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USA 2001
Originaltitel:Blood Of The Werewolf
Länge:80:53 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:BBFC15
Regie:Bruce G. Hallenbeck, Kevin J. Lindenmuth, Joe Bagnardi
Buch:Stephen C. Seward
Kamera:Joe Bagnardi
Musik:Bob Mares, Mesmerize, Highlord, Only Flesh
SFX:Rosa Hallenbeck, Mike Strain jr., T Ranstill
Darsteller:Joe Bagnardi, Dan Bailey, Helen Black, Mia Borrelli, Bill Chaput, Sasha Graham, Bruce G. Hallenbeck, Mary Kay Hilko, Christy Lee, Tony Luna, Tom Nondorf, Ron Rausch, Ted V. Mikels
Vertrieb:Delta
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1.66:1 (Letterbox)
Tonformat:LPCM 2.0
Sprache:Englisch
Specials:
  • Trailer (2:09 Min.)
Blood Reunion:
Ein enttäuschter Schriftsteller kehrt in seine Heimatstadt zurück, in der Hoffnung dort die Frau zu wiederzufinden, die er einst liebte. Leider trägt sie ein Geheimnis mit sich, das ihm Kopf und Kragen kosten kann ...


Old Blood:
Eine Frau, die unbedingt anders als all die Menschen sein möchte, versucht ihre Freundin dazu zu bringen, dieses Ziel zu erreichen. Doch sie weiß nicht, was sie da verlangt, denn ihre Freundin ist selbst nicht das normalste Wesen ...

Man Beast:
In den tiefen Wäldern versucht ein Mann auf der Flucht seine zwei Verfolger abzuschütteln, die ihn erbarmungslos zu erschießen drohen. Dabei macht er eine seltsame Veränderung durch. Doch wer ist nun der Jäger, wer der Gejagte?
"Blood Of The Werewolf" beinhaltet drei recht unterschiedliche Kurzgeschichten, die zwar auf eine gemeinsame Einleitung zurückgreifen, sonst aber bis auf die Werwolf-Thematik nichts miteinander zu tun haben, also voneinander losgelöst angeschaut werden können. Die erste und zweite Episode sind sehr zielgerichtet und lassen früh erahnen, worauf alles hinausläuft, sind wegen ihrer wenig dramatischen und Suspense armen Art auch nur leidlich unterhaltsam. Zumindest bietet "Blood Reunion" zwei sympathische Figuren in einer hoffnungslosen Liebesgeschichte und eine recht gelungene Hommage an die Friedhofszene aus "Night Of The Living Dead", aber der Blut- und Goregehalt, ein Merkmal, nach welchem sich viele Produktionen dieser Art ausrichten, verläuft gering und selbst die Verwandlung zur reißenden Bestie ist sehr plump inszeniert. Keiner der Darsteller könnte hier mit seiner Leistung Geld verdienen, weswegen es schwer fällt, sich in den Film hineinzuversetzen, da man aber auf Jungvolk (also unter 25 Jahre) in der kompakten Besetzungsliste verzichtet, bleiben Peinlichkeiten und grobe Patzer erspart, wie sie beispielsweise bei deutschen Wald- und Wiesenproduktionen vermehrt auftreten.


Im nachfolgenden "Old Blood" dreht sich alles um eine mit dem Wolfsvirus infizierte Frau, welche die schreckliche Bürde, die sie damit trägt, los werden möchte. Ihre Freundin dagegen würde nur zu gern die Macht eines Werwolfs in sich spüren und so überträgt sich der Fluch. Was für die eine Seite zur Erlösung wird, entwickelt sich für die andere zum Spiel mit dem Feuer. Dieser Teil gefällt mir durch die gute Hauptdarstellerin und die sehr schön nachvollziehbare Entwicklung der beiden Charaktere schon etwas besser, obwohl das Ende dann wieder etwas teilnahmslos und abgefertigt ausfällt. Auch hier ist bis auf eine Szene, in der einer Person das Herz herausgerissen wird (im Grunde sieht man nur, wie eine Hand das Herz hält) kein großes Effektspektakel zu erwarten. Wohl weil man sich bewusst war, dass diese und die Masken ("Planet der Affen"-Ratten mit viel Fell!!) extrem lächerlich aussehen, hat man sie nur selten eingesetzt bzw. solche Szenen ins Off gesetzt, so dass beispielsweise die Ermordung des Penners im ersten Teil, die später zu einer Konfrontation mit seinen Saufkumpels führt, fast komplett ins Off gelegt wurde. Der Annäherung der Bestie wird aus deren Augen gefilmt und der Angriff selbst zeigt nur eine wackelnde Hand, auf die etwas Blut spritzt. Auch die zwei Rollen von älteren Frauen gleiten durch die billige Grauhaarperücke in eine Komödie ab, wodurch großes Potenzial auf eine dichtere Atmosphäre verschenkt wurde.
Die letzte Episode ist die inhaltlich wie technisch Ausgereifteste, obwohl man sich hier zurück in bewaldete Gefilde begibt, wo zwei Vermummte einen alten Mann durchs Gestrüpp jagen und man sehr lang nur Szenen der Verfolgung sieht. Hier könnte es etwas langweilig werden, da die Kamera die Verfolger immer nur unterhalb der Brust abfilmt, einfach, um den gelungenen, aber sicherlich leicht zu entlarvenden Schlussgag nicht zu vermasseln.


