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NZ 2003
Originaltitel:Locals, The
Alternativtitel:Dead Peoples
Länge:84:32 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Greg Page
Buch:Greg Page
Kamera:Bret Nichols
Musik:Victoria Kelly
Darsteller:John Barker, Dwayne Cameron, Kate Elliott, Aidee Walker, Paul Glover, Glen Levy, Dave Gibson, Peter McCauley, Kayte Ferguson, Greg Page
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Audiokommentar
  • Interviews:
    • John Barker
    • Dwayne Cameron
    • Kate Elliot
    • Aidee Walker
    • Greg Page (Regie)
    • Steve Sachs (Produzent)
  • Behind The Scenes
  • Trailer
  • Trailershow:
    • Cabin Fever
    • The Third Wave
    • Dead Bodies
    • Haus der 1000 Leichen
    • The Alzheimer Case
    • Bully
Endlich Wochenende ...
Paul und Grant können es kaum erwarten, die Großstadt hinter sich zu lassen und am Meer einen drauf zu machen. Surfen, saufen und - hoffentlich - Sex. Auf ihrer Fahrt durchs neuseeländische Niemandsland treffen sie auf zwei heiße Bräute in einem flotten Flitzer. Die beiden laden die Jungs auf eine Party ein. Einzige Bedingung: sie dürfen sich auf der Fahrt dorthin nicht abhängen lassen. Die wilde Verfolgungsjagd endet jäh im Straßengraben und von den Mädchen fehlt jede Spur. Dafür tauchen plötzlich ein paar Einheimische auf, die den Stadtmenschen ans Leder wollen.Wieder beginnt eine Jagd, aber diesmal ist nichts mehr wie es scheint ...
Manchmal kommen sie wieder ...
Da werden wir nun schon seit Jahren in den Videotheken mit miesen bis bestenfalls mal durchschnittlichen Slasher- und Backwood-Filmchen belästigt und haben die Hoffnung schon fast aufgegeben, einmal wieder überrascht zu werden, und was passiert? Ein junger Neuseeländer, Greg Page, zeigt gleich mit seinem ersten Film, bei dem er für Regie und Drehbuch verantwortlich ist, dass das Horrorgenre doch noch nicht so tot ist, wie wir alle befürchtet haben.
Natürlich muss man berücksichtigen, dass hier mit einem minimalen Budget gedreht wurde, aber um so mehr überzeugt die Story und das, was man zu sehen bekommt. Gleich zu Beginn möchte ich einen Kritikpunkt aufgreifen, der dem Film in nahezu allen Reviews angekreidet wird: Es geht um die Ausleuchtung der Nacht. Der Film spielt in nur einer Nacht, und Greg Page hat sich, um das nur noch mal zu betonen, mit voller Absicht dafür entschieden, die Nacht durch den massiven Einsatz von starken Scheinwerfern zu erhellen. Dabei ist die Beleuchtung keineswegs störend, man benötigt zwar etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen, aber letztlich wird sie als großartiges Stilmittel eingesetzt. Die beleuchteten Stellen sind nicht wahllos gewählt, es ist nie der gesamte Sichtbereich ausgeleuchtet, vielmehr wird durch den gezielten Einsatz der Lichtquellen, die albtraumhafte Atmosphäre verstärkt; wird der unwirkliche Charakter, den die Geschichte mehr und mehr annimmt, unterstrichen. Für mich ein wirklich interessantes Stilmittel und eindeutig eine Bereicherung. Und sind wir mal ehrlich, bei Argento hat sich doch auch keiner beschwert, dass z.B. in Interner Link"Suspiria" die Nacht nicht dunkel, sondern in allen nur erdenklichen Farben erstrahlte.



