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USA 1987
Originaltitel:Blood Diner
Alternativtitel:Blood Diner - Garantiert geschmacklos
Länge:84:06 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Jackie Kong
Buch:Michael Sonye
Kamera:Jürg V. Walther
Musik:Don Preston
SFX:Bruce Zahlava
Darsteller:Rick Burks, Carl Crew, Roger Dauer, LaNette La France, Max Morris, Roxanne Cybelle, Alisa Álvarez, Brad Biggart, Cynthia Baker, Jane Cantillion, Drew Godderis, Steve Donmyer, John Randall, Eric Williams
Vertrieb:Dragon
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (Deu, Eng)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:DigiPack im Pappschuber
DVD-Start:22.10.2004 (Kauf)
Specials:
  • 12seitiges Booklet
  • Hidden Feature
"Gesucht wird ein Mann mit einem Hackebeil, der seine Genitalien mit sich herumträgt ..."
Diese Radiomeldung lässt die beiden spielenden Kinder kalt, erst als der Gesuchte blutverschmiert durch die Zimmertür bricht, freuen sich die beiden, ihren Onkel Anwar zu sehen. Dieser erklärt ihnen unter herannahenden Polizeisirenen, dass er sich gerade in einer etwas brenzligen Situation befindet und schenkt jedem ein 5 Millionen Jahre altes Amulett. Mit dem Hinweis, immer schön die schwarze Magie zu studieren, macht er sich wieder auf, um unter den Augen seiner Neffen im Kugelhagel der Polizei umzukommen.


Zwanzig Jahre später öffnen George und Michael das Grab ihres Onkels, können aber nur noch sein Gehirn bergen. In einem schwarzmagischen Ritual erwecken sie es wieder zum Leben und tun fortan alles, was die glibberigen Überreste ihres Onkels von ihnen verlangen. Und der hat nur ein Ziel: die Wiederauferstehung der ägyptischen Göttin Sheetar.
Hierfür benötigen die beiden zunächst viele Frauenkörper, denn die neue Hülle, in die Sheetar fahren soll, muss makellos perfekt sein. Also machen sich George und Michael mit einer aus dem Gangstermuseum geklauten Maschinenpistole auf ins TV-Studio, wo gerade die Sendung "Nude Aerobics" aufgezeichnet wird. Die nackt umherhüpfenden Mädels werden allesamt niedergeballert und die Brüder machen sich mit Elektromesser und Kettensäge daran, die schönsten Körperteile zu entwenden.

Natürlich schleppen George und Michael bei dieser Methode weit mehr mit nach Hause, als sie eigentlich bräuchten. Da trifft es sich gut, dass die Brüder hauptberuflich ein Restaurant betreiben, in dem man die Reste gemütlich an die Kundschaft loswerden kann. Dass es sich bei ihrer Arbeitsstelle um ein vegetarisches Restaurant handelt, stört dabei niemanden. Auch die Überreste der weiteren Opfer, deren Innereien für das große Festessen nötig sind, werden im Restaurant zu "vegetarischen" Delikatessen verarbeitet.
Was jetzt noch fehlt, ist eine Jungfrau, die bei der bevorstehenden Zeremonie geopfert werden muss.
"Blood Diner" ist sicher der Höhepunkt der recht kurzen Karriere von Jackie Kong, die zuvor nach einigen Pornofilmen mit den mäßigen "The Being" (1983) und "Night Patrol" (1984) lediglich zwei "richtige" Filme gedreht hatte. Gemeinsam mit "Nachtakademie" ("The Underarchivers", 1987) bildete "Blood Diner" dann auch das vorläufige Ende ihrer Regie-Karriere, bis sie im Jahre 2001 mit dem Pilotfilm "Karaoke Nights" einen erneuten Versuch startete ... und scheiterte. Daher dürfte ihr Name der Nachwelt wohl endgültig nur im Zusammenhang mit "Blood Diner" erhalten bleiben - und dies nicht zu unrecht.