Bemerkenswert ist, dass jede der Geschichten sich nicht auf den Werwolf als Schreckgespenst verlässt, sondern versucht, die Figur in einen interessanten Kontext zu setzen, der das gotische Motiv hin zur jetzigen Zeit verlagert. Auch setzt man in keiner der Episoden auf blutiges Geschleim, möglicherweise, weil es technisch nicht möglich wahr, eher wahrscheinlich aber, weil es das deutliche Vorhaben, den Inhalt für sich sprechen zu lassen, verwässert hätte. Eine düstere und spannendere Umsetzung, eben so, wie es der zweite Teil andeutet, hätte sicherlich einiges herausgerissen. Inszenatorisch gibt sich "Blood Of The Werewolf" zwar bei weitem nicht ausgereift, gerade bei der Kameratechnik und der Schnittfolge wird aber deutlich, dass die Verantwortlichen mit den wichtigsten Kniffen vertraut sind.


Die musikalische Untermalung empfinde ich übrigens unpassend, nicht nur, weil mir die Stilistik des Filmes missfällt. Jedes der Stücke wirkt, als ob man im Hintergrund eine CD abspielen lässt, die nicht immer was mit dem Gezeigten zu tun hat. Episode 1 greift vornehmlich auf nerviges Synthiegeblubber aus der Techno-Ecke zurück, das manchmal sehr eintönig klingt. Die anderen zwei Episoden rekrutieren sich ihren ständig erklingenden Score zum größten Teil aus italienischen Melodic Metal-Kombos. Wer sowas schon mal gehört hat, weiß, wie extrem pathetisch und kitschig es grad in diesem Zweig des Metals zugeht. Leider so oft passt es einfach nicht zum Bild, beispielsweise wenn eine Verfolgung zu Fuß von hochstimmigen, geträllerten Männergesang begleitet wird und der Text von heroischen Sagenwelten handelt.


Das Bild ist nicht mehr als rasslige Videooptik, wohl auch das, worauf man gedreht hat. Es sollte ja bekannt sein, dass die Digitalisierung von Home Video-Aufnahmen, falls nicht schon mit einem digitalen Camcorder aufgenommen wurde, nur selten was Gutes auf den Schirm zaubert. So ist es auch hier: Die Farben sind schwach ausgeprägt, manchmal meint man in den Gesichtern durch fauligen Grün- und Grauschimmer einen aufkeimenden Zombie zu erkennen, und der Kontrast ist kaum eingeregelt, so dass die Sonne stets blendet, dafür Schatten sehr schlecht ersichtlich sind und bereits die Widescreen-Balken ausgrauen. Das Material zeigt an fast jeder Kante störende Treppenartefakte, das Bild schwimmt bei jeder Bewegung mit und die Details, ohnehin nur marginal ausgeprägt, verwischen zu einem Brei, dass man sich an die Anfangstage von MPEG-Streams auf Video-CDs zurückerinnert fühlt. Es handelt sich augenscheinlich um eine Amateurproduktion, aber die Frage ist, warum man solche Filme nicht auf ihrem eigentlichen Medium belässt. Selbst die kurzen Bildtotalausfälle des Bandes sind noch mit drin und das Videosignal führt zu leichten Ghosting. Die Kompression? Wen interessiert das noch wirklich ...


Der englische Ton geht eigentlich ganz in Ordnung, hat man doch schon wesentlich Schlechteres erlebt. Ein Dynamikwunder ist er genauso wenig wie eine Wohltat für die Ohren, dafür ist der Liveton vom Set und das leichte Rauschen zu deutlich, die Verständlichkeit der Dialoge wird aber nicht eingeschränkt. Die Hintergrundmusik ist definitiv eine Nummer zu dumpf ausgefallen und kann sich nicht richtig durchsetzen. Untertitel werden keine angezeigt, auch wenn man die Untertitelspur 1 anwählt, die anscheinend leer geblieben ist.


Wenn schon, dann sollten sich hier nur Fans des Amateur-Genres rantrauen, die mal Lust auf was anderes als die ewigen Zombiegeschichten haben. Die DVD hat eine teils miserable Umsetzung erfahren, wenn ihr also billiger irgendwo ein Tape auftreiben könnt, seit ihr damit wahrscheinlich mindestens genauso gut beraten. Außerdem ist sie mit gerade mal einem Trailer nicht gerade üppig ausgestattet. Zumindest ist das Menu animiert.


Film++----
Bild+-----
Ton++----
Bonus------


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