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HK 1991
Originaltitel:Tao fan
Alternativtitel:Jian yu feng yun xu ji
aka. Prison on Fire 2
Länge:109:08 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ringo Lam
Buch:Nam Yin
Kamera:Fan Chuen-Kam
Musik:Lowell Lo
Darsteller:Roy Cheung, Chow Yun-Fat, Elvis Tsui, Tommy Wong Kwong-Leung, Victor Hon, Frankie Ng Chi Hung, Li Yu, Vincent, Wan Yeung-Ming, Sung Young Chen
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • vierseitiges Booklet
  • Bei den Drehabreiten (12:43 Min.)
  • Interview mit Chow Yun-Fat (4:32 Min.)
  • Interview mit Ringo Lam (22:04 Min.)
  • Original-Trailer (2:58 Min.)
  • Bildergalerie (9 Bilder)
  • Biografie/Filmografie:
    • Chow Yun-Fat
    • Ringo Lam
  • Trailershow:
    • R-Point (1:49 Min.)
    • Prison on Fire (5:01 Min.)
    • The Machinist (0:55 Min.)
    • Evil (2:00 Min.)
    • Old Boy (2:13 Min.)
    • Old men in new car(2:00 Min.)
    • Ginger Snaps 3 (1:53 Min.)
    • Into the mirror (1:46 Min.)
    • Memento Mori (2:41 Min.)
Der Gefangene Nr. 41671 alias Ching wird in eine neues Gefängnis verlegt. Dort führt der Oberwärter Zau ein eisernes Regime. Während Chking sich durchschlägt, gerät einer der Bandenbosse durch einen Verrat unter Mordverdacht und flieht. Als auch Ching selber durch den Verräter in Schwierigkeiten kommt, muss auch er fliehen. In den Bergen treffen sich die beiden Männer wieder ...
Der weitgehend selbständige Nachfolger zum Kritiker - und Zuschauererfolg "Prison on Fire" (1987) ist zwar von dem gleichen Team gehandhabt, aber diesmal nur zum reinen Geldverdienen entwickelt worden, Regisseur Lam selber hatte wenig Lust auf eine Fortsetzung. Das merkt man dem Film in einigen Teilen auch an, das Herzblut und die Dramatik, die den Erstling auszeichnet, fehlt hier ebenso wie die überzeugende Zeichnung einer starken Männerfreundschaft. Dennoch gelingt es dem Film, ein relativ gut strukturiertes und auch abwechslungsreiches Handlungsschema abzuliefern, was vor allem daran liegt, dass man sich diesmal auch nach draußen wagt. War der Erstling vollständig innerhalb der Mauern angesetzt, wird hier mehrmals die Umgebung erkundet, die im ersten Teil vollkommen ausgesparte Option der Flucht spielt hierbei eine tragende Rolle.
Bereits in der ersten Minute versucht es ein Chinese, kommt allerdings nicht weit. Während die anderen Häftlinge bereits um seine Fluchtchancen gewettet haben und nach dessen Ergreifung darum feilschen, welches Bein als Strafe gebrochen wird, betritt Officer Zau (Elvis Tsui ) die Szenerie und bricht tatsächlich dem bereits gestellten und wehrlosen Gefangenen das Bein.
Chung Tin - Ching (Chow Yun Fat) arbeitet auf der Krankenstation und will den Verletzten abtransportieren, dabei gerät er auch sofort mit dem Sicherheitschef aneinander, der ihn erst ein mal wortwörtlich im Regen stehen lässt und danach aus dem bequemen Bereich in den Straßenbau verlegt. Protagonist und Antagonist sind also schnell gesetzt, hier wie im Vorgänger gibt es einen Wachhabenden, der die bestehende Hierarchie zu seinen Zwecken ausnutzt und dafür auch geltendes Recht bis zum Erbrechen beugt. Auch die verschiedenen Machtstrukturen unter den Gefangenen sind von Anfang an am Brodeln, wobei hier zur klaren Vereinfachung der Szenerie einfach ein fester Konflikt zwischen Hongkies und Mainlandern aufgebauscht wird, der sich über langsames Grollen bis zu einigen plötzlich auftauchenden Massenschlägereien auswirkt. Dennoch ist hier nicht mehr die ständige Gefahr gegeben, die noch den Vorgänger auszeichnete; Grund dafür ist einmal die strikte Abtrennung der Schlafräume - man kommt einfach nicht mehr so oft zu Angriffen - als auch der Drehbuchkniff, das Geschehen öfters nach draußen zu verlagern.
Chings bereits früher kurz vorgestellter Sohn ist nun schon soweit, dass er versteht, wo sich sein Vater befindet und dass ihm dessen Abwesenheit und besonders eine Abschiebung ins Waisenhaus gar nicht mehr passt. Als Ching sowohl der Besuch der Beerdigung seiner Mutter von Zau verweigert wird und er durch die Sozialarbeiterin Wong (Yu Li) auch erfährt, dass sein Sohn zuerst krank und danach aus dem Waisenhaus abgehauen sei, plant er eine Flucht, um ihn zu suchen. Diese gelingt erstaunlich leicht und soll nach seiner freiwilligen Rückkehr dann auch nicht die letzte bleiben. Als Zau dem Boss der Mainlander Dragon Pong Fai-long (Chan Chung-Yung) ein Mord anhängt und Ching als Verräter hinstellt, hauen beide nacheinander ab und halten sich dann auch eine ganze Weile in der freien Welt auf, verstärken trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft die Freundschaft zueinander und vertreiben sich die weitere Zeit mit Nacktbaden und Heimatlieder singen, gemeinsam Durchfall bekommt man auch mal.
Hierbei kann die Regie durchaus mit einen gewissen Bonus von Sentimentalität und der Inszenierung vom Freiheitsdrang punkten, verliert aber beinahe jede Intensität, die angesichts einigem an Schabernack von vorher überhaupt noch übriggeblieben ist. Der Showdown haut dann dafür mit einem geplanten Massenausbruch und einem gleichzeitigen gewaltätigen Scharmützel zwischen Ching, dem eigentlichen Mörder und dem nunmehr ganz austickenden Zau schon wieder mächtig in die Kerbe, nimmt hierbei aber eindeutig zu groteske Züge an, es wirkt zu übertrieben.