Hier handelt es sich nämlich um eine Perle des Funsplatters, die durch Dragons DVD-Veröffentlichung nun endlich auch bei uns in der ungeschnittenen Version erhältlich ist. Dem alten Video-Tape fehlten immerhin ca. 10 Minuten, fiel die Veröffentlichung doch genau in den Höhepunkt bundesdeutscher Zensurwut. Was nicht heißen soll, dass der Film sich in die Masse unverständlicherweise gekürzter Werke einreiht - Grund genug, die Schere anzusetzen, gibt es aufgrund der zahlreichen Gore-Szenen durchaus. Allerdings dürfen einige der damaligen Schnittauflagen durchaus als fragwürdig angesehen werden. So musste unter anderem der Wrestler "Little Joey Hitler", der mit Hakenkreuzbinde und Stachelhelm (schon eine Ironie in sich!) daherkommt, der Political Correctness weichen.
Dass derartige Klischees zu dieser Zeit speziell in der Welt des Profi-Catchens an der Tagesordnung waren - wenn auch nicht gerade so überspitzt wie in diesem Fall - interessierte selbstverständlich niemanden. Doch glücklicherweise kommen wir ja mittlerweile in den Genuss der vollständigen Fassung, und nur so funktioniert der Film!


Man muss schon wissen, auf was man sich einlässt - gehobenen Ansprüchen wird "Blood Diner" nicht gerecht. Natürlich will er das auch gar nicht, vielmehr werden hier Fans von Filmen, wie sie uns Troma kredenzt, zur vollsten Zufriedenheit bedient, oftmals ist man hiermit zu vergleichsweisen Titeln wie dem in vielen Aspekten ähnlich gearteten "Bloodsucking Pharaohs in Pittsburgh" sogar eine Spur besser bedient. Die Handlung hält keine Geheimnisse oder gar Twists parat, der Look des Films lässt sein niedriges Budget erahnen und die Schauspieler können auch nur insofern überzeugen, als dass sie wunderbar in den völlig überdrehten Stil des Films passen. Von einer sehr makabren Autounfall, besser gesagt: einem lustvollen, mehrmaligen Überfahren eines Delinquenten, das von anregender, leichter Musik untermalt wird, über eine Kotzorgie und plötzliche Wut- und Gewaltausbrüche eines Protagonisten bis hin zur völlig schrillen Zombieparade, die sich mit beinahe jedem extrovertierten Modeaccessoirs der 80er Jahre schmückt, welches damals verfügbar war, werden alle Bedürfnisse erfüllt, die an einen Trash-Film gestellt werden.


Genau hier jedoch liegt das größte Problem von "Blood Diner": Eben jene Überdrehtheit wird an manchen Stellen zu sehr zelebriert, sodass hier und da der Schwelle zur Albernheit doch gefährlich nahe gekommen wird. Schließlich waren hier keine Gag-Schreiber alá Zucker/Abrahams am Werk - daher finden sich in den Dialogen durchaus auch einige Längen ...
...Die aber zumeist gleich wieder in Vergessenheit geraten, wenn wieder mal eine völlig abgedrehte Idee folgt. Wem bei einer vegetarischen Moped(!)Gang, die sich "Die Kannibalen" nennt, oder bei einem Konkurrenten, der nach dem Verlust beider Hände recht umständlich versucht, sein Auto zu lenken, kein Grinsen über das Gesicht wandert, der ist hier definitiv im falschen Film!


Man sollte auf keinen Fall einen zweiten "Braindead" erwarten. Zwar fließt reichlich Blut, doch beschränkt sich der Film gerade in der ersten Hälfte eher auf das Zeigen von Körperteilen und Innereien. Wenn sich zum Ende des Films alle Beteiligten in einer Disco zum großen "lumerischen Fest" treffen, geht es dann aber auch effektmäßig so richtig rund, so dass auch die Gorebauern zur Zufriedenheit bedient werden.

