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CN, HK, TW 2002
Originaltitel:Touch, The
Alternativtitel:Tian mai chuan qi
Länge:99:26 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Peter Pau
Buch:Julien Carbon, Laurent Courtiaud, J.D. Zeik
Kamera:Peter Pau
Musik:Todd Haberman, Basil Poledouris
SFX:Joel Matthew Clifton
Darsteller:Michelle Yeoh, Ben Chaplin, Richard Roxburgh, Brandon Chang, Dane Cook, Sihung Lung, Margaret Wang, Kenneth Tsang, Tats Lau, Winston Chao
Vertrieb:Highlight
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte
Specials:
  • Original-Trailer (2:59 Min.)
  • Making Of (20:22 Min.)
  • 3 Darsteller-Filmografien
  • Der besondere Filmtipp: "Resident Evil 2" (2:19 Min.)
  • Trailershow:
    • Mädchen Mädchen 2 (1:58 Min.)
    • Elling (1:46 Min.)
    • Der Untergang (2:41 Min.)
    • Vergiss mein Nicht! (1:24 Min.)
    • Alexander (1:40 Min.)
Mit im Gepäck hat er das geheimnisvolle Medaillon von Sharira, welches er dem bösartigen Antiquitätenhändler Karl (Richard Roxburgh) gestohlen hat. Einer Legende nach soll das antike Medaillon der Schlüssel zum größten aller Schätze sein. Karl versucht nun mit allen Mitteln das Medaillon wieder zu bekommen. Eine abenteuerliche Schatzsuche nimmt ihren Lauf...
Nachtigall, ick hör Dir trapsen. Es ist nur zu offensichtlich, dass die Macher von "The Touch" von vorn herein auf eine internationale Auswertung abzielten und sich dafür ganz den Genrekonventionen der westlichen Filmwelt verschrieben. Nun ganz so konventionell hätte es dann nicht sein müssen, denn so penetrant wie hier auf der "Tomb Raider"-Schiene herumgeeiert wird, könnte man glatt meinen, das sollte ein weiterer Teil werden. Verrat wird hier am Hongkong-Kino in selten gesehener Ausführlichkeit zelebriert. Kaum rasante Actionszenen, niedriges Tempo und unterirdische Effekte. Das sind die Hauptzutaten von "The Touch". Zusammengepfercht wurden neben etlichen Hollywood-B-Mimen wie Richard Roxburgh ("The League of Extraordinary Gentlemen", "Van Helsing"), der auch gleich in die aus "Tomb Raider" entsprungene Rolle des megareichen Bösewichts springen darf, Dane Cook ("Torque") und Ben Chaplin ("Lost Souls"), ein inzwischen seinen Erfolgen in Hollywood hinterherlaufender und hier mit einem motivationslosen Score glänzender Basil Poledouris ("RoboCop", "The Hunt for Red October"), sowie die beiden Drehbuchautoren Julien Carbon und Laurent Courtiaud. Die haben ihrer Gilde bekanntlich schon mit ihrem Ausschuss zu "Black Mask 2" größten Schaden zugefügt.
Da mag dann der talentierte Kameramann Peter Pau hier als Regisseur auch nicht mehr viel zu verrichten. Mal wieder geht es um ein geheimnisvolles Artefakt, das zu unermesslichem Reichtum führen kann. Der Wettlauf um das gute Stück und dessen Kräfte beginnen, Böse bekriegt Gut und so weiter und so fort. Schrecklich wie einfallslos "The Touch" in so ziemlich allen Belangen ist.



Für das Gute tritt in diesem Fall gegen den exzentrischen Millionär Karl (Roxburgh) die das "Spektakel" (*hüstel*) auch produzierende Michelle Yeoh ("Tomorrow Never Dies", "Crouching Tiger, Hidden Dragon") als akrobatische Zirkusartistin an. Im Schlepptau hat sie den in sie verliebten, über Jahre verschollenen Dieb und Ziehsohn ihres Vaters Eric (Ben Chaplin). Das Dummerchen hat Karl nämlich das Medallion besorgt und es ihm nun wieder abgeluchst. Ja ja, das schlechte Gewissen ...
Aufgefüllt mit westlichem Humor (also kein Slapstick, dafür nervtötend blöde Handlanger Karls) gibt es zwar den einen oder anderen flotten Martial-Arts-Konflikt zu Beginn, nur leider wird der dann grundsätzlich mit übertriebenem Wirework (echt tolle Fliegereien...) oder unterirdischen CGI-Tricks verseucht. Was bleibt ist ein Abenteuerfilm mit den üblichen Versatzstücken. Da gibt's ein paar rätselhafte Personen; alte, weise Mönche; bisschen Konfliktbewältigung; ein Wettkampf auf Leben und Tod und später, in den alten Katakomben, ein paar Fallen, die umgangen werden müssen. Die Vorbilder sind vorher studiert worden, ein Schuh wird hier trotzdem nicht draus. Das liegt vor allem an der zähen Erzählweise, der fehlenden, für eine Hongkong-Produktion doch sonst so typischen Rasanz und schlicht und einfach Action. "The Touch" hat nicht viele und wenn sind sie schwach inszeniert - wie beispielsweise das unterirdische CGI-Finale, das an Dilettantismus den Hollywoodschen CGI-Terroristen in nichts nachsteht.
Die schwach spielenden Schauspieler sind in ihren ohnehin konturlosen Klischeecharakteren gut aufgehoben, in den wenigen Fights sehen sie jedoch arg peinlich aus. Die fehlende Spannung wirk sich vor allem auf den unspektakulären Mittelteil aus, da hier bisweilen auch getrost ausführlich auf die Vorspultaste gehämmert werden darf. Die wenigen schicken Naturaufnahmen vermögen es da auch nicht mehr zu richten.



