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D 2004
Originaltitel:Untergang, Der
Alternativtitel:The Downfall: Hitler and the End of the Third Reich
Länge:148:50 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Oliver Hirschbiegel
Buch:Joachim Fest, Traudl Junge, Melissa Müller, Bernd Eichinger
Kamera:Rainer Klausmann
Musik:Stephan Zacharias
SFX:Uli Nefzer
Darsteller:Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara, Ulrich Matthes, Corinna Harfouch, Juliane Köhler, Heino Ferch, Christian Berkel, Matthias Habich, Thomas Kretschmann, Michael Mendl, André Hennicke, Ulrich Noethen, Birgit Minichmayr, Rolf Kanies, Justus von Dohnanyi, Dieter Mann, Christian Redl, Götz Otto, Thomas Limpinsel, Thomas Thieme, Gerald Alexander Held, Donevan Gunia, Bettina Redlich
Vertrieb:Highlight
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch
Untertitel:Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
Specials:
  • DigiPack im Pappschuber
  • 8seitiges Booklet
Film-DVD
  • Hörfilmfassung für Sehbehinderte
Bonus-DVD:
  • "Hitlers letzte Tage" - Making Of (58:33 Min.)
  • Melissa Müller spricht über Traudl Junge (8:21 Min.)
  • Der Bunker - Ein virtueller Rundgang
  • Interviews:
    • Bruno Ganz (6:18 Min.)
    • Alexandra Maria Lara (1:42 Min.)
    • Corinna Harfouch (4:31 Min.)
    • Ulrich Matthes (1:52 Min.)
    • Juliane Köhler (2:27 Min.)
    • Heino Ferch (2:34 Min.)
    • Ulrich Noethen (1:49 Min.)
    • Thomas Kretschmann (1:13 Min.)
    • Thomas Thieme (1:55 Min.)
    • Bernd Eichinger (4:19 Min.)
    • Joachim Fest (13:27 Min.)
    • Oliver Hirschbiegel (4:04 Min.)
  • Die historischen Figuren und ihre Darsteller:
    • Adolf Hitler / Bruno Ganz (5/1 Seiten)
    • Traudl Junge / Eva Maria Lara (2/1 Seiten)
    • Albert Speer / Heino Pferch (2/1 Seiten)
    • Eva Braun / Juliane Köhler (2/1 Seiten)
    • Heinrich Himmler / Ulrich Noethen (2/2 Seiten)
    • Hermann Fegelein / Thomas Kretschmann (2/1 Seiten)
    • Joseph Goebbels / Ulrich Matthes (2/1 Seiten)
    • Magda Goebbels / Corinna Harfouch (2/2 Seiten)
    • Martin Bormann / Thomas Thieme (2/1 Seiten)
  • Biografien:
    • Bernd Eichinger (3 Seiten)
    • Oliver Hirschbiegel (2 Seiten)
    • Joachim Fest (2 Seiten)
  • Dreharbeiten zu "Der Untergang":
    • Dreharbeiten in Russland (17:59 Min.)
    • Blick hinter die Kulissen (30:03 Min.)
  • Trailershow:
    • Resident Evil - Apocalypse (2:24 Min.)
    • Die Reise des jungen Che (2:44 Min.)
    • Napola (2:10 Min.)
    • Die Nacht der lebenden Loser (1:58 Min.)
    • Der Untergang (2:46 Min.)
  • Der besondere Filmtipp: Die Kinder des Monsieur Mathieu (1:45 min)
"Der Untergang" schildert auf spannende und fesselnde Weise die Schlussphase des zweiten Weltkrieges - von der tödlichen Schlacht um Berlin, dem Wahnsinn Hitlers, der bedingungslosen Unterwürfigkeit seiner Gefolgschaft, den letzten beklemmenden Stunden im Führerbunker sowie dem heldenhaften Überlebenskampf der Berliner Zivilbevölkerung.
Ein schwieriger Film ist er, "Der Untergang". Weniger, weil er uns abermals mit der dunkelsten Epoche unserer deutschen Vergangenheit konfrontiert, sondern, weil er ausschließlich die letzten Tage des einstigen Reichskanzlers Adolf Hitler in seinem Führerbunker bis zum 30. April 1945 zeigt. Oliver Hirschbiegels präsentiert uns in seinem 150 Minuten langen Drama lediglich den titelgebenden Untergang, den Zerfall des Dritten Reichs und die unrühmliche Niederlage der Nationalsozialisten, stellt diese aber, bis auf wenige Texttafeln am Ende des Films und einem Archivkommentar von Hitlers einstiger Sekretärin Traudl Junge, in den Kontext der Verbrechen der Nazis.