Um Bonusmaterial auf der DVD zu finden, muss man schon ein wenig suchen, aber zumindest wird man fündig mit der auf der Hülle angegebenen Covergalerie. Statt die DVD mit sinnlosen Informationen zu füllen, hat man ein 12seitiges Booklet entworfen, das Linernotes von Bato enthält und ebenso wie das Menu und das DigiPack sehr hübsch gestaltet ist.


An eine anamorphe Abtastung für diesen Trash-Streifen hätte kaum jemand gedacht. Dragon macht's möglich, hat dabei aber mit den Schwächen des Materials zu kämpfen. Auch wenn man in dunklen Szenen nicht von schlecht erkennbaren Details reden kann, wirken Tagszenen etwas diesig und nicht wirklich richtig hell. Dadurch ist auch die Farbgebung gedämpft und bleicht manchmal innerhalb einer Szene aus, so geschehen beispielsweise bei der Fahrt durchs Polizeirevier. Die Schärfe ist grundsätzlich recht gut für diesen Titel, es gibt aber immer wieder Wechsel, so dass das Bild verschwimmt. An Defekten bekommt man bis auf einen kurzen digitalen Master-Fehler bei Minute 65:57 (Verpixelung) kaum etwas zu Gesicht und die Kompression zeigt keine Einbußen, obwohl das Bildrauschen ziemlich stark ist. Stellenweise 4 Punkte, größtenteils aber nur durchschnittlich.


Der Dolby Digital 5.1-Ton ist kein besonders gutes Beispiel für Räumlichkeit, da hierfür nur die Stereospur auf die hinteren Lautsprecher mit aufgemischt wurde. Zwar dröhnt es nicht, da die Rears leiser als die Front sind, aber allein die Front reicht für einen leichten Hall, da alle Boxen ähnliche Informationen tragen. Dann doch lieber das originale Stereo, bei dem man zwar bei genauerem Hinhören leichte Abschwächungen und minimale Verzerrungen hören kann und der natürlich nicht so eine starke Basswand wie der 5.1-Ton auffahren kann, der aber sonst bestens verständlich ist und auch den Score gut zur Geltung bringt. Problematisch wird es hier nur wegen einiger Aussetzer. So verschwindet der Ton mal kurz komplett, dann werden schroffe Wechsel in der Klangqualität auffällig und auch ein deutliches Rauschen wird man immer wieder vernehmen, als ob hier das Material schlapp machen würde. Der englische Stereoton zeigt keine solche Schwächen, auch wenn die Dialoge stellenweise etwas abfallen, und bringt sogar noch ein paar Geräusche mehr mit rein, beispielsweise das Rülpsen eines Gastes während des Essens. Untertitel fehlen dazu noch.


Wer durchgeknallte Filme mit reichlich nackter Haut - ein Highlight ist definitiv der Karate-Kampf im Eva-Kostüm - und einer Menge Gore mag, der kommt um "Blood Diner" einfach nicht herum. Unter dem Arbeitstitel "Blood Feast 2" entstanden, wird eben jene Zielgruppe angesprochen, die sich schon vom Lewis'schen Vorbild aus den 60ern angetan fühlte. Nicht umsonst sind starke Ähnlichkeiten dazu vorhanden oder Details wurden weitergeführt, die später sogar im regulären "Blood Feast"-Sequel aufgegriffen wurden (Stichwort: Fingersnacks). Die DVD ist ungeschnitten, was der Hauptgrund für den Fan sein sollte. Zwar sind Bild- und Ton nur auf durchschnittlichem Niveau, die Umsetzung ist insgesamt aber ganz pässlich, schließlich handelt es sich ja nicht um einen Spielberg.


Film++++--
Bild+++---
Ton+++---
Bonus+-----


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Blood Diner - Garantiert geschmacklos (Twilight Classics #04)
Blood Diner
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