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USA 1986
Originaltitel:Critters
Alternativtitel:Critters - Sie sind da
aka. Critters - Sie beissen
aka. Critters - They bite
Länge:85:47 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:PG (Kanada)
Regie:Stephen Herek
Buch:Stephen Herek, Domonic Muir, Don Keith Opper
Kamera:Tim Suhrstedt
Musik:David Newman
SFX:Chiodo Brothers, Fantasy II Film Effects, Quicksilver FX/Studio
Darsteller:Scott Grimes, Dee Wallace-Stone, M. Emmet Walsh, Billy Green Bush, Nadine Van der Velde, Don Keith Opper, Billy Zane, Ethan Phillips, Terrence Mann, Jeremy Lawrence, Lin Shaye, Michael Lee Gogin, Art Frankel, Roger Hampton
Vertrieb:Alliance Atlantis
Norm:NTSC
Regionalcode:1
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Eng), Dolby Digital 2.0 (Frz)
Sprache:Englisch, Französisch
Verpackung:KeepCase
Specials:
  • Kapiteleinleger
  • Vollbild-Fassung
  • engl. Untertitel
  • Theatrical Trailer (1:30 Min.)
  • Trailer:
    • Critters 2 (1:38 Min.)
    • Critters 3 (1:40 Min.)
    • Critters 4 (2:09 Min.)
  • Hidden Feature
  • DVD-ROM-Part: Weblinks
Das Weltall: Einer Gruppe kleiner gefräßiger Monster gelingt die Flucht von einem Gefängnisasteroiden. Die gesandten Bounty-Hunter heften sich zwar schnell an die Fersen der haarigen Biester, können jedoch deren Landung auf der Erde nicht verhindern. In der unmittelbaren Nähe des Absturzortes liegt die Farm der Familie Brown, die es den Critters auf der Suche nach allem Fressbaren besonders angetan hat. Doch auch die Kopfgeldjäger, mittlerweile ebenfalls gelandet, scheinen mehr Übel als Nutzen anzurichten.
Für viele zählt "Critters - Sie beißen" sicherlich zu den Filmen, die man als Kind oder Jugendlicher gern und immer wieder gesehen hat. Doch auch einem "erwachsenen" Publikum wird es schwer fallen, sich dem Charme dieses kleinen Monsterfilmchens zu entziehen. Zum einen sind die kleinen Viecher ungemein sympathisch (der Horroraspekt rückt demnach in den Hintergrund), zum anderen ist die Inszenierung einfach grandios.


Der Film repräsentiert wie kaum ein anderer seines Genres das amerikanische Kino der 80er Jahre. Neben der Tatsache, dass sich er sich deutlich im Fahrwasser des überaus erfolgreichen und zwei Jahre zuvor entstandenen "Gremlins" (von Joe Dante) bewegt, macht er keinen Hehl daraus und weiß doch seine eigene Geschichte zu erzählen. Dabei wird dem Monstergenre in liebevoller Art und Weise Tribut gezollt, wie verschiedenste Referenzen belegen; Spielbergs "E.T." absolviert in einer Plüschtiervariante einen Gastauftritt als Futter für die gefräßigen Haarknäule und auch das markante Symbol der "Ghostbusters"-Filme ist liebevoll karikiert als Logo für den örtlichen Verein im Film zu erkennen. Doch nicht nur der klassische und zu dieser Zeit eigentlich nicht mehr übliche Erzählstil deutet auf eine Hommage ans Genre hin, sondern auch der Einsatz hinreichend bekannter Klischees. So gestaltet Autor und Regisseur Stephen Herek ("Bill & Ted's verrückte Reise durch die Zeit", "Mighty Ducks") die Kleinstadt in seinem Debüt als typisch amerikanische Provinz samt trotteligem Dorftrinker, engstirnigem Sheriff und Einwohnern, die samstags abends größtenteils Bowlen gehen. Doch formal und inhaltlich lässt Herek die bekannten Klischees nicht unreflektiert, sondern benutzt sie z.B. durch die subjektive Sicht der Critters viel mehr als ironische Referenzen. Der Einsatz jener dient dabei weniger dem Erzeugen oberflächlicher Spannung, sondern vielmehr dem Rezitieren bekannter Motive. Als Zuschauer hat man auch gerade deshalb soviel Spaß an "Critters", weil das Ganze mit einem überdeutlichen, naiven Augenzwinkern geschieht.