Allgemeinwissen ist also gefragt, wenn man "Der Untergang" sehen und verstehen möchte. Zumindest in sofern, als dass der Film in vielen Unterfangen vielleicht sogar zu gut funktioniert: Hitler wird nicht als Diktator gezeigt, der in der NS-Zeit für den Tod und die Verfolgung unzähliger Menschen aus willkürlichsten und lächerlichsten Gründen verantwortlich war, sondern als Privatmann, als Mensch, der zugleich Politiker am Ende seiner fragwürdigen Karriere, ist. Die Gefahr, dass unmündige Zuschauer Sympathien für den Despoten entwickeln, ist zwar unwahrscheinlich, wird aber nur selten durch den Film aktiv verhindert.


Grundsätzlich ist eine derart objektive Haltung gegenüber diesem brisanten Stoff lobenswert, jedoch fügen sich darüber hinaus einige Dinge nicht in das Gesamtbild. Nicht unbedingt problematisch, aber durchaus ärgerlich, dass sich der Film trotz dieser streng-objektiven Sicht auf die Privaträume im Führerbunker dennoch einiger Klischeefiguren und historischer Verzerrungen bedient. Da muss beispielsweise ein unschuldiger Junge, imponiert von der SS und als Hitlerjunge bereits hoch dekoriert, den Wandel zum Kind mit reinem Herzen durchmachen. Wirklich heikel wird es dann, wenn der Film historisch höchst zweifelhafte Figuren wie den Professor Doktor Schenk ständig als humanitären Gutmenschen vormarschieren lässt. War Regisseur Hirschbiegel bei seinen Recherchen in den Vorlagen von Joachim Fest und Traudl Junge es nicht geglückt, einen echten "Helden" der Geschichte zu finden, oder warum muss er Nazis mit unschöner Vergangenheit zum Heroen stilisieren?


Davon ab gibt Hirschbiegel eine respektable und zumeist historisch korrekte Sicht auf die grauenhaften Geschehnisse ab. Da das Drehbuch zum Teil auf der Autobiographie Traudl Junges basiert, sind viele Teile des Films aus ihrer Sicht konstruiert, wobei sich der Blickwinkel des gesamten Films eher als der Hitlers erweist. Nur in seltenen Fällen befinden wir uns außerhalb des Bunkers und nehmen am Kriegsgeschehen teil. Bis zum Finale sieht man selten das Blut und das Leid, das uns andere Kriegsfilme meistens im Stakkato-Takt eröffnen. Nein, in "Der Untergang" bleiben wir meistens im Untergrund, im sicheren Bunker. Da, wo sich die Situation für die Schuldigen zuspitzt.


Der Bunker an sich ist überraschend lebendig und tief dargestellt. Hirschbiegel fotografiert das Innere des verwinkelten Bunkers oft in die Tiefe; lässt Türen offen, damit der Zuschauer in die gigantisch weiten Gänge blicken kann. In den Gängen und Sozialräumen wimmelt es vor Untergebenen, Angestellten und Generälen. Der Bunker wird nie zur klaustrophobischen Hölle, sondern wird eher als eher ungemütliches, aber sicheres Zuhause für die Gefolgschaft Hitlers gezeichnet.


Natürlich steht und fällt ein Film wie dieser mit der Darstellung Hitlers selber. Glücklicherweise dürfte Bruno Ganz' Hitlerdarstellung die beste Verkörperung des dämonischen Diktators sein, die je mit Kameras festgehalten wurde. Die Gefahr, die Manierismen, die Ausdrucksweise zu einer Karikatur zu überspitzen, ist bei einer Figur wie Hitler durchaus gegeben. Wenn nur ein Zuschauer bei den ruppigen Gesten und der überschlagenen Stimme lachen sollte, wäre der Film gescheitert. Doch Ganz überschreitet nie die Grenze des Lächerlichen, stellt Hitler aber nicht zurückhaltend und mit Untertreibung dar, sondern spielt die gesamte Palette. Während er seine unfassbaren Befehle seinen Kommandanten entgegenblafft oder in seiner menschenverachtenden Ideologie schwelgt, sind seine Lippen immer feucht und sein Seitenscheitel fast ständig in Erschütterung. Seine rechte Hand zittert unter der Parkinson'schen Erkrankung. Und auf eine unglaublich überzeugende Weise wandelt sich Ganz' Hitler im Laufe der 150 Minuten von dem satanischen Verbrecher zu einem gebrochenen, gescheiterten Mann, der nur mehr ein Schatten seiner selbst ist. Wahren Mut beweisen Ganz und Regisseur Hirschbiegel, wenn sie Hitler abseits seiner "politischen" Arbeit zeigen: Die Kinder auf dem Schoß, mit seiner Sekretärin scherzend, seine Frau küssend - und beim Abschied von seinem einzigen "Freund", Albert Speer (Heino Ferch), eine Träne vergießend ob der Enttäuschung über die Entscheidungen und Taten seines einzigen Vertrauten.
Andere Darsteller werden nicht von der virtuosen Brillanz Ganz' überrannt, sondern bieten erwähnenswerte Vorstellungen, die sich ohne Probleme in das Gesamtbild einfügen. Ulrich Matthes als fanatischer Goebbels ist ebenso eindrucksvoll wie Corinna Harfouch, die seine Frau Magda mimt und damit eine erschreckend kalte, vollkommen verblendete Nationalsozialistin verkörpert.