Um diesen Vergleich dann doch wieder zu revidieren, Page ist hier sicherlich kein Meisterwerk gelungen, und auch der Vergleich mit Argento hinkt, aber zumindest muss man Greg Page zu gute halten, dass er sich auch in der Story bewusst von ausgetretenen Pfaden entfernt. Die Geschichte der zwei Freunde - der eine wurde gerade von seiner Freundin verlassen, weil ihm Interner Link"Herr der Ringe" nicht gefallen hat (!!) -, die im neuseeländischen Outback eine Abkürzung nehmen, klingt zunächst nicht neu und scheint, wenn man dann auch noch den ersten Mord sieht, auf eine weitere Hinterwäldler-Slasher-Story hinauszulaufen. Doch dann bekommt der Film eine Wendung, die man am besten selber entdecken sollte. Jedes weitere Wort würde hier eindeutig zu viel sein. Als einziger Kritikpunkt im Bereich der Story bleibt letztlich, dass der Film zu wenig erklärt, zu viele Fragen stellt, die er aber zum Großteil nicht beantworten kann.
Inszeniert wurde der Film mit einem minimalen Budget, dass man ihm aber einzig in den kurzen Szenen ansieht, in denen Effekte zum Einsatz kommen. Doch auch diese Effekte sind so immer noch besser als so manches, was man in letzter Zeit aus dem Bereich CGI in Produktionen von B-Movie-Schmieden gesehen hat Wer auf Kunstblut und Action aus ist, dürfte eher enttäuscht sein. Bis auf zwei Autoverfolgungsjagden, die mit einer tollen Dynamik inszeniert wurden, und einige wenige Bluteffekte, bleibt der Film vergleichsweise zahm. Wobei er das abdriften in Effekthascherei aber auch nicht nötig hat, dazu bietet die Story zu viel Spannung und vermag sehr zu fesseln. Mehr an Gewalt und Action wäre hier nur störend.
Die Darsteller pendeln irgendwo zwischen sehr gut (Dwayne Cameron als Paul), ordentlich (John Barker als Grant) und durchschnittlich (der Rest). Totalausfälle gibt es keine. Gleiches gilt auch für den Soundtrack, der sich zumeist dezent zurückhält, wenn dann aber mal was zu hören ist, gibt es guten alternative Sounds und ein durchaus passendes Death Metal-Stück.
"The Locals" ist, wie gesagt, kein Meisterwerk, aber der Film zeigt doch, dass man auch mit guten Ideen noch etwas erreichen kann. Zwei Jahre hat die Vorbereitung zu diesem Film gedauert und man merkt ihm an, dass alle mit sichtlichem Engagement dabei waren. Man darf sicherlich gespannt sein, was Greg Page als nächstes dreht, denn dass er über Talent verfügt, hat er mit diesem kleinen, mitreißenden neuseeländischen Mysterie-Horror-Thriller durchaus bewiesen. Für alle, die mal wieder etwas sehen wollen, das nicht dem Slasher-Backwood-Standard-Schema entsprungen ist, eine eindeutige Empfehlung.



Ich sehe tote Menschen ...
Eine Empfehlung kann man auch bei der Sunfilm-DVD aussprechen, welche uns in einem guten anamorphen Transfer vorliegt, dem es zwar etwas an Schärfe fehlt und farblich einen stiltechnisch bedingt etwas blassen Eindruck macht, aber gerade im Bereich Kontrast durchweg zu überzeugen weiß. Zwar bekommen wir hier keinen optimalen Schwarzwert geboten, jedoch lassen sich alle nötigen Details in den dunklen Szenen erblicken und auch wenn man hier die Dunkelheit absichtlich stark ausgeleuchtet hat, ist das Ergebnis durchweg zufrieden stellend ausgefallen. Bildrauschen findet man hier so gut wie gar nicht und wenn dann nur höchst dezent im Hintergrund. Auch Defekte oder jegliche Form von Verschmutzungen sind diesem Transfer fremd und selbst die Kompressionen geben keinen Grund zur Kritik. Lediglich eine kleine Bewegungsunschärfe ist hier und da zu beanstanden und im Bereich Schärfe hätte man hier mit Sicherheit mehr heraus holen können, denn selbst in Nahaufnahmen ist die Detailschärfe noch weit von einem wirklichen Gut entfernt.