Nichtsdestotrotz verfügt die Horrorkomödie auf dieser Grundlage auch über eigene Ideen. Die Bounty-Hunter beispielsweise, die ihr Aussehen anderen Lebewesen anpassen können und mit ihren riesigen SciFi-Waffen die Posen der späteren "Men In Black" vorzeichneten, dürften für einige Schmunzler sorgen, da sie herzlich wenig Sinnvolles tun, um die kleinen Biester zu beseitigen (sie schießen offensichtlich einfach auf alles was ihnen merkwürdig erscheint).
Darüber hinaus lässt sich der Film verhältnismäßig angenehm viel Zeit für die Charakterisierung der Figuren. Brad Brown, gespielt von Scott Grimes ("Band of Brothers", "Crimson Tide"), ist ein sympathischer kleiner Bursche, der viel zum überaus hohen Unterhaltungswert des Streifens beiträgt und im filmisch eingeschränkten Sinne sogar eine Entwicklung durchmacht. Auch das energische Auftreten von der bereits durch Filme wie "The Hills Have Eyes", "The Howling" oder "E.T." etablierten Darstellerin Dee Wallace-Stone trägt zum Gelingen des Werkes bei. Und nicht zuletzt wurde Billy Zanes Laufbahn im Genre durch seine kurze Rolle in "Critters" gefestigt, hatte er doch vorher nur einen Kinoauftritt in "Zurück in die Zukunft" bestritten. Wenn er auch als schmieriger Städter keine Sympathiepunkte einfahren kann, wird ihm doch eine der vergleichsweise spektakulärsten Todesszenen zugleich, wenn er beim Schäferstündchen mit der Tochter des Hofes von den biestigen Beißerchen überrascht und überwältigt wird.


Technisch kann "Critters", was übrigens so viel wie "Kriechtiere" bedeutet, vollends überzeugen. Nicht nur die unheimlich gut fotografierten Landschaftsaufnahmen, auch die Tricks können sich angesichts einer Low-Budget-Produktion sehen lassen. Der straffe Plot und die kurzweilige Inszenierung machen ihn außerdem zu einem wahren Sehgenuss. Auch der orchestrale Score hebt sich durch stimmungsvolle, mitunter märchenhafte Kompositionen vom geschmacklich unsicheren Eighties-Pop ab, der sonst für viele B-Produktionen dieser Zeit Verwendung fand.


Von einem Film aus dem Jahr 1986 erwartet man nicht unbedingt ein Effektgewitter. Und so ist auch mehr der sehr warme, klare Klang, der eine überzeugende Leistung abliefert. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Effekte gäbe. Grad zu Beginn im Weltraum hat man einige interessante Signale hinzugefügt, die das sonst sehr Center bezogene Klangbild deutlich aufwerten. Doch auch den Score hat man sehr fein auf die hinteren Lautsprecher abgemischt. So entsteht eine gute Dynamik, an die die Dialoge nicht ganz heranreichen können. Diese sind aber sehr gut verständlich und lassen kaum Unreinheit erkennen. Ein paar wenige Alterserscheinungen kommen zwar durch, von Rauschen wird man aber nicht gestört. Das tritt beim französischen Ton schon etwas deutlicher auf. 4 Punkte für eine gute Umsetzung, die das Beste aus dem vorhandenen Material rauszuholen scheint.


Selbiges gilt auch für das Bild, welches als Vollbild- und Widescreen-Fassung auf dieser DVD anwählbar ist, wobei die Vollbild-Fassung sogar die ungemattete, als am oberen und unteren Rand offenere Fassung in gleicher Qualität enthält. Zwar gibt es immer wieder mal Rauschen zu sehen, welches aus der Körnigkeit des Filmmaterials hervorgeht und nicht sonderlich eingeschränkt wurde, so behalt man sich aber eine sehr gute Schärfe bei, die auch in Bewegungen nicht abfällt. Natürlich hält das keinem Vergleich mit aktuellen Produktionen stand, hier hilft es aber, sich Produktionsjahr und Genre zurück ins Gedächtnis zu rufen, um mehr als zufrieden mit dem Gebotenen zu sein. Farben und Kontrast sind von hoher Qualität, vor allem der Kontrastwert dürfte über dem liegen, was man üblicherweise von Filmen dieses Jahrgangs gewöhnt ist. Die Außenaufnahmen im ländlichen Gebiet profitieren von den schillernden Farben, gleichfalls sind Nachtszenen aber in ein kräftiges, dunkles Blau getaucht. Zwar ist die Kompression nicht ganz perfekt, die Wertung erreicht aber noch ein "sehr gut" - in Anbetracht der Umstände.


Der Bonusteil wird dem Film leider nicht gerecht. Neben Trailern zu allen vier Teilen der "Critters"-Reihe bleibt nur ein Hidden Feature, das auf der Verpackung vermerkt und leicht gefunden ist. Hier darf man sich das alternative Ende des Filmes anschauen.


New Line wandelte mit "Critters" auf unübersehbaren "Gremlins"-Spuren, doch der Film hat einen ganz eigenen Charme und wurde von Regiedebütant Stephen Herek außergewöhnlich gut in Szene gesetzt. Die kleinen Monster haben nicht nur Kultpotential, sondern verfügen über ein ausreichendes Maß an Eigenständigkeit, auch wenn ihnen der ganz große Erfolg versagt blieb. Bei der US-DVD darf man beherzt zugreifen, da die Aufarbeitung des Materials gut gelang. Nur das spärliche Bonusmaterial ist schade für diesen Titel.


Film++++--
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus+-----


Druckbare Version
Critters 3 - Die Kuschelkiller kommen
Critters - Sie sind da
Critters
Critters (Critters Collection)
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