Eine mehr publikumswirksame Herangehensweise als der eingeengte und raue erste Teil ist eindeutig auszumachen, genauso wie hier auch einige Actionszenen eingebaut sind, die der Erstling nun gar nicht zu bieten hatte. Dadurch wird noch lange nicht ein Reißer draus, aber mehr Tempo und Beweglichkeit durch die verschiedenen Arten von Ausbruch und Flucht sind zu kennzeichnen. Da durchbricht ein LKW eine hindernde Begrenzung, Verfolgung findet per Hubschrauber statt, mehrere nicht sehr fein aussehende Stunts lassen die Beteiligten einen Zaun hinunterstürzen oder durch Welldächer krachen.
Der Film ist hierbei auch eindeutig auf Chow Yun Fat gerichtet, dessen Figur auch diesmal einen erklärten und gezeigten Hintergrund bekommt; der bereits früher angedeutete Tod seiner Frau wird jetzt auch mehr als Unfall statt Totschlag hingestellt, was bisher nicht so ganz klar war. Eine zweite starke Hauptperson fehlt aber, Tommy Wong als einziger aus dem vorherigen Cast hat nicht viel zu tun, Elvis Tsui wirkt im Gegensatz zum extrem überzeugenden Roy Cheung immer leicht wie eine Karikatur, dämonisches Lachen inbegriffen. Cheung selber bekommt übrigens ein Cameo gegen Ende, das so nicht wirklich rosige Zeiten für den geplagten Ching aufzeichnet, eine weitere Fortsetzung fand aber nicht statt. Diese hier reicht auch erst einmal, ist zwar immer noch ein guter Film, aber manchmal mehr "Island on Fire" als "Prison on Fire".



