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USA 2002
Originaltitel:Bubba Ho-tep
Länge:92:11 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:R-Rated
Regie:Don Coscarelli
Buch:Joe R. Lansdale, Don Coscarelli
Kamera:Adam Janeiro
Musik:Brian Tyler
SFX:K.N.B. Effects Group
Darsteller:Bruce Campbell, Ossie Davis, Ella Joyce, Bob Ivy, Heidi Marnhout, Edith Jefferson, Reggie Bannister, Larry Pennell, Daniel Roebuck, Daniel Schweiger, Harrison Young, Linda Flammer, Solange Morand
Vertrieb:MGM
Norm:NTSC
Regionalcode:1
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Englisch
Untertitel:Englisch, Spanisch, Französisch
Verpackung:KeepCase im Pappschuber
Specials:
  • 12seitiges Booklet
  • Audio Commentary by Director Don Coscarelli & Bruce Campbell
  • Audio Commentary by The King
  • Joe R. Lansdale Reads From Bubba Ho-Tep (7:57 Min.)
  • Deleted Scenes:
    • Hallway (2:25 Min.)
    • The Lady's Room (0:49 Min.)
    • Footage From The Temple Room Floor (2:09 Min.)
  • Making Bubba Ho-Tep:
    • The Making Of Bubba Ho-Tep (24:37 Min.)
    • To Make A Mummy (6:07 Min.)
    • Fit For A King (7:51 Min.)
    • Rock Like An Egyptian (12:41 Min.)
    • Photo Gallery
  • Music Video (2:28 Min.)
  • Theatrical Trailer (2:15 Min.)
  • TV Spot (0:32 Min.)
  • Other Great MGM Releases:
    • MGM Means Great Movies (1:13 Min.)
    • Osama (1:09 Min.)
    • Barbershop 2 (2:08 Min.)
    • Touching The Void (1:10 Min.)
    • Jeepers Creepers (0:56 Min.)
    • Jeepers Creepers 2 (1:12 Min.)
    • More Great MGM Releases (1 Seite)
  • Special Thanks (1 Seite)
Elvis Presley ist mitnichten Geschichte. Zwar glaubt das die ganze Welt, doch ist der King of Rock'n'Roll noch quicklebendig, wenn auch seit einem schweren Hüftunfall, der ihn für mehrere Monate ins Koma schickte, etwas ungelenk. In einem kleinen Altersheim irgendwo in Texas fristet er sein anonymes Dasein und wartet voller Depressionen auf sein Ende. Dies naht in Form einer 4000 Jahre alten Mumie, die auf der Suche nach frischen Seelen im Seniorenhort leichten Fang wittert. Doch Elvis wäre nicht Elvis, wenn er sich dem staubigen Eindringling nicht entgegensetzen würde ...
Eieieieiei, was haben wir denn da? Zwei Dinge sind nach "Bubba Ho-tep" mal klar. Das Teil hat das Zeug zum Kultfilm und Bruce Campbell hat seit Interner Link"Army of Darkness" nicht mehr so abgefeiert. Seine Fans kommen an diesem Prunkstück aus der Low-Budget-Ecke jedenfalls nicht vorbei. Interner Link"Phantasm"-Vater Don Coscarelli schuf nach vierjähriger Pause einen irrwitzigen Mix aus Horror, Drama und Komödie, der hoffentlich längerfristig auf sich aufmerksam machen wird.
"Bubba Ho-tep" entstand unter enormen finanziellen Schwierigkeiten, da sich einfach kein Studio finden wollte, das an den Erfolg dieses Konzepts glaubte. So musste Coscarelli den Film innerhalb eines Monats im Kasten haben, konnte nur in einem längst verlassenen Altersheim drehen und musste sich Make-Up und Effekte von KNB-Effects sponsoren lassen. Vielen Dank von hier an die Jungs.


Wir alle dachten der King ist tot. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn in Wirklichkeit lebt Elvis Presley (Campbell) noch. Er singt nicht mehr, tritt nicht mehr auf, aber er lebt und zwar in einem unkomfortablen Altersheim. Der ergraute King of Rock 'n' Roll ist inzwischen impotent und fristet nach einem komplizierten Hüftbruch ein vegetatives Dasein. Sein einziger Freund ist der schwarze (!!) Jack (Ossie Davies), der sich selbst für John F. Kennedy hält und seinen Worten zufolge einer Verschwörung zum Opfer fiel. Als die beiden gebrechlichen Männer entdecken, dass eine uralte ägyptische, sich von Seelen ernährende Mumie ihr Unwesen im Seniorendomizil treibt, beschließt das Duo ein letztes Mal zu Höchstform aufzulaufen und das Biest zur Strecke zu bringen.


