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CAN 2000
Originaltitel:American Nightmare, The
Alternativtitel:Amerikanische Albtraum, Der
Länge:71:00 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Ulrich Adam Simon
Buch:Ulrich Adam Simon
Kamera:Immo Horn
Musik:God Speed You Black Emperor, Karlheinz Stockhausen
Darsteller:John Carpenter, Carol J. Clover, Wes Craven, David Cronenberg, Tom Gunning, Tobe Hooper, John Landis, Adam Lowenstein, George A. Romero, Tom Savini
Vertrieb:Epix/EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Stereo)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Originaltrailer (1:47 Min.)
  • Biografien:
    • John Carpenter
    • Tobe Hooper
    • George A. Romero
    • Wes Craven
    • David Cronenberg
    • Tom Savini
  • Splatterspecial - Texttafel (8:00 Min.)
  • Bodies that Splatter:
    • Symposium (Texttafel)
    • Kettensägenmassaker:
      • Das Deutsche Kettensägen Massaker - Auschnitte (10:58 Min.)
      • Biobibliographie Gerburg Treusch-Dieter (Texttafel)
      • Splattergedicht Moritat (Texttafel)
  • Trailershow:
    • Armee des Jenseits
    • Der Teufel von Rudow
    • Attack of the Killer Hog
    • Lovesick
    • Penetration Angst
    • Sisters
    • Clubland
    • Themroc
    • UFO
"The American Nightmare" wagt einen Blick hinein in eine der wohl kreativsten und Bahn und Tabu brechendsten Zeiten des US-Horror-Films in den späten 60er und frühen 70er Jahren. Es kommen Regisseure wie John Landis, Tobe Hooper, Wes Craven, Georg A. Romero, David Cronenberg und viele mehr zu Wort, die mit ihren Filmen zugleich schockierten und eindeutige Statements zur amerikanischen Gesellschaft und deren Problemen abgeben. Neben den Aussagen des Regisseure und Beteiligten werden die filmhistorischen Hintergründe von verschiedenen Filmwissenschaftlern beleuchtet.
Meine Zombies hatten schon den Geschmack von McDonald's, von den guten Dingen des Lebens auf der Zunge und verstanden nicht, warum das nicht so bleiben sollte. - George A. Romero

1968, George A. Romero gelingt mit Interner Link"Night Of The Living Dead" ein Film, der eine neue Ära einleitet. Der Film ist brutal, er ist zynisch und er hält einer amerikanischen Gesellschaft, die von Krisen und Unsicherheit geprägt ist, einen brutalen Spiegel vor. In den nächsten Jahren werden Romero weitere Regisseure folgen, die mit ihren Filmen das Horrorfilm-Genre revolutionieren und dabei doch mehr zeigen als nur Blut und Gedärme. Auch sie üben Kritik und spielen mit dem Genre Horror in einem zwar auch schon zuvor bekannten Kontext, aber so drastisch und voller Bitterkeit wurden die Themen noch nie angepackt.
"American Nightmare" widmet sich diesen Filmemachern, die sich in der Zeit, die geprägt ist von Vietnam, Rassenunruhen, Morden an hochrangigen Politikern und sexueller Revolution, einen Schritt (oder auch mehrere) weiter vor wagten als alle andere vor ihnen. Adam Simon lässt sie alle zu Wort kommen in aufschlussreichen und interessanten Interviews. Egal ob nun Romero, Cronenberg, Craven, Hooper, Landis oder Carpenter, sie alle schildern, unterlegt von Szenen aus Filmen wie Interner Link"Texas Chainsaw Massacre", Interner Link"Halloween", Interner Link"Night Of The Living Dead", Interner Link"Dawn of the Dead", Interner Link"Shivers", Interner Link"Videodrome", Interner Link"The Crazies" und vielen anderen mehr, was ihre Intentionen waren, was sie Aussagen wollten. Dazwischen kommen auch immer wieder Filmwissenschaftler zu Wort, die die Filme auch in die entsprechenden gesellschaftlichen Kontexte einordnen und die Bedeutung der einzelnen Regisseure für das Genre und die Filmindustrie an sich beleuchten.
Das alles ist unterteilt in verschiedene Kapitel, die sich immer einem der angesprochenen Regisseure widmen und dabei eine gelungene Mischung aus Filmszenen und Interviews bietet. Natürlich kann man hier anführen, dass sich der Film nicht wirklich kritisch mit den genannten Filmen auseinandersetzt, aber da kann man allein schon auf Grund des unglaublichen Informationsgehalts und Insiderwissens getrost drüber hinwegsehen.


