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USA 1990
Originaltitel:Midnight Ride
Alternativtitel:In den Klauen des Frauenmörders
Länge:88:56 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Bob Bralver
Buch:Russell V. Manzatt, Bob Bralver
Kamera:Roberto D'Ettorre Piazzoli
Musik:Carlo Maria Cordio
Darsteller:Michael Dudikoff, Mark Hamill, Savina Gersak, Robert Mitchum, Pamela Ludwig, Timothy Brown, Lezlie Deane, Steve Ingrassia, Cynthia Szigeti, Dee Dee Rescher, Regina Krueger
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:18.11.2005 (Kauf)
Specials:-
Nach einem Streit trennt sich die junge Kelly von ihrem Ehemann, dem engagierten Polizisten Lawson. Auf ihrer Fahrt nach Irgendwo, nimmt sie einen netten Tramper mit. Dieser entpuppt sich bald als Serienmörder. Während Kelly eine alptraumhafte Odyssee erlebt, heftet sich Lawson auf ihre Fährte. Kein schwieriges Unterfangen für ihn, denn der Killer hinterlässt auf seiner Flucht eine blutige Spur.
Auch das Cannon-Studio ließ es sich nicht nehmen in die mittlerweile schon breit gefahrenen Spurrillen von Interner Link"The Hitcher" seinen epigonistischen Beitrag zu lenken und schickte in "Midnight Ride" ausgerechnet Mark Hamill (Interner Link"Star Wars", "Village of the Damned") als durchgeknallten Soziopathen auf die düsteren Landstraßen Amerikas. TV-Routinier Bob Bravler inszeniert diesen kurzweiligen, aber keineswegs hochgradig spannenden Thriller ohne großartigen Finessen, aber mit viel Tempo und bis zum Ende ohne großartige Verschnaufpausen.


Michael Dudikoff ist es, der abseits seiner typischen Cannon-Rollen nach einem Streit seiner ausgebüchsten Frau Lara (Savina Gersak, "Flash Fighter", "Iron Warrior") als Cop Lawson hinterhereilt, um über alles noch einmal zu reden, ihr dann allerdings zur Hilfe eilen muss, weil sie leichtsinnigerweise den netten Anhalter Justin (Hamill) aufgabelt, der alsbald höchst mörderische Charakterzüge an den Tag legt.
Im Grunde gestaltet sich "Midnight Ride" als eine einzige Hatz mit Fahrzeugwechseln, regelmäßigem Blechschaden und einigen Toten, die Justin zwischendurch aufschlitzt und fotografiert, wenn ihm gerade danach ist oder Lara zwischendurch doch wieder die Flucht antritt, bis sie wieder einen Fehler begeht, den kein Zuschauer bei Verstand machen würde.

Bob Bravlers atmosphärische Inszenierung erweist sich dabei als klarer Pluspunkt, denn das Geschehen spielt komplett in einer einzigen Nacht und die Nebelmaschinen arbeiten wie in einem Horrorfilm auf Hochtouren, um die verschlossenen Motels und leeren Highways nicht nur menschenleer wirken zu lassen sondern auch Gruselatmosphäre zu schüren. Auf die Dauer fehlen der Hetzjagd die Überraschungen, weil die Abfolge der Handlungen sich irgendwann im Kreis zu drehen beginnt, aber unheimlich und temporeich gestaltet sich "Midnight Ride" allemal.


Nur schade, dass Mark Hamill bisweilen so unfreiwillig komisch agiert, wenn er den Maniac zelebrieren will und man in ihm doch nur einen verbrauchten Jedi-Ritter sieht, dem das Charisma fehlt. Ganz besonders im Vergleich zu Vorzeigepsychopath Rutger Hauer (Interner Link"Blade Runner", Interner Link"The Hitcher") möchte man über so einen feigen Frauenmörder mit in seiner Kindheit verwurzelten Komplexen schon mal gern grinsen. Überraschend gut gefällt hingegen Michael Dudikoff, der mit Gips und später ohne erst die Lage verkennt, dann Fährte aufnimmt und sich einige Duelle mit dem Entführer seiner Frau liefert, ihm zunächst aber nicht gewachsen ist und trotzdem nicht aufgibt.

Der immer wiederkehrende Blechschaden zumeist verschrotteter Polizeiwagen nimmt zwar keine außergewöhnlichen Züge an, als Zuschauer nimmt man sie als explosives Highlight für zwischendurch aber mit, denn sehen lassen können sich die nächtlichen Actioneinlagen allemal, zumal die feurige Explosion der Tankstelle auch schwer was fürs Auge bietet. Dass sich dabei einmal mehr nur auf das Wesentliche konzentriert wird und keine überflüssigen Subplots gesponnen werden, liegt in der Tradition von Cannon, die zum Schluss tatsächlich noch den lustlosen Robert Mitchum (Interner Link"Cape Fear", "The Yakuza") auffahren. Der hatte wohl auch gerade Zeit für einen kurzen Auftritt und nahm den Scheck ohne großen Aufwand. Was ihn geritten hat diese Rolle anzunehmen, würde mich trotzdem einmal interessieren.


Die Ritz- und Schlitzeinlagen von Justin, der nach Gutdünken alle paar Minuten eine Frau aufgabelt, sie tranchiert und sich nette Andenken bastelt, sind nicht schmerzlos inszeniert, nehmen jedoch keine unappetitlichen Auswüchse an, auch wenn die Erdolchung einer wehrlosen Frau immer etwas derb mit anzusehen ist. Da Justin gleichzeitig aber alle paar Minuten betont, wie hingezogen er sich zu Lara fühlt, bleibt dem Zuschauer das Zittern um ihr Schicksal leider erspart und mit dem Rest vom Schützenfest macht er ohnehin kurzen, blutigen Prozess.