Glücklicherweise spart Hirschbiegel im letzten Drittel des Films allzu graphische Darstellungen der Selbstmorde der großen Nazicharaktere aus. Der Suizid Hitlers und seiner Frau Eva Braun passiert komplett im Off. Selbst die Leichen werden nicht gezeigt, lediglich die Blutlache auf Hitlers Sofa erstickt Spekulationen, der Film würde keine exakte Aussage über den Verbleib Hitlers machen, im Keim. Gut so, denn so verkommt Hitler nicht zum Märtyrer, der Leiden verspürt, oder zu dem man schlimmstenfalls noch Mitleid verspüren kann. Nein, sein erbärmliches Ableben bleibt ebenso ungezeigt, die der Tod tausend anderer Unschuldiger. Auch bei dem Selbstmord der Familie Goebbels schwenkt Hirschbiegel seine Kamera weg von den blutigen Einschüssen in den Körpern, gibt sich keineswegs der Versuchung hin, das ständige Ableben der nationalsozialistischen Bestien zu Sensationalismen auszubeuten.


Ja, "Der Untergang" ist ein schwieriger Film. War es ein wichtiger Film? Nicht unbedingt, denn die Aussage, die die Geschichte macht, dürfte allgemein bekannt sein. Wenn es nicht ein viel zu schwaches Adjektiv wäre, dann würde ich Hirschbiegels "Der Untergang" als interessant beschreiben, denn die Aufarbeitung der letzten nationalsozialistischen Tage in Berlin ist durchaus spannend und lohnend. Es ist die Visualisierung einer Zeitgeschichte, die man nicht vergessen darf, und die man kennen muss, um nicht verführerischen Stammtischparolen auf den Leim zu gehen. Und diese Aufgabe, die Geschehnisse real und plastisch für unser Gedächtnis aufzuarbeiten, die erfüllt "Der Untergang" trotz all seiner Schwierigkeiten, ganz hervorragend!


Sämtliche Extras wurden auf die zweite DVD ausgelagert, die erste DVD enthält nur eine kurze Übersicht über das vorhandene Material. Die zweite DVD leitet sich ein mit einem fast einstündigen Making Of. Wobei das Wort "Making Of" etwas unpassend ist, denn die Art der Aufarbeitung der Produktion wird eher einer Dokumentation gerecht, bei der die Darsteller ihre Rollen vorstellen, sich über ihre Überzeugungen und Gedanken zur Person äußern und die technische Umsetzung bis auf wenige Aspekte der Setting-Wahl kaum Erwähnung findet. Das mit Untertiteln für Hörgeschädigte versehene Special hebt sich daher positiv aus der Masse derartiger Vorführungen ab und ist, fernab von der Tatsache, ob man den Film nun bereits gesehen hat oder nicht, ein interessantes und sehr offenes Stück Filmdokumentation. Das zur Entstehung des Filmes nicht unwichtige Buch "Bis zur letzten Stunde", welches die Erlebnisse von Traudl Junge enthält, wird ebenfalls in einem kleinen Special von Co-Autorin Melissa Müller vorgestellt. Hier geht sie darauf ein, wie sie den Kontakt mit der ehemaligen Führersekretärin aufnehmen konnte und sie letztlich dazu überredete, ihre Erfahrungen dort niederzuschreiben. Beim virtuellen Rundgang durch den Bunker öffnet sich eine Übersichtskarte desselben, auf dem man 4 Bereiche auswählen kann. Jeder führt zu fünf bis sieben Unterbereichen, die jeweils mit einer kurzen Filmszene verdeutlicht werden und ein oder zwei Setfotos besitzen. Die Interviews, so eindrucksvoll sie beispielsweise im Falle von Bruno Ganz auch sein mögen, hat man größtenteils, wenn auch etwas zerstückelt schon im Making Of zu sehen bekommen. Weitere Infos zu den Darstellern gibt es auszugsweise durch kurze Filmografienauflistung, die verbunden wurden mit etwas ausführlicheren Biografien derjenigen Personen, die sie im Film verkörperten. Letzteres kann man sich auf Wunsch auch vorlesen lassen. Zum Regisseur, dem Autor und dem Produzenten findet man dann noch Biografien auf der DVD, zu einigen der Darsteller sind Informationen im Booklet vorhanden. Als besonders aufschlussreich, was die Produktionsbedingungen angeht, erweisen sich die folgenden zwei Making Ofs mit einer Gesamtspielzeit von gut 45 Minuten. Hier werden anhand von Behind The Scenes-Aufnahmen und Audiokommentaren die Arbeit in St. Petersburg und in den Studios vorgestellt.