Kommen wir nun zu der diesem Test vorliegenden Highlight Film-DVD. Neben einem wirklich tollen und glänzenden DVD-Cover wird uns leider nicht allzu viel geboten. Die Extras sind recht mau ausgefallen und neben diversen Trailern und Filmografien gibt es nur noch ein typisches 20-minütiges Promotion-"Making of" in Kantonesisch mit optionalen deutschen Untertiteln. Tiefgang dürfen wir hier nicht erwarten und bekommen nur einen kleinen Einblick in die zwei Jahre andauernden Dreharbeiten.
Das anamorphe Widescreen-Bild, das uns satte Farben und einen ausgewogenen Kontrast bietet, weiß im Bereich Bildschärfe allerdings nur bedingt zu gefallen. Das Bild wirkt überwiegend weich und teilweise sogar recht unscharf. Weder in den Nahaufnahmen, noch in den Totalen kann die Schärfe hier überzeugen. Zudem weist das Bild im Hintergrund etwas Bildrauschen auf, welches ebenfalls zulasten der Schärfe geht und die horizontalen "Schmierstreifen", welche in einigen Szenen zu erkennen sind, lassen uns schon etwas erschaudern. Gerade mal drei Jahre auf dem Buckel und schon solche Fehler aufweisen - sehr unfein! Auch die Kompressionen arbeiten nicht wirklich unauffällig im Hintergrund und offenbaren etwas Blockrauschen und auch Nachziehen lässt sich wiederholt feststellen. Dafür halten sich Defekte und Kratzer angenehm zurück. Dennoch keine besonders gute Leistung für einen relativ neuen Film, was aber daran liegen dürfte, dass die Vorlage schon nicht besonders gut war. Zudem ist der Bildstand oftmals recht unruhig und einige Bildteile fangen an zu ruckeln. Dies liegt wohl an den schlecht produzierten und eingefügten CGI-Szenen, da der Fehler immer in diesen Momenten Eintritt. Klanglich wird uns schon etwas mehr geboten. Zwar zu Beginn noch recht frontlastig, entwickelt sich der Ton im Laufe des Films in ein sehr räumliches Klangbild mit einem guten Einsatz der Effektlautsprecher. Gerade in den Kampfszenen wirken die direktionalen Effekte wirklich gut, wenn auch nicht ganz so perfekt wie vielleicht erwartet. Dafür fehlt hier einfach das letzte bißchen Fingerspitzengefühl. So lassen sich die Effekte nicht immer hundertprozentig orten, und auch der Dynamik-Bereich ist nicht optimal ausgefallen. Zwar sind die Dialoge bis auf einige Patzer gut zu verstehen, allerdings passiert es immer wieder, dass sie von den Effekten übertönt werden. Hier hätte man sich in der Abmischung etwas mehr Mühe geben müssen. Auch wenn die Musik sehr räumlich abgemischt wurde und selbst der Bass nicht ungenützt bleibt, ist das Klangbild dennoch etwas zu unausgewogen. Der deutsche DTS 5.1-Track bietet keinerlei Vorteile und die englische Spur wurde optional mit deutschen Untertitel versehen.

Was bleibt ist ein innovations- und kraftloses, kommerzorientiertes Fantasy-Abenteuer, das höchstens noch Fans von "Tomb Raider: Die Wiege des Lebens" ansprechen kann. Hier ist nun wirklich alles auf Teufel komm raus schief gelaufen. Nichts was das Hongkong-Kino eigentlich ausmacht, ist in diesem missglückten Versuch einer "Indiana Jones"-Kopie anzutreffen. Dafür alles, was eine schlechte, klischeehafte und einfallslose Hollywood-Produktion ausmacht. Die DVD kann in puncto Bild und Extras nur bedingt überzeugen, gerade Letzteres ist recht mager ausgefallen; der Ton ist hierbei noch am besten gelungen. Bevor aber Spekulationen wegen der "Originalsprache" aufkommt: Der Film wurde zwar in China produziert, aber auf Englisch gedreht. Wer einmal einen Blick riskieren möchte, sollte sich die DVD vorher einmal ausleihen.


Film++----
Bild+++---
Ton++++--
Bonus+-----


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