD aus dem Hause e-m-s erscheint völlig ungeschnitten und wurde wie üblich anamorph codiert. Das Bild zeigt dabei eine überwiegend angenehme Schärfe, dessen Detailbereich, aber nicht immer überzeugen kann. Schuld daran dürfte das leichte Bildrauschen im Hintergrund sein, sowie der Einsatz von Rauschfiltern. Der Kontrast lässt in einigen Szenen einen guten Schwarzwert vermissen, was aber auch als Stilmittel angesehen werden kann. Gewisse Sequenzen wirken weich und gräulich vom Ton her und helle Flächen neigen hin und wieder zu leichten Überstrahlungen. Andere Szenen zeigen uns wiederum ein sattes Schwarz und Details gehen nur selten unter. Die Farbgebung wirkt recht natürlich, stellenweise aber etwas zu blass. Zudem stören recht häufig auftretende Bewegungsunschärfen und auch die Kompressionen arbeiten nicht ganz unauffällig und zeigen unnötiges Blockrauschen und Artefakte im Hintergrund. Kratzer und Defekte treten nur sporadisch auf.
Der deutsche Dolby Digital Track bietet eine gute Sprachverständlichkeit, lässt jedoch etwas an Dynamik vermissen. Die Frontkanäle wirken hierbei zu dominant und die Rears werden lediglich für die Umgebungsgeräusche oder den Score eingesetzt. Direktionale Effekte sind hierbei eher selten zu finden. In der 15. Minute dürfen wir aber dennoch einem soliden Surroundeinsatz beiwohnen und alle Kanäle werden bei dem Feuergefecht gut eingesetzt. Der Rest ist aber deutlich zu frontlastig und bietet hin und wieder ein paar Surroundeffekte und einen soliden Basseinsatz. Leider reicht es nicht für ein wirkliches gut, dafür fehlt es der deutschen Spur an der nötigen Ausgewogenheit. Der größte Unterschied der koreanischen Sprachfassung liegt bei den Dialogen, welche nicht mehr so dominant und teilweise Spitz erscheinen, aber insgesamt etwas zu dumpf wirken. Zudem legt die koreanische mehr Wert auf die Geräuschkulisse, welche hier stärker ausgeprägt ist als in der deutschen Fassung, Diese wiederum bietet einen kräftigeren Subwoofer. Insgesamt können sich also beide Tonspuren hören lassen, wobei die deutsche dank einer guten Synchronisation und einem satteren Bass vorzuziehen ist.
Neben optionalen deutschen Untertiteln für das koreanische Tonformat, gibt es noch die obligatorische e-m-s "Trailershow", sowie den "deutschen Trailer" zum Film und einen "TV-Spot". Weiterhin enthält diese DVD noch ein "Making of" des Filmes, welches uns einige nette Einblicke hinter die Kulissen gewährt und einige Cast & Crew Mitglieder zu Wort kommen lässt. Das ganze ist mit knapp 30 Minuten recht kurzweilig, aber dennoch interessant ausgefallen und wurde zudem deutsch untertitelt.




"R-Point" ist ein atmosphärischer und erfrischend anderer Gruselexport aus Südkorea, der mit seinem Kriegsschauplatz etwas Neues ins Genre mit einbringt. Ist dem Film in inszenatorischer Hinsicht nichts vorzuwerfen, so offenbaren sich in der zweiten Hälfte doch einige narrative Schwächen, die wiederum etliche Fragen aufwerfen, die nie geklärt werden. Aber so ist es nun mal, wenn das Unerklärliche über den Bildschirm spukt. Also nicht zuviele Gedanken machen. Die DVD zeigt sich technisch solide, mit leichten Swchächen in Bild und Ton und recht wenig Bonusmaterial. Für Fans aber nicht uninteressant.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+-----


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NewsNeues aus Asien von e-m-s
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