Klingt schräg? Ist es auch! "Bubba Ho-tep" ist dank seiner kreativen Köpfe einer der abgefahrensten Streifen der letzten Zeit. Da wäre zunächst mal Elvis, der seinerzeit einen Kontrakt mit dem Double Sebastian Haff (ebenfalls Campbell) schloss, um zwischenzeitlich ein ruhiges Normaloleben zu führen. Als bei einem explosiven Grillintermezzo das Papier jedoch in Flammen aufgeht und Haff als wirklicher Elvis urplötzlich stirbt, ist es mit der Herrlichkeit vorbei.
Bruce Campbell ist hier mit einer Spielfreude am Werk, die ich lange vermisst habe. Gute Rollen waren jedoch auch rar für ihn geworden. Dieser gebrechliche alte Sack, der Stützen zum Gehen braucht und nebenher noch einen ziemlich ernsten, nachdenklichen Blick auf das Altern, ein verschenktes Leben, unerledigte Dinge, den Umgang mit Senioren, das Vergessen, die nicht interessierte, den Ballast ins Heim abschiebende Verwandtschaft und den täglichen Terror in so einer Institution wirft, wächst einem sowas von ans Herz. Insbesondere sein Kampf gegen überdimensionierte Käfer und später die Mumie sind Highlights, die ganz stark an alte "Ash"-Zeiten erinnern. Sein plötzliches Glücksgefühl während der äää "Pflege" war dabei ein absoluter Knaller.


Man sollte an "Bubba Ho-tep" nicht mit den Erwartungen gehen viel Gore oder Action geboten zu bekommen. Insbesondere der Einstieg ist doch eher unspektakulär. Der Film hat seine ruhigen Momente. Dahinter steckt eine etwas wehmütige Stimme, die die oben schon erwähnte Message transportiert. Doch wenn hier etwas passiert und das Rentner-Duo an zu hinken fängt, bleibt kein Auge trocken. It's time to kick ass and chew bubble gum. Insbesondere Campbell glänzt dabei mit sehr von sich selbst überzeugten, zynischen Kommentaren, während Käferli und Wickelschrumpel abgefackelt werden. Die dazu stets bewusst übertriebenen Musikbegleitungen und die Parodie bekannter Altenheimelemente (fürsorgliche Schwestern, senile, bettlägerige Menschen und debil-routinierte Leichenbestatter) sind darauf noch der Zuckerguss.
"Bubba Ho-tep" ist ein durch und durch charmant-sympathischer, abgedrehter Filmspaß, wie ihn wohl nur richtige Geeks ihn richtig umsetzen können. Don Coscarelli und Bruce Campbell dürften im Vorfeld jedenfalls viel Liebe für den unkonventionellen Stoff entwickelt haben. Campbell ist es auch, der dem Film die nötige Klasse verleiht. Neben dem verschmitzten, leider vor wenigen Tagen verstorbenen und hier mit amüsant mit einer übertriebenen Ernsthaftigkeit auftretenden Ossie Davies, ist er eine kultverdächtige Bank, die mit sichtbarem Engagement die Rolle stemmt. Campbell steckte schon ewig nicht mehr so voller Tatendrang wie hier. Seine Kommentare, seine Mimik, seine gebrechliche, dem Alter angepasste und dann plötzlich wieder jugendliche Gestik sind hier die schauspielerischen Highlights. Aus dem zunächst bettlägerigen, seine missliche Lage analysierenden, selbst aufgebenden Rentner, wird plötzlich ein rüstiger, sehr vitaler, die Initiative ergreifender Mann, der schließlich mehr in sich entdeckt, als er selbst lange für möglich gehalten hat.