Nach dem die e-m-s bereits den ersten Teil von "Prison on Fire" auf DVD bannte, erblickt nun auch Teil 2 das Licht der digitalen Welt. Auch hier prangt das "High Definition Remastered" Logo auf dem DVD-Cover und wie schon bei "Hardboiled", der "Chinese Ghost Story"-Trilogie und besagten "Prison on Fire" darf man auch hier wieder keine Wunder erwarten, mit dem Ergebnis jedoch durchweg zufrieden sein. Die e-m-s ließ den Film komplett neu abtasten und anamorph codieren. Die Farbgebung wirkt recht frisch und natürlich und auch der Kontrast kann bis auf kleine Mängel im Schwarzwert (tendiert etwas ins Gräuliche) durchweg überzeugen. Selbst in dunklen Szenen werden weitgehend alle nötigen Details wiedergegeben. Die Schärfe gibt sich hingegen recht wechselhaft. In Nahaufnahmen angenehm plastisch, aber nie wirklich scharf, wirkt das Bild in anderen Szenen wieder etwas weich bis hin zu unscharf. Dies dürfte unter anderem an dem starken Rauschmuster liegen, welches sich im Hintergrund stellenweise sehr deutlich zu erkennen gibt und dem Bild etwas an Schärfe raubt. Die Kantenschärfe ist diesmal etwas besser gelungen und störende Doppelkonturen sind kaum noch auszumachen. Dafür gibt es bei schnellen Kameraschwenks leichtes Nachziehen und die Kompressionen machen sich durch Blockrauschen im Hintergrund bemerkbar.
Da "Prison on Fire 2" unverständlicherweise nie den Weg nach Deutschland fand, musste man den Film komplett synchronisieren lassen. Der vorliegende Dolby Digital 5.1 Mix überzeugt mit einer sehr guten deutschen Synchronisation, ist aber überwiegend frontlastig ausgefallen. Die Dialoge werden zwar sauber aus dem Center wiedergeben, aber ein räumliches Klangbild möchte sich hier nicht einstellen. Die Rears bleiben meist stumm und kommen lediglich für den Score zum Einsatz. So klingt das Ganze mehr nach Dolby Surround, ist aber dennoch recht angenehm anzuhören und klingt besser als der kantonesische Track, welcher teilweise recht unnatürlich in der Geräuschabmischung klingt. Optional spendiert uns die e-m-s deutsche Untertitel.

Konnte man bei "Ring of Fire" keinerlei Extras mehr auftreiben, hatte man bei zweiten Teil durchaus mehr Glück. Dank Autor Ralph Umard, der damals bei den Dreharbeiten zu Gast war und mit ihm ein Interview führte und hinter den Kulissen filmen durfte, konnte man den Autor des Buches "Filme ohne Grenzen - Das neue Hongkong Kino" mit einer nicht unbeachtlichen Summe dazu überreden, das Material freizugeben. Und was soll man sagen? Der Aufwand hat sich gelohnt. Angefangen mit einem 12minütigen Mitschnitt der Dreharbeiten, welcher wirklich sehr interessant anzusehen ist, über ein 4 Minuten langes Interview mit Chow Yun Fat während der Drehpause. Das Highlight der DVD ist aber auf jedenfall das knapp 22minütige Interview mit "Prison on Fire 1 & 2"-Regisseur Ringo Lam. Ein sehr ausführliches und interessantes Interview, auch wenn Lam recht ernst und konzentriert wirkt und weniger locker wie Chow Yun Fat. Dies kann aber auch daran liegen, dass die Interviews komplett auf englisch geführt wurden und er sich einfach viel stärker auf die Fragen und seine Antworten konzentrieren musste. Weiter geht es mit einer "Bildergalerie", sowie dem "Original-Trailer" und zwei "Bio- und Filmografien" von Chow Yun Fat und Ringo Lam. Ebenfalls gibt es wieder die obligatorische e-m-s-Trailershow und ein 4seitiges Booklet mit einem informativen Text von Ralph Umard. Somit hat die deutsche DVD allen anderen DVD exklusives Bonusmaterial voraus. Sehr schön!

Auch wenn "Prison on Fire 2" nicht mehr so gut sein mag wie sein Vorgänger, haben wir es hier immer noch mit einem sehr unterhaltsamen und perfekt produzierten Hongkongfilm zu tun, der nicht nur durch Chow Yun Fat hervorragendes Schauspiel überzeugen kann. Die DVD aus dem Hause e-m-s bietet bestmögliche Qualität und dürfte allen bisher erschienen DVDs weit voraus sein. Die Extras sind exklusiv und mehr als nur sehenswert. Bleibt noch zu sagen, dass der Film völlig ungeschnitten ist und auf weltweit erhältlichen Fassung basiert. In der damals schon (ziemlich plump) eine Szene herausgeschnitten wurde in der Chow Yun Fat einem Wärter eine Zahnbürste ins Auge sticht. Diese Szene ist weltweit in keiner Fassung enthalten und scheint direkt im Schneideraum geblieben zu sein und ist seitdem nicht mehr auffindbar. Erneut ein "must have"-Titel, denn man sich nicht entgehen lassen sollte.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++---
Bonus++++--


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Prison on Fire
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