Bei der Ausstattung des Tons hat man es mal wieder zu gut gemeint und spendiert der DVD gleich vier verschiedene Audiotracks, wovon man zumindest zwei nicht gebraucht hätte. Weder die Dolby Surround- noch die DTS 5.1-Spur wäre wirklich nötig gewesen. Letztere offenbart wieder einmal nur heiße Luft und Unterschiede zur Dolby Digital 5.1-Spur sind kaum hörbar. Der Dolby Surround-Track klingt zwar wirklich angenehm, macht aber nur wenig Sinn. Dafür bietet der Dolby Digital-Track nicht nur eine saubere Dialogabmischung, sonder lässt das gesamte Klangbild sehr dynamisch erscheinen und alle Kanäle werden recht präzise und kräftig genutzt und bieten eigentlich immer etwas für die Ohren. Ein brachiales Sound-Gewitter sollte man hier zwar nicht erwarten, dafür ist "The Locals" einfach nicht der Film, aber die Abmischung lässt einen zumindest tief in das Geschehen versinken und überzeugt durch eine atmosphärische Musikabmischung; die Rears werden wunderbar für Umgebungsgeräusche und einige wirklich effektive Surroundeffekte eingesetzt. Selbst über den Bass kann man sich nicht beschweren und in einigen Szenen, wie z.B. die Auto Explosion, lässt er uns schonmal große Augen machen. Besser klingt hier nur der englische 5.1-Mix, welcher zwar im Dialogbereich Abstriche machen muss und etwas dumpfer wirkt, dafür aber im Dynamikbereich punkten kann und deutlich kraftvoller wirkt als der deutsche Track. Wer sich für die Originalsprache entscheidet, sollte auf jedenfall die optionalen deutschen Untertitel hinzuschalten, da die Protagonisten doch teilweise einen sehr starken neuseeländischen Akzent haben und von daher nur schwer zu verstehen sind.

Das Zusatzmaterial auf dieser DVD bleibt durchaus überschaubar, kann dennoch zu gefallen wissen. Zu aller erst sei der Audiokommentar des Regisseurs erwähnt, welche mit viel Enthusiasmus gesprochen wird und man Greg Page anhört, dass er stolz auf seine und die Arbeit des gesamten Filmteams ist. So lobt er seine Leute auch nicht selten in den Himmel und reicht nebenbei viele interessante Informationen ein, welche nicht immer ganz deutlich zu verstehen sind, da auch Page nicht ganz akzentfrei spricht. Deshalb ist es auch schade, dass dieser wirklich tolle Kommentar nicht untertitelt wurde. Weiter geht es mit sechs obligatorischen Trailern weiterer Sunfilm-Titel, dem Originaltrailer zum Film sowie ein knapp 6-minütiges "Hinter den Kulissen"-Featurette, welches recht sehenswert geworden ist, jedoch ebenfalls ohne Untertitel vorliegt; so auch geschehen bei den 6 recht kurzen und unspektakulären Interviews.
Das war es dann auch mit dem Bonusmaterial, welches mit Sicherheit Deutsch untertitelt besser geschmeckt hätte. So bleibt uns ein gutes Bild, ein überzeugender Dolby Digital-Track, aber nur ausreichendes Bonusmaterial. Hier hätte man lieber auf die Vielzahl an unnötigen Tonspuren verzichten sollen und stattdessen das Geld für die Untertitel verwendet. Nichtsdestotrotz ist "The Locals" aber ein überzeugendes Kino-Debüt geworden, spannend inszeniert und wundervoll fotogarfiert. Bis auf die fehlenden Untertitel beim Bonusmaterial gibt es in puncto DVD auch nicht viel zu kritisieren und Genrefans dürfen hier getrost zugreifen.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+++---


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