Los gehts beim Bonusteil mit einem Audiokommentar von Regisseur Coscarelli und seinem Hauptdarsteller Campbell. Wer schon mal einen Kommentar von Campbell gehört hat, weiß, dass er auch diesen auf keinen Fall verpassen darf. Neben jeder Menge Gejuxe und lockerer Unterhaltung zwischen den beiden kommt natürlich auch der Informationsgehalt nicht zu kurz, wobei dieser sich klar der Unterhaltsamkeit unterordnen muss. Den zweiten Kommentar erledigt der King persönlich, denn der lebt natürlich noch. Und der Mann hat's drauf, kennt den Film zwar nicht, denn im Film wird er von einem Elvis-Double gespielt, hat aber ne Menge lustiger Anekdoten aus seiner Zeit auf Lager. Unter anderem weiß er mittlerweile, wie man mit Handys umgeht und wie gut Chips zu einem guten Film schmecken; dazu schlürft er seinen Kaffee, als ob er grad selbst zuhause auf seiner Couch sitzen würde. Irre unterhaltsam und ausgesprochen cool!
Von der Kurzgeschichte, die als Vorlage für den Film diente, liest der Autor Joe R. Lansdale in einem 8minütigen Feature vor, welches unterlegt wurde mit verfremdeten Bildern aus dem Film. Die Texttafel zu Beginn, mit welcher sich MGM von den Aussagen und Meinungen des sehr lustig geschriebenen Stückes distanziert, ist umso bescheuerter, je mehr man mitbekommt, dass doch sehr lange Passagen direkten Einfluss in den Film gefunden haben. Unter den geschnittenen Szenen finden sich drei kurze Passagen, wobei die ersten beiden wahlweise von Coscarelli und Campbell kommentiert werden. Unter dem Menupunkt Making Of findet man gleich mehrere davon: Das Längste davon geht auf die Entstehung des Filmes an sich, die Darsteller und Mitwirkenden und ihre Motivationen ein. Die folgenden, etwas kürzeren Making Ofs widmen sich immer speziell einer Thematik (Entstehung der Mumienmaske, die Elviskostüme, die Filmmusik). Das Ende von "Rock Like An Egyptian" deutet dann schon ein Musikvideo an, welches man auch einzeln im Menu anwählen kann. Einige der Fotografien aus den Making Ofs lassen sich in einer umfangreichen Galerie anschauen. Die restlichen Extras sind Trailer zum Film und anderen Veröffentlichungen von MGM. In der DVD-Packung, die von einem Pappschuber mit Prägedruck umhüllt ist, steckt noch ein 12seitiges Booklet mit untertitelten Produktionsfotos und einem einführenden Text von Campbell.


Dass die Bildqualität der DVD mindestens gut sein muss, war ja zu erwarten. Die Farben und der Kontrast stellen vollends zufrieden, ein paar sichtbare Kratzer sind zwar dabei, aber eher uninteressant fürs Gesamtergebnis und sonstige analoge oder digitale Artefakte fallen weniger auf. Bis auf das Bildrauschen, welches hin und wieder deutlich hervortritt. Das ist neben der insgesamt nur guten Schärfe, die vor allem im Detail etwas vermissen lässt aber auch der einzige wirkliche Kritikpunkt. Letztlich ist die MGM-DVD doch gut gelungen, ein wenig zu weich, aber das mag schon bei der Produktion so geplant gewesen sein.
Die Tonumsetzung gefällt mir sogar noch ein wenig besser als das Bild, denn hier hat man einiges drangesetzt, möglichst viele Effekte einzubringen. Wenn Elvis in seinem Halbschlaf fantasiert, dann schwirren die dafür eingespannten Töne nur so über die Rears. Der Klang an sich ist makellos, ob es nun die kraftvolle Einbringung der Musik oder die klare Dialogabmischung ist, hier ist ordentlich Power und Dynamik drin, obwohl es ja gar kein Actionfilm ist. Dafür bringt schon die Front jede Menge gut ortbare Geräuschquellen mit sich, die für eine gewisse Grundräumlichkeit sorgen. Zuschaltbar sind u.a. englische Untertitel.


Abgedrehter, kultiger Fantasyspaß mit ernsthaften Unterton, der unter Insidern seinen guten Ruf zurecht weg hat. Don Coscarelli gelang mit "Bubba Ho-tep" ein narrativ zwar etwas ungelenkes (über die Mumie erfährt man letzten Endes doch etwas wenig), dafür jedoch schauspielerisches Genrehighlight, das mit grandiosen Dialogen, Witz, Übermut, sowie einer eigenen Interpretation der Elvis-Legende auffährt. Solch gelungene Geniestreiche gibt es leider zu selten. Die DVD-Auswertung fällt ebenso überraschend aus, da man neben gutem Bild und Ton der Collector's Edition jede Menge Bonus spendiert hat.


Film+++++-
Bild++++--
Ton+++++-
Bonus++++--


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Bubba Ho-tep (2-DVD Special Edition)
News"Bubba Ho-Tep" kommt!
Bubba Ho-Tep
Bubba Ho-Tep (Collector's Edition)
Bubba Ho-Tep
Bruce Campbell Collection, The
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