Zwei Abschnitte aus "American Nightmare" verdienen es dabei noch gesondert erwähnt zu werden. Zunächst der Titelvorspann, der auf bedrückende und verstörende Art und Weise Szenen aus alten Nachrichtensendungen der damaligen Zeit mit Szenen aus den Filmen, die angesprochen werden, vermischt und somit die Grenzen zwischen realem Horror und Fiktion nahtlos verwischen lassen. Zum anderen ist es der Abschnitt, der sich dem Effekte-Guru Tom Savini widmet. Es entbindet nicht eines gewissen makabren Beigeschmacks, wenn Savini, der als Kriegsfotograf in Vietnam war, berichtet, wie er sich die dortigen Leichen zum Vorbild für seine späteren Arbeiten nahm und wie er sich allein durch die Distanz, die seine Kameralinse zu den Grausamkeiten, die er dort sah, aufbaute, schaffte das Gesehene zu ertragen. Und so will man ihm gerne glauben wenn er dann auch sagt, dass er noch heute bei seiner Arbeit die Ergebnisse mit anderen Augen sieht als die Zuschauer, die nichts über seinen Hintergrund wissen.
Wer also Einblicke dieser Art in eine unglaublich produktive und provozierende Epoche des US-Horror-Films gewinnen möchte, sollte sich diese mehr als gelungene Dokumentation ansehen, denn was man hier an Infos bekommt, bedarf ansonsten schon einiger Recherche in Fachbüchern und Audiokommentaren. Der Splatterfan, dem Inhalte egal sind, bekommt zudem noch eine 70minütige Vorführung der Best ofs der besprochenen Filme. Sollte man sich diese Dokumentation aus diesem Grund ansehen, hat man allerdings so rein gar nichts von dem verstanden, was einem hier in 70 kurzweiligen Minuten präsentiert wird.

  

Dass die Zensur in Deutschland selbst vor Dokumentationen nicht halt macht, sah man damals schon bei Interner Link"Document of Dead", welcher gnadenlos kastriert wurde und in einer FSK16-Auflage die Videotheken unsicher machte. Umso schöner ist es, dass "American Nightmare" unzensiert auf DVD zu genießen ist und auch wenn die FSK mit einer 18er Freigabe etwas übertreibt, kann man dies teilweise wegen einiger Szenen aus bundesweit beschlagnahmten Filmen nachvollziehen. Obgleich diese Szenen hier nicht plakativ wirken und diese Doku ideal für Medienerziehung geeignet ist, hätte man sich etwas mehr Tiefe und Ausführlichkeit gewünscht. Dies muss wohl auch die FSK so gesehen haben und gab dem Film ungekürzt erst ab 18 frei. Eigentlich schade, denn gilt ein 18er Logo von jeher als verkaufsfördernd, läuft man hier Gefahr, genau die falsche Zielgruppe anzusprechen, da viele hier wahrscheinlich nur eine Ansammlung an Splatter-Szenen erwarten. Die Leute, die sich mit dem Genre einfach mal näher auseinander setzen sollten, werden aber anhand dieser Freigabe die DVD im Regal stehen lassen, genau aus diesem Grund, warum es andere wiederum kaufen.
Dabei spricht nichts gegen den Erwerb dieser DVD aus dem Hause epix. Weder Bild noch Tonqualität sind hier zu bemängeln und schlagen sich für eine Dokumentation mit wechselnden Bildmaterial sehr wacker. Die aktuellen Interviewsequenzen bieten eine gute bis sehr gute Schärfe und der Kontrast gibt keinen Grund zur Kritik. Natürlich fallen die Filmszenen und ältere Aufnahmen in der Qualität deutlich ab, aber nie so, dass es störend wirkt. Der Stereoton bietet eine hervorragende Sprachverständlichkeit und man kann die Dokumentation entweder im englischen Original mit optionalen deutschen Untertiteln schauen oder aber mit einer deutschen Voice-Over-Stimme.
Als Bonusmaterial findet sich neben einer epix-Trailershow noch der Original-Trailer und 6 Biografien auf der Scheibe. Unter dem Menüpunkt "Splatterspecial" finden wir ein Auszug aus Arno Metelings Buch "Monster, Körper und Medien im neueren Horrorfilm" als selbstlaufende Texttafel mit knapp 8 Minuten Laufzeit und unter "Bodies that Splatter" finden wir einmal ein kurzen Mitschnitt der Tagung des Graduiertenkollegs "Codierung von Gewalt im medialen Wandel", welches im letzten Jahr an der Humboldt-Universität in Berlin stattfand. In diesem Ausschnitt sehen wir Gerburg Treusch-Dieter und Christoph Schlingensief, wie sie sich Schlingensiefs Interner Link"Das Deutsche Kettensägenmassaker" anschauen und Gerburg Treusch-Dieter ihr Splattergedicht dazu aufsagt. Diese kann man später noch separat als Texttafel nachlesen, sowie eine Biografie von Frau Treusch-Dieter. Desweiteren gibt es mehrseitiges Symposium zum Thema "Bodies that Splatter", welches ein Auszug aus dem Buch "Splatter Movies. Essays zum modernen Horrorfilm" darstellt. Wer mehr über "Bodies that Splatter" erfahren möchte, sollte einmal die Seite www.BodiesThatSplatter.de besuchen.
Für eine Dokumentation ein anschauliches Bonusmaterial, obgleich es mit Sicherheit einige Genre-Begeisterte geben wird, welche mit dieser Art Abhandlung des Thema "Splatterfilm" nicht allzu viel anfangen können, da es ihnen zu hochgestochen geschrieben erscheint. Aber egal was man davon hält, interessant ist es allemal, man muss sich eben nur drauf einlassen.

Was bleibt schlussendlich also noch zu sagen? Kaufen! Die DVD bietet eine gute Bild- und Tonqualität und interessantes Bonusmaterial. Wer sich also etwas mit dem Thema Horror- bzw. Splatterfilm auseinander setzen möchte, liegt hier genau richtig. Für diejenigen unter euch, die hier eine Ansammlung an Effekten erwarten, sei abgeraten. Licht aus - Gehirn an ...


Bild++++--
Ton+++---
Bonus+++---


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