Dass sich Justin immer einen der beiden vor die Klinge holt oder auf die Motorhaube spannt, weil der andere gerade wieder stiften geht, erhöht den Spannungswert ein wenig. Deren nicht stattfindende Rettung begründet sich darin, dass die zu Statisten degradierten weiteren Cops mit Straßensperren oder Verfolgungen so gar nichts gegen den entschlossenen Irren ausrichten können. Denn Justin hat sich nun einmal vorgenommen Lara von seinem ehemaligen Arzt heilen zu lassen, obwohl sie (noch) kerngesund ist.


Der Showdown enttäuscht dann etwas. Nicht weil es zu wenig Action gibt, denn Dudikoff und Hamill schenken sich nichts und prügeln sich mit blutiger Fresse durch das halbe Krankenhaus bis in den Heizungskeller, sondern weil das Motiv des Killers einen überraschenden Twist vermissen lässt. Denn schon zur Filmmitte nutzt sich die Prämisse trotz guter Atmosphäre und hohem Tempo deutlich ab, obwohl Lawson noch einen schicken, später brennenden Luxusrenner klaut, mit dem er den wild um sich schießenden Justin beharkt.

Neben ein paar wohl nicht ganz ernst gemeinten, weil etwas zu brodelnden Auftritten Dudikoffs und der stimmigen Eighties-Mucke ergänzen die stets identisch ausfallenden Verfolgungsjagden das zweckmäßige Szenario zu einer runden Sache, das freilich nicht die Qualitäten eines Interner Link"The Hitcher" entwickelt, aber im Rahmen von Cannons Attributen einfach zu sehr direkter Unterhaltung ohne Umschweife und überflüssige Handlungsfetzen neigt. Da darf der Schlussgag vor den Endcredits natürlich nicht fehlen.


Mit dieser DVD liefert Warner eine ziemlich schlechte Leistung ab. Das Bild sieht die ganze Zeit über aus, als ob es von einer Videokassette stammt. Den Kontrast kann man als gerade noch erträglich beschreiben, weil dunkle Szenen mehr als einmal in Schatten zu ertrinken scheinen. Das macht allein deutlich, dass das Master nicht über Videoniveau hinauskommen kann, was sich bei den Farben fortsetzt. Die haben ihre Natürlichkeit längst verloren, sind das nächtliche Blau und die bräunlichen Gesichter doch die einzigen Farben, die man so zu sehen bekommt. Besonders ärgerlich ist dabei jedoch das Bildformat: Im Original sollte es 2.35:1 betragen, was lediglich in den Title Credits der Fall ist, sonst aber wird uns ein schlimm beschnittenes Vollbild angeboten. Um die Auswirkung zu verdeutlichen: Es fehlen gegenüber dem Originalformat etwa 50% des Bildes, was die Action-Szenen natürlich stark einschränkt. Als Kleinigkeit würde ich die Bildfehler und das feine Rauschen bezeichnen, auch wenn beides nicht auf eine DVD gehört, zumindest nicht bei einer 1992er Produktion. Nur wenige Szenen erscheinen matschig, aber wirkliche Details bleiben komplett aus. Dafür sind 2 Punkte fast noch zu viel ...

Auch beim Ton gibt es nicht mehr als einen laschen Klang. Bei normaler Lautstärke fällt die deutsche Synchro zu leise, aber auch zu fad aus, weil sämtliche Höhen abgedämpft sind und der Bass nicht existent ist. Von Stereo wird man nicht viel bemerken, ein klarer Klang wäre eh wichtiger gewesen. Verzerrungen oder Rauschen bleiben zumindest gering, aber auch der Score bleibt ziemlich schwach zurück. Der englische Ton kann durch eine erhöhte Lautstärke etwas mehr Lebendigkeit einbringen und ist im Musikbereich sauberer, aber auch noch lange kein Grund zum Jubeln.

Das Menu beschränkt sich auf genau eine Seite, von der aus man die Sprache einstellen kann (Untertitel gibt es ja keine) und den Film startet. Ein Kapitelmenu ist ebenso wenig vorhanden wie Extras.


Mit gut 85 Minuten fast schon ideal kurz, steht auch "Midnight Ride" ganz in der Tradition von Cannon, ohne qualitativ an die besseren Actionfilme anzuknüpfen. Das stimmige 80s Flair hilft aber wo es kann. Bob Bravler düstere Inszenierung ist ein großer Pluspunkt, der maßgeblich zur gelungenen Atmosphäre des kurzweiligen Thrillers beiträgt. Auch wenn dem etwas zu direkt ablaufendem Skript schon zur Filmmitte die Ideen ausgehen und es deswegen die Handlungen nur noch wiederholt, kann man dank der guten Darsteller von einer gelungenen Alternative schreiben. Mark Hamill bewegt sich ab und zu an der Grenze zur Lächerlichkeit, macht dies mit seinen schonungslosen Taten aber wieder wett, während die sich in der zweiten Hälfte häufenden Actioneinlagen aus Verfolgungsjagden und einer kräftigen Prügelei zusammensetzen, um auch ja keinen Leerlauf zuzulassen. Beileibe kein Meisterwerk, aber angesichts der vorhandenen Möglichkeiten sicherlich das Optimum. Die Fans wird es freuen und Dudikoff zu seinen besten Zeiten in einer eher untypischen Rolle zu sehen, ist auch mal ganz nett.
Der DVD wegen kauft sich sicherlich niemand den Film, denn die ist für Warner-Verhältnisse unterirdisch.


Film++++--
Bild++----
Ton++----
Bonus------


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