Ganz so gestochen scharf wie erwartet fällt das Bild nicht aus. Besonders im Detailbereich fehlt es an Durchsetzungsstärke, was wohl auf die Kompression zurückzuführen ist. Hier sind bei näherer Betrachtung doch noch einige Fehler zu entdecken, wie beispielsweise das Blockrauschen auf den vielen einfarbigen Flächen, welches das weiche Bildrauschen (liegt wohl an der natürlichen, aber eher unüblichen Ausleuchtung der Räume) nicht wirklich gekonnt speichern kann. An Konturen entstehen auch noch leichte Verpixelungen, die vermeidbar gewesen wären. Zusätzlich ist eine Nachschärfung an den Konturen zu verzeichnen, die das Bild plastischer gestaltet, gleichfalls aber die leichten Defizite im Detailbereich nicht zu überbrücken in der Lage ist. Die Farbgebung dagegen enttäuscht nicht, man erwartet nun mal eben keine Bonbonfarben, sondern ein staubig trockenes, Sepia getöntes Antlitz, welches die Farbwerte dämpft und dadurch den Dokumentationscharakter unterstützt. In Außenaufnahmen bessert sich dann die Optik merklich, die Schärfe zieht an und auch das Rauschen geht etwas unter. Insgesamt also ein gutes Bild, welches mit einer besseren Schärfe und Kompression durchaus den hervorragenden Gesamteindruck der DVD gestärkt hätte.
Die wenigsten DVDs werden behindertengerecht produziert, weswegen Highlight mit dieser DVD ein Lob verdient hat. Sie besitzt nicht nur deutsche Untertitel für Hörgeschädigte, die farbig unterlegt für die wichtigsten Sprecher sind, auch gibt es eine Hörfilmfassung, die beschreibende Kommentare zwischen den Dialogen enthält, um auch Sehbehinderten die Möglichkeit zu geben, sich diesen Film anzuschauen. Die tonale Umsetzung ist von hervorragender Qualität, besonders was die sehr räumlichen Außenszenen angeht. Das Kriegsgetümmel dort setzt sich entsprechend kraftvoll auf den Rear Speakern und dem Subwoofer um, Granateinschläge erfüllen den gesamten Raum mit einem kräftigen Grummeln und lassen die Splitter und den staubigen Schutt über die rückwärtigen Lautsprecher rieseln. Auch das Geschehen innerhalb des Bunkers setzt sich nahezu in dieser Form fort, wobei die Dynamik besonders im DTS-Ton vollends überzeugend ist. Die Dialoge kristallisieren sich klar aus dem gleichfalls feinen, wie voluminösen Ton ab. Natürlich ist die Effektpalette innerhalb der Bunkerräume nicht mehr ganz so breit gefächert und aufregend, hier achtet man eher darauf, hallende Stimmen und leise Geräusche fein abzumischen.


Sieht man vom verbesserungswürdigen, trotzdem aber guten Bild ab, dürften die Erwartungen an die DVD-Umsetzung dieses eindrucksvollen geschichtlichen Dokuments vollends erfüllt worden sein. Neben dieser "Premium Edition" ist noch eine Einzel-Disc, ebenfalls von Highlight, erhältlich. Hier sollte man aber nicht lange nachdenken und lieber zur schicken Doppel-DVD im DigiPack greifen - allein das Bonusmaterial macht es schon lohnenswert.


Film+++++-
Bild++++--
Ton+++++-
Bonus++++--


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